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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1938-01-21 · 3 (21.1.1938) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
14 (1938)
Issue
3 (21.1.1938)
Date
1938-01-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIG 21. Januar 1938 / Nr. 3 Erklärung der Reichsvertretung. Präsidialausschuß und Rat der Reichsvertretung der Juden in Deutschland haben folgende Erklärung beschlossen: Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland hat in Zusammenarbeit mit den jüdischen Landesverbänden, Gemeinden und einzelnen Organisationen sich bemüht, den Raum, der den Juden in Deutschland geblieben ist, mit Sinn und Inhalt zu erfüllen. In ihren Malinahmen durite sie sich auf die Zustimmung und Mitwirkung des weitaus größten Teils der Judenheil in Deutschland stuften. So hat sie den geschichtlichen, oft so schwierigen Umwandlungsprozcß auf fast allen Gebieten des jüdischen Lebens maßgebend beeinflußt. Seit Jahren steht die Auswanderung, die Schaffung von Einrichtungen, die ihr und ihrer Vorbereitung mittelbar oder unmittelbar dienen, im Vordergrund des Sorgens und Handelns der Reichsvertretung. An die Stelle der unruhigen und ziellosen Auswanderung wurde mehr und mehr das Prinzip der Ordnung und Planung gesetzt. Die Reichsvertretung sieht es als ihre Pflicht an, auch dem Verlangen nach Beschleunigung der Auswanderung Rechnung zu tragen. Sie sieht sich aber genötigt, vor übertriebenen Erwartungen zu warnen. Die Möglichkeiten der Auswanderung hängen nicht nur von ihrem Willen und der Arbeit der Wanderungsorganisationen ab, sondern vor allem von der Bereitwilligkeit der anderen Länder, ihre Tore für die Juden aus Deutschland, ebenso wie auch für die aus Osteuropa, offenzuhalten. Darauf hat aber die Reichsvertretung keinen bestimmenden Einfluß. Sie kann nicht Wunder tun und sie vermag nicht, die Bedingungen, die ihrer Absicht in der Welt entgegenstehen, zu ändern. Bei einer planlos sich vollziehenden Auswanderung kann sie eine Verantwortung für ihren geordneten Vollzug nicht übernehmen. Die Reichsvertretung richtet in dieser Stunde einen Appell an die Palästinaregicrung, den Juden in Deutschland, vor allem den ausgebildeten jungen Juden, die sich für den Aufbau Palästinas einsetzen wollen, den Weg dorthin nicht zu verlegen. Sie richtet ihren Appell an die überseeischen Länder, insbesondere an die mit dünn besiedelten Gebieten, durch Gestaltung und Handhabung der Einwanderungsbestimmungen eine größere Zahl nützlicher Einwanderer aufzunehmen. Ein erheblicher Teil der in ihrer Zusammensetzung stark überalterten Judenheit in Deutschland ist auswanderungsunfähig und wird seine Tage in Deutschland beschließen müssen. Soll er nicht der öffentlichen Wohlfahrt anheimfallen, so dürfen ihm dl»1 Erwerbswege nicht völlig verschlossen werden. Auch die Fortsetzung geordneter Auswanderung — und nur diese hält die Einwanderungstore auf die Dauer offen — ist nur möglich, wenn die wirtschaftliche Existenzfähigkeit der Juden in Deutschland nicht noch weiter geschmälert wird. Nachdem die Juden aus dem staatlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben und aus allen führenden wirtschaftlichen Stellungen ausgeschaltet sind, bitten wir deshalb die Reichsregierung, daß der Verringerung der Erwerbsmöglichkeit für die Judenheit in Deutschland Einhalt getan werde. Wir hoffen feiner, daß die Möglichkeit des persönlichen Verkehrs zwischen den Ausgewanderten und ihren Angehörigen, die in Deutschland zurückbleiben müssen, nicht unterbunden wird. An die Juden in Deutschland wendet sich die Reichsvertretung mit der Bitte, Geduld zu bewähren und angesichts der gesteigerten Anforderungen, die an sie gestellt werden, nicht müde zu werden. Ohne Lebensmut und Selbstachtung sind unsere Aufgaben nicht zu lösen. In der Erwartung, daß diese Erklärung mit Verständnis, Vertrauen und Hilfsbereitschaft beantwortet werden wird, verbindet sich die Reichsvertretung mit jedem einzelnen Juden in Deutschland. Jüdisches Lehrhaus „Die geistige Umwelt Palästinas". Im Jüdischen Lehrhaus spricht Dienstag, den 25. Januar, 20,15 Uhr, im Sozialamt, Humboldtstraße 13, Herr Dr. Jacob Braude über „Die geistige Umwelt Palästinas". Der nächste spanische Sprachkurs findet wieder am Montag, den 24. Januar 1938, zu gewohnter Zeit in der Schule, Gustav- Adolf-Str. 7, statt. Buchhaltungskurs des Lehrhauses. Am Mittwoch, 2ö. Januar, 19.30 Uhr Buchhaltung für Anfänger; 21 Uhr Buchhaltung für Fortgeschrittene. Amtliche Bekanntmachungen Aufsicht zu Pessach. Kolonialwarcngeschäfte, die zu Pessach 1937 nicht unter Aufsicht des Gemeinderabbinats gestanden haben, aber zu Pessach 1938 Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum 31. Januar 1938 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Spätere Anmeldungen werden keinesfalls mehr berücksichtigt. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsicht erteilt wird, wird dem Antragsteller bekanntgegeben. Nur diejenigen Firmen werden in das Verzeichnis der zu Pessach unter Aufsicht stehenden Geschäfte, das am 19. Februar 1938 in unserem Gemeindeblatt bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die bis zum 31. Januar 1938 einen entsprechenden Antrag gestellt haben und denen unser Rabbinat die Aufsicht erteilt. Leipzig, den 31. Dezember 1937. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 28. 1. 38, Abendgebet 17 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 29. 1., Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 17.10 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 17.42 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Straße. Freitag, 28. 1., Abendgebet 16.53 Uhr. Sonnabend, 29. 1., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 1630 Uhr, Ausgang 17.42Uhr. Wochentag: Morgens 7, abends 17Uhr. Taimud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 29. 1., abends 16.15 Uhr, anschließend BibeTcrklärung von Herrn Dr. Lipschütz. Sonnabend früh 8.30 Uhr, Mincha 16 Uhr, anschließend Mischnajit, Ausgang 17.42 Uhr. Wochentags früh 7,15 Uhr, anschließend Mischnajit, abends 16.45 Uhr, anschließend Chaje-Odom. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorf er Str. 4. Freitag, 28. I., Abendg. 17 Uhr, anschl. Lehrvortrag von Herrn Rabb. Rogosnitzki. Sabbat, 29. I., Morgeng. 8.30 Uhr, Minchag. 16 Uhr, Abendg. 17.43 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 17 Uhr. Personenstandsnachrichten Todesfälle: 10. Januar 1938 Frida Rosenthal, Dessau. 10. Januar 1938 Ida Ottenheimer, Gailingen. Aus dem Gemeindeamt Hebräische Sprachschule. Folgende Lehrgänge sind in obiger Spraehschule neu eröffnet worden: Lehrgang für Kinder (Anfänger): 8—Ii Jahre. Unterrichtszeiten: Montag von 1 ,4 '/,5 Uhr, Mittwoch von 4—5 Uhr; Lehrgang für Erwachsene (Anfänger). Unterrichtszeiten: Mittwoch von 7—8 Uhr, Donnerstag von 6—7 Uhr. Ferner soll ein weiterer Lehrgang für Anfänger neu eröffnet werden. Die Unterrichtszeiten Süllen festgelegt werden: Montag von 9—10 Uhr abend, Mittwoch von 9 — 10 Uhr abend. Umgehende Anmeldung an das Sozialamt der israelitischen Religionsgemeinde, Humboldtstraße 13, ptr., erbeten. Ferner wird der Chug „Iwri", der bisher jeden Donnerstag im Jüdischen Jugendheim stattgefunden hat, in Zukunft in den Räumen der Zionistischen Vereinigung, Keilstr. 4, umgelegt. ' Bevorstehende Veranstaltungen 22. Jan.: Sonderveranstaltung des Jüd. Kulturbundes zugunsten der Jüdischen Winterhilfe. 23. Jan.: Fuß- und Handballspiele gegen Schildvereine Berlin und Magdeburg. 26. Jan.: K.A.E.: Sonderabend mit Kabarettspielen. 30. Jan.: Bar Kochba: Fuß- und Handballspiele. 31. Jan.: Jüdischer Kulturbund: Gastspiel der Kleinkunstbühne des Berliner Kulturbundes (Max Ehrlich mit seinem Ensemble). 5. Febr.: Jüd. Kulturbund: Konzert des Bcrl. Kulturbundorchesters. 7. Febr.: Jüdischer Frauenbund: Hausfrauen-Nachmittag. 8. Febr.: Jüd. Lehrhaus—Jüd. Kulturbund: Vortrag Dr. Rob.Weltsch. 9. Febr.: K. A.E.: Sonderabend. 13. Febr.: Veranstaltung der Schild-Kegler zugunsten der Jüdischen Winterhilfe. 15. Febr.: Jüd. Lehrhaus und Jüd. Kulturbund: Vortrag Professor Dr. Kisch-Köln. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde 711 Leipzig. Redaktion: Oemeinderabhiner Gustav Cohn, Leipzig C 1. Walter-Blümel-Str 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Ooldfreund Leipzig C 1. Reichssttallc 30 32, Fernsprecher 10722. Anzeigenleiter: Frust Ooldlretind, Cichoriusstralie 2a Fernsprecher 60771 Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und in bestimmten Plätzrn, telefonisch und nach Anzeigenschluß' aufgegebene Anzeigen wird keine Gewähr übernomm . n. Druck: lordait ft Gr^niber^. Leipzig, B.iidei str. 19 I). A. IV. VI 37 3143. Pr. L. Ni 7. Vereinsnachrichten Jüdischer Kulturbund Leipzig. Heute, Sonnabend, findet das große Fest des Jüdischen Kulturbundes zugunsten der Jüdischen Winterhilfe in den Räumen des Battenbergs statt. Betreffs der R-Karten möchten wir ergänzend mitteilen, daß diese bei einem evtl. späteren Eintritt in den Jüdischen Kulturbund Leipzig zum vollen Preise von RM. 1.— auf den ersten Monatsbeitrag in Anrechnung gebracht werden. — Wer nur zum Ball (ab 10 Uhr) kommen möchte, benötigt überhaupt keine R-Karte. Jedes Mitglied der Jüdischen Gemeinschaft hat hier Zutritt. Jüdischer Frauenbund, Zweigstelle Leipzig. Am Montag, dem 7. Februar, 16.15 Uhr. findet in den Räumen der „Gesellschaft der Freunde", Huniboldtstr. 1, ein „Hausfrauen-Nachmittag" (mit geselligem Beisammensein) statt. Es spricht Frau Rubensohn, die Lehrerin der Haushaltungsschule, über „Praktische Ratschläge für Diätküche". Keren Hajischuw, Färberstr. 0. Sonntag, den 23. Januar, findet s.G.w. unsere 1. Büchsenleerung 1938 statt. Wir bitten die Inhaber unserer gelben Büchsen, diese zwecks Erleichterung der Aibeit unserer Helfer bereitzustellen. Agudas Jisroel Jugendgruppe, Färberstraße 6. Diesen Mauzoe Schabbos kaudesch den 22. 1. 38 um 20.30 Uhr findet in unserem Heim unsere diesjährige ordentl. Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Referat von Chawer Herbert Sonn aus Halberstadt. tohannisbrunnen 18, über: „Agudismus unserer Jugend", 2. Tätigeitsbericht. 3. Kassenberichte, a) der Agudas Jisroel Jugendgruppe.

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