Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 2 (14.1.1938)
- Date
- 1938-01-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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14.JANUAR1938/12.SCHWAT 5698 =14. JAHRGANG / NUMMER 2 Aufstellung einer Kartei der Auf behördliche Anordnung ist eine Kartei der in Leipzig wohnhaften Juden aufzustellen. Die Formulare für diese Kartei sind der Gemeinde von der Behörde übergeben worden und werden von der Gemeinde den Gemeindemitgliedern zur Ausfüllung weitergereicht. Die Ausfüllung der Fragebogen ist von allen Volljuden und solchen Personen vorzunehmen, die nach dem Reichsbürgergesetz als Juden gelten, gleichgültig, ob sie die deutsche Reichsangehörigkeit oder eine fremde Staatsangehörigkeit besitzen oder staatenlos sind. Der Fragebogen ist von jeder der vorstehend bezeichneten Personen, die das 14. Lebensjahr überschritten haben, selbst auszufüllen. Hinweise auf die Fragebogen anderer Personen sind unzulässig. Für die Richtigkeit der Angaben unmündiger Personen haftet der Vormund. Der Fragebogen für jede der oben bezeichneten Personen, die das H.Lebensjahr noch nicht überschritten haben, wird von dem gesetzlichen Vertreter ausgefüllt. Für jede Person ist der Fragebogen in fünffacher Ausfertigung herzustellen. Er muß mit Schreibmaschine und gut leserlich ausgefüllt sein. Bei verheirateten Frauen ist besonders die Angabe des Mädchenf Leipzig, den 7. Januar 1938 in Leipzig wohnhaften Juden namens erforderlich, obwohl das auf dem Formular nicht besonders vorgesehen ist. Zur Vermeidung von Unklarheiten wird darauf hingewiesen, daß die Kinder jüdischer Eltern sowohl auf dem Fragebogen des Vaters erscheinen, als auch einen eigenen Fragebogen ausfüllen müssen. Entsprechendes gilt bei verheirateten Frauen. In der Rubrik „Vorstrafen" sind kleine Polizeistrafen, insbesondere wenn sie länger zurückliegen (Verkehrsübertretungen), nicht mit anzuführen. Die Fragebogen sind in der Zeit vom 15. Januar bis 22. Januar 1938 an den Werktagen vormittags von 9—12 Uhr im Gemeindeamt, Walter Blümel-Straße 10, I (Anmeldezimmer) abzuholen. Für jede Person sind also 5 Formulare erforderlich. Bei der Abholung müssen die Namen der Personen, für die die Formulare bestimmt sind, angegeben werden. Die ausgefüllten Fragebogen sind unverzüglich nachmittags zwischen 15 und 17 Uhr (spätestens bis zum 31. Januar 1938) ebenfalls wieder im Anmeldezimmer des Gemeindeamtes abzugeben. Die ausgefüllten Formulare werden von der Gemeinde an die Behörde weitergeleitet. Es liegt im dringenden Interesse unserer Gemeindemitglieder, die Fragebogen sorgfältig auszufüllen. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Sonntag;, den 16. Januar 1938 Fortbildungstagung der jüdischen Lehrer Mitteldeutschlands (3. bis 6. Januar 1938.) Der nachfolgende Bericht über eine Veranstaltung nun Zwecke der Lehrerfortbildung darf auch über die Fachkreise hinaus Interesse erwecken: er geht auch die Eltern der Schüler und Schülerinnen unserer jüdischen Schulen an. Er zeigt ihnen den Ernst und das Verantwortungsbewußtsein, mit dein die jüdischen Lehrer ihre grolle Aufgabe, unserer heranwachsenden lugend geistige Wege zu ebnen, zu fördern bestrebt sind. Dadurch ist er zugleich ein Anruf an die Eltern, die Lehrerschaft bei ihrer großen Erziehungstätigkeit zu stützen. Die Redaktion. Sic wurde einberufen und gefördert durch die Reirhsvertretung, Schulabteilung, den Sächsischen israelitischen üemeindeverband, die israelitische Keligionsgemeinde zu Leipzig, die Leitung der jüdischen Schulen in Leipzig und den Verein der israelitischen Lehrer Mitteldeutschlands. Die Eröffnung vollzog Direktor Dr. We i k e r s h e i m e r; er übertrug den Vorsitz an St e i n h a rd t - Dresden, den Ehrenvorsitzenden des Vereins der israelitischen Lehrer Mitteldeutschlands. Die Tagesordnung umfaßte wesentliche Punkte der Unterrichtsgestaltung an den jüdischen Schulen und wichtige Fragen der Schulen und ihrer Lehrer Uberhaupt, besonders in den Orten, die durch Abwanderung in ihrem Bestand und ihrer Leistungsfähigkeit erschüttert sind. Die Zahl der Teilnehmer und die Verhandlungen zeigten, daß sich die Körperschaften und die Lehrer der großen Aufgabe bewußt sind, die dem jüdischen Schulwerk zukommt und die unter Ausschöpfung aller methodischen und inhaltlichen Werte gelöst werden muß. (Jemeinderabbiner Dr. Oc h s - Leipzig gab im ersten Vortrag der Tagung einen Überblick über die Stellung der Mischnah im jüdischen Schrifttum und in der Erziehungs- und Bildungswelt des Juden aller Zeiten. Die Mischnah bildet die