Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 1 (7.1.1938)
- Date
- 1938-01-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Synagoge „Ohel Jakob", PfaffOldorfer Str. 4. Freitig, 14.!., Abendg. 10.JÜ Uhr, anschl. Lehrvortrag von Herrn Kabb. Rogosnit/ki. Sabbat, 15. 1., Morgens. 8.30 Uhr, Minehag. 16 Uhr, Abendg. 17.21 Uhr. — Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 16.30 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 10. Dezember 1937 Dr. Eleazar Ludwig (ioldw asser und 1 rau Ilse geb. Bender, l'uiikenburgstralie 1(), einen Sohn „GabrielJi/chak". 11. Dezember 1QJ7 Leib Katz und FräU (iolda geb. Jcdlit/ki, Nordstrahe 41, eine Tochter „Regina". Ii. Dezember HJ37 Ascher Leon Kuncr UO0 1 rau Baila geb. Pietrzynska, Keilstraße 31V, einen Sohn „Elieser". 13. Dezember 1931 Juda Leib Schumer und I rau Mallit* geb. Strang, Promenadenstraße 30, eine Tochter „Resi". 22 Dezember 1037 Bruno Adler und Frau Annemarie Liisabeth geb. Rzepkowicz, Oroße Fleischergaase Olli, eine Tochter „Dina . B a r m i /. w a : Sonnabend, 15. Januar 1938, Benno Rotenberg, Sohn des Herrn Arthur Rotenberg und seiner Ehefrau hansii geb. Stot/ky, Leipzig. Blücheretraße 39, in der (iemeindesynagoge. Sonnabend, 15. Januar 1938, Gerbard Rabenbauer, Sohn des Herrn Jacob Rabenbauer und seiner Lhefrau Blinia geb. Goldfaden, Yorkstralkb, in der Bochnia-Schul, Gerberstraue 48 50. Todesfälle: 31. Dezember 1937 Rosa Segall, Albertstraße 25 b. iL Dezember 7 Anna Sobeunann, Dresdner Straße 32. Aus dem Gemeindeamt Elternabend: Was wird aus meinem Kind? Hie jüdischen Schulen Leipzigs und das Sozialamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig veranstalten gemeinsam am 12. Januar 1038, abends 20. i() Uhr, im Saale des Judischen Jugendheimes, Ludendorffstr. 7 (Elsterstr.) einen öffentlichen Elternabend mit dem Thema: „Was wird aus meinem Kind?" Alle Litern, namentlich die Litern derjenigen Kinder, die Ostern 1038 die Schule verlassen, sind zu dieser Veranstaltung herzliehst eingeladen. Ls spricht Frau Lucie Levy-Zobel, Berlin, über: „Die Berufswahl der jüdischen Jugend". Frau Levy-Zobel wird auf «irtind ihrer Erfahrungen auf dem Gebiete der jüdischen Berufsberatung auf alle einschlägigen I ragen gern Antwort erteilen. In Anbetracht der besonderen Wichtigkeit dieser aktuellen Veranstaltung erwarten wir zahlreichen Besuch. Ausbildungsplätze im Landwerk Neuendorf. Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: In dein landwirtschaftlichen Lehrgut Landwerk Neuendorf können zurzeit eine Reihe von Ausbildungsplätzen für landwirtschaftliche und gärtnerische Ausbildung von jungen und für die Ausbildung von Mädchen im Haushalt, in Geflügelzucht und Milchwirtschaft neu besetzt werden. Prospekte stehen auf Wunsch zur Verfügung. Anfragen von Selbstzahlern werden erbeten an die Hauptverwaltung des Landwerk Neueudorf, Berliu-Charl. 2, Kantstr. 158. Fortbildung englischer Sprachlehrer. Die Schulabteilung der Reichsvertretung teilt mit: An vielen Orten bestehen englische Sprachkurse zur Vorbereitung Erwachsener und Jugendlicher für die Auswanderung. Da die Lehrkräfte dieser Kurse bisher im allgemeinen wenig Gelegenheit zur Fortbildung im Englischen hatten, sind von der Schulabteilung der Reichsvertretung entsprechende Einrichtungen ins Leben gerufen worden. Alle Lehrkräfte, die im Rahmen Solcher Kurse englischen Unterricht erteilen, werden daher gebeten, sich umgehend in Verbindung zu setzen mit der: Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Schulabteilung, Bcrliu-Charlottenburg, Kautstr. 158. Neue Bücher Manfred Sturmann: Palästinensisches Tagebuch. Aufzeichnung einer Reise. Berlin 1037 (Braiulussche Verlagshandlung). Eii; Dichterauge sieht Palästina anders als das des Politikers oder \\ irtschaftlers. Es sieht, w as dort in wenigen Jahren gew achsen ist, als Einheit: Menschen und Landschaft gehören zu einander. Qerade hier, wo jüdische Menschen auf geschichtlichem Boden das lauge erloschene jüdische Leben wieder erstehen lassen. Sturmann reist durch die Städte und durch Kibbuzim, empfindet die Oewall der Eindrücke, die der Himmel und die Erde, die Berge und die Täler in ihm einzeichnen; in ihrer Schönheit vollendet werden sie erst durch das unbeschreibbare Qlücksgefühl, das die dort schaffenden Menschen durchströmt, in ihrer Arbeit nicht minder als am Schabbath, ihrem wahren Ruhetage. Ihn packt das Qemeinschaftsbewulttsein, das sie alle eint und das sie stark macht So stark, daß si< durchhalten werden bis zum glücklichen Ende. Sturmanns Reisebericht ist lebendig durch den Schwung, der sich dem Leser mitteilt. Auf wenig Seiten, ohne Absicht auf Vollständigkeit, ist es „allen jenen, die das Land noch nicht kennen, Hinweis und Deutung' . C. Palii stina-Wirtschaf tsdienst. Das Palästina-Amt Berlin gibt neben seinem bisher erschienenen Juristischen Informationsdienst, der die rechtliehen Fragen der l'alästinawanderung. insbesondere rransferprobleme behandelt, nunmehr eine neue Publikation, den „Palästina-Wirt Schaftsdienst" heraus. Der neue Dienst soll zweimal monatlich mit durchschnittlich 25 Seiten pio Nummer erscheinen. Der Bezugspreis beträgt RM. 2,40 im Monat. Die jetzt erschienene Nummer 2 enthält Berichte über die Wirtschaftslage und Börsenbewegung in Palästina, über Einwanderungs- und Industriefragen, Berichte aus der Landwirtschaft, eine Darstellung über die städtische Bautätigkeit, über das Kredit- und Finanzwesen, über die Zahlungsbilanz und über Fragen des Handels und Verkehrs. Angefügt ist eine kleine Broschüre „Palästina in Zahlen", die eine kurze statistische I bersicht über die wichtigsten Zahlen aus da palästinensischen Wirtschaft, von der Anglo-Palestine Bank in Tel Awiw zusammengestellt, enthält. Konzert und Theater Konzert des Collegium musicum. Infolge eines technischen Versehens sind in der Besprechung des Konzertes einige Sätze unveröffentlicht geblieben, die hier nachgeholt werden: Das Programm um l allte noch ein Coneerto grosso von Händel, dessen Presto-Satz besonders gefiel, und ein.'- jener frischen Kammerkonzerte von Vivaldi (A-moll für zwei Violinen). Die Soli lagen in den Händen von Mirjam Z unser, Dora Lepski-Stisson (Violine), II ja Strasser (Cello), Aenne Hoffmann (Klavier), Beruh. Berkowitz (Harmonium), und in dem Werk von Licht sah man Mirjam Zunser das Flötenrohr mit gleicher Fertigkeit meistern, wie sonst den Fiedelbogen. Dem Orchester darf eine erfreuliche Fortentwicklung bestätigt werden. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka) Durch alle jüdischen Zeitungen ging vor einigen Tagen die sehr erfreuliche und erfreuende Notiz, dal! sich je zwei Auswahlmannschaften beider Sporteerbände im Rahmen einer Großveranstaltung zugunsten des I.W.H.W, am 23. Januar in Berlin gegenübertreten. Ein Doppeltes birgt diese Nachricht in sich: einmal ist es das erste gröbere rasensportliche Zusammentreffen „Makkabi-Schild", zum anderen ist es der gute Zweck, der endlich alle gegensätzlichen kleinliehen Schranken lallen ließ, und das Gute und Edle vor die persönlichen Einwände gestellt hat. Diese Spiele km 23. Januar werden dadurch ein besonders starkes Echo, nicht nur in Berlin, hervorrufen, . . . und was gedenken die Leipziger Sportvereine für die Winterhilfe zu tun? Es ist in diesen Spalten schon oft eine gleiche Veranstaltung beider Vereine angestrebt worden, aber leider bisher ohne Erfolg! Mag mau auch dem Schreiber dieser Zeilen darob von beiden Seiten mit Vorhaltungen entgegentreten, es bleibt dennoch ein wenig erfreuliches Zeichen, soll man sagen, eine Verkennung der schweren Situation, wenn man aus kleinlichen Bedenken heraus glaubt, eine Begegnung Bar Kochba-Schild zugunsten der Winterhilfe nkht durchführen zu können. Fragt Not und Sorge nach persönlicher Einstellung, nach den winzig erscheinenden Differenzen untereinander??!! Die nächsten Wochen werden uns hoffentlich dem Ziele näherbringen!! Und morgen . . . erwartet der Bar-Kochba-Platz. Hochbetrieb; zu Beginn der diesjährigen Meisterschaftsserie empfängt B. K. (1. Handuud Fußballelf) gleich seinen stärksten und schwersten Oegner, seinen Berliner Namensvetter Bar Kochba-Hakoah. Die Begegnungen beider Vereine waren von jeher die spannendsten und dramatischsten, die Handballkämpfe insbesondere bildeten den Höhepunkt der Saison, dort die seiiuligcw altigen Gebr. Spandau, hier der für einige Tore schon fähige, aber hoffentlich in besserer Form spielende Gesamtstem. Nicht weniger leicht werden es die Fußballer haben, aber gerade sie haben doch in letzter Zeit bewiesen, daß sie auch schwere Gegner nicht zu fürchten brauchen, wenn . . . das Ciliick etwas mithilft. Drei weitere Mannschaften (II. Fußballer, 1. Knaben, 1. Mädels) treten dem Makkabi-Chemnitz gegenüber, und abends trifft man sich außerdem noch zu einem nschtennte-Wettkampf in der Turnhalle der jüdischen Schulen. Kann ein Verein noch mehr an einem läge bieten!!_ Herausgehoben vom Vorstand der israelitischen Religionsgeme:nde zu Leipzig. Redaktion: tleineinderabhiner Oustav Cohn, Leipzig C I, Walter-Blftmel-Str 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Ooldfreund Leipzig C I. Reichsstralle 30/32, Fernsprecliei 16722. Anzeigenleiter: trnst Ooldtreund, Cichoi iusstralie 2a Fernsprecher 00771 Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen, telefonisch und nach Anzeigeusrhlull aufgegebene Anzeigen wird keine Gewähr übernommen. Druck: lordan Cramberg. Leipzig, Brüdeistr. 19 D. A. IV. V] 37 3143. Pr. L. Nr. 7. Vereinsnachrichten Verband jiid. Frauen für Palästina-Arbeit (Wizo). Anläßlich des Chamischa assar b'schwat veranstalten wir am Montag, den 17. Januar, in den Räumen des Vaterlandsheimes, Klostergasse 3, einen oeseiligen Nachmittag. Wir bitten unsere Mitglieder um zahlreichen Besuch dieser Veranstaltung, (iäste willkommen. Ihre freundliche Mitwirkung haben liebenswürdigerweise folgende Damen zugesagt: 1 rau Elle Chamizer, Frau Dora Lepski und I rau Haiina Schubinger, Karten zu R.W. I, sind bei den Damen des Vorstandes zu haben. Alit Beginn des neuen Semesters planen wir, noch je einen Kursus für Anfänger und Fortgeschrittene in Hebräisch unter Leitung von Herrn Lehrer Schleider-Kalai einzurichten. Meldungen sind zu richten an 1 rau Safiaii-Lehrfreund, Wicsenstr. 21. Sich freuen und helfen. Wie aus der Anzeige in der heutigen Auflage ersichtlich ist, findet das Fest des Jüdischen Kulturbundes zugunsten der Jüdischen Winterhilfe nunmehr endgültig am Sonnabend, den 22. Januar Mit statt. Den künstlerischen Teil bestreiten Fräulein Susanne l.oew eustein, Berlin, die bekannte Solokraft der Berliner Kulturbund-Oper und Herr Herb« rl Zern ick, Berlin, der beliebte Conferencier. Für den anschließenden Teil des Abends, der sich im Varietesaal des Battenbergs abspielt, »