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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-12-13 · 50 (13.12.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
50 (13.12.1935)
Date
1935-12-13
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seile f) 13. Dezember 1935 Bücherei des Schocken-Verlags. Aron David Bernstein: Mendel Gibbor. Line Novelle (Nr.44). Nach dem Widerhall, den die Neuausgabe der Novelle „Vögele der Maggid" beim Leserpublikum gefunden hat, wird vom Schocken- Verlag nunmehr auch die andere Bernsteinsche Erzählung ans dem L^L^.i clii>.a puscuaciicu jüüiaciicn üemeinde vor nunaen jähren neu herausgebracht. Die Bearbeitung des [°cxtea hat Hans Bach besorgt. Wenn diese Erzählung >nt nunmehr drei Generationen immer wieder empfängliche Leser findet, so ist das nicht so sehr m hervorragenden literarischen Qualitäten des Buches begründet, als darin, daii auch sie wie „Vögele der Maggid" jene alte liebenswerte Weh" erstellen lälit, die wohl eng war, aber noch den seither verlorengegangenen, heute von vielen wieder angestrebten Reichtum innerer i rfülltheit besah, der ihr aus einem selbstverständlich und innig gelebten Judentum kam. Kurt Wilhelm: Wege nach Zinn. Reiseberichte und Briefe aus Erez Jisrael in drei Jahrhunderten. (Nr. 13.) Obschon Palästina im Mittelpunkt des jüdischen Interesses steht, sind die Schicksale seiner jüdischen Siedlung in den langen Jahrhunderten der Diaspora ein unbekanntes Gebiet geblieben. Palastina hat fast ohne Unterbrechung eine jüdische Bevölkerung besessen, und ZU allen Zeiten haben Juden den Weg in das Land gesucht und gefunden, das niemals autgehört bat, ihnen die Heimat der Erinnerung und der Verheißung ZU sein. Seit der I roberung Palästinas durch die Türken (Ij 17> verdichtete sieh der Strom jüdischer Einwanderung, um bis in die Gegenwart nie mehr abzubrechen. Zuerst waren es vorwiegend fromme Einzelne, die den damals noch so schwierigen Weg in< l.aml gingen, später nabm die Einwanderung immer stärker Gruppencharakter an, bis dann im IQ. Jahrhundert die von neuen Gesichtspunkten bestimmte Siedlungsbewegung einsetzte. Die von Kurt Wilhelm gesammelten Berichte gehören der Zeit der Türkenhcnschaft an. Sie beginnen mit dem Brief eines aus Italien eingewanderten Juden aus dein Jahre 1523, in dem über das Auftreten des Pseudomessias Dawid Reubeni berichtet wird, und reichen (mit einem I7b() verfaßten Schreiben Simon van Qelderns, des merkwürdigen (JroBoheims Heinrich Meines) bis in die /weite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die denkwürdige Ali ja der Chassidim und die für das IS. und Jahrhundert typische Einwanderungswelle aschkenasiseber Juden sind ihres Eigencharakters wegen einer besonderen Darstellung vorbehalten und daher hier nicht berücksichtigt worden. W ilhelms bunte Auswahl aus einer Fülle verborgener Reisebeschreibungen, aus Briefen und anderen Dokumenten dreier Jahrhunderte will den schlichten Juden Palästinas in seinem Alltag schildern. Zur Charakteristik mögen einige Sät/e aus der „Vorbemerkung" des Herausgeben hier ihren Platz finden. „Mit unbekümmerter Naivität schildern diese Briefe das Land und seine Sitten und, vor allem, aus liebendem Herzen. Die Juden, die uns hier begegnen, lieben ihr verwüstetes Land, seine Trümmer, seine Luft, Mine Steine und seineu Himmel und ihr eigenes Schicksal in diesem I and mit demütiger Gläubigkeit." Giljonot. Hebräische Unterrichtshefte,, herausgegeben von Nissan und Betty Berggrün. I left 3 . Aggadot aus Talmud und Midrasch, bearbeitet von David Josef Hornstein. Berlin 1935. Verlag Rubin Mali. Die Sammlung hebräischer Unterrichtshefte „Giljonot" erweist sich bei jedem neuerscheinenden Hefte als eine ungemein wertvolle Bereicherung unserer hebräischen Unterrichtsliteratur. Auch dieses neue Heft weist die Vorzüge der früheren auf. In leichtem und doch schönem Hebräisch sind aus dem reichen Schatze des talmudischen Schrifttums Erzählungen als Lesestoff geboten, die zugleich aL Heispiele jüdiseh-sit.lieber Lebensauffassung inhaltlich sehr wertvoll sind. Die beigegebenen Worterklärungen erleichtern die unterrichtliche Verwendung sehr, weil sie insbesondere auch viele phraseologische Ausdrücke enthalten. Neuerschienene Bücher. Das siebenfache Licht. Gestalten und Stoffe des Judentums in der deutschen Dichtung. Ein Lesebuch Zusammengestellt von Emanuel bm Gorion. 392 Seiten üroboktav, Leinen R.W 4.«0. Berlin 1936 (Schocken Verlag). Die Sagen der Juden. Märchen, Legenden, Auslegungen gesammelt von Micha Josef bin (iorion, Neue Ausgabe 788 Seiten Oktav, Dünndruck, Leinen RM 7.50. Berlin 1»3(> (Schoeken-Verlag). Bücherei des Schocken Verlags Ferdinand Gregorovius: Der Ghetto und die Juden in Rom. Mit einem Geleitwort von Leo Baeck, (Bücherei Nr. 46). Elias Bickermann: Die Makkabäer. Line Darstellung ihrer Geschichte von den Anfängen bis /um Untergang des fiasmonlerhauses. (Bücherei Nr. 47). Jüdische Lesehefte des Schocken-Verlags. Das Jüdische Jahr. Betrachtungen, Schiiderunpen und Erzählungen. Ausgewählt und ubersetzt von Gertie und Julius Stern. Heft 8). Jenny Radt. Die Juden in Polen. (Zur Kunde der jüdischen Gegenwart). (Heft 9). Adolf Leschnltzer. Dasjudeutum im Weltbild des .MittelaHers (Das Judentum im Weltbild Europas/1.) iHeft 10). Max Dienemann. Liberales Judentum. (Heft 11). Sorna Morgenstern: Der Sohn des verlorenen Sohnes. Ein jüdis« her Roman. Berlin 1935 (Erich Reiß Verlag.) Land der Jugend. Das Buch der Kinder-Rundschau. Herausgegeben Von Kurt Loew enstein. Berlin 1936. Verlag Jüdische Rundschau. Dr. Mark Wfschnftzeri Die Juden in der Welt. Gegenwart und < \< - schichte des lurienrnma In allen I ändern BerRn [1935]. Erich Rchi Verlag. Rudolf Frank: Ahnen und Enkel. Roman in Erzählungen. Berlin 1936. Jüdische Huchvereiuigung. Frieda Mehlen Feiertags-Märchen. Zeichnungen von Dodo Bürgner. Berlin 1935. (Berthold Lew Verlag.) Der Freitagabend. Gebet und Sinn gedeutet von Joachim Prinz. Berlin [1935] (Brandussehe Verlagsbuchhandlung). Das Buch der Preisungtrn. Verdeutscht von Martin Huber. Sonderausgabe von „Die Schrift", Band XIV. 280 Seiten Oktav, Leinen RM 5 25. (Diese Sonderausgabe erscheint gleichzeitig neben der regulären Ausgabe, die in Pappe RM 4.25, in Leinen RM 0.—. in Pergament RM 10. kostet.) Herlin 1936 (Schocken Verlag). Hermann Fechenbach: Alef Heth. Ein buntes hebräisches Alphabet in Tierbildern und Malvorlagen. 22 vierfarbige und 22 einfarbige Tafeln. Halbleinen R.W 4.—. Herlin 1936 (Schocken Verlag). Selma Stern, |ud Süll Ein Beitrag zur deutschen und zur jüdischen Geschichte. 362 Seiten Großektav, Leinen RM 5.50. Berlin 1936. (Schocken Verlag). Konzerte. Das Gastspiel des Hamburger Schauspiels im Leipziger Kulturbund. Die Stellung des irischen Dichters Bernhard Shaw gegen eine bestimmte (iesellschaftsklasse und seine schneidende Kritik an ihr, die er mit treffendem Witz anzubringen versteht, haben ihm ebenso viel Gegner wie Anhänger gebracht. Auch in der Komödie „Die Häuser des Herrn Sartorius" steckt eine scharfe Kritik und ein ernster Unterton. Hier schildert er den Parvenü Sartorius in einem so lebenswahren Typ, wie man ihm täglich begegnet. Julius Kopier stellte ihn denn auch ganz getreu am die Bünne, abgeklärt im Verhältnis zum spateren Emporkömmling Lickscheese, kalt und berechnend, selbst auf schiefe Wege nicht verzichtend, wenn sich ein höherer Verdienst erzielen läßt. Ein mit allen Wassern gewaschener sogenannter Gentleman oder „seif made man" wie er nicht sein sollt.'. Diese große Leistung Kopiers war die tragende Gestalt des Stuckes, um sie gruppierten sich alle anderen. Der Freund, W illiam de Burgk Kokane, der immer formell ist und auf den guten Ton pocht, bloß dann nicht, wenn's nötig wäre, /. B. bei der Sekretärfreundschaft mit dem fragwürdigen Lickscheese: wurde von Fritz Melchior sehr geschmeidig dargestellt. Glänzend gab Kurt Appel den Agenten Lickscheese, er war in der Rolle des abgedankten'Hausverwalters ebenso überzeugend echt wie später in der neuen Haut im Frack. Karl Hein/ Jaffe als Dr. Harry Trench war ein lieber und romantischer Junge, man konnte und sollte ihm seine plötzliche Ablehnung der in Aussicht stehenden Millionen nicht ernst nehmen, zumal seine hochadlige Verwandtschaft bei diesem Punkte gar nicht wählerisch war. Seine Gegenspielerin Erika Praetorium als Sartorius' Tochter Blanche, charakterisierte sehr deutlich das eigenwillige Parvenutöchterchen, bei dem trotz der teuersten Erziehungsgelder die Herzensbildung eben doch nicht anzuerziehen war. In kleineren Rollen bewährten sich gut L. Juliu berg und IL Waiden. Die Regie unter Hans Buchsbaum war sein i;ol:, es war ein vortreffliches Ensemblespiel, das von bühnensicheren, glänzenden Schauspielern vertreten wurde und dessen baldige Wiederbegegnung im Februar wir mit Freuden begrüßen. tt. Zum Synagogenkonzert am 15. Dezember. Das Programm enthält zwei interessante Werke von Job. Seb. Bach, das d-moll-Konzert für zwei Violinen und Streichorchester (Violine: Mirjam Zunser Dora L e p s k i - S t i ss o n), die h-moll-Suite für Flöte und Streichorchester ■(Flöte: Lola Croner, Berlin). Außerdem von Georg Friedrich Händel Arien und Chöre bus dem Oratorium „Judas Maccabäus" (Solisten: Hely Stark, Else .Markise, Walter Levinson, Sam. Sonnabend); ferner ein Orchestertrio in g-dur von Pergelosi und das g-dur Concerto <?n>-s von Georg Friedrich Händel. In diesem Werk i»t das kurz einleitende I hema des ersten Satzes von dramatischem Charakter. Der zweite Satz Allegro wird von einem frisch markanten Thema beherrscht, das sich in Hießenden Modulationen bewegt. Sehr ernst ist der dritte Adagio-Satz, der hauptsächlich von Solisten (Concertino) durchgeführt wird. Das Allegro im vierten Satz ist eine markante Luge, die sich zu großer Steigerung entwickelt. Der Schlußsatz halt sich in graziösen Tanzforinen. Das Q-dur-Orchestertrio von G. B. Pergolesi erregte zu -ein.': Zeit großes Aufsehen. Mit zartem Motiv beginnt in den ersten Geigen das ModeratO, dem sich ein zweites, energisches Motiv der zweiten Geigen anschließt. Diese beiden Themen gehen in wechselnden Ideen zusammen bis zum ernsten Andantino. I risch und energisch ist der letzte Fugato-Sat/. Das D-inoll-Konzert für zwei Violinen und Streichorchester von Johann Seb. Bach besitzt kraftvolle I hemen und viel Melodienreichtum. Besonders feierlich ii. der /weile Satz Adagio, wo die beiden Soloviolinen sich im Wcchselgesang verbinden *ünd das Orchester mit leisem Pizzicto begleitet. Unmittelbar daran schlicht sich ein markantes Allegro. dessen Themen .slawischen Charakter besitzen. Die H-moll-Suite setzt sich aus sieben verschiedenen Sätzen zusammen. Der erste Satz „Ouvertüre" ist ziemlich ausgedehnt, di er

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