Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 47 (22.11.1935)
- Date
- 1935-11-22
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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22. November 1935 GEMEIN DEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Sportverein Schild Leipzig, Sportplatz Leipzig-Thekla Sonntag, den 24. Nov. 1955 I 13.00 Uhr Handball Sdllld I B.S.G.33 I (Handballmeister) Preise: Erwachsene.......Pfg. 40 I PriiiarUi<l/\nA I )* , v OA * 14.15 Uhr Fußball Schild I B.S.G.331 Snnnahpnrt_ den 23. —s. T-H», 2G ITIir, •««?!!. B( Erwerbslose... . . Pfj. _ . n im oiuüen-raaiuierhaus, Bayerlsdiesli*. 1. | Arthur Lax Edith Lax geb. Bickarl Vermählte Stuttgart, Olgastraße 131 Leipzig, Fregcstr. 2ü Trauung 26. November 1035 in Würzburg Hotel Katzmann Glückwunsch-Ablösung durch Spende an die Jüd. Winterhilfe erbeten. 91. Holtmann n. Frau Frau F. <»iii*b«»r£ Leipzig, Gustav Adolf Straße 39 Berlin beehren sich zu der am Sonntag, den 1. Dezember, 15 >b Uhr, stattfindenden Trauung ihrer Kinder MALI und DAVID in der Ez-Chaim Synagoge, Otto-Senil I-Str. freundlichst einzuladen. Für die uns anläßl. unserer silbernen Hochzeit übermittelten Giückw. und Aufmerksamkeiten sagen wir hierdurch unser. he~zliclisten Dank. Ch. N. Frankel und Frau ötfaW« r<aoBc Ichdem auf IU: seh« ibe" rabc I rt in L flegtl seht r ikeKl /u| or Innig I ischel Ventil mil'e| aufgefaßt wird, erhalt das Problem von selbst ein freundliches Ansehen. Das wenig gute Verhältnis /wischen Mutter und Tochter, über das in den vergangenen Jahren oft Klage geführt wurde, mochte vielfach darin begründet liegen, daß die Mütter den Töchtern zu wenig Vorbild im Hanse waren und in ihnen die Liebe zum Haushalt nicht erwecken konnten oder wollten. Wenn auch nicht jedes junge Mädchen den Haushaltberuf erwählen konnte, so hat doch die Erziehung versäumt, es n e b e n einem Beruf u n b c d i;i g t die Hauswirtschaft erlernen zu lassen. Schon macht sich jet/t eine andere Umstellung bemerkbar, da man bereits erkennt, daß jedes Mädchen besser in der Welt weiterkommen kann auf Grund einer Hauswirt* schaftlichen Ausbildung. Die Gründe für die Unbeliebtheit dieses Berufs sind in der geforderten ständigen Arbeitsbereitschaft und der knappen Freizeit ZU suchen. Jet/t, nachdem S 9 stündige Arbeitszeit vorgesehen sein soll und die Abende frei sein werden, ist ein großer Anreiz zur Haushaltarbeit gegeben. Dazu aber ist erforderlich, daß die jüdische Hausfrau sich ganz umstellt. Die gnädige I rau muß verschwinden, die jüdische Frau darf nur noch eine Arbeitskameradin in ihrer Angesteilten scheu. Das in der Bibel geschilderte patriarchalische Verhältnis /wischen Herr und Dienstboten muß wieder in unsere Häuser einkehren. Der neue Typus ist: die Tageshilfe. An die jungen Frauen ergeht der Appell: Versorgt euren Haushalt möglichst allein, denn zuerst müssen alte und kinderreiche Haushalte mit Hilfen versehen werden. Die neue Hilfskraft kommt z. T. aus den Kreisen der Jugendlichen, oft als Übergang EU einem anderen Beruf, z. T. umgeschichtet aus anderen Berufen. Eine Regelung von Gehalt und Arbeitszeit erfolgt von zuständigen Stellen. Die Hausfrauen müssen Verständnis dafür gewinnen, was peziell die Hächscharah-Mädchen an Freizeit benötigen, was der Bund der Hechaluz von ihnen verlangt: in sprach- und handwerklichen Kursen und vor allem im Zusammensein mit der zukünftigen Lebensgemeinschaft muß das junge Mädchen sich auf Erez Vorbereiten. Und im Hinblick auf dieses Ziel des Wirkens in Palätina muß die Ausbildung im Haushalt eine gründliche sein, muß die :au den Willen haben, das junge Mädchen ZU einem Tüchtigen Mensch e n zu erziehen und so indirekt am Aufbau des Landes mithelfen. Mit dem Hechaluz sind auch die anderen Jugendbünde Ich darin einig: jedes junge Mädchen muß ein halbes Jahr Familienhaushalt durchmachen. Ebenso fordern es jetzt die jüdischen Kinders'.irtnerinnenseminare, die Haushaltschuicn. Der Hausfrau, die selbst noch lernen muß, stehen viele Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie darf nicht zu der Einstellung kommen: außer meinem Haushalt geht mich nichts anderes mehr an. Wie viele müssen daneben einen Beruf ausfüllen, soziale Arbeit leisten. Besonders schwierig liegen die Dinge in den Klein- und Kleinstgemeinden. Es sollte daher für die jungen Mädchen obligatorisch sein, eine Zeitlang da zu Zu der am 30. 11. 1935 in der Gemeindesynagoge stattfindenden Barmizwah unseres Sohnes Harry laden wir nur hierdurch ein. A. Amdurshy und Frau Empfang nur Sonnabend von 12—2 Uhr, Pöiitztraße 6 Leipzig 4.HSTI WKISS OS Ii Alt I I IltSI I l> Verlobte November 1935 Für die uns beim Heimgang unseres lieben Herrn Hugo Nordheimer in so reichem Maße erwiesene Teilnahme bitten wir nur auf diesem Wege unseren innigsten Dank entgegenzunehmen. Die trauernden Hinterbliebenen Meine geliebte Frau, unsere herzensgute Mutter KOSH JaCOby geb. Wittner ist heute nachmittag nach langer schwerer Krankheit sanft entschlafen OHcar Jacoby AmiH-liiM<> .lacoby Arnulf .lacoby im Namen der Hinterbliebenen Leipzig N 26, Wendenstr. 2, Bukarest, Berlin d. 20. November 1935 Beerdigung Sonntag Nachmittag 12.15 Uhr auf dem alten Friedhof Palestine & Orient Lloyd Vertretung Leipzig; Zeitschriftenverlag Elsa Goldfreund Hainstraße 16 I. Et. Zimmer 304 Telefon 167 22 Günstige Schiffsverbindungen nach Palästina Visabesorgung — Hotel Gutscheine arbeiten. Wie von der Frau Verständnis für die berechtigten Forderungen der jungen Menschen verlangt wird, so muh auch diesen jungen Menschen gesagt werden, dali sie nicht nur nehmen dürfen, was ihnen an Ausbildung geboten wird, daß Bit auch verpflichtet sind, ihrerseits Verständnis für die Sorgen der Frauen aufzubringen, /u lernen, was es heillt, an verantwortungsreicher Stelle Hausfrau und Mutter zu sein. Einordnen und unterordnen: Kraft und Glauben an die Werte des Lebens bekommen sie dadurch. Die grollen Frauen unserer jüdischen < ieschichte mögen unseren Frauen den Weg weisen, aufrecht zu bleiben, den Männern Stütze zu sein, das Schicksal zu bezwingen. Dann ist es wahrhaft die grolle Stunde der jüdischen Frau. jüdischer Kulturbund Montag, den 25. November 1935 in den Schiorikeller-üälen, Dresdner Str. 56 Pünktlich 20 15 Uhr, Oarderobenschluß 20 Uhr Rauchen streng verboten! Gastspiel des Theafers des ReidisRulturbundest 7wei Einakter von Offenbach: Die Hanni weint — der Hansi lacht und Ein Ehemann vor der Tür Voranzeige: 5. Dezember 1935: Oastspiel des Hamburger Kulturbundtheaters: ..Die Häuser des Herrn Sartsrlus" von Shaw 15 r>ezeiiiber 1935. Veranstaltung des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde: Collegium musicum, Psalterion-Chor, Leitung Barnet L'cht. Für M'tgliedcr des Kulturbundes Leipzig freier Eintritt. In Vorbereitung : Oastspiel des Berliner Kulturbund-Orchesters unter Leitung von Generalmusikdirektor Rosenstock.