Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 46 (15.11.1935)
- Date
- 1935-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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15. November 1935 GEMEINDEBLATT DEP ISRAELITISCHEN RELIGiONSGEMEiNlJt ZU LEIPZIG Seite 3 SIEGMUND LEHRFREUND LOTTI LEHRFREUND geb. Wagne- I At*.-7tn --_ 3 \ / r\rmÄUIl/i * i iiiumi n- KiAlAHlKAr <rtOC I1WICI1IUCI I 3<J~> LEON SIGALL HERTA SIGALL geb. Dubiner Vermählte Leipzig N22, Fritzschestr. 7, 12 November 1935, 16. Cheschwan 5696 Erich Olesinski — Regina Olesinski geb. Silberstein Vermählre Leipzig. Walter Blümelstraße 21 17. November 1935, Dresden ■ 1 Statt Karten Toni Engelmann Carl Lennhoff Verlobte Breslau im November 1935 Leipzig Eef ttosschnlk II ans Heinz Kalmann Verlobte Amsterdam 16 November 1935 Paramaribostraße 98 Redia Hepner )ahob Abeles Verlobte Leipzig, König-Johann-Straße 30 — Leipzig, Auenstraße 13 Für die uns anläßlich der Barmizwah unseres Sohnes Samuel übermittelten Glückwünsche und Aufmerksamkeiten sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Ablsdi Frankel und Frau. 1 I ht b- .•n rn em en en;rue biw. |;cn Uli dal ermd 111*1 uni die in so großer Zahl erschienenen Zuhorermenge mit außerordentlichem Interesse als einer /u einem echten Gespräch sich weitenden Diskussion verfolgt wurde. Elly Ludwig-Berlin. Jüdische Zeitschau. Selbsthilfegruppen der jüdischen Blinden in Deutschland. Die jüdischen Blinden in Deutschland haben sich unter dem Namen: ..Selbsthilfegruppe der jüdischen Blinden in Deutschland" im Einvernehmen mit der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland zusammengeschlossen. Diese Organisation hat sich als notwendig erwiesen, Uni all denjenigen Bünden in wirtschaftlicher und kuitureiier Beziehung helfen zu können, die durch Einführung des Arierparagraphen den übrigen Selbsthilfeorganisationen nicht länger angehören können. Die jüdische Blindengruppe will alle jüdischen Blinden zu gemeinsamer Arbeit vereinigen, ihren blinden Mitgliedern die Möglichkeit schaffen, jüdische Erholungsheime aufzusuchen, in denen sie in Körperlicher und seelischer Ruhe neue Kräfte für ihren schweren Lebenskampf sammeln können; sie will gute Bücher aus jüdischem Geist und Leben durch Übertragung in Blindenschrift ihren Mitgliedern zugänglich machen und für geistige Anregung und Fortbildung sorgen, sie will produktive Arbeitsfürsorge treiben und in Fällen wirtschaftlicher Not durch Unterstützungen helfen. Zur Erfüllung aller dieser Aufgaben braucht die jüdische Blindengruppe die tatkräftige Mitarbeit hilfsbereiter Bli ndenfreunde. Sie richtet daher an alle Menschenfreunde die herzliche Bitte, ihr Werk nnch besten Kräften zu unterstützen und ihr alle ihrer Gruppe noch nicht angeschlossenen Künden ah ordentliche Mitglieder zuzuführen. Darüber hinaus bittet sie einen Jeden, der ein Interesse an ihren Bestrebungen hat, sich ihr als förderndes Mitglied anzuschließen. (Geschäftsstelle: Berlin-Charlottenb'!rg4. Dahlmannstr. 5). Der Jahresbeitrag beträgt mindestens 3.— RM Dreihundert Jahre Aschkenasischc Gemeinde in Amsterdam. Die ■•Hochdeutsche Gemeinde" in Amsterdam feierte am 14. November Ihr 300jähriges Bestehen durch einen Festakt und einen besonderen Gottesdienst. Die 300 Jahre Geschichte der „Hochdeutschen (ic- Deinde" in Amsterdam spiegeln das Bild des Wachsens eines jüdi seilen Gemeinwesens wider. Schon im Jahre lbl5 waren vereinzelte Flüchtlinge aus Frankfurt a. M. und Worms nach Amsterdam gelaugt. In brüderlicher Eintracht mit der älteren portugiesischen (Je- Bteuide entwickelten sie ihre Institutionen. Es kamen dann später polnische Flüchtlinge und Litauer hinzu, den größten Teil der asehke- Nach kurzer, mit Geduld ertragener Krankheit entschlief unerwartet am 12. No\ einher an Herzschwäche mein geh>W*r Mann und twwwwMtdcr Vatüi Hugo Nordheimer Leipzig, den 15. 11. 1935. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Erna Nordheimer geb. Schwarz und Tochter Margot. 1 Am 11. November 1935 entschlief nach kurzem Krankenlager mein innigstgeliebter Mann, unser bester Vater Herr Josef Hirstein im Alter von 76 Jahren. In tiefer Trauer Iran Marianne Hirstein geb. Heinemann nebst Kindern u. Angehörigen Ilmenau Thür, und Leipzig S3, Kantstr. 17. O Biumen? — Nur vou Lange ■(>. Taudiaer Str. 16 — Telefon 287 S9 — Lieferung Ina Hans nasischen Gemeinde bildeten aber die Juden aus Deutschland. Ihr erster Oberrahbiner war Rabbi Mose Weil; unter den folgenden ragt hervor Rabbi Abraham ben Josua aus Worms. Im Jahre 1071 wurde die große Synagoge durch den holländischen Baumeister Daniel Stalpaerlt geschaffen. Berühmt waren die später entstandenen hebräischen Druckereien von Amsterdam, die so bedeutend waren, daß 1685 der Magistrat der Stadt Breslau einer geplanten hebräischen Druckerei in der Nähe von Breslau die Konzession zum Betriebe im Hinblick auf die großen Amsterdamer jüdischen Druckereien nicht gehen wollte. Bis nach Dan/ig und Memel, bis nach Polen und Litauen gingen die Erzeugnisse dieser jüdischen handwerklichen Kunst. Jet/t nennt sich die Hochdeutsche Gemeinde „Niederländische Israelitische Gemeinde". Sie hat Persönlichkeiten von der Bedeutung Dr. Josef Hirsch Dünners, der zugleich Rektor des holländischen Rabbinerseminars war, und Oberrabbiner Wagennaar an ihrer Spitze gehabt. Die Reihe ihrer ganz großen Kantoren schloß 1906 Isaac neymann, der aus Gnesen stammt. Im Laufe der Entwicklung ist die Gemeinde viel stärker geworden als die ursprüngliche sephardische Gemeinde. Schon 1609 zählte sie 230 männliche Vollmitglieder sowie eine Anzahl nicht vollberechtigter, mit Familien also über tausend Menschen. Vergleichsweise sei festgestellt, daß K>51 die portugiesische Gemeinde 400 portugiesische, ursprünglich Marannenfami- Den, zählte. Außer der erwähnten großen Synagoge hat die Gemeinde in schönem Renaissancestil die auch schon 215 Jahre alte Neue Synagoge sowie eine Reihe anderer neuer Gotteshäuser errichtet. Im Anschluß an die Jubelfeier der Gemeinde wird im Historischen Museum ZU Amsterdam eine Ausstellung gezeigt, die an Hand von Dokumenten, Werken und Gegenständen die Entwicklung der Gemeinde in den 300 Jahren ihres Bestehens verdeutlichen soll. Als Vertreter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wurde das Mitglied Ihres Vorstandes Rechtsanwalt Dr. Klee zur Jubelfeier delegiert. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Eröffnungsfeier des Lehrhauses. Sämtliche Dozenten und Hörer des Lehrhauses werden hierdurch nochmals zu der Eröffnungsfeier eingeladen, die am Sonntag, dem 17. Nov. 1935, nachmittags 5 Uhr, in der Gemeindesynagoge, Gottschedstraße, stattfinden wird. Bei dieser Feier wird Herr Rabbiner Dr. L e in I e, I rankfurt a. M., über „Die seelische Situation in der Zeit der jüdi- Indischer Kulturbund Nur f. Mitgl.! Lichtbildkarten nicht vergessen! I Dienstag, den 19. November 1935 in der Synagoge, Gottschedstr. pktl. 20.15 Uhr Garderoben-Schluß 20 Uhr Der 14jährige Geigenkünstler Ossy Renardy. Voranzeige: Montag, den 25. November 1935: Zweite (kostenlose) November-Veranstaltung. Gastspiel des Berliner Kulturbundtheaters: Zwei Einakter von Offenbadi. Donnerstag, den 5. Dezember 1935: Gastspiel des Hamburger Kulturhundtheaters: „Bis "■äusrr des Herrn Sartortus" von Bernh. Shaw. Ferner als zweite (kostenlose) Derember-Veranstaltung. Oastspiel des Berliner Kulturbund- Orchester unter Leitung von General-Mus.-Dir. Rosenstock.