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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-11-01 · 44 (1.11.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
44 (1.11.1935)
Date
1935-11-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Sei*- 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGiGNSG Cm LINDL ZU LLiFZiG i. November Hirlioohat* r-rnnnMH»«t^n * •-♦•<-> Aft^7fflT I j iiviiüwi twl i I AUWllwUliU V_y i * vi j, | / j >*_« Sonnabend, den 9. November 2030 Uhr im Felix Goldmannheim — Elsterstraße 7 Vortrag: Cilly Neu haus Frankfurt a. M., Klettenbergstraße 6 Die große Stunde der jüdischen Frau! Fritz Rosenthal (Ben-Churin), Das Mal der Sendung. Der Lieder des ewigen Brunnens neue Folge. i()35. Verlag Ii. Heller, Muri eheu 25. Seelische Aufgewühltheit schafft aufnahmebereite Stimmung für lyrische Dichtung. So werden die Verse Ben-Choi ins, vor allem soweit sie der Gegenwartsstinimung Ausdruck verleihen, Widerhall finden. Die Unischlaglieder /.eigen das jüdische Antlitz, leiderfüllt, gottergehen, das „Mal der Sendung" tragend. Unter diesem Grundgedanken stehen auch die Dichtungen Hen-( Ihorius. Am stärksten kommt dieser Gedanke im ersten Gedicht „Mein Lied" /um Ausdruck: „Mein Lied ist anders, als eures, Das aus lichteren Fäden gewebt: Mein Lied ist ein ungeheures Ringen um mein teures Volk, das am Abgrund steht", Die anderen Gedichte ranken sich im wesentlichen um biblische Gestalten und das jüdische Festjahr, oder sie dienen der Erinnerung an bedeutende jüdische Persönlichkeiten. In diese Gruppe lälit sich auch der Zyklus „Der Rabbi von Na/arcth" einreihen, der mit einem Vorwort an Max Brod eingeleitet wird. Trotz dieses Vorworts, das die Anschauung mancher jüdischen Kreise vertritt, wäre es vielleicht angebrachter gewesen, wenn dieser Zyklus gefehlt hätte. Neuerschienene Bücher: Martin Sternschein, Jüdische Rhapsodie. Verse der Zeit. Hamburg 1935. Verlag Hamburger Rundschau. Schocken-Bücherci Nr. 42: Gespräche der Weisen. Aus talnutdisch-midraschischen Texten mitgeteilt von Nahtim Norbert Glatzer. Nr. 41: Ludwig Strauß: Land Israel. Gedichte. Nr. 43: Martin Huber: Die D e u t u n g d e s Ch aSSid i8111U8. Sippur paschut. (Eine einfache Er/ählung.) Roman. 289 Seiten. Bd. 5 der Gesamtausgabe der erzählenden Schriften Agnons, in Ballonleinen Mk. 4,50, Volksausgabe (Leinenband) Mk. 3,25 (Schocken- Verlag). Sport vom Sonntag (von unserem ständigen Berichterstatter Deka). Wenn die Freiluftsportler ihr Winterquartier beziehen, beginnen die Schachspieler ihre' Arbeit. Während der „Schild" dabei ist, ebenfalls eine Schachgruppe ins Leben /u rufen, ist die Schach abteilung des „Bar Kochba" bestrebt, ihrer nunmehr zweijährigen Tätigkeit für den jüdischen Sehachsport in Deutschland einen eisten Höhepunkt zu verschaffen. Für die Weihnacht! w o C h e hat sie die besten jüdischen Schachspieler zu einem Turnier geladen, das einerseits den längst qualifizierten Meistern Gelegenheit geben soll, nach langer Pause wieder einmal erstklassige Partner zu bekommen, andererseits dem schachliehen Nachwuchs wertvolle Anregungen ZU geben. Bei dem gleichzeitig stattfindenden 1. jüdischen Schacnkongrefi treffen sieh die Verantwortlichen aller Bezirke zu Besprechungen und engerer Fühlungnahme. Bemerkenswert ist dabei, daß diese Bemühungen gleicherweise „Makkahi" und ,,Rjl ."-Schachgruppen, sowie die zahlreichen neutralen Vereine erfassen. Neben dem Meisterturnier, an dem ehemalige Meister aller Gaue teilnehmen, geht ein Hauptturnier vor sich, das „offen für alle" ist und in erster Linie für Schachliebhaber bestimmt ist, die noch nicht ganz Meisterstärke besitzen. In den Räumen des „Österr. Vaterlaudsheiiues" veranstaltet die Schachabteilung des „Bat Kochba" in diesen Wochen zum dritten Male die jüdische Sehachmeisterschaft von Leipzig. Fast 10 Spieler jeder Stärke messen in diesem auf vier Monate berechneten Turnier ihre Kräfte. Jeden Dienstag wird eine Runde gespielt, und nach der 7. Vorrunde werden sich die Teilnehmer der Änderung von Fernsprechanschlüssen. Vom 1. November ds. Js. an sind die Dienststellen in unserer Gemeinde unter folgenden Rufnummern zu erreichen: Allgemeine Verwaltung..... 23602 (wie bisher) Wohlfahrtsamt . <wi> hUhprl Sozku&oii..........12938 vwic bisher) Gemeindesynagoge (Inspektor Brande) 23602 ab 19 Uhr 17034 Oberkantor Lampel benutzt . . . .12938 Bestattungsgehilfe Pietrkowski benutzt nach Dienstschluß . . . .17034 Gemeindeverwaltung nach Dienstschluß: Anmeldung von Sterbefällen . . .17034 53889 für sonstige dringliche Fälle 21382 22521 Leipzig, den 22. Oktober 1935. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig einzelnen Stärkegruppen herausgeschält haben. Am Eröffnungs abend gab Josef Mundsztuk eine Simultanvorstellung gegen 15 Gegner, bei der er nicht weniger als 13 Partien gewann, ein. hielt er remis (gegen Ciustav Eisenberg) und verlor nur eine (gegen G. Sehgmann). * Man hatte sieh doch so sehr auf den vergangenen Sonntag ge freut, denn nach fünfwöchentlicher Ruhepause wollten die beiden Sportvereine mit vollen Segeln in die neue Saison hinüberrutschen. aber zu Fuß- und Handballspielen fehlte den Plätzen leider die nötige „(irundlage", so daß fast das ganze Spielprogramm abgesagt werden mußte. Nui die II. Handballmannschaft des „Schild" wagte sich hier auf die „Rutschbahn", dabei zeigte sie sich ihrem Besuch, der I. Elf aus Jena, als würdiger Gastgeber und verlor 4:5. Die Fußballfanatiker dieses Vereins zogen mit zwei Mannschaften gm Meiningen, außer den zwei Siegen, einer herrlichen, unvergeßlichen Hinfahrt durch den schneebedeckten Thüringer Wald, mußten aurh sie recht „feuchte' Erinnerungen mit nach Hause nehmen. Die I. Fit gewann glatt 8:2, bis zur Halbzeit sah es weniger rosig aus, aber erst in der zweiten Hälfte fand sie sich mit dem kleinen Platze und dem ..schwankenden'' Boden zurecht und lieferte das von hier und von den Meiningem erhoffte und erwartete technisch gute Spiet Die Alten Herren konnten mit einem für sie seltenen 2:l-Erfolg und einem absichtlich verschossenen Elfer die Heimreise antreten, wobei ihr rechter Läufer besonders in die Augen und auch oft mit den anderen auf den Boden fiel. — „Bar Kochba" mußte seine sportlich« Betätigung ebenso nach auswärts verlegen, und für die Teilnehmer dieser Hallensport-Expedition nach Frankfurt war es sicher das wertvollste Erlebnis des sonntäglichen Sports. Vor einigen Tausend Zu schauern und der Teilnahme bedeutender in- und auslandischer Aktiver gab „Bar Koehba"-Frankfurt ein gewaltiges Bild von der vielseitigen sportliehen Betätigung des Bundes. Angefangen mit der Leichtathletik bis zum Jiu-Jitsu wickelte sich bis in die späten Abendstunden ein gewaltiges Programm ab, an dem auch eine starke Vertretung der Hiesigen mitbeteiligt war. Bubi Braun wurde in seiner Klasse vierter im 50 m-Läuf, ebenso belegte S t e r n h e i m dieselbe Position im Hochsprung mit 1,65 m, Blank, Hannover, schaffte hierbei einen neuen Makkabi-Weltrekord mit 1,85 in. Leipzigs Handballer konnten im Blitzturnier bis zur Zwischenrunde vordringen, dort ereilte sie das Geschick, da sie dein späteren Endsieger „Bar Kochba"-Berlin gegenübertreten mußten. * Endspiel im Handball um den Pokal des Deutschen Makkabikrcises. Am Sonntag, den 3.11.35 findet das große sportliche Ereignis des Jahres im Handball statt. Es treffen sich Mitteldeutschland gegen Süd Westdeutschland, die um den Pokal des Deutschen Makk;iliikreises spielen. Beim Hallensportfest in Frankfurt konnte man feststellen, daß die südwestdeutsche Mannschaft, die sieh /um größtefl Teil aus Frankfurter Spielern zusammensetzt, sehr, sehr spielstark sein wird, so daß sieh die Mitteldeutschen sehr anstrengen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Redaktionelle Notiz. Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß das in Nr. 43 d Gemeindeblattes veröffentlichte Bild des Herrn Samuel Hodes vO der Firma Polvfoto (Inh.: Ernst Silbermann, Leipzig C1, Hail straße 23) aufgenommen worden ist. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemcinde zu Leipzig- Schriftleitung : Oemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig C 1, Walter-Blümel-Str. 10, HI- Anzeigen: Verlag Elsa Goldfreund, Leipzig O 5, Cichoriusstraße? a. Anzeigenleiter: Emst Ooldfreund, Cichoriusstraüe 2 a. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern iinrl bestimmten P!h,) wird keine Oewähr übernommen. D. A. III. 35. 3 Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig Cl, Brüderftr. 19. lJr. L. Nr 5. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung.

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