Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 53 (30.12.1937)
- Date
- 1937-12-30
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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\v J Seite 2__J0D1SCHFS OFMFINDEBLATT LEIPZIG 30. Dezember 1937 / Nr. 53 Amtliche Bekanntmachungen Schließungszeiten für den neuen Friedhof. Unser Friedhof an der Delitzscher Landstraße wird im Monat Januar für den. öffentlichen Verkehr von Sonntag bis einschließlich %^________ i.._____ .^ f ■ ___.f___ - i/uitiiM.mi^ Ulli 11» W/Hl Ullvi Ulli 7. januar um 15.30 Uhr; 14. Januar um 15.45 Uhr; 21. und 28. Januar um 16 Uhr geschlossen. Wir bitten um genaue Einhaltung dieser Zeiten. Leipzig, den 27. Dezember 1937 Der Vorstand der israelitischen ReligioflSgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 7.1.1938, Abendgebet 10.30 Uhr. Sonnabend, 8. I. 38, Morgengottesdienst 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16.40 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 17.11 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Straße. Freitag, 7. I. 38, Abendgebet 16.25 Uhr, anschließend Bibelerklärung von Herrn Rabbiner Dr. Ochs. Sonnabend, 8. 1. 38, Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 16 Uhr, anschließend Schulchan-Aruch-Lrklärung von Herrn Rabbiner Dr. Ochs, Ausgang 17,11 Uhr. Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 16.45 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 7. 1. 38, abends 16.25 Uhr, anschließend Bibelerklärung von Herrn Dr. Lipschütz. Sonnabend früh 8.30 Uhr, Mincha 16 Uhr, anschließend Mischnajit, Ausgang 17,11 Uhr. Wochentags früh 7.15 Uhr, anschließend Mischnajit, abends 16.25 Uhr. anschließend Chaje Odom. Synagoge „Ohel Jakob", Pf äff eudorfer Str. 4. Freitag, 7. 1. 38, Abendg. 16.30 Uhr, anseht. Lehrvortrag von 1 lerrn Rabb. Rogosnitzki. Sabbat, 8. 1. 38, Morgeng. 8.30 Uhr, Minchag. 16 Uhr, Abendg. 17.13 Uhr. — Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abende. 16.30 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 4. Dezember 1937 Sender Leib Silberberg und Frau Mascha Brandla geb. Gewürzmann, Eberhardstraße 11 IV, eine Tochter „Ruth Sonja". 9. Dezember 1937 Wilhelm Selig und Frau Johanna Elvira geb. Dörfler, Promenadenstraße 331, eine Tochter „Debora Jutta". B a r m i z w a : Sonnabend, 8. Januar 1938, Rolf Hermann Dresner, Sohn des Herrn Elias Dresner und Frau üretel geb. Dr. Cohn, Prendelstraße 10, in der üemeindesynagogc. Sonnabend, 8. Januar 193S, Simon Fettermann, Sohn des Herrn Jakob Fettermann und seiner I ran Paula geb. Krzepicki, Nordstraße2Q, in der Talmud-Thora-Synagoge, Keüstraße. Sonnabend, 8. Januar 1938, Mendel Tiutpulver. Sohn des Herrn Surael Imtpulver und Frau Sabine geb. Werner, Hainstraße 7, in der Ohel-Jakob-Synagoge, Pfaffendorfer Straße 4. Sonnabend, 8. Januar 1938, Israel Tcitelbaum, Sohn des Herrn Nathan Teitelbaum und Frau Lea geb. Friedmann, Blücherstraße 13, in der Bochnia-Svnagogc, Gcrbcrstr. 48—50. Trauung: Sonntag, 9. Januar, 4 Uhr nachm., Fräulein Helene Kaifuß, Nordstriße 66, mit Herrn Josef Ojzer, Dresden, in Leipzig in der Talmud-Thora-Synagoge, Keilstraße 4. Konzert und Theater Jüdischer Kulturbund. Konzert des Colleglum musicum. Im letzten Konzert des Collegium musicum gab es eine Uraufführung: Barnet Licht: Variationen und Fuge über „Moaus zur". Die Variationen sind im strengen Stil geschrieben, nur die letzte, die zur l uge überleitet, ist frei in der Erfindung. Harmonisch, melodisch und rhythmisch wird das Thema variiert, so erscheint es in Kanonform (2.), in der Umkehrung (5.), verkürzt und fugiert (7.), in Moll (().); die dritte, uns als die gelungenste erscheinende Variation bringt es als pikant betontes Menuett. Das Thema ist für Variationen sehr geeignet. Besonders die vier ersten Noten, die eine fallende und eine steigende Quart bilden, sind anregend; sie geben auch das Material, aus dem sich die Fuge aufbaut, und in der 4. Variation erscheinen sie Im Marsch als leibhaftiges Zitat aus Tschaikowskys Pathetischer Symphonie. Etwas mehr au Mannigfaltigkeit wäre vorteilhaft; so vermißten wir eine Variation in ■'■ s, einem Takt, der sehr ergiebig an musikalischen Reizen ist, und auch die Harmonisierung des Themas könnte etwas beweglicher sein. Doch dies sind unwesentliche Ausstellungen der saubere Satz und die heitere Oesamthaitung verhalfen dem Werk zu einer betont herzlichen Aufnahme. Weiter vermittelte das Konzert die Bekanntschaft des jungen Pianisten Erich Landerer, der in der H-moll-Sonate von Chopin, einigen Stücken von Liszt und in einer prachtvollen Zugabe von de l'alla eine stupende Technik aufzeigte. Seiner musikalischen Gestaltung können wir nicht in allem zustimmen, doch läßt sich nach diesen wenigen Proben kein abschließendes Urteil sagen. Dr. R. Das Fest der jüdischen Schulen. Will man einen passenden Ausdruck für die biologischen Wirkungen des Schulfestes finden, so muß man in der an prägnanten Metaphern so reichen jiddischen Sprache danach suchen. Dort sagt man zu der Erscheinung, daß man vor lauter Vergnügen gleichsam in die Breite geht: „kwellen fun Naches", was ein sehr schönes Tätigkeitswort ist und mit „haben" konstruiert wird. Nun, beim Schulfest hat alles „gekwollen". Am meisten natürlich die Mitwirkenden von klein bis groß, von den Kindern wiederum „kwollen" die Eltern und Verwandten, und Schulleiter und Lehrerschaft „kwollen" von beiden. Wieder wurc:- auf allen Gebieten schönes Können gezeigt: es wurde geturnt und getanzt, deklamiert und gesungen, allen nur denkbaren Instrumenten wurden Töne und Rhvthmen entlockt, man snielte und »gierte in prachtvollem Iwrith und gehobenem Deutsch, in einer Hofhaltung, wie sie fürstlicher nicht zu denken ist, deutete ein kleiner Joseph Pharaos kuhreichen Traum sehr sinnfällig, und es tat dem Realismus der Szene keinen Abbruch, daß von den 14 Kühen des biblischen Berichts auf Grund einer internen Notverordnung ein erheblicher Teil gestriehen Werden mußte — um genau zu sein: 42,80 o/o. Angesichts eines solchen elan vital, der das volle Haus in summende Vibration versetzte, verstummten alle kritischen Stimmen, und auch der Schreiber dieser Zeilen, der zu manchem etwas Wohlgemeintes hätte sagen mögen, käme sich klein und häßlich vor, wollte er einen Bericht über so viel Lebensfreude mit kritischen Marginalien versehen. Zwei Abende vor ausverkauften Häusern — welcher Intendant pfiffe da nicht auf die Kritik? Dr. R. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka) Die größte Überraschung bei den „Schild"spielen gegen J.S.G.¬ Berlin und J.T.S.C.-Fürth war entschieden die äußerst knappe 3:4- Niederlage der I. Handballer durch die Reichsmeisterelf, und bei etwas (ilück und besserer Form einiger weniger Spieler hätte es zum Siege gereicht. Das Spiel hatte kaum begonnen, da lagen die Hiesigen schon mit 2:0 in Führung, und J.S.G., bei der sich die neuen jungen Leute überraschend gut in das wirbelnde Zusammcnspiel eingefügt haben, mußte um den Ausgleich ringen. Aber noch vor der Pause kam Schild durch energischen Einsatz H. Bluths abermals zum Führungstor, und zwei Würfe von S. Kaifuß trafen leider nur die Latte. Nach Wiederbeginn wurde der Kampf noch lebhafter, J.S.ü. sah die so greifbare erste Niederlage durch Leipzig vor Augen, der Ausgleich gelang ihr aber wiederum, und fast in allerletzter Minute fiel der Siegestreffer. An Eifer und Einsatz ließ es keiner der Hiesigen fehlen, die mit diesem Spiele wiederum den Beweis ihres Formanstiegs erbracht haben. Vorher trafen sich die beiderseitige 1. Handballjugend und 1. Mädels, beide Spiele gingen klar an die Berliner, die Mädels verloren 6:0 und die Jugend 5:0; bei etwas ruhigerer Spielweise hätte doch manches Gegentor fallen können, andrerseits zeigte sich hierbei so recht der Mangel an Spielerfahrung durch die so seltene Spielmöglichkeit. Von den Fußballern war man eigentlich etwas enttäuscht, von ihnen erwartete man doch einen glatten Sieg gegen J. T. S. C.-Fürth, zumal sie doch noch eine kleine Gegenrechnung an den Hast hatten, aber der im Laufe des Nachmittags zu hart gefrorene und elatt gewordene Boden hatte seine Tücken und bereitete den Spielern doch zu viel Schwierigkeiten so daß man sich schließlich friedlich 2:2 trennte. Auch hier lagen die Hiesiger, durch Tore Ehrlichs mit 2:0 in Führung, man glaubte nun in der Verteidigung etwas leichtsinniger handeln zu können, und schon war's geschehen. Das 2:1 brachte ein vermeidbarer Strafstoß und beim zweiten Gegentreffer war der Verteidiger, der bis dahin mit Hutterer energisch und erfolgreich dazwischenfuhr, so liebenswürdig, den Ball ms eigene Toi zu lenken. Wenn die Mannschaft neben ihrer Technik die Forsche Fürths aufgebracht hätte, wäre der Sieg nie fraglos gewesen._ Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Rclifflonsgfmcüldc zu Leipzig. Redaktion: Oemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig C I. Walter-BIUmel-Str 10, III. Anzeigen: Verlag Eis? Ooldfreund Leipzig C I, Reichsstraße 30'32, Fernsprecher 16722. Anzcigenleiter: Ernst Ooldfreund, Cichoriusstraße 2a Fernsprecher 60771 Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen, telefonisch und nach Anzeigenschluß aufgegebene Anzeigen wird keine Gewähr Ubernommi-n. Druck: lord.m & Or.i..iberg, Leipzig, Briiderstr. 19 D, A. III. Vj 37: 3212. Pr L. Nr 7. Vereinsnachrichten Jüdischer Sportverein Bar Kochba Leipzig e.V. Büro: Brühl 45. Am 16. Januar findet ab vormittags 10 Uhr ein Jug e n d - T is c hten n is-T urn i er in Folgenden Konkurj^^F renzen statt: Knaben-Einzel A und IS, Knaben-Doppel, ^^■alJk Mädchen-Einzel A und IS. Gem. Doppel. Meldungen sind bis zum 10 Januar in der Geschäftsstelle zuzügl. des Ncnngeldcs (pro Person und Konkurrenz .10) abzugeben. Unser Geschäft befindet sich /eftf Markt 9 Ecke Barfußgäßchen feidenhaus Jacoby