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Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-12-10 · 50 (10.12.1937) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
50 (10.12.1937)
Date
1937-12-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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10. Dezember 1937 / Nr. 50 JODISCHES GFME1NDEBLATT LEIPZIG Seite 5 Talast Cafe BarfiiMMgHNi» 15 Fernsprecher': 194 HS Der wegen Hrkrankiing eines Künstlers saifefsllene 15. Dezember 1937 "Kabarett-Ubald findet bestimmt am Mittwoch, den abends ab 8.30 Ihr statt hintritt RH. ©.70 (einschliesslich Steuer) 1 nur noch Julius Koblers herrlich-unsympathischer Schadehen, eine virtuose Charakterstudie voll von minutiösen Feinheiten in Spiel, Maske und Stimme. Die übrigen Rollen sind schon vom Dichter nicht besonders kräftig umrissen und wirkten hier erst recht schemenhaft. Sehr hübsch ist der Einfall, den Prospekt des jeweiligen Schauplatzes auf drehbare Bilderbuchdeckel zu malen — eine „extraordinäre Kombinazje"! Dagegen bleibt unergründlich, was eigentlich die „Bühnenmusik'' bedeuten sollte; dieses alberne stillose Getön ist nur störend, also völlig überflüssig. - Arne ha — dein Volk: wie das goldene jüdische Herz gerade beim kleinen, einfachen, armen und un^elehrten Manne schlägt, wollte der Dichter zeigen; daß die Hörer zustimmend mitgingen und, trotz aller Verwässerung, verstanden, was gespielt wurde, gereicht ihnen nur zur Ehre und macht Mi t dazu, im Boden des jüdischen Ostens nach weiteren Schätzen zu graben. Dr. R. Das Fest des Israelitischen Kindergartens, seit vielen Jahren ein Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens unserer Gemeinde, fand auch in diesem Jahre allseitige Sympathie. Die künstlerisch hochstehenden Darbietungen wurden völlig von einheimischen Künstlern bestritten. Konzertmeister Leo Schwarz spielte Schubert und Tsehaikowsky mit technischer Vollkommenheit und wahrer Beseeltheit. Fräulein Dr. Olga Buxbaum zeigte meisterhaft den Wechsel des Tanzes im letzten Jahrhundert — vom graziösen Menuett bis zum rastlosen Steptanz, dem tänzerischen Symbol unserer Tage — in reizvollen Kostümen. Den gesanglichen Teil eröffnete Paul Nieder 1 a n d mit ausdrucksvoll gesungeneu Arien von Donizetti und Puccini, mit denen er sein erstaunlich großes Stirnmaterial unter Beweis stellte. In den darauffolgenden Duetten aus „Carmen" und „Madame Butterfly" sang er mit Frau Olla Bamberger. Es war eine besondere Freude, nach so langer Pause ihren gepflegten, reinen Sopran mit seinem wundervollen Timbre hören zu können. Den Klavierpart hatte Kapellmeister Leo Schönbach übernommen, eine verläßliche, einfühlsame Stütze des ganzen Programms. Alle Künstler ernteten starken Beifall von dem dankbaren Publikum. — Anschließend fand im Varidtesaal ein Ball statt, der bis in die ersten Morgenstunden sich ausdehnte und nicht unbeträchtlich zu dem erfreulichen finanziellen Erfolg beitrug. So haben auch in diesem Jahr einige unbeschwerte Stunden geholfen, schweres Kinderschicksal zu erleichtern, indem sie die Arbeit des Israel. Kindergartens erheblich unterstützten. A. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Redaktion: Oemeinderabniner Gustav Cohn, Leipzig C 1, Walter-Blümel-Str 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Ooldfreund Leipzig C 1, HainstraBe 16, Zimmer 303. Tel. 16722. Anzeigenleiter: Ernst Ooldfreund, CichoriusstraBe 2a Tel. 60771 Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen, telefonisch und nach Anzeigensrhlub aufgegebene Anzeigen wird keine Qewähr übernommen. Druck: lordan & Oramberg,Leipzig, Brüderstr. 19 D. A. III. Vj 37. 3212. Pr. L. Nr. 7. Vereinsnachrichten Israel. Kindergarten. Allen Freunden und Gönnern unseres Israelitischen Kiudcigaiiciis, Leibflizstf. JiJii, die >« gcbcficudig in reichstem Maße dazu beigetragen haben, unsere Veranstaltung zum guten Gelingen zu führen, auch den Spendern für Tombola, sowie allen Besuchern des Festes sagt der Vorstand des Israel. Kindergartens seinen herzlichsten Dank. WIZO Zionistische Vereinigung Leipzig. Wir machen unsere Mitglieder auf den Vortrag von Frau Jcttka Levy-Stein, Berlin, über „Juden und Judentum in Amerika'* aufmerksam. Frau Jettka Levy-Stein war in den letzten zwei Jahren dreimal in den Vereinigten Staaten und in Kanada und hat sich während ihres monatelangen Aufenthaltes eine wirklich fundierte Kenntnis von Land und Talastinareisen zu Turim u. Tessadi 1938 Die Fahrpreisermäßigungen sind heraus Buchungen baldigst erbeten an den tietsedtenstXainstrabeU, Jernruf16722 Reiseschreibmaschinen aller Systeme, a. m. Fremdsprachentas'sturen. Bequeme Teilzahl. K. H. Heynemann, Auenstraße 25, Telefon; 10617 Stellenangebote Zuverläss, jüngere, jüdische Hausgehilfin für jüd. 2 Pers.-Haushalt zum l.Jan. gesucht. Vorzustellen: Sonntag 10—1, Montag 10—1, 3-6. Baer, Rietschelstr. 27, Leipzig W 33, Telefon 434iL Milche gewissenhafte, bilanzsichere jüd. Buchhalterin perf. in Steno- Schreibmaschine per 1. Januar 1938 für Halbtagsstellg. Jüd. Fa. Off. m. Lebenslauf u. Zeugnisabschriften unter 821, Anz.-Verw, Hainstr. 16. Mädchen, jüd. f. klein, ruh. jüd. Haushalt halbod. ganztägig gesucht. Stein, Bremer Straße 7, I. Leuten angeeignet. Wir empfehlen den Besuch dieses Vortrages daher sehr und bitten Sie um Ihr Erscheinen. (Näheres s. Inserat.) Zionistische Vereinigung Leipzig. „Jede Wirklichkeit ist eng und schlecht1' — diese Wahrheit illustriert die Geschichte auch der jüdischen Palästinabewegung. Der Satz „Dem Volk ohne Land das Land ohne Volk" hatte einen wahren Kern, aber durfte niemals buchstäblich genommen werden. Die Reife des Zionismus zeigte sich darin, daß er den Realitäten Rechnung trug und den Raum jüdischer Arbeitsmöglichkeit in Palästina unablässig mit aller Kraft dehnte, die Grenzen hinausschob. Der Zionismus hat sich jahrelang bemükt, der ludenheh der Welt klarzumachen, daß es an ihr liegt, und nyr an ihr, auch unter anscheinend ungünstigen Bedingungen das Aufhauwerk kraftvoll und erfolgreich zu Ende zu führen. Das gilt noch heute. Die Wirklichkeit des vorgeschlagenen J ud en staates erscheint beeinträchtigt dadurch, daß er von der Teilung abhängig gemacht wird. Keinem Ideal ist es vergönnt, ohne Abstriche verwirklicht zu werden. Mut und Gesinnung eines Volkes zeigen sich stets darin, daß es an den großen Zielen seiner nationalen Entwicklung festhält und unermüdlich für sie arbeitet, auch wenn äußere Vorbedingungen fragwürdig erscheinen. Skepsis ist immer möglich. Aber der Zweiter ist unfruchtbar, fruchtbar ist einzig der entschlossene Wille und die befreiende Tat. In Wahrheit steht es so, daß größte Möglichkeiten im kommenden Judenstaat vorhanden sind, wenn die judenheit iii der Diaspora eines begreift: Sie darf nicht warten, bis äußere Bedingungen sich verändern, sondern sie muß selber zugreifen, und ihre eigene Kraft für den Aufbau ein-; setzen. Schwach ist nur, wer sich schwach fühlt, die Judenheit kann Erez Israel aufbauen, wenn sienur ihre moralischen und materiellen Kräfte darauf konzentriert. Nicht Warten auf die Hilfe der äußeren Faktoren ist das Gebot der Siunde; Eintritt in die Zionistische Organisation, Mitarbeit in ihren Reihen für die Aufklärung der Judenheit über die großen Zusammenhänge von Judenfrage und Palästinaaufbau, Mitarbeit für Hachscharah und Alijah, für Bodenkauf und Siedlung, für die Erneuerung jüdischen Geistes eine zionistische Judenheit — darauf kommt es an. Verein polnischer Kaufleute und Gewerbetreibender e. V. Leipzig. Im Auftrage des Polnischen Generalkonsulats geben wir nachstehend Folgendes bekannt: Das Generalkonsulat der Republik Polen in Leipzig, Wächterstr. 32, fordert alle polnischen Staatsbürger, welche im hiesigen Konsularbezirk wohnen und welche im Laufe dieses Jahres das 18. Lebensjahr beenden (Jahrgang 1919) auf, sich persönlich oder schriftlich auf dem Konsulat innerhalb vier Wochen nach dieser Bekanntgabe, zwecks Erfüllung der militärischen Registrierungspflicht, in der Zeit von 9 -11 Uhr, zu melden. Es haben sich außerdem auch die polnischen Staatsbürger zu melden, die das 50. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und bisher ihrer militärischen Registrierungspflirht nicht Genüge leisteten. Bei Vornahme der Registrierung ist der Staatsangehörigkeitsnachweis (Paß) vorzulegen. — Diejenigen polnischen Staatsbürger, die sich dieser militärischen Regestrierungspflicht entziehen, werden im Sinne der Verordnung der allgemeinen Militärpflicht, zur schärfsten Verantwortung gezogen. — Nänere Auskunft erteilt der Verein polnischer Kaufleute u. Gewerbetreibender, Ritterstr. 44/48.______ Drucksachen aller Art, beim jüdischen; Fachmann, gut u. preiswert; D.Wainbergsche Buchdruck. Poslf trage 14 / Telefon 124 98 B^^^^^^HBH^^B^^^^B^^^^BI^BIHH^^B Lehrmädchen jüd., für jüd. Engros - Geschäft per 1. 4. 38 gestielt;. Offerten u. Ch 807, Anz. V„ Hali^traße 16 Kontoristin, Jüd., perf. in Steno u. Sc*reibm. f. 3 Tag. i. d. Woche von jüd. Firma dauernd gesucht. Off. 817, Anz.-Verw., Hainstr. 16. Junges Mädchen jüd. für iiäcnmiit. zu 2 jüd. Kind, von 5 u. 8 Jahren gesucht. Auch zur Beaufsichtig, der Schularbeit. Vorzustellen bei Frank, Merseburger Straß? 41, Telefon 41874. Junget* jüd. 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