Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-12-03 · 49 (3.12.1937) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
49 (3.12.1937)
Date
1937-12-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/6492399-6492404-5990797--135-4882687
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 2 JODISCHES OEM EIN DEBLATT LEIPZ10 3. Dezember 1937 / Nr. 49 verkörpern, *ganz von ihr geformt sind, in ihr leben und weben, wie kein anderes Volk auf Erden. Unser Priesteramt an der Bibel duldet, so viel wir sehen, noch lange keine Abdankung. Im Zionismus sieht Chajes nationale und religiöse Faktoren ein- ■i i <vn f. * g / r * * a a*o «I *• *-\ « - L» — * * I J < * * * ü »-------______"1 ••" »•••«••»••Mi <.m.niiUIHU III 3U /.U UV IIIH II, daß die ersteren einschließlich allet biologischen, okonrimisrhf'r! und pontiscnen ihren letzten Sinn von den sittlich-religiösen empfangen, ohne welche kein Judentum denkbar ist. Galut und Zion sollen sieh wie Kinder einer Mutter fühlen; eine Mutter will nicht über mündige, selbständige Kinder in der Ferne herrsehen; diese werden aber die herzliche Verbundenheit mit ihr niemals aufgeben und ihr das Beste und Schönste zu Füßen legen, was sie in der Welt erworben haben. Was das Araberproblem betrifft, so meinte Chajes (um das Jahr 1925), daß Palästina niemals eine arabische Hochkultur aufzuweisen hatte, wie etwa Syrien, Mesopotamien, Ägypten, Nordafrika, Spanien, Sizilien. Israel hat dort ewige, kulturelle Ansprüche geltend zu machen, für die es zwei Jahrtausende hindurch gelitten hat. Die Stimmen mehrten sich, die diese Ansprüche für gerecht hielten, die kein arabisches Lebensinteresse berührten, die ihrerseits genug andere Quellen und Stützpunkte besäßen. — Nur mit Wehmut können wir eines Künders und Deuters wie P. Z. Chajes gedenken; denn in unserer heutigen Lage täte uns ein Mann wie er doppelt not. Unsere Gemeinde Chug iwri. Uns wird mitgeteilt, daß der Chug ivvri künftig am Donnerstag (nicht, wie bisher, am Mittwoch) stattfindet. Nachricht des Sozialamtes. Der Termin für die Ablieferung der Ausstellungsgegenstände für die beabsichtigte Handwerkerausstellung ist auf den 13. u. 14. Dez. verschoben worden. Hie Ausstellung findet an folgenden Tagen statt: am 16., 17., 18 u. 19. Dez. Arbeitstagung der jüdischen Schulen in Leipzig. Zusammen mit der Reichsvertretung und dem Israelitischen Schulverein Leipzig hatte die Schulleitung für 20. und 21. November 1937 eine Arbeitstagung einberufen, in der die Methodik der jüdischen Unterriciusgebiete behandelt werden sollte. Herr Rabbiner Dr. Ochs führte in einer Unterrichtsstunde und in erläuternden Zusätzen die Durchdringung des Stofflichen mit Erzichungswerten des jüdischen Menschen vor, die organische Verbindung formaler Schulung mit Erlebnismotiven jüdisch-geschichtlicher und religiös-ethischer Art. — An geeigneten Stücken des Thenach und eines neuhebräischen Lesestoffs zeigte Herr Jakobsohn-Berlin die schulgerechte Erfassung des Inhalts mit hervorgehobener Verwendung des Iwrith als Unterrichtssprache. Es trat die lebensvolle Wirkung hebräischen Sprachgutes überzeugend' zutage. — Der Leipziger Iwrithlehrer, Herr Kalai-Schleider hatte die Aufgabe, den aus eigener Erfahrung bekannten Stand des Thenachunterrichts an palästinensischen Schulen im Iwrith-Vortrag darzustellen. Grundlegend sind dort Nähe und Unmittelbarkeit der Stätten jüdisch-geschichtlichen Geschehens und jüdischen Lebens überhaupt. — In einem 4. Teil schließlich ließ Herr Dr. Kaleko- Berlin in meisterhaft geformtem Iwrith die Situation der Gola und insbesondere ihrer schulischen Struktur erstehen. Die große Zielsetzung der jüdischen Schule, am Wendepunkt des jüdischen Volkes stehend, ist in ihren Formen und Inhalten gekannt, harrt aber ihrer Erfüllung gleichsam durch Beseelung des jüdischen Volkskörpers. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 10. 12. 1937, Abendgebet 10.15 Uhr. Sonnabend. 11. 12. 1937, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16.20 Uhr, Abendgebet 16.53 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Str. Freitag, 10. 12., Abendgebet 16.15 Uhr. anschließend Bibelerklärung von Herrn Rabbiner Di. Ochs. Sonnabend, 11.12., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 16 Uhf, anschließend Schulchan-Aruch-Erklärung von Herrn Rabbiner Dr. Ochs, Ausgang 16.53 Uhr. — Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 16.15 Ohr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 10. 12., abends 16.15 Uhr. Sonnabend früh 8.30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 16.53 Uhr. Wochentags früh 7.15 Uhr, abends 16.15 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 10. 12., Abendg. 16.15 Uhr, anschl. Lehrvortrag von Herrn Rabb. Rogosnitzki. Sabbat, 11. 12., Morgeng. 8,30 Uhr, Minchag. 16 Uhr, Abendg. 16.53 Uhr. — Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 16.15 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburten: 14. November 1937 Arthur Kahn und Frau Marie Rosa geb. Salomou, Wilhclmshavener Straße 2c, einen Sohn „Tom Peter Chemia". B a i in i z w a : Sonnabend, 11. Dezember 1937, Walter Rosenbaum, Sohn des Herrn Siegfried Rosenbaum, Berliner Straße 36, in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straßc. Todesfälle: 26. November 1937 Moses Boritzei, Schkeuditz. 29. November 1937 Martha Besser, Zsehoehersche Straße 49. 29. November 1937 RiewUa Fischleiber, Hofmeisterstraße 17. Aus dem Gemeindeamt Förderung der Auswanderung minderbemittelter Juden. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Zur Förderung Jüdische Winterhilfe ^BEMM^ (Israel. Keligionsgemeihde. Abt. Winterhilfe) in i'UbiaLiiciivivviiiu iSt. mw.iu Lebensmitte I - A uagabe. Mittwoch, den 8. Dezember 1937 in der Zeit von 15 bis 18 Uhr, Gruppe 1, 5 bis 10 Donnerstag, den 9. Dezember 1937 in der Zeit von 15 bis 18 Uhr, Gruppe 2, 3 und 4 im Ausgabelager Brühl 47. Die grauen Gruppenkarten sind auf jeden Fall mitzubringen. der Auswanderung minderbemittelter jüdischer Personen ist die Reichsvertretung der Juden in Deutschland in der Lage, Darlehen zum Zwecke der Durchführung der Auswanderung zur Verfügung zu stellen, sofern nachweislich die Auswanderung nur durch Bereitstellung solcher Darlehen vollzogen wrerden kann. Einzelheiten sind einem Merkblatt zu entnehmen, das bei dem HUfsverein der Juden in Deutschland, Berlin W35, Ludendorffstr. 20, und dessen Zweigstellen, sowie beim Palästina-Amt, Berlin W15, Mcinckestr. 10 und dessen Zweigstellen erhältlich ist. Bevorstehende Veranstaltungen 4. Dez.: Gemeinsame Chanukka-Veranstaltung des Jüdischen Kulturbundes und des Jüdischen Frauenbundes: Sonderveranstaltung für Kinder: Liesel Simon mit ihrem Kasperletheater. 4. Dez.: Betar: Chanukkahveranstaltung. 4. Dez.: Chanukkah-Ball des J.S.V. Bar Kochba. 5. Dez.: Jüdischer Frauenbund: Geselliger Nachmittag. 13. Dez.: Jüd. Kulturbund: Heineabend, anläßlich des 140. Geburtstages Heinrich Heines. Mitwirkende: Otto Bernstein, Ruth Kisch-Arndt, Kurt Heinemann u. Gerhard Walter Rosenbaum. 14. Dez.: Wizo-Zionistische Vereinigung: Vortrag Dr. Jettka Levy- Stein „Juden und Judentum in Amerika". 16. Dez.: Jüd. Kulturbund: Collegium musicum. Solist: Erich Landerer. 18. Dez.: Makkabäer-Feier des Bar Kochba. 21. Dez.: Schulfeier der jüdischen Schulen. 22. Dez.: Schulfeier der jüdischen Schulen. 26. Dez.: Fuß- und Handballspiele auf dem Schildsportplatz Thekla. 29. Dez.: Alexander Kipnis. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Beiiehteistatter Deka.) Bei allem Optimismus, der aus der Vorschau für diesen letzten Sonntag sprach, hätte man doch nicht im geringsten an einen Sicgder l.Fußballelf glauben wollen, man rechnete, bei der Qualität dieses Gegners, mit etlichen Toren Differenz geschlagen zu werden. Aber wonl noch nie standen die Hiesigen vor einem so greifbaren Siege wie in diesem Vorschlußrundenspiel um die Deutsche Makkabimeisterschaft gegen „Bar Kochha"-Frankfurt. Wohl spielte der Gast in der ersten Halbzeit und auch zu Beginn der zweiten Hälfte feldüberlegen, aber seinem Sturm scheint das Schießen verboten gewesen zu sein, andrerseits aber kam er auch an der Hintermannschaft der Hiesigen, in der Heinz Seeinsky seine übrigen 10 Mitspieler überragte, nur selten vorbei. Zu einem einzigen Tore brachte er es doch schließlich, nachdem Leipzig nur noch zehn Mann im Felde hatte, und gerade der nach der Pause, dank dem Entgegenkommen der Gäste, neu eingetretene Wulff brachte endlich Ruhe und mehr Schwung in den Sturm. An den herausgespielten Chancen gemessen, hätte die Platzelf den Kampf gewinnen müssen, aber zu einem Fußballspieler gehört doch mehr als nur ein kräftiger Schuß, dazu gehört auch Kopf, und den besaß der Linksaußen nicht, als der Ball dem Frankfurter Verteidiger „den Buckel runter rutschte" und ihm schußgerecht vor die Füße, dafür schoß er aber wenige Minuten später durch energisches Nachsetzen den Ausgleich zum 1:1, und so blieb es bis zur 90. Minute, so daß eine Verlängerung notwendig wurde. Gerade diese fünf Minuten waren die dramatischsten des ganzen Spiels, um ein Haar wäre Leipzig der Wurf gelungen, einige sahen den Ball schon im Netz, aber im Gegenzug kam Frankfurt durch einen etwas all/" energischen Einsatz seines Mittelstürmers zu dem glücklichen, aber andrerseits auch verdienten Siegestor. Und wie haben uns die 1 landballer enttäuscht, ihnen räumte man eine glatte Chance zu einem noch glatteren Siege ein, und mit 7:4 blieb auch hier „Bar Kochha"-Fraiikfurt Sieger. Das Spiel der Hie sigen war zu verkrampft, einige Leute unsicher in der BallaufnahnH. hinzu kam noch allzu übertriebenes Innenspiel und z. T. mangelndes Laufvermögen, weiterhin zeigte der Torwart in der ersten Hälfte eine nicht unbedenkliche Unsicherheit, so daß es nach dem Führungstor der Hiesigen in kurzer Zeit 5:1 für den Gast hieß, und di< Leitung des Unparteiischen ließ manche Wünschf offen... Man kam zwar dann auf 3:5 heran und konnte hoffen... . aber Frankfurt warf sein 6. Tor, Leipzig noch einmal einen vierten Treffer, und kurz vor Ende ging alle Hoffnung dahin, als die Mainstädter durch ihren siebenten Treffer den Endstand und damit ihren verdienten Sieg sicherstellten, weil eben diese Manncchaft, allerdings durch ihr«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.