Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 48 (26.11.1937)
- Date
- 1937-11-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JODISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIG 26. November 1937,' Nr. 48 auf dieses jüdische Werk in Palästina noch nicht immer feststellbare Einheit der Gedanken in immer stärkerem Maße einer Einheit der Tat Platz gemacht hat, wurde auch bei der am darauffolgenden Tage -..«..'..!«• r j. in ----- j „ ■„ n_:__i_ j „. i - ...: ~ u Für unser Winterhilfsbüro benötigen wir dringend Tische und Schränke. Wir bitten unsere Gemeindemit- X " ' « i «- ■ » ■ . . v. w w ^vn^niui^n 14 \- 1 A^jcncv für D cttt s c h! z n d rrksnittiich ^»Mretcln; MitBh.-dT «1«-* Beirats nahinen den Bericht des Rabbiner ür. Baeck" über die 5. Tagung des Council und das großzügig angelegte Referat Dr. Traubs über den Peel-Bericht entgegen. Ihren Niederschlag fanden die bei diesen Zusammenkünften geführten Verhandlungen in einem an die jüdische Gesamtheit in Deutschland gerichteten Aufruf zu stärkster Teiinahme an der Kampagne des Keren Hajessod für das Jahr 5098, den wir anschließend wiedergeben. An die Juden in Deutschland! Zwanzig Jahre nach Verkündung der Balfour-Deklaration erleben wir, wie die Nationale Heimstätte des jüdischen Volkes in Palästina in eine neue Epoche ihrer Entwicklung übergeht. Das jüdische Volk in Ercz Jisrael lebt in dieser Zeit des Überganges, die schwerste Opfer von ihm fordert, mutig, voil starken Willens und üi der Zuversicht, daß sein Werk des Aufbaus unerschüttert, ja befestigt, einer größeren Zukunft entgegengeht. Die Erweiterung der landwirtschaftlichen Siedlung, die Begründung von neunzehn „Neuen Punkten" jenseits der Grenzen der bisherigen Kolonisation ist das sichtbarste Zeugnis dieser Kraft und Gewißheit. Die Bereitschaft der Judenheit außerhalb Palästinas für Erez Jisrael einzustehen, war auch im letzten Jahre der treue Bundesgenosse des Jischuw. Die Leistung des Keren Hajessod in den Ländern der Diaspora war der Ausdruck dieses Bundes. Das neue Jahr muß ihn neu und wirksam bekräftigen. Unsere Leistung für den Keren Hajessod, unsere kolonisatorische Arbeit im Lande kann die Entscheidung, an deren Schwelle wir stehen, aufs stärkste mitbestimmen. Uns Juden in Deutschland ist heute der Weg nach einer neuen Heimat zu einen: Gesetz unseres Lebens geworden. Vierzigtausend unserer Brüder und Schwestern haben sie in Erez Ji raei gefunden. Tausendc wollen und werden ihnen folgen. Noch wird nicht für alle die Zeit der Sehnsucht ihr Ende finden können; aber die Gesamtheit muß begreifen, daß in Palästina in unseren Tagen die große Geschichte unseres alten Volkes sich erneuert. Sie muß dieser Wiedergeburt ein starker Helfer sein. Die Arbeit des Keren Hajessod für das Jahr 5698 beginnt! Wir rufen von unserer heutigen Tagung, an der die Reichsvertretung, die Landesverbände, die Gemeinden und die großen Organisationen der Judenheit in Deutschland teilnehmen, alle Juden und Jüdinnen zu einer neuen, großen Anstrengung auf. Der Keren Hajessod muß den Grundstein legen: für den neuen Bau des jüdischen Lebens in Palästina, für Einwanderung und Siedlung, für uns und alle, die in Sehnsucht und Not den jüdischen Namen im Lande seines Ursprungs zu neuem Glanz führen wollen! Chanukka-Aktion des Keren Hatorah. Wie nun schon seit vielen Jahren, hat sich der Keren Hatorah in Deutschland wieder an alle jüdischen Häuser gewandt und eine nette Mertorah mit der Bitte übersandt, Chanukkah zum Anlaß für eine größere Spende zu nehmen. Wenn gleieh die jüdische Öffentlichkeit durch die Jahresberichte des Keren Hatorah über sein segensreiches Werk unterrichtet ist, so ist doch vielleicht angebracht, anläßlich der diesjährigen Chanukkahaktion des Keren Hatorah nochmals kurz über seine Arbeit zu berichten: Keren Hatorah steht heute vollständig im Dienst unserer Jugend. Es ist sein Ziel, zu erreichen, daß jeder Junge, der die Schule verläßt, die Möglichkeit erhält, vor Eintritt in die Lehre oder während der Berufsausbildung sich die jüdischen Kenntnisse anzueignen, die erforderlieh sind, damit er im Leben draußen als Jude bestehen kann. Diesem Ziel dienen seine Jugendheime, die den 14—lö jährigen Jungens Elternhaus und Heimat ersetzen. Diesem Ziel dient eine ffroßziigige Stipendienerteilung, die den jungen Menschen die Durchührung ihrer Pläne ermöglicht. Wieviel Eltern sind denn heute noch in der Lage, für die Ausbildung ihrer Kinder genügend Mittel bereitzustellen? Und gibt es für die jüdische Gemeinschaft in Deutsehland heute eine schönere und wichtigere Aufgabe, als unserer Jugend den Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft draußen zu ebnen? Deshalb hat Keren Hatorah das Hauptgewicht seiner Arbeit diesem Ziele gewidmet. Trotzdem vernachlässigt Keren Hatorah seine anderen Aufgaben nicht. Erhaltung der von ihm gegründeten Talmud Torah - Schulen Subventionierung anderer Schulen und Torah - Lehrstütteu, Religionsunterricht in lenrerlosen Gemeinden, Beschaffung von Lehrbüchern für die Jugend — alle diese Arbeitsgebiete zeigen, wie wichtig gerade heute diese Arbeit des Keren Hatorah in Deutschland ist. Trotz der Abwanderung vieler Gönner, die ihm größere Mittel geben, war es durch Aufbietung aller Kräfte bisher möglich, den Etat nicht nur zu erhalten, sondern sogar zu steigern, da ja die steigende Verschlechterung der materiellen Lage vieler Eltern dazu zwang. Jetzt steht Keren Hatorah aber vor schweren Entscheidungen: giivuvi i uic uns uicac vjc|;cil9iaiiuc » Cl SUgUlig SlCilCII iwiiilClii Ulli nüiui uiüt.1 UM mww*| n|«|f«iat» Jüdische Winterhilfe. Wird es weiter möglich sein, zu helfen und Not zu lindern oder wird auch Keren Hatorah mit dem Abbau beginnen müssen? Die Führer des Keren Hatorah wehren sich mit aller Kraft, aber ohne die Hilfe aller Freunde unserer Jugend wird es nicht gehen. Der Ausfall der Chanukkahaktion wird zeigen, ob die Hoffnung, die der Keren Hatorah in die Aufgeschlossenheit und Gebefreudigkeit seiner Freunde setzt, berechtigt ist oder nicht. Wer es gut meint mit unserer Jugend, der helfe dem Keren Hatorah in größerem Maße noch als bisher. Unsere Gemeinde Kinderbeschenkung des Hilfsvereins israelitischer Gewerbetreibender e. V. Der Ausschuß für die Kinderbeschenkung hat die vorbereitenden Arbeiten soweit gefördert, daß die für die Beschenkung bereitgestellten Bekleidungsstücke am Sonntag, dem 5. Dezember, von. IO'/j—13 Uhr zu besichtigen sein werden. Damit soll Spendern und Spenderinnen Gelegenheit gegeben werden, sich von dem Umfange des großzügigen Werkes zu überzeugen. Die Ausstellung findet in der Geschäftsstelle des Hilfsvereins, Reichsstraße 42—44. statt. — Bei dieser Gelegenheit sei nochmals auf den im Gemeindeblatt veröffentlichten Aufruf des Hilfsvereins verwiesen. Wir erfahren, daß die Anmeldungen für die Kinderbeschenkung in diesem Jahre, wie zu erwarten war, in sehr großer Zahl eingelaufen sind, so daß der Verein die größten Anstrengungen machen muß, um den an ihn gestellten Anforderungen zu genügen. Freunde und Gönnei des Vereins haben schon jetzt in ihrer oft bewährten Opferbereitschaft zur Verwirklichung dieses Werkes edler Menschenliebe nach Kräften beigetragen. Ganz besonders diejenigen, die noch abseits stehen, sollten nicht versäumen, die Ausstellung der für die Beklei dung beschafften Gegenstände zu besuchen: sie werden, angeeifert durch die Leistung, die hinter dieser Ausstellung steht, nicht mehr zögern, nach ihrer Kraft zur Durchführung der diesjährigen Beschenkung beizutragen. Barbeträge werden auf das Postscheckkonto des Hilfsvereins 52065 erbeten; zugedachte Sachspenden — nur Ungebrauchtes — werden auf Anruf (18430) abgeholt. Gastspiel der „Habimah". Dem Jüdischen Kulturbund ist es gelungen, das Ensemble der Habimah, das soeben besonders erfolgreiche Gastspiele in Paris (anläßlich der Weltausstellung) und in Belgien absolviert hat, für drei Abende im Rahmen des Kulturbundes zu gewinnen. Alles Nähere erfahren die Gemeindemitglieder in den J nächsten Nummern des Gemeindeblattes. Chug Iwri. Seit einiger Zeit wird regelmäßig unter Leitung von Herrn Kalai-Schleider und Herrn lehuda Rosenthal durch einen Chug iwri Gelegenheit zur Unterhaltung und Aussprache in Iwrith geboten. Die Veranstaltungen des Chüg iwri finden jeden Mittwochabend 21 Uhr im Felix-Goldmann-Heim, Elsterstr. 7, statt. Die Sichah am 1. Dezember wird den Makkabäern gewidmet sein. — Interessenten sind herzlichst willkommen. Die Teilnahme ist unentgeltlich Nähstube. Der Jüdische Frauenbund, Zweigstelle Leipzig, und die Wizo haben eine Nähstube eröffnet, in der für Auswandernde Ausstattungsgegenstände, die so dringend benötigt werden, hergestellt werden sollen. Nähkundige Frauen, auch weniger geübte, I werden gebeten, sich hei Frau Recha Carlebach, I otizingstraße 15,1 Tel. 1US30, oder bei Frau Rechtsanwalt Nemann, Christians«-, 15li,j Tel. 11363, zur Mitarbeit zu melden. Es soll jeweils Montag nach-' mittag in den Räumen der Haushaltungsschule, Humboldtstraße 13, gearbeitet werden. Amtliche Bekanntmachungen Schließungszeiten für den neuen Friedhof. Unser Friedhof an der Delitzscher Landstraße wird im Monat| Dezember für den öffentlichen Verkehr von Sonntag bis einschließlich Donnerstag um 16 Uhr und an den Freitagen um 15.15 Uhr geschlossen. Wir bitten um genaue Einhaltung dieser Zeiten. Leipzig, den 22. November 1937. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig-| Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 3. 12. 37, Abendgebet 16.15 l'hr mit Chanukkahpredigt für die Rinder. Sonnabend, 4. 12., Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16.25 Uhr, anschließend Lehrvortrag.|s(J Abendgebet 16.55 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Str. Sonntag, 28. Nov., Chaiiu^*,,, kahgottesdienst 16.15 Uhr, Freitag, 3.12 , Abendgebet 16.15 Uhr, anschl'«T send Bibelerklärung von Rabb. Dr. Ochs. Sonnabend, 4. 12., Morgengeltfi 8.30 Uhr, Predigt 9.45 Uhr, Minchoh 16 Uhr, anschließend Schulehanf Aruch-Erkiärung von Rabb. Dr. Ochs, Ausgang 16.55 Uhr. 1 Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 16.30 Uhr. j_ Talmud-Thora-Synagogc, Keilstr. 4. Freitag, 3. 12., abends <>•'•■!). Uhr. Sonnabend früh 8.30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 16.55 Wochentags früh 7.15 Uhr, abends 16.15 Uhr.