Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 44 (29.10.1937)
- Date
- 1937-10-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JODISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIG 29. Oktober 1937 / Nr. 44 Sonderveranstaltung tJüuiaviier ituiiuruuuu Leipzig e. V. Mitglied d. Reichsverbandes d. Jüd. Kulturbände i. Deutschland Mittwoch, den 3. November 1937 Donnerstag, den 4. November 193*7 jeweils pünktlich 20.15 Uhr im Kulturbundtheater (Battenberg) Tauchaer Strasse 38 (Oarderobeschluß 20 Uhr) H)ela £ipinsRaja (mit neuem Programm) für alle Mitglieder der Jüd. Gemeinsehalt gegen Kulturbund- oder (neue) R-Karte Einlaßkarten zu RM. 2.50 zuzfigl. RM. 0.30 für Programm und Garderobe im Vorverkauf im Kulturbundbüro, Goethestraße 1, III (täglich 10 bis 12 Uhr, außer Sonnabends und Feiertags), bei Buchhandlung Kaufmann, Restaurant Zellner, Restaurant Klein, Palast Cafe jeweils bis 4 Uhr an den beiden Veranstaltungstagen, sowie an der Abendkasse ab i9 Uhr, soweit noch Plätze vorhanden Kultarbundmitglieder der Gruppe A haben am Mittwoch, den S. "November freien Eintritt Kulturbundmitglieder der Gruppe B haben am Donnerstag;, den 4. November freien Eintritt Wir sind gezwungen, die Gruppeneinteilung genau durchzuführen Israelitischer Schulverein Leipzig e. V. Hierdurch laden wir die Mitglieder unseres Vereins zu einer ordentlichen Mitgliederversammlung auf Dienstag, den iö. November 1937, abends 8.15 Uhr H"h "* — c:i—.—----1 j„. r\---___a„_ w>_u__ di:-.__i c*_ %t\ Ii VnljTQfijinrpc prc/»K?»iti?>fi I»r*f?»'r M«*«r1if»r!f*r WA f!#*r W/tr'htigkeit der Tagesordnung dringend erforderlich. Tagesordnung: 1. Erstartung des Jahresberichtes. 2. Bericht des Schuldirektors. 3. Entlastung des Vorstandes. 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Wahl von zwei Rechnungsprüfern. 6. Verschiedenes. Anträge für die ordentliche Mitgliederversammlung müssen mindestens 1 Woche vor ihrem Stattfinden beim Vorstand eingereicht sein. Gleichzeitig bitten wir dringend, die fälligen Mitgliedsbeiträge vor der Sitzung bei der Schulkasse, Humboldtstr. 13, einzuzahlen. Der Vorstand des Israelitischen Schulvereins Leipzig e. V. Dr, Kuritzkes. Gottesdienste Gemeindesynagoge. Freitag, 5. 11. 37, Abendgebet 16.45 Uhr mit Predigt. Sonnabend, 6. 11. 37, Morgengebei 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16.50 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 17.22 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaini-Synagogc. Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Straße. Freitag, 5. II., Abendgebet 16.35 Uhr, anschließend Bibelerklärung von Herrn Rabbiner >r. Ochs. Sonnabend, 6. 11., Morgengebet 8.30 Uhr, Minchoh 16 Uhr, anschließend Schulchan-Aruch-Erklärung von Herrn Rabbiner Dr. Ochs, Ausgang 17.22 Uhr. — Wochentags: Morgens 7 Uhr, abends 16.45 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 5. 11., abends 16.35 Uhr. Sennabend früh 8.30 Uhr, Mincha 16 Uhr, Ausgang 17.22 Uhr. Wochentags früh 7.15 Uhr, abends 16.30 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 5.11., Abendg. 16.30 Uhr anschl. Lehrvortrag von Herrn Rabb. Rogosnitzki. Sabbat, 6. 11., Morgeng. 8.30 Uhr, Minchag. 16 Uhr, Abendg. 17.22 Uhr. — Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 16.30 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburt: 7. Oktober 1937 Dr. Fritz Wartenberg und Frau Ella Berta geb. Heimann, Leipzig, Montbestraße 33, ein Sohn „Johann Anton". Barm iz wa: Sonnabend, 6. November 1937, Josef Kalter, Sohn des Herrn Israel Kalter und Frau Jetty geb. Klaußner, HumboWtstraße 12 III, in de'r Oitci Jakob-Synagoge, Pfaffendorfer Straße 4. Trau un gen: Sonntag, 31. Oktober 1937, 16 Uhr, Fräulein Grete Bartfeld, Walter- Blümel-Straße 22, mit Herrn Siegfried Glasner, Zwickau, in Leipzig, Humboldtstraße 1. Sonntag, 31. Oktober 1937, 17 Uhr, Fräulein Alwine Arjan, Karlstr. 12, mit Herrn Kurt Löwe, Nordstr. 56, in der Wohnung Karlstraße 12. Todesfälle: 17. Oktober 1937 Alfred Georg Böhme, Elisabethstraße 36 bei Wolf. 18. Oktober 1937 Abraham Körber, Eutritzscher Straße 4 II. Aus dem Gemeindeamt Zulassung im jüdischen Pressewesen. Das Reichsministerium für Voiksautklärung und Propaganda gibt bekannt, daß auf Grund der zahlreichen Anmeldungen zur Zulassung als Redakteur bzw. Mitarbeiter im jüdischen Pressewesen die Bearbeitung der eiugci eichten Anträge noch einige Zeit erfordert und daher Ausweise bzw. Bescheinigungen erst zum 1. Januar 1938 ausgestellt werden können. Bis zu diesem Termin dürfen alle Antragsteller auch ohne besonderen Zulassungsbescheid in der jüdischen Presse tätig sein. Bevorstehende Veranstaltungen 2. Nov.: Frauenverein „Ruth": Teenachmittag. 3. Nov.: Jüd. Kulturbund: Sonderveranstaltung: Dela Lipinskaja. Kulturbundmitglieder Gruppe A freier Eintritt, für K-Karteninhaber und Abwechslcr gegen Eintrittskarten. 4. Nov.: Jüd. Kulturbund: Sonderveranstaltung: Dela Lipinskaja. Kulturbundmitglieder Gruppe B freier Eintritt, für R-Karteninhaber und Abwechsler gegen Eintrittskarten. „tSFrauenveroin %3ZuiR" veranstaltet am Dienstag, den 2. November 1937 nachmittags 4 Uhr für seine Mitglieder und Freunde einen heiteren cT<*e~<XacRmiHag mit künstlerischen Darbietungen im 3alast*®aß Diltrichring, Ecke barfuögasse 10. Nov.: Jüd. Frauenbund: Vortrag Hannah Karminski: „Gemeinschaftsarbeit der jüdischen Frau". 13. Nov.: Sonderveranstaltung des Jüd. Kulturbundes zugunsten der Jüd. Winterhilfe (Jazzorcnester des Berliner Kulturbundes, Susanne Löwenstein u. a., anschließend Tanz). 17. —24. Nov.: Jüd. Frauenbund: Handarbeitsschau mit Verkauf in den Räumen der „Gesellschaft der Freunde". 27. Nov.: Tennis-Club Leipzig „Rot-Weiß": Gesellschaftsabend. 30. Nov.: Jüd. Kulturbund: Gastspiel des Hamburger Kulturbundes: „Amcha", Schauspiel von Scholem Alejchem. I. De/ : Israel. Kindergarten: Konzert mit Tanz. 4. Dez.: Chanukkah-Ball des J.S.V. Bar Kochba. 18. Dez.: Makkabäer-Feier des Bar Kochba. 21. Dez.: Schulfeier der jüdischen Schulen. Konzert und Theater Otto Bernstein im Kulturbund. Daß ein solch vollkommener Vortragskünstler wie Otto Bernstein seine Zuhörerschaft ungemein /u fesseln vemag, bewies diese Veranstaltung, die in dem infolge einer technischen Störung nur unzulänglich erwärmten Raum an den Vortragenden wie an den Hörer doppelte Ansprüche stellte. Dankbar sind wir ihm für die Szenen, die er uns aus Richard Beer-Hofmanns Werk „Der üraf von Charolais" gab; er hat uns darin die Mensclun und ihre Charaktere trefflich nahegebracht und uns so gefesselt, dal) wir ganz gern noch einer weiteren Szene gelauscht hätten. Dankbar sind wir ihm für „Die biaue Ferne" von Hermann Hesse, für „Den Sommernachtstraum" von Hennann Bang und für den „Reb Jojclunen Gabaj" von Jizchok Lejb Perez. Wie mahnend greift hier de» Dichter den gedankenlosen, wohlgeborgenen Besitzenden an, der alle toten Dinge so wichtig nimmt, dabei aber ganz vergißt, daß vor allem erst der lebende Mensch der Hilfe bedarf, daß es die Hauptsache ist, zuerst ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen! Daß Otto Bernstein mit diesem für uns Juden ernste/i und nachdenkliche» Werk den Abend ohne Zugahe beschloß, sei ihm doppelt hoch angerechnet. Es war ein wertvoller Abend, de"n uns der Künstler gab und der dafür vom Zuhörerkreis herzlichst gefeiert wurde. Dafl er uns bei seinem nächsten Hiersein einen Heine-Abend verspricht, 'Sl das schönste Geschenk, das wir von ihm erwarten können. "