Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 38 (17.9.1937)
- Date
- 1937-09-17
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6492399-6492404-5990780--056-4882619- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 2 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIG 17. September 1937/Nr. 38 Aber das atemberaubende Aufbautempo der letzten Jahre hat nach- {relassen, und die Wirtschaft, die sich auf diese stürmische Entwickung eingerichtet hat, leidet. V. Kein Zweifel; nach der Wenode der i'iospentv nennaer sien Palästina jetzt inmitten einer wirtschaftlichen Depression, die ihren Ursprung in den politischen Vorgängen und in dem Versiegen des belebenden Einwanderungsstromes hat. rsur ein völliges Herumwerfen des Steuers kann Abhilfe schaffen. Je mehr man Einblick in die Probleme der palästinensischen Wirtschaft gewinnt, um so mehr festigt sich die Überzeugung, daß die politische Entscheidung in Zürich nicht nur richtig, sondern die einzig mögliche war. VI. Abei man muß wohl unterscheiden zwischen den allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und den in den persönlichen Verhältnissen des Einzelnen begründeten. Nicht immer ist es das Land, das Schuld hat am Mißerfolg des einen oder des anderen, sogar zu allermeist nicht. Wo in der Welt wird es jemand wagen, ohne die geringsten Vorkenntnisse eine Vieh- oder Geflügelzucht anzufangen oder in einer ihm völlig fremden Branche zu handeln oder gar zu fabrizieren. Natürlich wird Lehrgeld bezahlt, sogar ein recht teures. Aber das würde in Amerika oder Afrika nicht anders sein. Es hat sich immer noch am praktischsten erwiesen, wenn auch solche Einwanderer, die über gewisses Kapital verfügen, sich unter Führung gemeinnütziger Organisationen zu Kollektiven zusammentun, anstatt auf eigene haust zu operieren. Und auch das Studium der Transfermöglichkeiten zeigt, daß solche noch immer in gewissem Umfange vorhanden sind. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Sprach- und Kurzschrift-Lehrgänge des Lehrhauses im Wintersemester 1937/1938. Da die Sprachlehrgänge und die Stenographiekurse regelmäßig einen größeren Zeitraum beanspruchen, als die sonstigen Lehrgänge des Lehrhauses, beginnen diese Kurse bereits in der zweiten ü k t o b e r w o c h e, das ist also in der Woche vom 10. bis 16. Oktober 1937. Die übrigen Veranstaltungen des Lehrhauses werden demnächst in einem besonderen Lehrplan veröffentlicht. Der Beginn der übrigen Kurse wird also noch bekanntgegeben. Für die Sprach- und Kurzschrift-Lehrgänge gilt folgende Regelung: - 1. Die Lehrgänge umfassen die Zeit von Mitte Oktober 1937 bis Ende März 1938. Zu dieesen Lehrgängen werden Anmeldungen bis 4. Oktober 19'^ 7 r*nfreriommen. Die Anmeldungen sind an das Gemeindeamt, Walter-Blümel-Str. 10,1, zu richten. Das Hörergeld ist hei der Gemeindekasse bar einzuzahlen oder auf das Postscheckkonto der Gemeinde — Leipzig Nr. 50533 — zu überweisen. Die Einzahlung des Hörer geldes gilt als Anmeldung. 2. Die Hörerkarte wird alsbald nach Einzahlung des Hörcrgeldes durch die Pest zugestellt und ist an jedem Kursabend vorzuzeigen. Ohne Hörerkarte wird niemand zu den Lehrgängen zugelassen. 3. Das H ö r e r g e 1 d beträgt für jeden Sprach- und Stenographiekurs RM. 6.—. Angehörige \un Jugendbünden zahlen gegen Vorzeigung ihres Bundesausweises RM. 3.—., Erwerbslose gegen Vorzeigung der Stempelkarte 1 KM. Sonstige Ermäßigungen können nur in ausgesprochenen Notfällen auf Grund ausführlich begründeter Gesuche gewährt werden. Eine Ermäßigung des Hörergeldes unter RM. 1.— ist völlig ausgeschlossen. 4. Sämtliche Kurse finden in der Höheren Israelitischen Schule, Gustav-Adolf-Straße 7, statt. Plan der Sprach- und Kurzschrift-Lehrgänge des Lehrhauses. I. Dr. Neumann — Englisch. a) für Anfänger ohne jede Vorkenntnisse, Dienstags ',8—9 Uhr. Beginn: 12. Oktober 1937 b) für Anfänger mit einigen Vorkenntnissen (z. B. des Anfängerlehrganges Ia des Sommerhalbjahres), Mittwochs 1 .8 9 Uhr. Beginn: 13. Oktober 1937. c) für etwas Fortgeschrittene (z. B. Hörer des Anfänger-Lehrganges!b des Sommerhalbjahres), Dienstags 9—1 .11 Uhr. Beginn: 12. Oktober 1937. d) für Fortgeschrittene (z. B. Hörer des Lehrganges Ic des Sommerhalbjahres), Montags 1 ,9- 10 Uhr. Beginn: ii. Oktober. e) für einfachere Lektüre und Konversation treibende Fortgeschrittene (z. B. Hörer des Lehrganges Id des Sommerhalbjahres), Mittwochs Q— VA.11 Uhr. Beginn: 13. Oktober 1937. f) für Lektüre und Konversation treibende portgeschrittene (Lehrgang le des Sommerhalbjahres), Donnerstags 1 '..9- 10 Uhr. Beginn: 14. Oktober 1937. Lehrmittel der englischen Sprachkurse: Kurs a) und b): Learning English, Ausgabe Gl, B. ü. Teubner (Verlagsnummer 3177), RM. 2.—. Kurs b) setzt Beherrschung dieses Lehrbuches bis Lektion 6 voraus. Kurs c) und d): I earning English, Ausgabe C 2, " ' --------"»*•• 3178). RM. 3.20. Kurs c) beginnt mit VII. Aber Hauptträger des Aufbaues sind und bleiben die öffentlichen Fonds keren Kajemeth und Keren Hajessod und die chaluzische lügend. Es ist wunderbar, was sie gerade in dieser kritischen 7pif rrpl*»ic+pf npij nr*»Cf*H*»f f*»« hihpn Irh nrrpif»» Kf&r MsItlfSW r"*ra,,c das erste Dorf der Makkabim. Im vorigen Jahre noch war es nur Diskussionsobjekt auf unseren A. C.-Sitzungen. Heute ist es Wirklichkeit. Die erste Ernte ist hereingebracht und hoch aufgeschichtet. Im großen gemauerten Stalle — alles selbst gefertigt, wie mir mit berechtigtem Stolz gesagt wird — drängen sich die Kühe; auch der junge Bulle wird gebührend bewundert. Hunderte von Hühnern beleben das Bild. An Stelle der alten Baracken werden schöne gemauerte Häuser gebaut; ein von einem schönen Garten umgebenes Tarbuthhaus ist bereits fertig. Und auch die ersten Babys sind schon in Kfar Makkabi eingetroffen. Wenn die projektierte Wasseranlage erst fertiggestellt wird, können noch Hunderte von Makkabim dort Arbeit und Existenz finden. Mit der zuversichtlichen Gewißheit, daß nicht nur unsere grundsätzliche, sondern auch unsere konkrete Auffassung vom Aufbau Palästinas sich als richtig erweist, scheide ich von den Freunden. VIII. Tausende vou Lichtern glitzern am Karmel. Im weißen Licht strahlt das Ruthenberg-Kraftwerk. Musik ertönt an Bord. Langsam setzt sich der Dampfer in Bewegung. Mit Papierstreifen suchen manche noch eine letzte Verbindung mit dem Lande herzustellen, bis die Arme kraftlos sinken. Eine Frau schluchzt laut auf. Wir fahren wieder zurück ins Galuth. diesem Lehrbuch; Kurs d) setzt dessen Beherrschung bis Lektion 24 voraus. — Kurs e): Krön, Stoffe zu englischen Sprechübungen. J. Bielefelds Verlag, RM. 1.65. Ferner: Everyday Life in England (Teubners neusprachliche Lektüre, Reihe I, Heft 32; Verlagsnummer 3442), RM. —.70. — Kurs f): Six Tales by Modern English Authors (Englische Schulbibliothek, Reihe A, Bd. 146 mit Wörterbuch), Rengersche Buchhandlung, RM. 1.20. Ferner: Speeches of British Statesme,n on Judaism and Zionism (Nr. 14 der Jüdischen Lesehefte), Schocken-Verlag, RM. —.33. II. Bieberkraut-Picard — Französisch. a) für Anfänger ohne Vorkenntnisse Dienstags von 8—10Uhr. Beginn: 12. Oktober 1937. b) für Anfänger mit einigen Kenntnissen (regelmäßige Verben und leichte Konversation) Donnertags von 8—10 Uhr. Beginn: 14. Oktober 1937. c) für Mittelfortgeschrittene (Lektüre, Konversation, leichte Korrespondenz) Montags von 8—10 Uhr. Beginn: 11. Oktober. d) für Fortgeschrittene (Lektüre, Konversation, Handelskorrespondenz) Mittwochs von 8—10 Uhr. Beginn: 13. Oktober 1937. III. cand. phil. Sturm — Systematische Einführung und methodische Fortbildung in der spanischen Sprache mit besonderer Berücksichtigung der Konversation. a) für Anfänger einmal wöchentlich ll/2 Stunde. Zeit wird noch bekanntgegeben. b) für Fortgeschrittene einmal wöchentlich l'/„ Stunde. Zeit wird noch bekanntgegeben. IV. candphil. Sturm — Systematische Einführung und methodische Fortbildung in der brasilianischen Sprache mit besonderer Berücksichtigung der Konversation. a) für Anfänger einmal wöchentlich l1 Stunde. Zeit wird noch holranntfrnirnHm DCKuluiMwf IDUI« b) für Fortgeschrittene einmal wöchentlich l1 ., Stunde. Zeit wird noch bekanntgegeben. V. Platzer — Kurzschrift. a) für Anfänger Montags 8—10 Uhr. Beginn: 11. Oktober 193" h) für Fortgeschrittene Donnerstags 8—10 Uhr. Beginn: 14. Oktober 1937. c) Eilschrift Dienstags 8-10 Uhr. Beginn: 12. Oktober 193". Jüdische Zeitschau Sportwettkämpfe für die jüdischen Schulen im Reiche. In Verbindung mit dem 3. Sportfest der Berliner jüdischen Schulen fanden Sportwettkämpfc für alle jüdischen Schulen Im Reiche statt. Di« Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland hatte zu Beginn des*Schuljahres 1937 Ausscheidungskämpfe für die Schulen des Reiche* mitgeschrieben, Die Schulen des Reiches veranstalteten örtlich oder bezirksweise Ausscheidungen und meldeten die aus den örtlichen Wertkämpfen als Sieger hervorgegangenen Schüler und Schülerinnen. Auf Grund der eingegangenen Meldungen wurden die Besten aus jeder Konkurrenz zu den im Rahmen des Berliner Schul- Sportfestes stattfindenden Sehlußkämpfcn nach Berlin eingeladen. Es traten schließlich insgesamt 20 Schüler an, und zwar aus: Ahlem, Breslau, Coburg, Dortmund, Frankfurt. M., Haigerloch, Hamburg) Hannover, Köln, Königsberg, Leipzig, Mainz, Wiesbaden. Zum großen Teil gelang es auch diesen Schillern und- Jugendlichen, im Rahmen des Berliner Sportfestes in den einzelnen Konkurrenzen beachtliche Leistungen zu erringen. Dankenswerterweise hat die Schul Verwaltung der Jüdischen Gemeinde die Eingliederung der Kämpfe der Schüler