Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 33 (13.8.1937)
- Date
- 1937-08-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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13. August 1937/Nr. 33 JODISCHES GEMEINDEBLATT LEIPZIG Seite 3 Morgen Sportfest der Jüdisdien lugend I Einzelkämofe Mannschaftskämpfe § veranstaltet vom Spcrtveicin „amnrr Leipzig, Sportplatz Thekla (Endstation Straßenbahn 1) Meldungen u.a. aus: Berlin . . . Halle Chemnitz . Magdeburg uresden . . Stuttgart. . Fürth .... Wurzburg . Vorkämpfe 9 Ulu' Hauptkämpfe 14 Uhr S j P nr f* t f» h t Ii ri nr I Die glückliche Oeburt einer gesunden Tochter zeigen in dankbarer Freude an. Leo Feiner und Frau Hirn Leipzig, 2. Ellul 5697, z. Zt. Dittrichring 20a. geb. Herzberg. Manfred Schwarz Hilde Schwarz geb. Baumann Vermählte Berlin-Westend, Eschen-Allee 34, 10. August 1937, z. Zt. auf Reisen Talnm^^ Keüstraße 4 (Brodyer Schul) Der Verkauf der Synagogenplätze beginnt Sonntag, den 15. 8. und wird werktäglich v. 17 bis 19 Uiii fortgesetzt den, ohne daß sie ausdrücklich vorgenommen worden wäre. Wenn in dem Gebiet, das uns zugesprochen werden wird, durch Änderungen, die wir durchfühlen müssen, dasselbe möglich ist, so haben wir in materieller Beziehung nur etwas aufgegeben, was wir kolonisatorisch gegenwärtig nicht besitzen. Welches sind also die Änderungen, die nach unserer Meinung notwendig sind, um das Projekt überhaupt als Basis für eine Verhandlung annehmen zu können? Da ist zunächst der Punkt Jerusalem. 70000 Juden in Jerusalem sind für uns von großer Bedeutung, und wir haben einen Anspruch auf die neuen, fast rein jüdischen Stadtteile Jerusalems. Der zweite wichtige Punkt ist die i'rage der Souveränität. Ein Staat ist entweder souverän oder r ist es nicht. Und wir müssen beachten, daß Souveränität nicht .renannt werden kann, was in Wirklichkeit nur ein Obergangsstadium ist. Das Peel-Projekt beeinträchtigt die Souveränität in verschiedenen Punkten, vor allem durch die vier temporären Mandate iiber Safed, AkPko, Haifa und Tiberias. Wir verlangten in unseren Besprechungen, daß diese Inseln mitten im Judenstaat nur für eine ganz bestimmte Zeit eingerichtet werden, fflr zwei bis drei Jahre, aber nicht länger. Weizmann sprach kurz über die Trage des Hafens von Tel Awiw, erwähnte das Problem der Zollkontrolle, des Finanzwesens nid des Korridors, betonte die Notwendigkeit eigener Leitung des Immigrationswesens schon in der Übergangszeit und wandte sich ilann den territorialen Fragen zu. Entscheidend sei die Frage, ob iler Jildenstaat eine nennenswerte Einwanderung von 30 60000 jährlich in den nächsten 20 oder 25 Jahren ermögliche, Die praktischen Vorschläge für Ansiedelung, die von den jüdischen Experten der Kommission gemacht wurden, .ließen sich folgendermaßen zuammenfassen: Wir sagten uns: wenn von den drei Millionen Dunam bewässerharen Bodens, die in der KÜStenebene, um Heisan und int Hule- Gebiet hegen, uns in den nächsten zwanzig Jahren! Million Dunam nr Verfügung geslclii wird, so daß wir die Möglichkeit haben, diesen Boden ohne Beschränkung im Laufe von zwanzig Jahren zu kaufen, also 50000 Dunam bewässerbaren Bodens im Jahr*, so wäre das die Grundlage einer Tätigkeit für die nächsten zwanzig Jahre. Die Rechnung kennen Sie: 50000 Dunam bedeutet 2500 Familien auf dem Boden, 7500 Familien in der Stadt, zusammen also 10000 Nach weiterer Erörterung einer Reihe territorialer Fragen schl >ß Wdzmann: Ich will jetzt nicht über die Vor- und Nachteile des Planes sprechen, das werde ich am Schluß der Debatte tun. Ich Will nur sagen: jetzt eröffnen sieh größere Chancen für den Frieden mit den Arabern als je zuvor. Bis jetzt hatten wir ihnen nicht viel zu bieten; zum ersten Male werden wir eine gewisse Kraft bedeuten, und wir werden ihnen für ein Entgegenkommen etwas zu I ieten haben. Und das ist die erste Grundlage für friedliche Ver- Zu der s.G.w., 21. Aug. in der Qemehde-Synag. stattfindenden Barmizwah unseres Sohnes Martin laden wir nur hiermit unsere Bekannten u. Verwandten ein. Muses u. Paula Lerch geb. Petruschka. Kiddusch 12 bis 2 Uhr bei Barchasch, LiviastraBe 5. Statt Karten! Zu der s.G.w., am 21. Aug. Parschas Kisejze in der Synagoge Ohel Jakob stattfindenden Rarmizwahfeier unseres Sohnes Simon laden wir nur hierdurch unsere Freunde, Verwandte und Bekannte ergebenst ein. Josef Kugle r und Frau Jlanja Empfang 12 bis 3 Uhr, Funkenburgstr. 6, I. geb. Kupfer. Niedergebra üftirjam Nettael Max II Irsch körn Verlobte 8. August 1937 Marburg a d. Lahn aller Art M. Loewenthal Ruf: 35922 Handlungen zwischen Völkern. Das ist u. a. einer der wesentlichen Vorzüge des ganzen Projektes. Im Verlaufe der weiteren Aussprache sprachen U. a. der Führer der Allgemeinen Zionisten (Gruppe B) Ostgalizienfi Dr. Emil Schmorak, Meir (iroßinann im Namen der Judenstaatspartei und der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas. Dr. Stephen S. Wise ein entschiedenes Nein zum Teilungsplan, während der Vorsitzende der Executive, David Ben Gurion sieh für ihn einsetzte: er nannte den jetzt angebotenen Judenstaat „eine Etappe in der Verwirklichung des Zionismus". Nach Abschluß der Aussprache wurde eine engere Kommission eingesetzt, um gemeinsam mit dem Präsidium und der Executive die politische Resolution auszuarbeiten, die dem Kongreß vorgelegt weiden soll. Eine Koalition aller Gruppen und Delegierten, die Gegner des Teilungsplanes sind, Misraehi, Haschomer, Hazak, Judenstaatspartei, die Mehrheit der Gruppe B und viele Delegierte der Gruppe A, beschloß, eine zweite Resolution einzubringen, die sich gegen jede Form der Teilung und für die Durchführung des Mandates ausspricht. Amtliche Bekanntmachungen Kassciisluuden de« Sozialamtes sind bis auf weiteres nur nachtu i 11 a g s von 4—6 Uhr. Leipzig, den 10. 8. 19'37. Sozialamt der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. GOtteSdienSte vom 2fl. bis 26. August. Gemeindesynagoge. Freitag, 20. 8. 1937, Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 21.8. 1917, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdientt 15,15 Uhr mit Predigt, Nachmittagsgebet 19.J5 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 20,05 Uhr. — Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Svnagoge. Svnagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Str. Freitag, 20. 8., Abendgebet 19 Uhr. Sonnabend, 21.8.. Morgengebet 8,30 Uhr, Minchoh 17 Uhr, Ausgang 20,05 Uhr. — Wochentag: Morgens 7, abends 19 Uhr. I HANDELSBANK IWRIA E.e. m.b.H. Ritterstraße 23/29 Telefon 15831 Ausführung aller Bankgeschäfte