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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-06-25 · 26 (25.6.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
26 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 25. Juni 1037 Abrabanei-Äusstellung in New York. Anläßlich des Abrabanel- Jubiläums hat das Jüdisch-Theologischt' Seminar in New York in seinem Museum eine Abrabanel-Ausstellung veranstaltet Die Ausstellung umfaßt eine Reihe von Gegenständen von hohem Seltenheitswert, darunter ein I5il gedrucktes Exemplar eines Werkes von Don Isaac Abrabanel, von dem es auf der Welt Oberhaupt nur zwei Exemplare gibt Die Ausstellung wurde von dem Mir.-n«- .....;,;;,',„,,;,,.*, riul. Alexander mar KS, organisiert. (J'w Unsere Gemeinde Nachricht des Sozialamtes. Für die neu umgebaute Haushaltschulc werden folgende Gegenstände benötigt: Schreibtisch, Sessel, Stühle, Teppich, Bilder, Bücherschrank. Spenden «erden dankend Entgegengenommen. Jubiläums-hestakt der Zionistischen Vereinigung. I kr 40. Jahrestag der Gründung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland fällt in eine Zeit der Hochspannung. Die nächsten Wochen und Monate, die den Berieht der Royal (Kommission, die Vorschlage der l ondoner Regierung und die Entscheidung in Genf bringen werden, sind die SchicKSalsschwciaieii, die die Bewegung seit den Tagen der Balfoui-Deklaration durchmacht. Nicht nur für den Zionismus allein und stiii mit nie ruhendem Elan vorgetriebenes Werk sind sie entscheidend, sondern für das Weltjudentum schlechthin. So ist es verständlich, daß der Schwerpunkt der Feier nicht in dem geläufigen Schmuck des äußeren Rahmens lag, sondern in dem großangelegten Referat von Michail Traub, der mit ungeheurer Eindringlichkeit und tiefem Ernst unsere Situation umriß. Es war kein Vortrag mit rhetorisch hinreißenden Effekten: es war vielmehr eine tiefschürfende staatspolitische Vorlesung, eine nichts beschönigende und verhüllende Analyst' der palästinensischen Gegenwart und ein politischer FxUnrs übei' die Möglichkeiten der diplomatischen Entscheidung und unsere Stellungnahme hier/u. Es wurde uns klar gemacht, daß unser jüdisch»- Schicksal ein weltpolitischer Faktor geworden ist, und wir wurden belehrt, daß die grandiose Haltung iles Jischuw in den letzten anderthalb Jahren und die allen Widerständen /um Trotz unbeirrt weitergehende kolonisatorische, wirtschaftliche und kulturelle Arbeit in Lre/ Jisrael politische Aktivposten sind in dieser historisch bedeutsamen Stunde und daß jedem ein/einen Juden, wo auch immer, hieraus die Pflicht erwachst, ihn eh bewußte und positive Stellungnahme hierzu unsere Position /u stärken. Angesichts der tiefgehenden Wirkung, die die mehr als zweistündigen Ausführungen Trauhs auf das ernst und angespannt folgende Publikum machten, traten die schmückenden Elemente der Stunde naturgemäß in den Hintergrund. Wir vermerken nur. daß unser Mendelssohn-Trio ein Nocturne von Ernest Bloch und den 2. Satz des C-moll-Trios von Mendelssohn mit bewährter Meisterschaft vortrug. Dr. R. Amtliche Bekanntmachungen Klciderstellc in Not! Die Klciderstellc benötigt dringend Herren-, Damen- und Kindergarderobe aller Art, sowie Wäsche und Schuhwerk. Wir richten daher an unsere Uemeindemitglieder die herzliche Bitte, alles irgendwie Entbehrliche für unsere bedürftigen Glaubensgenossen zur Verfügung zu stellen. Es wird höflichst darum ersucht, mir solche Sachen zu spenden, die noch gebrauchsfähig und in sauberem Zustande sind. Die Kleidungsstücke werden auf Wunsch abgeholt Meldungen erbitten wir an das Wohlfahrtsamt, Leipzig C1, Walter Blümcl-StralJe 10, Tel. 21.182. Wohlfahrtsamt der Israelitischen Rcligionsgemcindc zu Leipzig. Verbilligter oder freier Zutritt zum Besuche der Ciemoindesyivirfoge an der. hohen Feteriagen wird nur gewährt, wenn dies durch ilie Vermögens- und Einkoinmensvcrhältili»se begründet ist. In allen Fällen ist ein schriftliches Gesuch, dessen Nachprüfung durch unser Wohlfahrtsamt vorbehalten bleibt, bis spätestens /um I. August I9T7 bei uns einzureichen. Leipzig, den 21. Juni 1037. Der Vorstand der israelitischen Religioitsgeiticiude zu Leipzig. Erfassung der jüdischen Gehörlosen (Taubstummen). Von der Selbsthilfegruppe der jüdischen Gehörlosen (Taubstummen) in Deutschland E. V., w erden w ir aufgefordert, die jüdischen Gehörlosen (Taubstummen) gleich welchen Alters und Geschlechts /ii erfassen. Die jüdischen raubstummen sollen dadurch von der Organisation um1 Tätigkeit der Selhstliilt'egruppe Kenntnis erhalten. Wir bitten deshalb, entsprechende Meldungen mit genauester Anschrift unserem Wohlfahrtsamt zugehen zu lassen. I.eip/ig, den 21. Juni 1937. Wohlfahrtsamt der israelitischen ReHgionsgemeipde zu Leipzig. Gottesdienste vom 2. bis 8. juu. Gemeindesynagoge. Freitag, 2. Juli 1937, Abend jeb« i I1» Uhr, Sonnabend, 3. Juli, Morgeugebet 9 Diu, Nachmittagsgebet 20.55Uhr, Abendgebet 21,26 Uhr. Oottesdiensl an Werktagen in der Ez- Chaim-Synagoge. Synagoge Ez-Chaim, Otto-Schill-Str. Freitag, 2. Juli, Abendgebet 19,15 Uhr. Sonnabend, 3. Juli, Morgengebet 8,'J0 Uhr, Minchoh 17 Uhr, anschließend Schulchan-Aruch-Erklärung von Herrn Rabb. Dr. Ochs, Ausgang 21,2b Uhr. — Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends I«» Uhr. Tnim..ri tk?.. c.._-- KwWi. **■ rreitag. 2. Juli, ahend 19.3(1 Uhr. Sonnabend frön! :::r, Miüch* '.7 Uhr, misgang '21,2b Uhr. Wochentags früh 7 Uhr, abends 19,'iO Uhr. Synagoge „Obel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 2. Juli, Abendg. I9.J0 Uhr. Sabbat, 3. Juli, Morgeng. 8,30, Minchag. 17 Uhr, Abendg. 21,2b Uhr. — Wochentags: Morgeng. 7, Abendg. 19,30 Uhr. Personenstandsnachrichten Geburt: r). Juni 1037, Gerszon Willner und Frau Agata Gusta geb. Dcrfler. Leibnizstraße 7, einen Sohn „Leopold Berthold''. Trauungen: Dienstag. 15. Juni 1937, Fräulein Frieda Pollack, Jakobstralk 11, mit Herrn Nikolaus Pels, Marieustraße 15. Dienstag, 15. Juni 1937, Fräulein Golda Michlewitsch, Funkenburgstraße 10, mit Herrn Richard Lentschner, Dittrichring 7. Donnerstag, $4. Juni 1937, Fräulein Anna Sehan/er, Gohliser Str. 2, mit Herrn Markus l uchs, Berliner Straße 17. Todesfälle: II. Juni 1937 Posalic Zeidler, Wendenstraße 2. 19. Juni 1937 Sigmund Neumanii, Chemnitz. 20. Juni 1937 Max Poscnfelder, Funkenhurgstraßc 27. 21. Juni 1937 Zdenka lausig, Marienstraße 7. Aus dem Gemeindeamt Wohnungswechsel des Herrn Gemeinderabbiner Dr. Ochs. Ab 30. Juni 1937 ist die Adresse des Herrn Gemeinderabbiner Dr. David Ochs nicht mehr ITegestraße 30, sondern Leibnizstraße 30. Sprechstunden sind wie bisher Montag, Dienstag und Donnerstag von 16—17 Uhr. Ferusprech-Nr. 27Siy. Bevorstehende Veranstaltungen 27. Juni: Sportverein „Bar Kochba": Palästina-Handballmeister in Leipzig heim großen Sportfest des Bar Kochba. -1. Juli: Sportveranstaltung anläßlich der Einweihung des Unterkunftshautes auf iem Schüdplatz in Thekla. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Mau wußte kaum mehr, daß in Leipzig noch Fußball gespielt wird, so lange schon vermißte man snf hiesige« Plauen dieses Jyiel, die nächste Zeit wird dafür für genügenden Ausgleich sorgen. Diese Woche traten mal wieder drei Fußballmannschaften des „Schild" gegen die Berliner „J.S.G." an; die Knaben hielten sich recht annehmbar und unterlagen nach aufopferndem Spiel 3:1, die „Alten Herren" mit einem starken Schuß Jugend kamen um eine I (-Niederlage nicht herum, die ihnen jedoch erst in den allerletzten Minuten aufgebrummt wurde. Nur die I. Elf holte gegen eine kombinierte Mannschaft einen glatten 5:1-Sieg heraus; wenn diese II jungen Berliner erst die nötige Ausdauer zu ihrer Schnelligkeit und Spielauffassung bekommen, werden sie schon in Kürze die Mannschaft der „J.S.G." sein, sie verlangten der Platzeli vor allem in der 1. Hälfte alles ab, nachher allerdings setzte sieh doch die größere Routine durch, die bei der Hintermannschaft um stärksten in Erscheinung trat. „Bar Kochba" beteiligte sich mit 50 Aktiven am Jubiläums- Sportlest des „15. K."-Dresden, die von allen Startenden am erfolgreichsten abschnitten. Dieser Veranstaltung waren außerdem zwei lahresbestleistungen beschieden, Selma Schulmann - Berlin stieß die Kugel 9,71 in und unser Sandor Nebenzahl warf den Speer 12,08 in. Von den übrigen llrgebnisscn sind der abermalige Weitsprungsieg von Max Sieradzki mit 6,25 in, die Erfolge der Jugendlichen Bubi Braun (Kugelstoß 11,21 in, Weitsprung 5,68 m), Salo Holzers 100 m in 12,0 Sek., und vor allem die fabelhafte 100 m-Zeil von 12 Sek. des Berliner Ehrlich erwähnenswert. — Und morgen . . eigentlich erübrigte es sieh, nochmals auf das morgige Ereignis auf dem ,,B. K."-IMat/ hinzuweisen. Wenn man weiß, und mag es der größte Nichtsportier sein, daß eine Handballmannschaft aus Erei Israel ZU uns kommt, die in wenigen Tagen von Stadt zu Stadt, von I and zu Land eilt, um als Kcpräseutat des palästinensischen Sports Zeugnis abzulegen vom Wollen und Können der dortigen jüdischen Jugend, dann sollte diese Tatsache schon alleui genügen, Zeuge, dankbarer /enge dieses Spiels /u sein. Das morgige Treffen mufl für uns alle ein Pili cht spiel sein, zumal sich „Bar Kochhi" selbstverständlich die größte Mühe gegeben hat, einem solch seltenen Kampf den würdigen Rahmen ZU geben: Neben dem Fußballspiel der Jugend gegen den Berliner „Bar Kochha'-Hakoah" haben auch die Leichtathleten das Wort, und das größte werden hierbei jrn KM) m-Lauf der Berliner Dr. Lewin und die Makkabiahsiegerin Lili Kendziorra, Hamburg, haben. Kann ein jüdischer Sportverein heute mehr für »eine Jugend und seine Anhänger tun??!! . . .

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