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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-06-04 · 23 (4.6.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
23 (4.6.1937)
Date
1937-06-04
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 4. Juni 1937 Dr. M. Weinberg (Rabbiner): Die Memorbücher der jüdischen Gemeinden in Bayern. Prankfurt Main 1937 (Verlag S. Neuniann). Die schweren Erschütterungen, denen die jüdischen Gemeinden in Main/, Worms, Speyer in fahre 1096 ausgesetzt waren, gaben den Anlaß, Listen mit den Namen der Opfer jener läge aufzustellen. Auf die««- i i«ten ''''r wo« ijMcniorbüchcr" «... rück l" keinem Gebiet Deutsch!»;;«., war c. »o verbreitet wie in Bayern; fast jede frankische und schwäbische Gemeinde hatte ihr Memorbuch. Ein ausgezeichneter Sachkenner, Rabbiner Dr. Weinberg, beschreibt uns diese besonders für die Faniilienfoischung wesentlichen Quellschriften, um ihre wichtigsten Teile festzuhalten. Er will den üblichen Namen Memorbuch durch die aus der Anlage dieser Bücher mehr gerechtfertigte Bezeichnung „Almemorbuch" ersetzt wissen und begründet dies überzeugend damit, daß die Listen von verdienten Juden, insbesondere Märtyrern, nur einen Teil des Inhalts bilden; daneben stehen Gebete, die auf dem Almemor ver-i lesen werden. Das vorliegende Heft macht neunzehn dieser Geschichtsquellen dem Historiker zugänglich; es gibt eine sorgfältige Beschreibung der Bücher, verzeichnet die in ihnen angeführten Namen Uiid gibt alle bemerkenswerten hebräischen hintragungen in exakter wissenschaftlicher Form wieder. Auch eine stattliche Reihe von Bildbeigaben fehlen nicht. ■— Die Arbeit wird vielen, die ihre Familienzusammenhängc verfolgen, ein wichtiges Hilfsmittel werden. Auch die kulturgeschichtliche Forschung wird sie mit Nutzen verwenden. Es ist zu wünschen, daß die weiteren Hefte bald folgen können. G. C. JUdischc Welt. Jüdische Erzählungen des Auslandes. Berlin 1937 (Jüdische Buch Vereinigung). Die Literatur ist das Spiegelbild einer Volksgruppe. Iis ist daher ein interessantes Experiment, wenn die Jüdische Buchvereinigung in einem Sammclbaude Litcraturproben jüdischer Autoren verschiedenster Länder zusammengestellt hat. Wir finden jüdische Verfasser aus England, aus Amerika, aus Frankreich. Rußland. Holland, Tschechoslowakei, ferner Übersetzungen aus dem Hebräischen und Jiddischen. Trotz der verschiedensten Wirtsvölker handelt es sich zumeist um ostjüdische Verfasser. Es ist aber interessant, die Einwirkung des Milieus in diesen ausgewählten Proben zu beobachten. Grundton der Erzählungen aus dem Russischen und Jiddischen ist die wirtschaftliche Not, die Schwere des Judcscius. Charakteristisch für die amerikanische Autorin ist der schnelle wirtschaftliche Aufstieg der von ihr geschilderten Menschen. Unverkennbar zeigen die beiden Erzählungen der jüdischen Autoren aus Frankreicli den Einfluß französischer Literaturgattung. Wenn man unter diesem (iesiclitspunkt den interessanten Samiuelband betrachtet, wird er mehr als bloße Unterhaltungsliteratur bieten. ec Rundbrief der Mitteistciie für jüdische Erwachsenenbildung. Die Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung versendet einen Rundbrief, der wiederum eine Fülle wertvollster Anregungen für die Vertiefung der Arbeiten zur Erwachsenenbildung verbreitet. Martin Bubers Frankfurter Lehrhausrede „Bildung und Weltanschauung'4 gipfelt in seiner Forderung, daß der Mensch zu bilden ist, der zwischen Scheinvcrwirküchung und echter Verwirklichung zu scheiden weiß, den Schein verwirft und die Wirklichkeit erwählt. — Für die praktische Arbeit ungemein wertvoll sind der Grundriß einer Arbeitsgemeinschaft von Dr. Max Eschelbacher über „Der Jude und der Mensch der Umwelt nach der Lehre des Judentums" und „Umriß eines Eiuffihrungslehrgangs in die Geschichte der Juden während des Mittelalters" von Dr. Ludwig Feuchtwauger. Neben der Wiedergabe eines „Briefwechsels über Lektüre und Behandlung des Poems ,Der Großinquisitor' von Dostojewski" und einer lebensvollen Formulierung von zwölf Leitsätzen zur Förderung des Gesanges von Karl Adler, stehen weitere kleinere Beiträge, die sehr geeignet sind, die Arbeiten der Erwachsenenbildung vorwäi Iszuführen. Beigegeben ist: Martin Buber, „Die Vorurteile der Jugend" aus einer Ansprache an die jüdische Jugend. — Der Rundbrief ist gegen Einsendung von 30 Pfg. zuzügl. der Portokostcu durch die Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung, Frankfurt (Maiii)-Ginnheim, Fuchshohl 6;, zu beziehen. Torczyner-Bibel. Wie der Verlag J. Kauffmann, Frankfurt a.M., mitteilt, wird der in unseren Blättern ausgesprochene Wunsch nach einer billigen Volksausgabe dieser neuen Bibelübersetzung schon bald erfüllt sein. Eine einbändige Ausgabe, auf Dünndruckpapier, die den ungekürzten Text der vierbändigen Ausgabe enthält, wird in aller Kürze vorliegen. Der Preis dieser einbändigen Bibelausgabe, die in biegsames Ganzleinen gebunden ist, beträgt M. 7.50. Konzert und Theater Orchesterkonzert des Collegium musicum. Dieses Kammerorchesterkonzert unter Barnet Licht unterschied sich vorteilhaft von seinen Vorgängern dadurch, daß eine Anzahl Solisten, mit und ohne Orchesterbegleitung, die Vortragsfolge belebte, eine Maßnahme, die der Gefahr der Eintönigkeit eines ganzen Abends Streichmusik glücklich begegnet und deren Ausdehnung auch auf Vokalsolisten, Sonaten für Violine und Klavier usw. zu befürworten ist. So hörten wir Vivaldis frisches A-moll-Violinkonzert in bester Ausführung durch Dora Lepski-Stisson, und die Cello-Serenade D-moll von Ro- QthlftoilllaP Ku*en' Berthe$i Konditoreiwaren. Bestellungen retht- OIIIIIlCllllCl zeitig erbet. Nordstr. 25, Frankfurt. Str. it, Tel. 255 68 bert Volkmann, deren allerdings scho» stark verstaubter Reiz «i.»- Scüctin Hc'cn ou«mu wenig /uircucnues not und die übrigens als SciituSiiuHiiuci des Programmen Uenkbar ungünstig placiert war. Dazwischen spielte Tanja Ury-Zunser mit gewohnter Meisterschaft Liszts einsätzige Klaviersonate in H-moll. Das Orchester bot neben einem Concerto grosso von Handel zwei „Sinfonien" für Streicher des fruchtbaren Vivaldi in Erstaufführung. Es sind typische Vertreter dieser dreisätzigen italienischen Konzertform, die mit leichter Hand und nie versiegender melodischer Erfindung in ungeheuren Mengen produziert wurde und von der noch viel Ungehobenes in den Archiven ruht. Die reizvollen Werke fanden eine stilecht unbeschwerte und wohlgelungene Darstellung. Bedauerlich schwach war der Besuch des interessanten und wertvollen Abends. Dr. R. Der Verein polnischer Kaufleute «nd Gewerbetreibender veranstaltete zugunsten bedürftiger Schulkinder einen Kultur- und Gescllschaftsabcud, der mit Begrüßungsworten des Vorsitzenden Herrn J. Ader und des polnischen Vizekonsuls Herrn Talaszcwicz. eingeleitet wurde. Darauf hörten wir eine junge Pianistin l.ischka Schenkalowski, die das C-inoll-Nocturne von Fr. Chopin und die Etüde-Fontaine himineuse von Serge Bortkiewicz mit nettem Anschlag und gutem Grad Technik spielte. Die beiden Brüder Heinz Meyer (Vioüne) und Fritz Meyer (Klavier) aus Dresden waren eine Überraschung. Der 13jährige Geiger Heinz spielte zwei virtuose Stücke „La cappriciosa von Franz Ries und Große Konzertpolonaisc Nr. 1 von H. Wieniawski" ganz ausgezeichnet. Er ist technisch weit vorgeschritten und hat die besten Anlagen, in Zukunft ein virtuoser Geiger ZU weiden. Sein Bruder Fritz. (12 Jahre) begleitete ihn am Klavier peinlich sauber. Den Höhepunkt der musikalischen Dar bietungen bildete Paul Niederland mit seinem Schulorchestcr. Es ist ein großes Verdienst von ihm, daß er das Orchester so weit und so gut geschult hat, daß es in der Öffentlichkeit erfolgreich auftreten kann. Die Kindersinfonie von Carl Reinecke wurde flott gespielt und Paul Niedcrland hatte das Orchester fest in Händen. Viel Freude machte allen der kleine 6jährige Geiger im Orchester, der tüchtigen Strich hatte und neben seinem großen Nachbar begeistert mitgeigte. tt. £. Saü Mode-Ileulieiten Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Gesamtergebnisse der Trainingswettkämpfe des „Bar Kochba" am 9. 5. 1937: Mädchen Jahrgang 25 und später: 50 m; 1. weinrauch 8,3, 2. Icitelbaum 8,5, "3. Messing 8,8 Sek. Schlagballweitvverfen: 1. weinrauch 30,80 m, 2. Messing 25,50 m, 3. Tänzer 19,12 m. Weit sprung: 1. Messing 3,52 m, 2. Weinrauch 3,30 m, 3. Tänzer 3,30 m. Weibl. Jugend, Jahrg. 23/24: 100 m: 1. Goldstein 14,4, 2. Warschauer 14,8, 3. Scheiner 14,8 Sek. Kugelstoßen: 1. Scheiner 5,% m, 2. Gewürtz 5,75 tn, 3. Warschauer 5,40 in. Weitsprung: 1. Goldstein 4,28 m, 2. Fuchs 3,93 m. 3. Scheiner 3,92 m. — Weibl, lugend Jahn 21 22: 100 m: 1. Rosenfeld 15,1, 2. Borenfreund 15.9, 3. Wydra 15,4. Diskuswerfen: I. Rosenfeld 21,63 m, 2. Borenfreund 13,90 m, 3. Eidinger 11,07 m. Kugelstoßen: 1. Rosenfeld 6,92 m, 2. Wydra 6,86 m, 3. Taub 0,52 m. Knaben, Jahrg. 25 und später: 50 m: 1. Bursclityn 7,8, 2. Berger 7,8, 3. E. Sigall 8,2. Weitsprung: 1. Koppold 3.61 in. 2. Burschtvn 3,50 in, 3. E. Sigall 3,45 m. Schlagballweitwerfen 1. Berger 44,80 m, 2. Händel 44,10 in, 3. Koppold 3S.90 m. Mänul. Jugend. Jahrg. 23/24: 100 m: 1. Frenkcl 13,9, 2. Kalter 14,4, 3. Bergwerk 14,4 Sek. Hochsprung: l. Frenke! l,38 m, 2. Bergwerk 1,28 m, 3. Hirschkorn 1,13 m. Kugelstoßen: 1. Frenke! 7,10 m, 2. Bergwerk 6,96 in. 3. Kalter 6,88 m. — Männl. Jugend, Jalim 21,22: 100 m: 1. Braun 12,7, 2. Scheiner 13,1, 3. Burschtyn 13,3 Sek. 1000 m: I. Weißkirch 3,18,7, 2. Krämer 3,18,8, 3. Braun 3,24,8 Mm. Weitsprung: 1. Braun 5,42 m, 2. Schklanewitz 4,87 m, 3. Scheiner 4,81 m. Speerwerfen: 1. Weißkirch 31,00 in, 2. Braun 30,75 m, 3. Gänger, A. 23,40 m. Kugelstoßen: I. Braun 10,77 in, 2. Gänger, Alex 8,97 in, 3. Schklanewitz 8,76 m. — Männl. Jugend, lahrg. 19 20: 100 m: [\. Hölzer 12,4, 2. Grün 13,4, 3. Storch 13,4 Sek. Kugelstoßen: 1. Holzer 9,28 m, 2. Grün 8,85 m, 3. Beer 8,52 in. Diskuswerfen: 1. Rabinowitsch 25,58 m, 2. Holzer 24,40 m. 3. Beer 23.88 m. Speerwerfen: I. Holzer 31,00 m, 2. Storch 24,80 in, 3. Grün 21,20 id. Hochsprung: 1. Stein 1,42 m, 2. Grün 1,33 m, 3. Holzer 1,33 Id. 1000 in: 1. Rabinowitsch 3,4, 6, 2. Storch 3,13,2 Min., 3. Heim. - Herren: 100 m: 1. M. Sieradzki 12,2, 2. Stcruheim 12,4, 3. Kauber 12,7 Sek. Weitsprung: 1. Wasserlauf 6,09 m, 2. Sieradzki 6,04 rd, 3. Sternheim 5,93 m. Diskuswerfen: 1. Rutkowsky 26,36 tn, 2. Wasserlauf 26,28 m, 3. Sieradzki 24,62 in.' Kueelstoßen: 1. Wasserlai' 1W,54 m, 2. Sieradzki 9,51 m, 3. Sternheim'9,23 m. — Alte Herren: 100 m: 1. Dr. Kost 14,2, 2. Jackson 15,0, 3. Barchasch 15,2 Sek- Kugelstoßen: 1. H. Sieradzki 7,08 m, 2. Jackson 6,60 m, 3. Sprung 6,13 in. Weitsprung: 1. Neuburger 5,04 in, 2. Posner 4,76 m, 3. 0t> Kost 4,44 m.

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