Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 19 (7.5.1937)
- Date
- 1937-05-07
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 ÜEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIÜNSÜEMEINÜE ZU LE1PZIQ 7. Mai 193? mit Sperrmark gebauten oder gekauften Grundstücken, Gewinnanteile aus Sperrmarkbeteiligungen verwendet werden? Eine Verwendung derartiger Zinsen, Mieten usw. zu langfristigen Kapitalsanlagen und zur Bezahlung von Waren ist unzulässig; ausgenommen sind Versicherungsbeiträge und zusätzliche Exporte. Im übrigen können v;r.^?r gcuciiungte« aouder- Kunto eingezahlt werden, aus welchem bestimmte ^»hhülJJCÖ (UsUi> hait, Steuern usw.) geleistet werden können. Abgesehen hiervon sind Vermögenserträgnisse an die Konversionskasse für deutscht Auslandsschulden zu zahlen, die dafür verzinsliche Schuldverschreibungen ausgibt, die an die Deutsche Golddiskontbank izeren Reif*!»1 mark mit i'in«»m *b«cfc!sz .\..UouIi weruen Können. Für mehrere Länder, so z.B. für HolNnH bestehe:: Swiiu«vwciuÖMWigen,«die einen ettektiven Zinstransfer vorsehen. Um Erez Israel Aufruf zur Schäkel-Aktion. Im August d. j. wird in Basel der XX. Zionisten-Kongreß zusammentreten. Vor vierzig Jahren, im Jahre 1897, hat Theodor Herzl den 1. Zionisteu-Kongreb' eröffnet Der umwälzenden Erkenntnis, daß die Judenfn-fge eine politische Frage ist, die im Rate der Nationen geregelt werden muß. folgte die umgestaltende Tat. Die freie, unbefangene Erörterung der Judenfrage von der Tribüne des Zionisten- Kongresses brachte Bewegung in das jüdische Volk. Der Kampf um die Erneuerung jüdischen Lebens in staatlicher Form, auf dem Boden, von dem es in alter Zeit ausgegangen, gab dem jüdischen Menschen Haltung und Würde. Die nationale Wiedergeburt gewann in der Zionistischen Organisation ihre erste, vorläufige Gestalt. Mit Stolz und Dankbarkeit gedenken wir der Männer, die im gleichen Jahre die Nationaljüdische Vereinigung für Deutschland begründeten, die Vorläuferin der späteren ZVfl). Auf vier Jahrzehnte eines unablässigen, schweren Ringens mit allen Mächten eines ungeschichtlichen Angleichungs- und Auflösungssticbens bücken wir zurück. Mit innerer Genugtuung dürfen wir sagen, daß das Werk der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in dieser Epoche nicht vergeblich war. Ihm ist es zu verdanken, daß die jüdische Gemeinschaft dieses Landes den Rückweg in den eigenen Bereich gefunden hat, als einstige Vorstellungen über Sinn und Ziel ihres Lebens zerbrachen. Die Judenheit in Deutschland hat zum Aufbauwerk in Palästina eine echte, lebendige Beziehung gewinnen können. Sie dankt es dem Zionismus ais der Kraft, die das jüdische Volk lehrt und führt. Die Schekel-Aktion dieses Jahres soll bekunden, wie stark und wesentlich der Geist des Zionismus und die Wirklichkeit Erez Israels die Judenheit in Deutschland umgestaltet haben. Die Wahrhaftigkeit ihres nationalen Bekenntnisses, der Ernst ihrer Hingabe für das Werk des Aufbaus im Lande der Väter, die Reife ihrer Einsicht in die Notwendigkeiten ihrer eigenen Situation werden aus dem Ergebnis der Sehekel-Aktion zu erkennen sein. Voll innerer Erregung beobachten wir die Entwicklung, die die Palästinapolitik in der letzten Zeit genommen hat. Alles kommt darauf an, daß der XX. Zionisten-Kongreß als wahre und umfassende Vertretung des jüdischen Palästinawillcns seine Stimme erheben kann. Jeder Einzelne muß dnreh Zahlung des Schekels diese Vertretung stärken, jeder Einzelne trägt die Verantwortung für die Zukunft des Ganzen. Wir rufen das jüdische Volk in Deutschland auf, mit aller Kraft die Schekel-Aktion aufzunehmen und durchzuführen. Die Stunde der Entscheidung muß uns geschlossen und bereit finden! Zionistische Vereinigung für Deutschland. Der Geschäftsführende Ausschuß Benno Cohn, Isi Eisner, Hans Friedenthal, Georg Josephthal, Alfred Lehmann, Georg Lubinski, Franz Meyer. Adolf Michaelis, Siegfried Moses, Joachim Prinz, Alfred Rabatt, Raul Sulzberger, Michael Traub. Um den religiösen Zionismus. In diesen für das Aufbauwerk tur Erez Jisrael so schweren Tagen erweist sich, daß das Werk drüben, was seine wirtschaftliche Selbständigkeit und Festigkeit anlangt, stärker fundiert ist, als die zionistische Bewegung selbst es geglaubt hat. Aber gerade in einer solch kritischen Epoche, die dazu verführt, sich von den Sorgen des Alltags gefangennehmen zu lassen, ist es besonders notwendig, sich auf die grundsätzlichen Seiten des Ralästinaaufbaus immer wieder zu besinnen. Gerade jetzt, wo die Tatsache des Ralästinaaufbaus sich gesichert erweist, muß die Frage nach der Form, in welcher er sich vollziehen soll, mit doppeltem Ernst erhoben werden. Die bisherige Geschichte des Jisehuw zeigt, daß Erez Jisrael noch immer die Kraft hat, auf seine Menschen einzuwirken. Und diejenigen, die zuerst in Erez Jisrael lebten, ohne irgendwelche anderen Bindungen an dieses Fand als rein rationalistische, spüren jetzt, insbesondere, nachdem ein zweites Geschlecht in Erez Jisrael heranwächst, daß auch andere Kräfte wirksam sind, und bemühen sich wieder, sich offenzuhalten für Dinge, die sie schon für überwunden hielten. Wir leben in einer Zeit, in der für einen OVoßtcil unseres Volkes das alte Gesetz zerbrochen ist. Die alte Schrift auf neuen Tafeln einzugraben - das ist die Aufgabe des religiösen Chaluz. Auf der Suche nach der neuen Lebensform stellt sich immer wieder heraus, daß sie nur erwachsen kann aus der Tradition. Die Kluft zwischen den beiden großen Gruppen in Erez Jisrael, zwischen dem frommen Menschen, der nicht arbeitet sondern nur lernt und dem Gesetz lebt, und dem arbeitenden Menschen, vder das Gesetz nicht kennt oder nicht kennen will, ist nicht so stark wie früher. Man beginnt, einander zu verstehen und Versuche werden sichtbar, eine Brücke zwischen den Lagern zu bauen. Daß dem schon jetzt so ist, ist das große Verdienst der toratreuen Arbeiterschaft, die in ihren Trägern diese Synthese vollzogen hat, die der Jisehuw als Ganzes so nötig braucht. Das Netz der religiösen Siedlungen, von den toratreuen Chaluzim des Hapoel Hamisrachi geschaffen, ist am stärksten berufen, diese Entwicklung zu fördern. in allen Ländern der Galut steht eine starke, von der Idee erfaßte und mit Begeisterung erfüllte Jugend bereit, sich für das von den Chawerim des Hapoel Hamisrachi vorgelebte Ideal Tora wa' Awoda einzusetzen. Der idealistische Schwung dieser Jugend wird gefährdet, wenn nicht die materiellen Voraussetzungen geschaffen werden,'um die Wirklichkeit Erez Jisraels nach ihren Idealen zu gestalten. Die Verantwortung für das schon bestehende Werk in Erez Jisraci und für die Jugend, die gewillt und berufen ist, den religiösen Charakter Erez Jisraels zu stärken und auszubauen, sollte alle religiösen Juden verpflichten, dieses Werk mit all ihren Mitteln zu unterstützen. Der Keren Tora wa'Awoda, das Finanzinstitnt der religiösen Arbeiterschaft in Erez Jisrael, hat mit seiner bisherigen Arbeit einen großen Teil zur Lösung dieser großen Aufgabe beigetragen. Er wendet sich in diesen Tagen an die jüdische Öffentlichkeit und erwaitct, daß sie seinem Aufruf folgt, dem Rufe zu einer Vereinigung von Lehre und Leben, von Tora und Awoda. Unsere Gemeinde 70. Geburtstag von Prau Hansi Kahn. Am 11. Mai begeht I ran Hansi Kahn ihren 70. Geburtstag, der über den zahlreichen Freundeskreis hinaus Beachtung verdient. Lange Jahre hindurch hat Frau Kahn an verschiedenen Stellen bei Einrichtungen unserer Gemeinde ihren aus echter Herzenswärme stammenden Gemeinsiuu betätigt: Im Vorstand des Israelitischen Fraucuvereins hat Frau Kahn als stark interessiertes Mitglied gearbeitet, die Rechtsschutzstelie des Jüdischen Frauenbundes geleitet und war als Kuratoriumsmitglied für die Einrichtungen des Wohltätigkcitsvereius tätig. Ihr sonniges Wesen sicherte ihr eine große Beliebtheit. Ihr Haus stand vielen Freunden, besonders aber einsamen Menschen, gastlich offen. Wir wünschen auch au dieser Steile Frau Hansi Kahn noch viele Jahre frohen Lebens in steter Gesundheit. Amtliche Bekanntmachungen Jüdische Schule zu Leipzig, Uustav-Adoif-Straße 7. Die Jüdische Schule benötigt msbes. ein Klavier (Flügel): ein Grammophon (Koffcrapparat) und S'torim zu Lehrzwecken. Ich wende mich im Interesse der Förderung des Unterrichtsbetriebs an Institutionen und Privatpersonen mit der Bitte, mir Zuwendungen dieser Art frdl. zukommen zu lassen. Leipzig, den 3. Mai 1937. Der Direktor: Dr. Weikersheimer. Gottesdienste vom u. bis 2». m&l Gemeindesynagoge. Freitag, 14. 5., Abendgottesdienst 19 Uhr Sonnabend, 15. 5., Morgengottesdienst 9 Uhr. Wochentest: Abend gottesdienst 19,30 Uhr. Sonntag, 16. 5.. Morgengottesdier.si 9 Uhr. Thoia\or!esung 9\ , Uhr, Predigt lU'/4 Uljr, Abendgottesdicn^i 19 Uhr. Montag, 17. 5., Morgengottesdienst 9 Uhr, I horavorlcsun^ 93/4 Uhr, Predigt 10l/4 Uhr, anschließend Seelenfeier, Nachmittagsgebet 20.20 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 20,50. Es wird darauf hingewiesen, daß die Predigt pünktlich beginnt und daß während der Predigt die Zugänge zu den Plätzen gesperrt sind. Die Herren, die bei den Vormittags-Gottesdiensten aufgerufen werden wollen, müssen bis 9'/i Uhr anwesend sein. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chairn-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Sehill-Str. Freitag, 14. 5., Abendgebet 19,30 Uhr. Sonnabend, 15. 5., Morgengebet 8,30 Uhr, Minchah IT Uhr; Scheintot, Abendgebet 20,16 Uhr. Sonntag, 16. 5., Morgengcbct 8,30 Uhr, Mineho 8,15 Uhr, anschließend Midrasch-Ruth-Erklärung von Rabb. Dr. Ochs, Abendgebet 20.48 Uhr. Montag, 17.5., Mor^engvbet 8,30 Uhr, Predigt 10 Uhr, Seelenfeier 10,30 Uhr, Mineho 17 Uhr, Ausgang 20,50 Uhr. Wochentag: Morgens 7, abends 19. Taimud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 14. 5., abends 19,30 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 17 Uhr, Ausgang 20,40 Uhr. Sonntag, l.Tag Schowuos, 16. 5., 8,30 Uhr, Mincha und Mariw 19,30 Montag, 2. Tag, früh 8,30 Uhr, Minclra 20,15, Ausgang 20,50. - Wochentags früh 7 Uhr, abends 1Q.30. Uhr. Svnagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, 14. 5., Abendg. 19,30 Uhr. Sabbat, 15. 5., morgeng. 8,30 Uhr. Minehag. " Uhr, Abendg. 20,46 Uhr. Sonntag, 16.5.," l.Tag Sehowuaus, Morgeng. 8,30 Uhr, Mincha und Abendg. 20,30 Uhr. Montag, 1«. 2. Tag Schowuaus, Morgeng. 8,30 Uhr, Mincha und Abendg. 20,30 Uhr. — Wochentags: Morgeng. 7, Abendg. 19,30 Uhr.