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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-03-26 · 13 (26.3.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
13 (26.3.1937)
Date
1937-03-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I 13. Jahrgang - Nr. 13 Auflage 3300 Stück K r///. /S ™ Oft U8m — C ...MI«. IW* DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACHRICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG f Verständige Selbstkritik. Zu Pessach. Von Rabbiner Gustav Cohn. Nicht wenige Juden lieben unter uns, die, vor wenigen Jahren noch allem Jüdischen unbeteiligt gegenüberstehend, heute in unseren Kreis einbezogen, eine Stellungnahme zu jüdischem Denken und Leben suchen. Sie tun es, je nach ihrer persönlichen Art, in sehr verschiedener Form. Man könnte auch sie mit jenen vier Typen vergleichen, von denen die Peßach-Haggada spricht. Die Verständigen unter ihnen fragen: was bedeuten die Zeugnisse, die Satzungen, die Vorschriften, die der Ewige, unser Gott, geboten hat. Sie gehen von der Einsicht aus, daß unsere Lehre und unser Brauchtum auch sie angeht; dal dies alles, bedauerlicherweise ihnen tremd geblieben oder fremd geworden, ihnen teuer und wert sein kann, wenn ihnen Sinn und Bedeutung autgegangen sein wird. Andere haben noch keinerlei inneres Verhältnis dazu gewonnen, sind noch nicht erschlossen genug und fragen nur, als beträfe es Belanglosigkeiten: „Was ist das''. Eine dritte Gruppe rafft sich noch nicht einmal zur Frage auf; sie blicken wohl hin, lauschen wohl, aber es verdichtet sich nicht zu einer wißbegierigen Anteilnahme. Die Wissenden erachten es als ihre jüdische Pflicht, ihnen je nach ihrer Haltung Aufklärung zu vermitteln, so wie die Haggada für die Beantwortung der gestellten Fragen entsprechende Formen nahelegt. Es gibt aber eine vierte Gruppe, die einem in der Haggada charakterisierten vierten Typus entsprechend fragt: „Was soll euch i in iifeuiH tsi: auer IfT 1. p t**1 ........ .11 — . ■»ic ucioiicn ua> ■ ts ginge es sie nichts an, als müßten, ja, als könnten sie die innere Gemeinschaft mit Menschen ablehnen, die solche Denk- und Lebensformen ernst nehmen. Die Haggada nennt den zu dieser Gruppe zu Zählenden „Pascha", bösartig und findet harte Worte für ihn. Bösartig ist das höhnischabfällige Urteil, das in der Form der Fräse liegt, und das nicht ...... ::~:v. J"| ü'-cttdrii >■•■•• ""......••— ■■>■-------- rr,;.. ...'■•iti «nwlern ditrtl ItlQCn i"'"'1!;::!: rn I » .* rv* ♦ schweren Schaden zuzufügen. Die Verurteilung einet solchen Haltung soll nicht als eine Ablehnung jeder jüdischen Selbstkritik aufgefaßt weiden; das würde im Widerspruch zu sehr alter Übung im Judentum stehen. Von mosche über die Propheten bis zur Predigt der neuesten Zeit ist an Fehlern und Mängeln und Mißständen, die im jüdischen Leben festzustellen waren, von Juden oft genug Kritik geübt worden Mosche hat ganz scharfe Worte gefunden, wenn es galt, dem Volke den tiefen Abstanu von der Haltung klarzumachen, die es ZU /eigen hätte, wenn es seine Aufgabe erfüllen wollte. Mit unerbittlicher Offenheit haben die Propheten, die Künder göttlicher Wahrheit) den Juden den Spiegel vorgehalten, die, entgegen dem göttlichen Worte, den Armen unterdrückten, den Untergebenen ausbeuteten, Witwen und Waisen übervorteilten, haben den Fürsten und den Richter gebrandmarkt, der seine Macht mißbrauchte, stall das Recht aufzurichten. Im jüdischen Schrifttum gibt es eine umfang- Anläßüch des bevorstehenden Pessachfestes hat der Oberrabhiner von Palästina, Dr. Isaac Herzog, der Jüdischen Telegraphen-Agentur folgende an die Judenheit der Welt gerichtete Botschaft übergeben: In der Hagada, dem wundervollen häuslichen Gottesdienst der Sedernacht, werden poetische Parallelen zwischen dem Pessach Mizrajim, dem ägyptischen Pessach und dem Pessach le-Atid, dem Pessach der Zukunft, gezogen. Zu unserem tiefen Bedauern muß zugegeben werden, daß wir noch weit, entfernt sind von dem Pessach der Zukunft, von dem Pessach der messianischen Zeit, von dem endgültigen Triumph der Sache Gottes, von der Erfüllung der glorreichen Vision der größten Idealisten der Welt, der unsterblichen Scher Israels. Und doch scheint es, daß wir uns dem Erew Pessach der Zukunft nähern; es scheint, daß wir der Wiederherstellung Israels immer näher kommen. Wie in den Tagen von einst im alten Ägypten scheint, je näher wir an die Geula, an unsere nationale Erlösung herankommen, um so tiefer, um so dichter für den grüßten Teil israeis in der Zerstreuung die Finsternis der Galut zu werden. Möge das Hallel der Sedernacht, in dem der Triumphgesang Israels und die Lobpreisung für seinen Fels und Erlöser zum Dank für die Befreiung aus grausamer Sklaverei und unmenschlicher Unterdrückung in Ägypten ertönen, jedes jüdische Herz erheben und erregen und es höher schlagen lassen in Hoffnung und Glaube, inspiriert von der majestätischen Vision des die ganze Menschheit umfassenden Pessach der Zukunft. Lasset uns am Sederabend mit der Inbrunst unserer jüdischen Seele beten, dali die Augen der Mandatar-Nation und aller Nationen sich öffnen mögen, um die Gerechtigkeit unserer Sache zu sehen, die Gerechtigkeit unseres historisch-prophetischen Anspruchs auf das Abraham von Gott verheißene Land; auf das Land unserer großen Vergangenheit, einer Vergangenheit, die sich für die gesamte zivilisierte Menschheii aU von höchstem geisüiuieu und sittiienen Wert orwirtm hst: n::f dar.!..-.r..-!. unsere mcs5;sr;;scho lefiSUlig röhrt, die Hoffnung, die in dem erhabenen universellen;acai von Micha und .lesaj.i r::h*- aw*f L™~, ]~ Jaa „u bereü» tu ungeheure cnergie und Arbeit versenkt haben, so viele Opfer an Leben und Menschen und Werten im Verlauf seiner Wiederfewinnung für die Zivilisation aus jahrhundertelanger schrecklicher rägheit und Vernachlässigung: auf das Land, das Myriaden unserer Menschen die einzige Zufluchtsstätte vor der Flut des Hasses ist, die von Zeit zu Zeit bald in diesem, bald in jenem Teil der Welt, bald in dem einen, bald in dem anderen Lande an* '"J—*"*' \nmhr*»U*. —» •»• '................*......_________ Ertißcr : ■ m ,.,,„, »/rrT-v •« t ii «t 111 »t pf usutt« «Iii um""? ewaa '«Hurj lebv.i, üci einzige Lichtstrahl der ADjHUtiiH?« 121 tloiinuiig kommt Lasset uns am Sederabend dieser unserer Brüder gedenken, lasset uns des Zieles unserer ewigen Sehnsucht gedenken; lasset uns gedenken des gesamten Jischuw, des alten sowohl wie des neuen, uci geheiligten historischen allen Städte ebenso wie der modernen neuen Städte und der landwirtschaftlichen Siedlungen; der Zentren der Lehre und der Frömmigkeit, der Talmud Toras und Jeschiwot ebenso wie der Zentren von Gewerbefleiß und Handel. Lasset uns am Sederabend aus der Tiefe unseres Herzens beten und das baldige Kommen des Pessach le-Atid, des Pessach der Zukunft. Ich wünsche ganz. Israel einen traditionsgemäßen und glücklichen Pessach. Isaac Herzog, Oberrabbiner von Ercz Israel. reiche Gatuing von Büchern, die Mußar-Literatur, in denen rückhaltlos das Abweichen von den in der Gotteslehre vorgezeichneten Wegen gegeißelt wird: etwa das Ssefer chassidim t\r< Jehtida

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