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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-02-05 · 6 (5.2.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
6 (5.2.1937)
Date
1937-02-05
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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1 Seite 4 5. Februar 193" iRÜfc Jüdische Winterhilfe Postscheckkonto Nr. 20516 (Israel. Religionsgemeinde, Abt. Winterhilfe). uucnsensammlunr>en für die Judische Winterhilfe (tfirfen nur von loichen Personen durchgeführt werden, die sieh im Besitze eines Ausweises mit folgenden Angaben befinden: Name des Sammlers, Bezeichnung der betreffenden Veranstaltung, Datum des Sammeltages, Nummer der Sammelbüchse. Wir bitten die jeweiligen I eiter der Veranstaltungen unbedingt daraut /u achten und keine anderen Personen zum Sammeln zuzulassen, Konzert und Theater Jüdischer Kulturbund - Menschen in Weiß. Das Hamburger Schauspiel-Ensemble brachte mit diesem Werk ein wertvolles Stück auf die Bühne, das Berechtigung hat, auf allen Kttlturbtmdbühnen gespielt zu werden. Das Problem, daß gerade der Arztberuf den ganzen Mensch erfordert, ja Ihm einfach ein privates Leben vollständig versagt, steht darin zur Diskussion. Wie sich die Handlung entw ickelt, lasen w ir in der Voranzeige der Nr. i des Gemeindeblattes. Ideal und schon ist jedenfalls die Gedankendurchführung im Stück, dall selbst dann, wenn der Ar/t die Ohnmacht der Wissenschaft erkannt hat, er daran nicht verzweifeln darf, sondern gerade die Erfolgstalle ihn immer wieder /in neuen Weiterarbeit anspornen müssen, sein letztes und bestes Können dafür einzusetzen. Natürlich darf nicht vergessen werden: wir hatten hier die Bühne vor uns, in Wirklichkeit ist solch eine Klinikluft nüchterner, kalter, es lebt keine Romantik darin. So /. B. waren die beiden Mutter eine etwas sentimentale Angelegenheit zur Funktion der Tränendrüsen. Doch diesen und verschiedenen anderen Bühneneffekten hat der jüdisch-amerikanische Ar/t und Verfasser des Stückes, S i d n e y Kingsley den schönen, großen Gedanken entgegengestellt, daß sich noch immer im medizinischen Nachwuchs junge Menschen finden, die ilie Kraft haben, ihr persönliches I c h zurückzustellen, um Helfer der Menschheit ZU sein und damit echteste Menschlichkeil anzustreben; Und daß er es versteht, diesen Glauben wachzuhalten, verschafft seinein Stuck vollste Geltung. Natürlich weist es auch Tendenzen auf, doch sie werden nur gestreift, nicht zum Problem des Stückt» gemacht. So /. B. das Schicksal des Privatarztes Dr. Levine, oiler der Fall des Kindes Dorethv Smith mit dem behandelnden Ar/t Dr. Cunningham, wobei mau sieb unw illkürlich die I rage vorlegt: „Sind in gleichen Situationen gegen solche Cunnmghams wohl immer sofort Dr. Fergusons da, die so energisch eingreifen?" Fritl Melchior hatte die schwierige Aufgabe, den jungen Arzi Ferguson darzustellen, der /wischen seinem Beruf und seinem privaten Leben zn wählen hatte. Hier ein Ubermenschliches, anstrengendes Arbeitsgebiet, das er liebte und sieh zum Beruf erwählt hatte, dort die geliebte Trau, die seinem Herzen nahe stand und ihm alK seine heißen Jugendwünsche erfüllen konnte. Melchior löste sein^ Aufgabe gSäju<cjiü\ der /.wuspalt in ihm kam zu erschütterndem Ausdruck. Auch seine Gegenspielerin Lotte Oppenheim er als Braut Evelyn spielte ihre Rolle überzeugend. Die wohltuende heruhlgCüd« Ciiaidkici^cttiati ues Chefarztes l'errms gab Julius Kob- 1 ■■ r ::::'. Sbcrlcrcncnj SpU! uau uiocuewcrici Autorität, hein. Professoi erfüllte die Klinikräume mit menschlicher l iebe. Marie 1.11'Se Bruch gab der lieblichen Hilfsschwester Barbara Dcmiin warme, echte Töne. In den anderen Rollen bewährten sich vorzüglich Kurt Appel, Kurl Schindler, Steffi Mannheim, Max Wächter, (ieorg Sello und Lrna Cohn-Loren/. Ebenso reihten sich gut ein Klaus Brill, Frit/ Bentseher, Rita Nachum und Camülo Üäuici. Die Bühnenbilder von Altred Müller waren fein abgetönt und hielten sich trotz des knappen Rahmens in groh/ügigen Formen. Die vortrefflichen Regieleistungen von Dr. Haus Buxbauni sind uns wohlbekannt, auch diesmal war das Ensemble flott gehalten und echt zünftig. tt. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Aus den für den letzten Sonntag so groll angesetzten Spielen gegen zwei führende Berliner Vereine ist auf beiden Plätzen nichts geworden, und das war auch richtig, bei solcher Kälte bzw. solch glattem und vereistem Buden soll man die (icsuudhcit der Leute nicht aufs Spiel setzen, denn schon recht bald werden die jetzt verlorengegangenen Spiele uns wiedei vorgesetzt werden können, hoffentlich aber nicht wieder am gleichen Tage!! Und morgen, bzw. schon heute? ... Dem hiesigen „Bar Kochba" ist für heute und morgen die Durchführung der Tisch-Tennis- Meisterschaft des Deutschen Makkabikreises übertragen worden, die in der Turnhalle der Höh Israel. Schule die besten Spieler des „Makkahi" zusammenbringen wird. Weit über 100 Meldungen wurden bisher von auswärts für diese Wettkämpfe abgegeben, ein Beweis ihrer Bedeutung und Wichtigkeit; denn man denke nicht, dall /u diesem Spiel keine besondere sportliehe Begabung und Anlage gehöre, daß es keiner außergewöhnlichen körperlichen Anstrengung Bedürfe, oder daß es gar nur Spielerei sei. Gerade Tischtennis verlangt wegen seiner auf kleinstem Räume durchgeführten Aktionen die größte Konzentration, Beweglichkeit, Ausdauer, schnelles Denken und noch schnelleres Handeln. Und wer es einmal in Vollendung sehen will, wie es gespielt werden kann, muh zu dieser Meisterschaft erscheinen. Von weither kommen jüdische Spitzenspieler, um um ilie Palme eines deutschen Makkabinieisters zu kämpfen und wieviel Zuschauer werden den kurzen Weg von ihrer Wohnung zur Turnhalle zurücklegen!! Daß der hiesige B.K. mit seinen ..Kanonen", den Herren Zucker, Altberg, Braun, Cesinsky und Rachwalsky u. a., /ahlreich vertreten ist, erscheint wohl selbstverständlich, und dall die bciiachharten Makjtabiyereme Magdeburg, Dresden und Chemnitz, eräj&'f äufem ^-^'-^••vc; l^t'y Äm Sonntag, den 7. Febr. nn n «y n n v '^frArAAtf* (yV\Mrin*\MMty.

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