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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-01-29 · 5 (29.1.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
5 (29.1.1937)
Date
1937-01-29
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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29. Januar 1937 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Die glückliche Geburt unserer Tochter llr»el zeigen hocherfreut an | | i issabn i ixias. rua Ci mfc i rrtifc v iiia isaura Am 9*!ikmi« IWf —*--«•■ * - ---- ---- s««—» I tjnH Pf ICJJ. muiawMti Zu der s. 0. w. am 6. Februar in der Qemeindesynagoge stattfindenden Barmizwah unseres Sohnes Werner laden wir nur hierdurch Verwandte und Freunde herzlichst ein. Kiddusch 12—2, Ranftsche Oasse 7. Hans Simon! u. Frau Fripdr! Leipz r rr**> ■t""6"' Dr. med. Robert Kosiner Beuthen O. S. Verlobte Leipzig, Sedanstr. 17 Zu Hause: 30. und 31. Januar 1937 Arthur Kahn ROSel Kahn geb. Salomon Halle Vermählte Leipzig Trauung: Sonntag, 7. Februar, ',24 Uhr, Leipzig-Loge, Arndtstr. 1 Für die Glückwünsche und erwiesenen Aufmerksamkeiten zu unserer Vermählung sagen wir allen Verwandten, Bekannten u. Freunden nur auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Salonion diliicksniann u. Frau geb. Freier Sprache erscheinen, und ebenso sorgt das Organ des HÜfsvereins für die Pflege jüdischen (ieistes. Es gibt in Buenos Aires ein I heater in jiddischer, ein anderes in hebräischer Sprache, Läden mit hebräischen Aufschriften und dergleichen mehr. Es gibt aber keine einheitliche jüdische Kultur, da es au der Einrichtung einer Gemeinde mit rahbhüschein Oberhaupt fehlt. Argentinien ist in erster Linie Agrarland, die wichtigste Korn- und FlciscIiUamincr für eleu Weltmaikt. Die Industrialisierung befindet sich im Anfangsstadium. Dadurch finden Juden, die kaufmännisch gut ausgebildet sind, ein Betätigungsfeld, besonders stark ist der jüdische Anteil in der l extil- und Möbelindustrie. Ebenso bestehen Arbeitsaussichten für I landwerker, insbesondere Schlosser und Tischler; Schneider, Schuhmacher und Sattler sind dagegen genügend durch Juden aus dein Osten vertreten. Die Aussichten für Är/te sind schlecht: sie müssen mitunter das Abitur und sämtliche Examina nachholen. Juristen, die in Deutschland als Anwalt tätig waren, brauchen ungefähr zwei, Jahre, um sich durch Zusatzexamina niederlassen /u können. I ür Apotheker und Chemiker sind bessere Aussichten. Ältere Menschen mit relativ geringen Mitteln, etwa 4000. M., können in der Pro\inz und an kleinen Orten durch Eröffnung eines Mischwarengeschäftes eine Lxistenz finden. Der Lebensstandard ist gering. 100 Pesos 75 M. im Monat reichen für den Lebensunterhalt einer Person aus. Argentinien lallt Einwanderern gleiche Rechte zukommen wie Einheimischen, Zm Zeit ist es wenig emwandererfreundlich. Zur nächsten Kongrchwahl in diesem Jahre besteht die Aussicht, dali die Opposition die Oberhand gewinnt, die den amerikanischen Standpunkt r.-üt, .Lift dns srhwacrtbcs-cHrhT I and noch Massen von Men -ciävT. aufnehtnciirkanu. i>.< r-inwanderuri« d.arf sie!: keineswegs r.-.-.s Buenos Aires und die Grobstädte konzentrieren, sondern muß sich aut die kleinen Ortschaften und auf das Land verteilen. Llly Ludwig-Berlin. Unsere Gemeinde fön Alfred Cahn gestorben. An seinem 80. Geburtstag ist Herr Alfred Cahn, der (iatte unserer früheren Fürsorgerin, Lrau Flora Cahn. in die Ewigkell abberufen worden. Vor dem Kriege bekleidete der Verewigte in unserer Gemeinde das Amt eines (ieineindeverordneten, in späterer Zeit hat er ehrenamtlich unserem Wohlfahrtsausschuß angehört und sich stets da eingesetzt, wo es Not zu lindern galt! In weiter. Kreisen unserer (iemeindeinitgliedei wird ihm ein ehrendes Andenken bewahrt werden. Nachricht des Sozialamtes. Wie im Vorjahre werden vom Sozialamt der Gemeinde auch dieses Jahr wieder Ausbild u n g s k i; i t e 1' ü r S c h u 1 e n t I a s s e n e veranstaltet, und /war- ^ttsbilcHingskurs für Mechaniker Jjährig, AUSbildungSkurs für Schlosser 2jährig, Ausbildungskurs für Tischler 2jährig. Ferner wird eine Berufsvorlehre gerichtet, die eine Vorbildung für spätere landwirtschaftliche Hachschaiah darstellt. In diese Klasse können Jungen und Mädchen aufgenommen werden. Auch die M a u s h a 11 u n g s s c h u 1 c beginnt einen neuen Lehrgang. Tür sämtliche Kurse werden Anmeldungen bis zum 15. Februar 1M37 angenommen. Nach diesem Termin können Aufnahmen nicht mehr stattfinden. Klasse Gärtnerei, ein- |>iui£iii:n und unerwartet JUerr Hermann Cohn Vertreter der Fa Ad. Arnhold A.-O. im Alter von 55 Jahran. Im tiefstem Schmerz Leipzig, Sattelhofstr. 42. Hartha Cohn. Am 25. 1. 1937 verschied ganz plötzlich unser Leipziger Stadtvertreter Herr Hermann Cohn Er hat sich in den 4 Jahren seiner Tätigkeit als ein treuer Mitarbeiter gezeigt. Wir werden ihm jederzeit ein ehrendes Andenken bewahren. Naunhof u. Leipzig, am 27. 1. 1937. Adolf Arnhold A.-O. Rauchwaren-Zurichterei u, -Färberei Naunhof bei Leipzig Hebräische Sprachkurse. Die Teilnehmerkarten werden in diesen Tagen ausgegeben. Die Ausgabe erfolgt vor oder nach dem jeweiligen Unterricht sowie im Büro der Hebräischen Sprachkurse Montags und Mittwochs von 19 20' ä Uhr. Ab 4. Februar 1937 ist die Teilnahme am Unterricht ohne Karte nicht möglich. Für den einzurichtenden Kurs für Kinder von (> 10 Jahre können noch einige Teilnehmer aufgenommen weiden. Meidungen bis 2. Februar 1937 erbeten. Neben den bestehenden Unterrichtskursen soll für Teilnehmer mit entsprechenden Vorkenntnissen ein Kurs für moderne hebräische Literatur eingerichtet werden (Konversation nur hebräisch). Interessenten wollen sich umgehend im Büro, Elsterstr. 7 I, melden. Die Höhere Israelitische Schule konnte am Donnerstag, 21 Januar, eine kleine Feier eigenster Prägung begehen. Schüler der oberen Klassen hatten unter Leitung von Herrn Dr. J. P. K o h n die Geinoroh Maseehes Makoth „ausgelernt" und mit ihrem „Kosch Jeschiwah" zum regelrechten S i j u in geladen. Herr Rabb. Dr. Ochs und eine stattliche Zahl von Lehrern hatten sich mit ihrem Direktor eingefunden, um dabei zu sein, wenn der höchsten Pflege jüdischen OelRt«, detn TWahrnen. Ehre und Frcudj gegeben werden »otf. Und e» Le ChederfttiiMnunK über dem sonst etwas nüchtern anmutenden Lehrerzimmer, als der Melamed Dr. Kohn seinen Hadron hielt, weit ausholend und verknüpfend, um den Psak von Rabbi Akiba an seine Schüler über die Zcitiichkeitsfulge und Bestimmtheit der (ieuloh zu beleuchten. Die grolle Zusage an Jisroel, es dereinst zu erlösen, wird halachisch mit der Rückgabe eines Grundstücks an den Schuldner verglichen, wenn es vor „gültigen" Zeugen als Gegenwert der Schuldsumme gegeben worden war. Es war schon ein gutes Maß von Lerntüchtigkeit nötig, um dem scharfsinnigen Pilpul folgen zu können. Aber die Schüler schienen offenbar daran gewöhnt zu sein. Herr Rabb. Dr. Ochs brachte passende Gedanken aus Sidroh und Schluß der Ciemoroh, Herr Dir. Df. Welke r 8 h e i ui e i ging in seiner Rede von dem Melumdei Makoth der Selichoh aus, Herr Studienrat Sohn verwies auf einige Midraschstellen zur Sidroh, die gerade den „lernenden" Schüler angehen. Die Jüdische Schulen. Das Schulgeld und der Beitrag zu den Heizungskosten für den Monat Februar 1937 sind bis zum 5. Februar 1937 an die Schulkasse zu zahlen. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß der Beitrag zu den Heizungskosten auch für Freischüler zu entrichten ist. Die Scfcufjcassc, Humbo'.dtstralic 13, Erdg., isi tägiieh von 10—13 Uhr geöffnet. Leipzig, den 29. Januar 1937. Der Vorstand des israelitischen Schulvereins Leipzig.

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