Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 3 (15.1.1937)
- Date
- 1937-01-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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13. Jahrgang - Nr. 3 tl (' Auflage 3400 Stack 15. Januar 1937 DER ISRAELITISCHEN RE LI Gl 0 N S GEMEINDE ZU LEIPZIG Gemeindeabend AMTLICHES NACHRICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG Der bereits zur Eröffnung des Lehrhauses angekündigte Vortrag des Herrn Dr. Arthur Eloesser, (Berlin-Charl. 5, Lietzenseeufer l) über „Heinrich Heines Rückkehr zum Judentum" findet am Sonnabend, den 23. Januar 1937, pünktlich 20 Uhr im Kulturbundsaal des Battenberg-Theaters, Tauchaer Straße, statt. Als Unkostenbeitrag, zugleich zur Abgeltung der Garderobegebühr, werden 40 Pfg. erhoben.1 Die Plätze sind numeriert, gegen Bezahlung des Unkostenbeitrages sind die Karten wahrend der Kassenstunden (werktäglich von Q—13 Uhr) an der Kasse des Gemeindeamtes, Walter-Blümel-Str. 10, 1, und — sofern dann noch verfügbar au i9 Uhr an der Kasse des Battenberg-Theater« erhältlich, Leipzig, den 12. Januar 1937 Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig W me steht die Gemeinde r Von Dr. Fritz Grübet. Die Entwicklung der letzten Jahre hat für die Juden in Deutschland die Tätigkeit und die F i n a n / e n der großen j ü d i - sehen K ö r p e r s c h a f t e n in ganz anderer Weise in den Kreis des Inneress«** gerückt, als es in früheren Zeiten der Fall war. Die immer klarer hervortretende Tatsache, dafl wir Juden in erster Linie für- und miteinander leben müssen, hat einerseits bisher unbekannte Zusammenschlüsse von größter Bedeutung geschaffen, voran die ReichsvCrtretung dci luden tu Deutschland, während iMiifererseRS dfe r.rhon von »Uefsher hpsrrhpndrn Jüdischen Gemeinden nach Aufgaben und Arbeiten trotz Beibehaltung der überlieferten Formen einen sehr starken Bedeutungswandel durchgemacht haben. Die jüdischen Oemeinden, die in Sachsen von I iesetzes w egen den Namen „Israelitische Religionsgemeinde" führen, haben zwangsläufig ihre Arbeitsgebiete in ungeahnter Weise ausbauen und neu aufbauen müssen. Diese allgemeine, in allen jüdischen Gemeinden Deutschlands spürbare Entwicklung hat im stärksten Mali sich auch auf unsere Leipziger Oemeinde ausgewirkt. Der große Problemkreis der beruflichen U mschichtung, der beruflichen Ausbildung und vor allem der produktiven Auiwanderuagshiife hat ZUI Gründung des bei der Oemeinde bestehenden Sozialamtes geführt. In dem Sozialamt wird eine noch vor wenigen Jahren ganz und gar ungeahnte und völlig neuartige Arbeit geleistet, um die Juden ues Leipziger Bezirkes zu solchen Lebensberufen heranzubilden oder umzubilden, die nach den Erfahrungen der letzten Zeit krisenfester und üi einem gewissen Sinne natürlicher sind als die Berufe und Gewerbe, denen bisher in erster Linie die Tätigkeit der jüdischer Bevölkerung gegolten hat. Schon allein diese Berufsausbildung und Beriifsumschichtung ist eine ganz bedeutende Arbeitslast und - da e? Bich in vielen Fällen um Menschen 'handelt, die diese 'Xusbitdungskosten nicht selbst tragen können eine beträchtliche finanzielle Last. Iis kommt aber — wie bekannt ist *- hinzu, daß zu gleicher Zeit das Sozialamt in Zusammenarbeit mit dem i> a 1 ä s t i n a a in t und mit dem Hilf S verein der Juden in Deutschland die Auswanderung und Unterbringimg der hier Ausgebildeten und Umgeschichteten in Ercz Israel und in den großen u b r r s e e i s c h C n Aiisw ander ungsgebicten betreuen und bezuschussen muß. Eine Aufgabe von jährlich größer werdender BedeutllUl' und «eidlicher! : -i :' [UgUUg '"V< Weiterbildung der schulentlassenen luvend, dir ebenfalls im Gegensatz zu vergangenen - Zeiten in u»iei Luiie von der jüdischen Gemeinschaft versorgt werden muH. Auch diese Aufgabe ist Sache des Sozialamtes. Das Sozialamt ist darauf aufgebaut, daß eS seine Ausgaben völlig aus freiwilligen Spenden, insbesondere aus der Aufbringung für Hilfe und Aufbau deckt. Die geschilderte, sich immer vergrößernde Aufgabenlast hat aber zur Folge gehabt, daß jetzt ein Zuschuß zur Deckung des Defizits des Sozialamtes in den (i e m e i n d e h a u s Ii a 11 eingesetzt werden mußte. Trotzdem ist das Sozialamt weiterhin in seiner gesamten Existenz abhängig von den Spenden für Hilfe und A u I b a u. Wenn diese Spenden wegfielen oder sich verringerten, müßte der Steuersatz der Oemeinde sehr beträchtlich erhöht werden, damit das Sozialamt überhaupt weitergeführt werden kann. Als anderer großer Zweig der Gemeindeverwaltung ist das jüdische Schul werk hei&iigewathwcn. Hier konnte aut die Gründung Linserei sei. Rabbiners Dr. Carlebach aufgebaut werden und im Laufe der letzten zwei Jahre ist die Sehiilcrzahl des Schulwerkes, das Volksschule, Knabenrealschule und höhere Mädchenschule umfaßt, von etwa WO auf il(K) geatiigen; >om\t werden nmk! 80 >83 0 o s ä m t i i e h e r jüdischen Schulkinder Leipzigs vom jüdischen Schulwerk erfaßt L>a!i auch durch diese kulturell Nächste Pfundsammlung, Sonntag, den 24. Januar 1937