Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 2 (3.1.1937)
- Date
- 1937-01-03
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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\ 8. Januar 1937__GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIO Seite 3 p| »|3 Die glückliche Geburt unseres Töchterchens Ruth ' jlirjiiiu zeigen hocherfreut an. N 22, wiiheimstratSe 54 Jacob uhl und Frau Kegina 5. 1. 37. geb. Wachtel Zur Zeit Privatklinik Dr. Bettmann. Dittrirhrin« in- Ralf Janowitz Rita Janowitz geb. Roval New York Vermählte Mc.v Vom man Leipzig ^»""rbzr!?2C licyueKrug (Litauen) 1 Für die uns anläßlich der Barmi/.\vah unseres Sohnes Arnold dargebrachten Glückwünsche und Freundlichkeiten sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Leipzig C 1, Mendel Hotter und Frau Eutritzscher Straße 11 geb. Egra R Am 15. Januar 1937, feiert < § Jrau Xulda oerm. Sdiaul «b. i 8 Livia Straße 4 | ihren 75. Geburtstag in voller Gesundheit und Rüstigkeit. ................................ ........ i Julius Hornstein Ruth Bornslein geb. Westheim verheiratet Dessa" am 10. Jan. 1937 LeiDzi* 1L , „ , Leipzig Kaiser-Wilhelm-Str. 41 Statt Kaiten. Für das aufrichtige Mitempfinden, das uns beim Heimgang unseres teuren Hermann So bei mann bewiesen wurde, danken wir herzlichst. Leipzig, Anna Sobelmann geb. Ardel 6. Januar 1937. im Namen »Her Hinterbliebenen. Ihre Vermählung geben bekannt Elia Wartennergf erb. 1 Jeimann Dr. Ing. Fritz Wartenberg München Januar 1937 . Leipzig N22 All denen., die uns bei dem plötzi. Heimgang unserer geliebten Mutter Frau Amanda verw. Frledr.er, geb. Teichner ihrer Anteilnahme in so reichem Maße erwiesen, sprechen wir unseren tiefgefühlten Dank aus. Geschwister Frieriner. Leipzig, im |anuar 1937. Nu Engel und Herta geb. Friedner. Rudolf Berkowits Dr. ttrete Herkowitz geb. Luß Vermählte Leipzig S3, Kaiser-Wilhelm Straße 28, II — 31. Dezember 1936 der Kulturbünde im Reich eingestellt, der eine wesentliche Hilfe bei dem Problem der besseren Finanzierung der Kulturbünde darstellen soll. Im Laufe des Januar wird der Finanzheirat des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde der Reichsvertrctung der Juden in Deutschland entsprechende Voischlage unterbreiten. Das Präsidium ist weiterhin dauernd bemüht, durch Verhandlungen mit den zuständigen Behörden Schwierigkeiten in der Saalbeschaffung, die sich besonders bei kleinen Gemeinden fühlbar machen, zu mildern. Der Überblick, den das Präsidium im Laufe des letzten Vierteljahres über die Arbeit der einzelnen Kulturbünde gewinnen konnte, läßt die berechtigte Erwartung zu, daß trotz vielfacher Schwierig keiten auf wirtschaftlichem Gebiet die Kulturbünde auch im weiteren Verlauf dieser Spielzeit iure Arbeit erfolgreich gestalten können und daß aut jüdisch-kulturellem Gebiet eine wesentliche Bereicherung der Programme, sowie auf künstlerischem Gebiet ein Auftrieb zu verzeichnen sein wird. Vierteljahres-Statistik jüdischer Binnen- und Auswanderung. Im „Gemeiudeblalt für die jüdischen Gemeinden Preußens" veröffentlicht Max Birnbaum den ersten, das Quartal Juli September umfassenden Bericht der vom Preußischen Landesverband im Juli 1936 geschaffenen Meldestelle für B i n n e nim d A n a » :. :. :\ ~ rung. Durch Fühlungnahme mit den übrigen jüdischen Landesverbänden wurde, obwohl die süddeutschen Verbände Bayern, Baden und Württemberg das Meldewesen nnrh nichl chfüluen-könnt en soast cm»«*. Lucken zu v«*rzeictftfeh sind, die Ermittlung von Zahlen ermöglicht, die sehr bemerkenswerte Aufschlüsse über Umfang und Wesen der Wanderungsbewegung gehen. Für das Quartal Juii/Sepiember sind insgesamt 5311 Wegzüge gemeldet worden, von denen 2043 Fälle die Binnenwanderung1 betreffen; bei den restlichen 326S Fällen handelt es sich um Auswanderung sowie um „auf Reisen" oder „unbekannt" abgemeldete Personen. Im Hinblick auf die gemeldeten 2013 Wegzüge nach Orten innerhalb Deutschlands wild man unter Berücksichtigung der bisher noch nicht erfaßten Gebiete die Gesamtzahl der Binnenwanderungsfälle innerhalb des Quartals auf etwa 2500 schätzen können, so daß sieh bei gleichmäßiger Wanderung eine jährliche Binnenwanderung von etwa 10000 Personen ergeben würde. Da diese Wegzüge zum weitaus überwiegenden Teil aus den kleineren in die größeren üeineinden erfolgen, von den rund 400000 Juden in Deutschland aber rund 300000 in solchen größeren üemeinden leben, so würde die jährliche Binnenwanderung nahezu 10o/o der Seclcnzahl dieser kleineren üemeinden ausmachen. Von den gemeldeten 2043 Binnen wanderern gingen nach Berlin 439, Breslau 62, Frankfurt Main 220, Köln 82, Düsseldorf 37, Eisen lb, Hannover (Stadt) 22, sonstiges Preußen Und Norddeutichland 785, Hamburg 109, Leipzig 24, sonstiges Sachsen 50, Bayern 60, Baden 50, Württemberg 20 und Hessen 67. Die Zuzüge nach Berlin (439) und nach den übrigen größeren üemeinden (572) machen ungefähr die Hälfte aller Wegzüge nut, wobei berücksichtigt werden muß, daß nur die sechs üroßgemeinden mit mehr als 10000 jüdischen Seelen und die drei preußischen üemeinden über 5000 Seelen erfaßt worden sind, die zahlreichen sonstigen größeren üemeinden aber in der Spalte „sonstiges Preußen und Norddeutschland" enthalten sind, so daß angenommen werden kann, daß die Zuzüge zumindestens 80o0 üemeinden mit mehr als tausend jüdischen Einwohnern betreffen. Der Verfasser des Berichts gibt sodann im Anschluß au entsprechende statistische Tabellen Erläuterungen zur Berufs-, Alters-, Familienstands- und Staatsangehörigkeitsgliederling der Binnenwanderung. Unter den Berutsgruppen ist die der berufslosen weiblichen Personen mit etwa 25% die stärkste. Allerdings entfällt mehr als die Hälfte auf Ehefrauen. Auffallend ist der überaus starke Anteil weiblicher Hausangestellter an der Binnenwanderung; er beträgt etwa lb<>o. Erst danach kommen die selbständigen Kauflcute in fast der gleichen Stärke und die Angestellten mit etwa I0o/o der üesamtzahl. Der hohe Anteil von Schülern spiegelt die Schwierigkeiten und Probleme der Beschulung wider. 20*'o der Binnenwanderung entfallen auf Personen über 50 jähre, weitere 100/« auf die Jahrgänge 40 bis 49. Auffallend stark sind auf der anderen Seite wiederum die Altersgruppen unter 20 Jahren vertreten (entsprechend dem hohen AnUil von Schülern und weiblichen Hausangestellten). Nach dem Familienstand waren von den 2043 gemeldeten Biiinenwaiideierii 1270 ledig, 549 verheiratet, 163 verwitwet 4? geschieden bzw. gekeimt, in ohne Angaben. Do Staatsangehörigkeit nach waren 1582 Deutsche, 143 Polen, 61 Staatenlose, 33 sonstige, 224 ohne Angaben. Der verhältnismäßig geringe Anteil Her Ausbilder rtftrff* •«•* den v. Iv:;^ . keiieii—dsi AufenthaltsgcnchmiguiiÄ iüw.. die einer Vfi-iegung des Wohnsitzes entgegenstehen, zurückzuführen sein. Die Zahl von 3268 als ausgewandert, „auf Reiften" oder „unbekannt" abgemeldeten Personen liegt zweifellos weit unter den tatsächlichen Ergebnissen. Die Differenz ist u. a. darauf zurückzuführen, daß im Berichtsquartal eine starke Palästina-Auswanderung vorgelegen hat, die direkt von den Hachscharastätten ins Ausland gegangen ist. Diese Auswanderung dürfte durch die von den üemeinden erstatteten Meldungen nur zum geringsten Teil erfaßt worden sein. Während bei der Binnenwanderung die kleineren üemeinden die üebenden, die größeren üemeinden im wesentlichen die Nehmenden sind, entfällt die Auswanderung, fast genau entsprechend dem Anteil der Seelenzahl, überwiegend auf die größeren üemeinden. Allein die sechs Gemeinden mit je mehr als 10000 jüdischen Seeler. und die diei preußischen Gemeinden über 5000 Seelen haben innerhalb der bei der Meldestelle vorliegenden Auswanderungen fast 60o'o gemeldet. Die Verluste, Hie «Ii»- üroHgerneinden durch. Fort/.ug leistungsfähiger Steuerzahler erleiden, übersteigen wesentlich den Zugang aus der Binnenwanderung. Berlin hat z. B. im Berichtsquartal doppelt so viel Wegzüge gemeldet wie Zuzüge vermerkt worden sind. Das gleiche Ergebnis liegt für Frankfurt Main vor. Es sind also auch die üroßgemeinden dem allgemeinen Schrumpfungsprozeß in erheblichem Umfange unterworfen. Im Übrigen /eigen die Meldesteüenergrhnis^e, daß bei der Auswanderung im Gegensatz zur Binnenwanderung die männlichen Per- I