Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 51/52 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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it 12. Jahrgang - Nr. 51/52 Auflage 3400 Stack 18. Dezember 1936 DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACHRICHTENBUTT DER GEMEINDEVERWALTUNG Durch das Hinscheiden des Herrn üax Ijoewenberg sind wir in tiefe Trauer versetzt worden. Der Verewigte hat in den Jahren 1901 bis 1920 unserer Gemeinde als Gemeindeverordneter angehört und durch pflichteifrige Mitarbeit und seinen klugen Rat tatkräftigen Anteil an den Aufgaben der Gemeindeverwaltung genommen. Auch nach seinem Ausscheiden aus der Körperschaft der Gemeindeverordneten hat er stets bewiesen, daß er in inniger Liebe mit unserer Gemeinschaft verbunden war. Wir werden dem Dahingeschiedenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. Leipzig, den 15. Dezember 1936. Der Vorstand und dte Verordneten der!srae!!t!scSieu Keligionsgemeinde zn Leipzig. Neues Licht über das Verhältnis von Samaritanern und Juden. Von Dr. S. Samuel. Wochen fand im Hause von Dr. M Oa«tr«\ London, ein Lmpfauv statt, die i(w<. Glück- UgJt^gCTCU AicHKiitu«.-• .i gelehrter Körperschalten rftrfi itaU.T. «tWMtti BO'ßl V oi wenigen Chachai»! der por yju uciegauonen wünsche /um kürztten uarbrachten. liu Vordergrunde der wissenschaftlichen Leistung Dr. Gasten stehen seine Forschungen über die Satnaritaner, d. h. über '.las Verhältnis der ältesten jüdischen Sekte zur Muttergemeinde. El darf zugegeben werden, daß diese manches an jener gutzumachen hat Satnaritaner begegnen in der jüdischen Überlieferung keinem unparteilichen Urteil. Der alte Widerstreit von Nord-Israel und Juda verschärfte sieh *ur Zeit des 2. Tempels derart, daß man den Samaritanern, die damals ein ansehnliches Gebiet inmitten Palästinas bewohnten und Gemeinden an der Küste bis nach Ägypten, andrerseits im Norden bis nach Damaskus besaßen, das Recht absprach, als Juden im strengen Sinne zu gelten. Solch Verdikt traf weder Saddukaeer noch Lssaecr oder später Karaeer; es war ungerecht; ein Erzeugnis nationaler Gegensätze. Man kann es tragisch nennen, dal! lamaritanische Fürsten ohne Rücksicht auf die religiöse Verwandtschaft jüdischer Klage zuf< kriegerischen Konflikten meist auf Seiten der Qegner zu finden waren. Das samaritanische Schrifttum fehl über solche Klagen una Vorwürfe hinweg; es sind immer wieder indische Quellen, die v°" feindliehen Unternehmungen gegen die Satnaritaner berichten; nach einigen schon unter Simon dem Gerechten, sicher unter Johann Hvrkan, der ihren Tempel auf Oarisim zersi' : „Wenn es den Juden schlecht geht, wollen sie ihnen nicht verwandt sein, womit sie die Wahrheit bekennen; sobald es den Juden besser geht, eilen sie, sich ihnen anzuschließen, nennen sich ihre Blutsverwandten, und berufen sich auf ihre Herkunft von Joseph? Söhnen Ephraim und Menasse." Aber noch unser £eitgeiiössi»chei H^orifefr F.!4^-«rVrr!r:t-n. üfi* •;...... u,„ tri™,. £kl nVcr. ■lamme" erblickt, dci immer aut seiner Scholle gebliehen, vermißt bei ihnen defl Rückhalt starken, .•«•!?•!« tjcl- »tcakuitUr, mi daß sie„noch einmal judi»v.h unter den Hasmouaeern, unter den Römern hellenistisch, unter Byzanz christlich, unter dein Islam arabisch wurden." Von dem kleinen, Itcute verbliebenen Reste (etwa 10(1 Seelen) meint Auerbach: „Was Nehemia Verhindert hat, was 2000 Jahre der. Druckes nicht vermocht haben, vollbringt jetzt die jüdische Renaissance in Raiästina; die „Samarier" stehen vor ihrer baldigen Auflösung im jüdischen Volk." Seit den lagen des Humanisten Scaliger (1508) sind immer häufiger christlich«. Gelehrte mit Samaritanern in wissenschaftlicher Absicht in Verbindung getreten; seit etwa 100 Jahren befassen sich auch jüdische ernsthaft mit ihnen, wie Q e i g e •, Steins c h n t i - der, M. H e i d e n h e i m. Jedoch verbleibt Gastet daj Verdienst, mau möchte sagen in letzter Stunde, ihr Vertrauen gewonnen zu haben; er hat i. J. 1905 längere Zeit bei ihnen in Nablns- Sichem zu Gaste geweilt. Freundschaft mit dem damaligen I lohepriester Jakob b. Aron gepflegt, über 80 ältere und moderne Handschriften erworben und bis heute eine lebhafte Korrespondenz mit ihnen geführt. I eilnehmer an vielen Gottesdiensten in ihrer „Kinscha", kann er als bester Zeuge über Aussprache, Vortragsweise heiliger Texte, QebriUCh« und Riten gelten; eingehende Lrforsehung ihrer literarischen Denkmäler hat ihm Vertrautheit mit ihrem Fuhlen Worte. Hin hartes Urteil fällt Jose p h U S (Altertümer XI, S) über und Denken verliehen. Ohne die Leistungen von James Allan Morgen, Sonntag, Pfundsammlung. Gebt reichlich!