Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 50 (11.12.1936)
- Date
- 1936-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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12. Jahrgang - Nr. 50 Auflage 3400 Stack rüc 11. Dezember 1936 MRTSRAE LITIS CH EH RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BUTT DER GEMEINDEVERWALTUNG Der Verein Ez-Chaim bittet uns, bekannt zu geben, daß arn Sonntag, den i3. d. M., nachm :,A4 Uhr, in seiner Synagoge Otto-Schill-Straße ein Chanukkah-Festgottesdienst mit Predigt stattfindet, zu dem aüc Gerneiridemitgiieder herzlichst eingeladen sind. Leipzig, den 7. Dezember lQ3ö. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Jüdische Gemeinschaft. In Zeiten gemeinsamer Not knüpfen sich Bande wahrer Gemeinschaft enger, da» Bewußtsein der Zusammengehörigkeit wird erweckt, mich in dem, der vielleicht früher sich schon losgelöst fühlte vom Schicksal seiner Gruppe. Der engere Zusammenschluß, das tiefere Gefühl der Gemeinsamkeit lassen Kummer, Not und Sorge leichter ertragen. Das sind alte Wahrheiten, für keinen neu, und doch wird man sich kaum klar über das, was man in Zeiten, wie den heutigen, an Kraft und Haltung der Gemeinschaft verdankt. Denn man steht ja — gewollt oder ungewollt innerhalb dieser Verbundenheit und kann nie ganz ermessen, wie man allein allen; Schwetäu gegenüber bestehen könnte. Zu allen Zeiten unserer leidvollen Geschichte hat die innige Verbundenheit aller die jüdische Gemeinschaft für den harten Lebenskampf gestärkt. Hinzu kam, daß auch die Auffassung über den Sinn dieser Leiden bei allen die gleiche war, daß auch eine geistige Gemeinschaft bester Art bestand. Das ist heute leider nicht mehr im selben Maße der Fall, viele waren dem Judentum schon zu sehr '-friuicitiiict und der weg zurück ist weit schwerer, als manche anfangs glaubten. Um so mehr sollten alle dei Verpflichtung uach- .' ,,.»...«■., _|.^a^L_ |]|fen Kräften für die jüdische Gemeinschaft zu wirken und es gibt zweifellos für jeden einen Platz, an dem . ■ .!h> Setnige heftragcrl kaiui. , ->~ Unsere Weisen haben stets betont, daß mau sich, besonders in Notzeiten, der engeren Gemeinschaft, seiner jüdischen Gemeinde, anschließen müsse. „Wer sich in der Not der Gemeinde nicht anschließt, der wird auch den Trost der Gemeinde nicht erleben." Die jüdischen Gemeinden, besonders auch unsere Leipziger Gemeinde haben schwer 711 kämpfeu, um den Anforderungen) die taglich umfangreicher an sie herantreten, einigermaßen gerecht zu werden. Manche Gebiete muß die Gemeinde notgedrungen der Pflege und Betreuung durch einzelne, vor allem durch Vereine überlassen. Es ist ein Glück, daß sich hier in Leipzig schon seit jeher jüdische Menschen für die Betreuung besonderer Aufgaben gefunden haben. Zahlreiche Vereinigungen bestehen, die auf allen Gebieten ihre segensreiche Tätigkeit entfalten. Jugenderziehung und Jugendbildiing, Sorge für Kranke, für Alte, für Arme, dies alles ist auch Gegenstand privater Betreuung. 1 eidei sind es aber verhältnismäßig nur wenige, die sich dieser nicht leichten Arbeit unterziehen. Vielleicht liegt dies mit daran, daß viele, die den Wunsch haben, helfend mitzuwirken, zu sehr abseit« standen und kein rechte Verbindung ZU den Dingen Das Fest des Geistes. „Nicht mit Macht und nicht mit Kraß, nur durch meinen Geisi, spricht Gtt." So ward das Wort des Ewigen an Serubabel, dem Seher gekündet in nächtlicher Schau. Und in strahlender Helle erhob auf dunklem Grund sich des Leuchters vielarmige Pracht, Wie er im Heiligtum einst stand zum Dienste, zu leuchten vor Gtt, dem Herrn der Welt. Schon Mosek hat ihn gesehen, im Wolkenbild, geieigi von Giies Hand. Und weise Männer schufen nach dem Bild aus reinstem Gold das Werk der Kunst. Wenn der Geist sich erhebt über die Erde und gleich einem Aar mit gewaltigem Flügelschlag Den aierblichen Menschen zuträgt Botschaft aus den Höhen der Ewigkeit, Dann ist, als ob die fiusiern Machte der Erde zurückwichen und sich verbergen, Und die Sonne in strahlender Reinheit ihren Siegeszug neu beginne. So ist es, wenn in Wintersnacht, entzündet mit gläubigem Herzen, Die Lichter des Fests erstrahlen, zaghaft und klein und ihr Schein Kaum hinausdringt aus dem Raum in die Weite des Alls. — Und doch wird es hell im Grunde des jüdischen Herzens; es strahlen seiner Welt Viele Sonnen, fügsam gereiht und wachsend an täglicher Zahi, Und ein Abglanz des Leuchters von einst dem sinnenden Au%e sich zeigt. h.a. gewinnen. Vielleicht sind manche auch zu sehr zurückhaltend, sie warten auf Aufforderung zur Mitarbeit, wo es ihre Pflicht wäre, sich seihst, ohne Aufforderung, zur Verfügung zu stellen. Vielleicht sind auch die Institutionen zu wenig allgemein bekannt. Dies trifft besonders für solche zu, die wenig an die Öffentlichkeit treten. Es ist aber heute das Keimen dieser Einrichtungen wichtig und Voraussetzung für eine innigere Verbundenheit des einzelnen mit seiner Gemeinde. Deshalb sei im folgenden auf das segensreiche Wirken eines Vereins hingewiesen, der seit Jahrzehnten aus dem Leben der jüdischen Gemeinde Leipzigs nicht weggedacht werden kann und die Unterstützung aller derjenigen verdient, die sich darüber klar geworden sind, daß es heute nicht damit genug ist, seine Gemeindesteuern zu bezahlen, daß heute ein Plus an Bereitschaft und Leistung notwendig geworden ist. Vor 40 Jahren hat der weithin bekannte Philanthrop Alphons Jacobson die Initiative zur Schaffung von Wohlfahrtseinrichtungen ergriffen, die eine unbedingte Notwendigkeit für die Leipziger Oe meinde waren: Er hat ihre Aufrechterhaltung mehrere Jahre unter großen persönlichen Opfern alleine durchgeführt, bis der durch ihn U 9 v t 1 1 a u.i v 1 W WfJiimui MBIU I%«.XiJ « \ \ \ a \ \ » » 1 i.iiiuun. / 1« « ' \ u ■ ■ .,.....' 1 ■ |JviOv/iiiivtivu \ /| »»»■ m •■• *| 1 ■ 1 - v v. . umi mmm ..... Morgen Sonntag.denlS.Dezember: Eintopfsaniriiiung