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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-12-04 · 49 (4.12.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
49 (4.12.1936)
Date
1936-12-04
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 4. Dezvember 1Q36 Jüdische Winterhilfe POstäclicckkuiiiu Nr. 20516 Israel. Religionsgemeinde, Abt. Winterhilfe). Wir benötigen dringend noch eine Anzahl C_ -!._.!lf : ___ 11 Vi VT IIIl^Ll I_l .1f__ I I VII VI die uns bei den Eintopf- und Pfundsammlungen unterstützen. Wir bitten unsere Gemeindemitglieder, sich nach Möglichkeit uns zur Verfügung zu stellen und sich baldmöglichst mündlich oder schriftlich in unserem Büro, Walter-Blümel-Straße 10 pari, zu melden. Jüdische Winterhilfe An unsere YVintcrhilfsbetrcuten! Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß Adressenänderungen uns sofort mitzuteilen sind. Wer diese Mitteilung unterläßt verursacht uns unnütze Arbeit und Geldausgabc und schädigt damit andere (iemeindemitglieder. Touristen-Fahrten nach l Landgangsgeld bis 840 RM Bordgeld, Eisenbahnfahrten Ferner naeli Palästina und allen übrigen Ländern Reisedien für jüdische Touristik u. Auswanderung Zeitschriftenverlag Elsa Goldfreund Ha in str. ltt, Tel. 16722 c. Jail s".^ mode-iieuhemn Einwendungen Machen sich längere Erörterungen nötig, um die «it s Antragstellers auf ihre Berechtigung hin zu prüfen, su ist zunächst dci Schein auszuhändigen und nachträglich zu untersuchen, ob die Beitrittsverweigerung hinreichenden Anlaß dafür bietet, den Wandergewerbeschein wieder zurückzunehmen. (VBI. I v. 13. II. io, S. 424.) „Jugend und wir". Die Agudas Jisroel (Ortsgruppe, A. J.J.O. und Esra) Leipzig, veranstaltete am 21. November l(jj(> einen Vortragsahend. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr D. Steinmarder, würdigte in den einleitenden Worten die Bedeutung des Herrn Rahhiner Dr. E. Carlebach s. A. für das religiöse Lebeil Iii unserer Gemeinde und wies dann auf das Thema des Abends, das brennende und sie von den Gefahren fernzuhalten, die leider gar zu oft in den Vordergrund treten. Zum Schluß bemerkte H. Steinmarder, daß gerade die Agudas Jisroel die recht geführte und in ihr sich findende jüdische Jugend als Grundlage ihrer Erziehungsarbeit und damit ihrer Arbeit an der Erhaltung des Judentums im kleinen und großen Kreis erachte, das Leben des Einzelnen und des jüdischen Volkes nach dem (ieist der Thora zu orientieren. —hn. Weg in die- W» kütiikeii. Brii-i ianoar sciiei /.che Misrachi, I5rit Chaluzim Daiiim, Misrachi Ortsgruppe Leipzig und die Leipziger Zionistische Vereinigimg hatten zur Vorführung zweier Filme geladen und konnten in dem restlos besetzten Battenberg-Theater eine mit regem Heifall aufgenommene Veranstaltung durchführen. Nach kurzen Begrüßungsworten des Herrn Dr. Schereschewski sahen die jugendlichen wie die älteren Zuschauer einen Filmstreifen, der das Bundesleben der religiös-zionistischen Jugend im Heim, auf Fahrt und im Lager in sehr lebendigen Darstellungen zeigte. Gemäß der Besonderheit des Brit-Hanoar war die Betonung des Religiösen im altüberlieferten Sinne unterstrichen, ts mag dahingestellt bleiben, ob' mau darin so weit gehen soll, auch Gebetshandlungen wie das An- 2um Gedenken an Rabbiner Dr. Ephraim Carlebadi s. ü. tphraittl'CarkbGiCh-KQln der hraeüllsdien mglonsgemelnde Leipzig Jeder JSaum kostet HW 6.—. Fin7ahlnngpn können erfolgen mit der Angabe „für den Cphiaiin-Cariebacli-Hain'': 1. an die Gemeindekasse, Walter-Blümel-Str. 10 II, werktäglich v. 9—1 Uhr. 2. auf das Postscheckkonto der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Nr. 50533 Leipzig. 3. auf die Konten der üemeinde bei dem Bankhaus Kroch jr. Kommanditgesellschaft a. A., Goethestr. 2, bei der Handelsbank Iwria, e. G. m. b. H., Ritterstraße 23-29, bei der Commerz- und Privatbank A.-G., Filiale Leipzig. Trönd!inring5, bei der Stadt- und Girobank Leipzig, Schiiierstraße i. Problem, hin: wie können wir die Jugend zu unseren Idealen., die nur im Dienste der Thora Geltung und Führung haben, begeistern und ertüchtigen. Mit dieser Frage beschäftigte sich der Vortrag des Abends, den Herr Professor Dr. S. L e v i hielt. Dieser zeichnete in großen Zügen die geschichtliche und geistige Entwicklung der Jugendbewegung, um sic'h dann der Erörterung der Merkmale zuzuwenden, die einer kritischen Beleuchtung von der spezifisch jüdischen Seite her bedürfen. Der Drang nach Selbständigkeit, eigener Führung, Ablösung vom Althergebrachten, die Stellung zu Elternhaus und Schule und schließlich auch vielfach eine Verkennung der Verpflichtung, Autorität anzuerkennen, sind Umstände, die im traditio uelUm Schrifttum und in AcA i ebeiisaußeruuifetritflsifTcr Großen eine eindeutige Beurteilung ' finden Es braucht und kann hici uichU Neues gesagt werden, die Ehrung des Alters, der Litern und der Lehrenden ist eine bereits im 5. Gebot verankerte Grundlage des jüdischen Volkes, die Weitergahe der jüdischen Erlebnis- und Bekenntniswerte durch die Alten an die Jungen ist gewissermaßen die Idee unseres jüdischen Daseins. Nur durch die Erfahrung und Lebensreife, die dem Alter eigen sind, können dem jungen Menschen die Wahrheiten übermittelt werden, die er für den Aufbau seines jüdischen Lebens braucht. Jugend nur unter sich führt leicht zur Überheblichkeit, Verirrung, höchstes Glück der jüdischen jungen Menschen muß es sein, in Demut und Bescheidenheit sieh zu beugen vor allen, die au Gttes Statt berufen sind, ihnen jüdischen Halt und menschliche Würde zu geben. Das Kennzeichen einer verfallenden Welt ist es, daß sich die Jungen gegen die Alten erheben und mit kecker Stirn des Alters spotten, als ob es die Jugend und die Zeit nicht verstünde. Daß unsere Stammväter höchste Hingabe an die Jugend durch die Tat bewiesen, daß der Prophet die messianische Zeit dadurch kennzeichnet, daß zurückgeführt werden die Her/en der Sühnf zu denen der Väter und die der Vater zu denen der Söhne, waren Schlubgedanken der Rede, die trotz der Mahnung und Warnung, die sie enthielt, von einer bewußten Wertung der sich echt jüdisch führenden lugend zeugte. — Herr Rabb. Dr. Ochs ergänzte die Ausführungen nach der Seite, daß es bei dem vielen Guten, das die jüdische Jugendbewegung beige, doch letzten Endes auf die Führung ankomme, die eben fähig sein müsse, den jungen Wegbereiter zu sein legen der TefilHn und ähnliches im Lichtbild festzuhalten und vorzuführen. Iis berührte jedenfalls sehr sympathisch, diese jungen Zionisten in der Bewahrung der religiösen Tradition so fröhlich und unbeschwert ihre Jugend genießen zu sehen. — Rabbiner Dr. Berkovits- Berlin führte dann von diesem Film der Jugend hinüber zu dem Palästinafilm, der ein Bild des schon Geleisteten und des noch im Aufbau befindlichen Palästina vorfibergleiten ließ. Er wies mit allem Nachdruck darauf hin, daß alles, was im Heiligen Lande geleistet worden ist und wird, zustande kam gegen alles Zögern und Bedenken derer, die mit Gründen des gesunden Menschenverstandes eine Verwirklichuni; als unausführbar hinstellten. Recht behalten ■ am irr:riv.'^. vv. WM IM*« g&RCO •!>'•• djsche (jesehiehle von Abraham an ja «i« u Bcwcus datur erbtaclti habe, daß die „Träumer" in Wahrheit die Verwirfrlkher gewesen sind. So wie man Abraham verspottete, als er gegenüber dem Oötzenglauben der Zeit den Glauben an den nicht darstellbaren einzigen üott lehrte, so habe man die Juden wegen ihrer (ilaubensanichauungen immer verächtlich machen zu dürfen gemeint. Die Tatsache, daß das jüdische Volk besteht, daß es trotz allem, was ihm zugefügt worden ist, sich erhalten hat, spreche für den „Traum" der Juden und solle auch all denen, die heute noch abseits stehen und dies mit Gründen des gesunden Menschenverstandes rechtfertigen, den Glauben an die Verwirklichung der Zionsideale stärken. Der Misrachi sehe diese Ideale unter der besonderen Devise der Bewahrung des überlieferten religiösen Gutes. So habe auch in talmudischer Zeit die Verknüpfung zwischen der Arbeit und der Thoratreue im Heiligen Lande bestanden, und so stehe auch die Arbeit des Misrachi in Palästina im Zeichen der Verwirklichung der Treue gegenüber der Lehre. Der Palästina-Tonfilm, der diese Gedanken verlebendigen sollte, zeigte in seinem ersten Teil Bilder aus ver- Jild. Rundschau — Isr. Familienbl. — Abonnements und Anzeigen durch Buchhandlung M. W. Kaufmann, Brühl 8 Hierdurch nehme ich die Frau N. Perl, Halle, zugefügten Beleidigungen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. S. Nebenzahl.

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