Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 48 (27.11.1936)
- Date
- 1936-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 27. November 1936 ■machendes lieben in bunten Farben Donnerstag, den 8. Dezember, 2030! hr, im Kulturbund-Theater Battenberg, Tasehaaer Str. unter Mitwirkung erster Berliner und Leipziger Künstler Stella Hay - Danio u. Partner - Henny Löwenstein - Frau Kammersängerin Elsa ülass - Sigbert Steinfeid - Arnelie.se Druker Eva Münzer - Jenny Landsberg - Cläre Arnstein - Simon Berkowitz Rudolf Kainz - Musikalische Begleitung Walter Meyerstein. Eintrittspreis: I.—, l 50, Mk ir. i. .„[ f"» _ I _. 7 ii , i». . vuivcimui. lycaiaui, luiiim, S\6SiälU K-Karte uder Kuituruundauswci» tu aiiitl Vci«m>i«üuiig notwendig! Ikgüui p£n!d'. 2G.3C ..ii. *---w......u„.n r......Hn!n«<> 1 f. i v;------u r» n____ n.______ in vuivcmaui. lycsiaui, lviiiivi, ismmui iiuil«»| ......._......0------------u , :i——-r>____—- — -«_____i -____■__.-, Bäckerei Schnwidler, Frankfurter Str. 11, Zigarrenh. Preißmann, Nikolaistr., Mittagstisch Klein, Rosenthalgasse, M. W. Kaufmann, Brühl 8. Voranzeige für 5. Dezember Schlosskeller. Letzter Tanzabend im Jahre 1936 bis £ Uhr nachts. 22c - Bieberkrallt. — 24b - Sturm. - 26b - Platzer. — Donnerstags: 2lc - Dr. N e u m a n ii. — 22a - Bieberkraut. — Sonnabends': 7 - ,Df. Rabinowitz. Sämtliche andere Kurse können u o c Ii n i C Ii t beginnen. Ob sie überhaupt ausfallen müssen, hängt davon ab, ob in den nächsten zwei Wochen noch weitere An m e 1 d u u g e n zu diesen Kursen erfolgen. Lerruiüiicl für das technische Zeichnen. Die Teilnehmer des Lehrkurses 20b (Muscatblatt) werden gebeten, bereits in der erstüu Kursstundc folgende Lernmittel mitzubringen: 1 Reißbrett, 1 Reißschiene, 1 Winkel von 45°, 1 Winkel von 60", 1 einfachen Zirkeikasten, je 1 Bleistift Nr. 4 und Nr. 5, 1 Radiergummi, 1 Zeichenbogen und Reißzwecken. Aus dem Gemeindeamt Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, Bcrlin-Charlottcnourg 2. Kantstraße 158, gibt bekannt, daß er durch die Häufung der Geschälte gezwungen ist, eine allgemeine Sprechstunde und zwar sowohl für auswärtige als auch für Berliner Besucher ein zurichten. Diese findet täglich Montag bis Freitag in der Zeit von lll/2—13 Uhr statt. Soweit Besucher aus zwingenden Gründen diese Zeit nicht einhalten können, ist es notwendig, für die gewünschte Besprechung rechtzeitig vorher eine schriftliche oder telefonische Verabredung zu treffen Unangemeldete Besucher können nicht darauf rechnen, außerhalb der genannten Sprechstunde empfangen EU werden, Pflegschaften und Vormundschaften für Juden. Nach § 4 der Ersten VU. zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 kann ein Jude ein öffentliches Amt nicht bekleiden. Aus dieser Bestimmung ist bisweilen gefolgert worden, daß Juden auch zur Bekleidung des Amtes eines Vormundes oder Pflegers ungeeignet seien. Hierbei ist jedoch nicht beachtet worden, daß nach § 5 dei Zweiten VO. /um Reiclisbttrgefgesctz vom 21. Dezember 1935 Träger eines öffentlichen Amtes im Sinne der obigen Bestimmung neben den Beamten die Personen sind, die dazu bestellt sind, obrigkeitliche und kohctUkke Aufgaben zu erfüllen. Es hat sich daher sowohl im Schrifttum, als auch in der Rechtsprechung, besonders in der Rechtsprechung des Kammergerichts, die Ansicht durchgesetzt, daß Juden zum Vormund und Pfleger bestellt werden dürfen. Naturgemäß wird eine solche Bestellung nur insoweit in Frage kommen, als es sich um jüdische Mündel handelt. Diese Auffassung hat das Kammergericht in seinen Beschlüssen vom 19. Juni 193b — la Wx 959/36 - und vom 24. Juli 1936 — la Wx 1058 36 — vertreten. In dem letzteren Beschhisse wird folgendes gesagt: „Träger eines öffentlichen Amtes mit obrigkeitlichen und hoheitlichen Aufgaben!>! abci ein Vormund nickt, dessen Recht .und Pflicht lediglich dahin gehen, für die Person und :bs Vermögen des Mündels IUI sorgen, insbesondere diesen zu vertreten (ss 1897. 1793 HOB V" Dr. Z. Kl— Sn .1__.. i^ioüci ljuci iui . Jaakmv Simon: Lastträger bin ich. Jüdische Jugendgeschkhten aus dem neuen Palästina. Mit vielen Bildern von Bernhard Gelbart. Berlin [1936L (Verlag Kedem.) Die Sammlung bietet Übersetzungen von Erzählungen, zum größten Teil von Bracha Chabbas und Jaakow Fichmann; zwei Dichtungen stammen von Levi ben Antitai. Wir wissen dem Verlag Dank für seine ernsthaften Bemühungen um Bereicherung unserer Jugendliteratur. Als eine solche darf auch dieser neue Band anerkannt werden. In schlichter, jugendlichem Verständnis angepaßter Sprache und Darstellung sind lebensvolle Bilder aus dem jungen Palästina gezeichnet. Sie schaffen eine schöne Beziehung zu den jungen Menschen, die heute um Gestaltung ihres Lebens in Ercz Israel ringen, oftmals ringen im wahren Sinne des Wortes, dabei aber doch volle Freudigkeit und unbeugsamen Mut bewahren und auch in allem Ernste den ursprünglichen Humor der Jugend nicht preisgaben. Die überwiegend gui geluugeiien Zeichuungeu bringen Gestalten und Vorgänge noch näher. n. jüdische Gestalten und ihre Zeit. Line Geschichte des jüdischeil Geistes von Moses bis Mendelssohn. Berlin 1936. (Philo-Verlag.) Alle Geschichte lenkt den Blick auf die Gestalten, in denen sich das Wesenhafte einer Zeit oder eines Geschehens widerspiegelt, gleichgültig, ob man in ihnen die Urheber oder die Exponenten einer Entwicklung sehen will. Darum bietet diese Reihe jüdischer Gestal- SihmeirJler HonUtr. ss, Frankfurter Str. 11, TsL Nr. SSS 6« ten mehr als Bilder einzelner Persönlichkeiten. In ihrer Aneinanderstellung gewähren sie fesselnde Aufschlüsse über den Geist, der in der jüdischen Geschichte wirksam war. Moses, David, Jesaja, Josia, I sra, Philou, Bar Kochba, Jehuda Hanassi, Mar Samuel, Saadja, Chasdai ibn Schaprut, Jehuda Hallewi, Raschi, Josel v. Rosheim, Manasse ben Israel, Isaak Lurja, Abrabanel, Esther Liebmann, Cerfberr und Moses Mendelssohn: Jede dieser Persönlichkeiten veranschaulicht eine eigene Zeit, und die Idee, der sie in ihr Gestalt gegeben haben. Es scheint eine bunte Vielfältigkeit, dadurch noch gesteigert, daß die einzelnen Männer und trauen von verschiedenen Autoren gezeichnet sind. Aber so schicksaisreich die jüdische Geschichte, der Weg, den der jüdische Geist in der tieschichte gegangen ist, war immer ein einheitlicher. So wird diese Gestaitenreihe zu einer Geschichte des jüdischen Geistes, in die der Jude heute sich gerne vertieft, um aus ihr sich selbst zu verstehen. Kenner der einzelnen Perioden haben die Bilder liebevoll und fesselnd zu malen gewußt, niemand wird sie ohne reichen Gewinn betrachten. gc. Maphtali Cohn: Anleitung zum Talmud-Studium. I. Heft: Traktat Sabbat, Abschnitt 1. Frankfurt a. M. 5696/1936 (Hermon-Verl.). Das Interesse am Talmud ist gegenwärtig augenscheinlich gewachsen, aber es hat noch nicht' genügend Kraft, um auch den WiHen zum Lernen im I ahnud zu verdichten, oder zum ernsthaften Durchhalten auch dann anzuspornen, wenn der Anfang schwer fällt. I )ie vorliegende Anleitung möchte hierbei helfen. Sie will in erster Reihe „die grundlegenden Hauptlinien und Zusammenhänge aufdecken und ans Licht rücken". Sie ist nicht zum Durchlesen bestimmt, sondern soll dem Lernenden, der dem Text anhand der Kommentare, vor allem Raschi, nahezukommen strebt, das Verständnis zu erleichtern und ihm das gehen, was die kurzen Glossen ihrer Art nach vermissen lassen müssen. Die gewählten Stücke aus dem Anfange des Traktats Schabbath sind für einen solchen Versuch besonders geeignet: sie setzen eine anschauliche Vorstellung von den Grundbegriffen voraus, auf denen die Gemara beruht. Der Verfasser hat wohl als Benutzer seiner Arbeit junge Menschen gedacht, die nicht als völlige Neulinge an den Talmud herangehen, sondern schon einige Vertrautheit mit dei Methode des Talmudlcrncns besitzen: solchen wird die Anleitung sicher gute Dienste leisten. Für den Anfänger dürfte das. in ihr Gebotene zu viel voraussetzen. Es wäre jedenfalls zu wünschen, daß die Absicht des Verfassers, das Tallliudstudiuffl zu beleben, durch sein Büchlein erfüllt wird. C. Paul Hannemann und Heinz Wallenberg: Chanukkah-Büchlein in Bildern und Versen. Berlin. (Verlagsbuchhdlg. Joseph Jastrow.) Das Entzünden der Chanukkah-Menorah, an der am ersten Abend ein Licht erstrahlt, au jedem weiteren ein Licht hinzugefügt wird, gibt den Rahmen für dieses hübsche Büchkiu, indem au? jeder Seit* erscheint, ii:: wnd ei;;£ bunte bdduche i i::r:.Ti'i:i::;g de? Feier uüu der Geschichte des Chanukkahfestes gegenübergestellt, begleitet mit einfachen Versen in Hebräisch und Deutsch. In kleinen Einzelheiten sind wir mit der in den Bildern gezeigten Auffassung nicht einverstanden. Das soll jedoch nicht hindern, das Büchlein als Ganzes warm zu empfehlen: es wird unseren Kleinen Freude bereiten, und auch die Größeren werden gerne die kurzen hebräischen Verse zu verstehen bemüht sein. g. James Hilton: Irgendwo in Tibet. Roman aus dem Englischen. Ein junger britischer Kotmilarbeamter, halb Held, halb Grübler, wird mit einigen vom Zufall bunt zusammengewürfelten Schicksalsgefährten in eine weltabgeschiedene, unzugängliche Gebirgsgegend Tibets verschlagen. Dort findet er eine Lamakloster, in dem uralte Priester — Europäer und Asiaten — das (Jeheimnis der Lebensverlingerung hüten und die Schätze der Kunst, des Geschmacks und der Schönheit sammeln und bewahren, um sie der Vernichtung durch Zukunftskriege zu entziehen . . . eine Insel der Kultur inmitten einer untergangsgeweihteu Welt. Fast erliegt der junge Mann dem Sinnenreiz und geistigen Zauber des Ortes, bis er, nach überaus dramatischen Geschehnissen, zurückfindet und dem Kut der Kameradschaft und Liebe folgt. Landschaft und Charaktere erstehen in meisterhafter Zeichnung vor einem Hintergrund von gedanklicher Tiefe, und der seelische Konflikt wird durch die überzeugende Kunst eines großen Erzählers zum unvergeßlichen Erlebnis'. '(Erschienen im Herbert Reichner Verlag, Wien—Leipzig—Zürich.),