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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-10-23 · 43 (23.10.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
43 (23.10.1936)
Date
1936-10-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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12. Jahrgang - Nr. 43 Auflage 3500 Stock m 23. Oktober 1036 DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU [WTOfcl AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMElüDEVtRWAlTÜNG Jüdische Auswanderung. Konespondcnz.blatt über Auswandcrungs- und Siedlungwesen (Herausgegeben vom Hüfsverebi der Juden in Deutschfand.) Nachdem da< Setzte KcrrccpondcntuLt'i des riiiisvereins im September 1935 erschienen war, ist nunmehr ein neues Kom-MpoiiUoi/' blatt herausgekommen. Dieses behandelt im Gegensatz zu den früheren Korrespondenzblättern nicht die ganze Erde, sondern den Teil der Erde, der zurzeit hauptsächlichst für eine Einwanderung in Frage kommt. Es ist das Südamerika. Das Blatt ist entsprechend auch als Sonderheft „S ii d a m e r i k a" bezeichnet Obgleich es nur diesen Teil der Erde umfaßt, isl es an'Umfang größer als die früheren Korresponden/blätter. Auf einem schmucken Umschlag befindet sich eine Karte Südamerikas, die einen Überblick über die Gestaltung der ein/einen Staaten und dereri_ Hauptstädte gibt. Der Inhalt gliedert sieh in .„.,.,.«r»ÜV*i.VW«i;W-4k Ettsarnmeiigetragen und ausgeweitet — eine Staunens« Dabei kostet das Blatt n u t R ML 1 len Teil und einen Länderteil, außerdem in einen An hang. Er ist ungemein vielfältig und behandelt erschöpfend die hauptsächlichsten Einwanderungsländer Südamerikas. Der allgemeine Teil enthält: Drei Pflichten des jüdischen Auswanderers, weltwlrt inhaltliche Entwicklung und Einwanderungsbcschränküngeu, Hausfrau und Auswanderung. Er ist ganz allgemein interessant für Auswanderer nach j e d e in Land, nicht nur für Südamerika, und sollte von jedem Auswanderer, einerlei wohin er geht, gelesen wen!' '!. Der Länderteil bespricht Argentinien. Bolivien, Brasilien, Chile. Kolumbien, Ekuador, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela. Bei jedem Land sind die Einwanderungsbestimmungen angegeben. Dabei befinden sich ein Abschnitt über Land, Wirtschaft, Lebenshaltung und Lebenshaltungskosten, Gesellschaft und Kultur, Jüdisches Leben, Aussichten für Einwanderer und auch Briefe von Einwanderern. Im Anhang findet mau Bemerkungen über Lebenskosten, Oehaltsverhältnisse in Südamerika, eine Währungsübersicht, Tempcraturtabelle, Maße und Gewichte, Bibliographie von Südamerika. Es ist also in erschöpfendster Weise alles das behandelt, was einen AuswandernintereJwtVfcü kam;. Es du rite da; v^jisiäMik^ ::i te i eistttng! Es ist zu haben Hei der Btnaiungssteiie des rültsvereins der Juden in Deutschland, Leipzig Ct üöetliestr. i. Wird auch auf Bestellung in Leipzig /um gleichen Preise hingebracht. Nach, auswärts kostet es Intel. Verpackung und Porto RM. 1.35. Mit freundlicher Genehmigung des Hrulfsvereins veröffentlichen wir als Probe einige Abschnitte au* deiuf-eiuleiteiidcii Aufsatz: Hausfrau und Auswanderung. In gleicher Weise weide» in den anderen Abschnitten des Aufsatzes Ratschläge über die Haltung der Frau, mitzunehmende Kleidung und M'ibel, Einrichtung für die Wirtschaft, Hygiene u. a. behandelt. In allen für Auswanderung in Betracht kommenden Ländern ist ähnliche Vorbereitung erforderlich. So dürfte di< es Heft allen denen, die mit Auswandeiuugspliüien befallt sind, insbesondere, wenn eines der südamerikanischen Länder als Ziel erwogen wird, ein willkommener Führer werden. In Aufsätzen Ulld Belichten über die Lage des Auswanderers liest man in der Regel nur wenig über die Aufgaben und die Situation, der die a u s w a n d e i n d e H a U S f r a u U n d M II 11 e r gegen übersteht. Dabei hat die praktische Erfahrung es bestätigt, dal! die Eingewöhnung und Verwurzelung der gesamten Familie in der neuen Umgebung wesentlich von der Frau - ihrer inneren Einstellung und ihrer Leistung abhängt. Während nun die selbständige, beruflieh tätige, alleinreisende Frau meistens beruflich gut vorbereitet ist, für keinen beachtlichen wirtschaftlichen Apparat oder für mitreisende Familienangehörige ZU sorgen hat, ist die Ehefrau und Mutter im allgemeinen ynn Anfang an imlii nur mit ihren eigenen Schwierigkeiten, solidem auch mit den Sorgen und Kümmernissen der ganzen Famihc belastet. Der Mann kann und wird sieh in erster Linie auf den zukünftigen Beruf einstellen und sich über die formalen Voraussetzungen der Aus- und Einwanderung, wie Paß«, Visum-, Devisen- und Einreisebestim mutigen infornuertut, dagegen richten sich die Fragen uei Frau auf den zukünftige*) Haushalt, die tägliche Versorgung der Kinder, die soziale und wirtschaftliche Eingliederung der Familie. Wenige Frauen aber werden über die Mittel verfügen, uöl sich die Bücher zu verschaffen, in denen sie - meistens zudem sehr verstreut — (iie für ihren, .besonderen Fall notwendigen Informationen finden könnten. Aullerdem fehlt naturgemäß den meisten die Zeit und auch die Übung, sieh in umfangreichere Literatur zu vertiefen. Dem Entschluß zur Auswanderung geht meistens ein solches Übermal! an Sorgen. AufregUfig£n.;UÄd notwendiger wirischaitiieher Umstellung voraus, dali Zeit und Kräfte schon mit der Erledigung der täglichen Pflichten aufs äußerste angespannt werden. Fs ist daher eine wichtige Aufgabe der Altswandererberatungsstelle, den Frauen die besonderen Schwierigkeiten, die ihrer harren, und die besondere Verantwortung, die ihnen auferlegt ist, stärker als bisher vor Augen zu führen. Im folgenden soll versucht werden, kurz, auf die Verhältnisse und Aufgaben hinzuweisen, au! die die auswandernde Hausfrau vorhereitel werden muß, damit sie in der Lage ist, in fremder Umgebung die seelischen und wirtschaftlichen Punktionen zu erfüllen. ^»ivui^»waL^viiw»i»«iTO«'>»'»1» -»» * ...... Zunächst wird auch die Frau darauf bedacht sein müssen <\ i <■ L a n d e;; "• r a c Ii e s u if r ü n d Ii c ii w i «• m ö g I i c h s eher: Ii i e r / u e r 1 e r n e n. Dazu m u Ii sie die Zeil aufbringen. Geht die Reise nach Brasilien, so muß sie Portugiesisch, geht sie in irgendeines dir übrigen ^lateinamerikanischen" Länder, au muß sie Spanisch lernen. Hierbei wird sie sieh im Hinblick auf ihren Wirkungskreis bemühen müssen, besonders gründliche Kenntnisse iber das Münzsystem, Malle und Gewichte, die häuslichen Gegenstände und die Verrichtungen des täglichen Lehens, die Lebensmittel usw. zu erwerben. Die Mitnahme .eines kleinen Lexikons ist auf alle Fälle z« empfehlen, Besonders intensiv muß die Schiffsreise zum Sprachstudium ausgenützt werden. Schon bei einer Erholungsreise ins Ausland kann man beobachten, wie sehr dies durch einige Kenntnis der Landessprache erleichtert wird; um wieviel mehr gilt dies für die bedeutend schwierigeren Verhältnisse, unter denen der Einwanderer ein fremdes Land betritt! I n ih r w iid die auswandei Ilde I i .-in sieh über die Landessitteu unterrichten müssen. Sie muß wissen, welche Stellung die Frau in der öffentlichen Meinung des anderen Landes einnimmt, welche Haltung von ihr im Laden, auf dem Markte, in den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Hause und gegen Persona! erwartet wird. Nächste EintopfSammlung am Sonntag, den 8. November 1936

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