Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 41 (9.10.1936)
- Date
- 1936-10-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4876568-5968812-5985767--6101-4882260- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
12. Jahrgang - Nr. 41 Auflage 3500 Stack HS tc 0. Oktober 1936 ^<^^=^i \^7/A\\r^-^<7A^7A 1771 9^^^^^ i 1 ^!! 1!1 ■'"H1—1 i_ -- : - - - - » — - > ' - " — •»■ -» ' ' -1k.W| | H I U^V<^fcu\ / . DER W AELITISCH EN RELIGIONSGEMEINDE ZU LC I F) 7 I fl AMTLICHES NACHRICftTEMBLATT E I r L I II DER GEMEItiDEVERWÄlTU M ■ fumsoie luimermife 1936/37. Der Herr Reichsbeauftragte für die Winterhilfe des Deutschen Volkes hat angeordnet, daß die Sammlungen und die Betreuungen für das Winterhilfswerk in judischen Kreisen durch die Juden selbst wie im Vorjahre durchgeführt werden. Der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland ist die Leitung im Reich übertragen worden, für Leipzig leitet die Israelitische Religionsgemeinde die Jüdische Winterhilfe 1936j 37. Dank der Opferwilligkeit aller Kreise unserer Gemeinde ist es uns gelungen, im Winter 1935/36 alle Bedürftigen so zu betreuen, wie es im Rahmen der Winterhilfe möglich war. Wir erwarten, daß die Leipziger jüdische Bevölkerung mit der gleichen Freudigkeit, mit der sie unser Werk im vorigen Winter gefördert hat, uns auch in diesem Jahre die Durchführung ermöglicht. Es muß uns auch gelingen, unseren hilfsbedürftigen, deren Zahl sich wesentlich vermehrt hat, über die Schwere de. i" kommenden Winters hinwegzuhelfen. Die Richtlinien, die der Herr Reichsbeauftragte für die Jüdische Winterhilfe festgesetzt hat; sind ungefähr die gleichen wie im Vorjahre; wir werden sie in der nächsten Nummer des Gemeindeblattes veröffentlichen. Sie stellen Pflichtaufgaben dar. Wir rufen aber heute schon unsere Gemeindemitglieder auf, über die Pflicht hinaus zu spenden und daran zu denken, daß die Not in unserer Gemeinschaft in erheblichem Maße zugenommen hat. die Jüdisdie Winterhilfe mu6 erweisen, daß unsere Gemeinschaft einsteht für die notleidenden drüder und Schwestern. Leipzig, den 6. Oktober 1936. \ Jüdisdie Winterhilfe. das Jostscheckkonto ist unverändert: Israel Keügionsgemeinde zu Leipzig, Abteilung Winterhilfe, V.r. 20516 leimig Die Pijutim. Im Ileimon-Verlag erschien soeben der 2. Hand des Werkes von Dr. Elie Münk „Die Welt der Gebete". Schon der 1. Hand des Werkes erwies sich als eine ungemein wertvolle Quelle reicher Heiehrung, die nicht nur bei den gesetzestreuen, sondern in allen jüdischen Kreisen dankbar tu begrüßen ist. Mit lebhafter Freude verzeichnen wir heute das Erscheinen des 2. Handes, der die Uebete für Sabbat, Neumondtag, die vier Sabbate, die Wallfahrts- und die hohen Feste, sowie Chanukka, Purini und im Anhang die (lebete der Fasttage nach den bewährten Grundsätzen des I.Teils behandelt. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages veröffentlichen wir anläßlich des Festes den Abschnitt, der die in der altüberlieferten Liturgie enthaltenen religiösen Dichtungen, die Pijutim, behandelt. Die üebetordnung der Feiertage erhält ihre eigene Prägung in hervorragendem Malle durch die Dichtungen, Pijutim (poetische Stücke), welche die wichtigsten Stellen der Gebete begleiten und ausschmücken. An diesen Tagen verlangt es die Seele nach einer Steigerung des Gefühlslebens, und es findet sie in den erhabenen Poesien vnl! durchgeistigter Schönheit, die eins Gemüt irr. Mcnschcninnern sich emporschwingen lassen zu den reinen Höhen der Gottesanschauiing. (Ptjut ist ferner die Targum-Übersetzung von nagon, Gesang, in II. Kön. 3, 15). Die Pijutim bilden daher seit alters her einen Grundbestandteil der Festgebete und reichen in ihren Ursprüngen in die Zeiten der Anioräer und Gaonim zurück, wahrscheinlich sogar bis in die Zeiten der Tanaiten. Hei ihrer Abfassung war vor allem die Absicht maßgebend, den Gottesdienst an den Feiertagen zu vertiefen und ihn gleichzeitig auszuschmücken. Bereits die Rischoniin bezeichnen daher die Einbeziehung der Pijutim in die Gebetordnung als eine ausgezeichnete Mizwa (mizwo min hamuwehor), „weil durch sie die Andacht des Menschen auf Gott gerichtet wird". . . . Hirsch charakterisiert das Wesen der Pijutim folgendermaßen: „Sie sind allesamt nichts anderes, als vollendetere Ausführung der Tagesbedeutung und der aus ihr fürs Leben fließenden Gedanken. Aus dem Schatz jüdischer Wissenschaft ist dem Paiton der Tag nach seiner geschichtlichen und gesetzlichen Seite und nach den über beides ausgesprochenen Ansichten unserer Chachomim gegenwärtig, und von ihm erfüllt j Sonntag, dm 11. Cktcber: tintepf-Sammlung! Spendet Kidilkhi g