Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 35 (28.8.1936)
- Date
- 1936-08-28
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 28. August 1936 Denkt an die jüdischen Haue!wer! Adressen vermittelt die Geschäftsstelle: Max Singer, Uhrmacher, Plauensche Straße 2, Telefon 273 27 l A n? %sM ,4H-.!.\y/ ii — i..... 1 lUtllUUl^l imiiiui liiiiKI- 12. Oktober- Jüd. Kulturbund: Beatrirp Freud 22. Oktober: Jüd. Kulturbund: (i;i»;Kni»«i jj I heaters: Dame Kobold. 5. November: Jüd. Kulturbund: Liederabend Hermami Schey. Konzert und Theater Zum Gastspiel des „Schiefen Spiegel" werden wir von der Jüdischen Künstlerhilfe Berlin gebeten, folgende ergänzenden Hinweise ZU geben: Das reisende Kabarett-Ensemble ,,l)er schiefe Spiegel'' hat es sich zur Aufgabe gestellt, dem jüdischen Kabarett neue Wege zu ebnen, ihm eine neue. künstlerisch-- Note- ZU geben. Die gesamte jüdische Presse war nach der Berliner Uraufführung des „Schiefen Snieorel" einmütig des Lobes voll. Die Jüdische Rundschau schrieb u a.: „... Es ist ein Vergnügen, harmlos, nett, komisch, nie langweilig, immer lustig. Die Heiterkeit ist groli, der Beifall stürmisch. Wie jüdisches Kabarett n i c h t aussehen soll, das haben wir bis /um Überdruß erlebt. Das hier darf man mit Vergnügen akzeptieren." Die musikalische (irotesUe „Die Pf ä n d u n g s o p e r", die im Mittelpunkt der Vortragsfolge steht, ist ein musikalischer Scherz, bei dem eine ausgelassen lustige I landlung mit wertvoller musikalischer Untermalung zu einem heiteren Gesamtkunstwerk von hohem Niveau verbunden wird. Voran geht eine kabarettistiseh-parodistische Kurzrevue mit Musik von Hermann Ludwig Schlesinger. Es darf gesagt werden, daß die Absicht des „Schiefen Spiegel", neue Wege zu bereiten, vollen Erfolg gezeitigt hat. rv»r „Bunte Karre»", uci dem Leip/:ger Publikum durch seine bisherigen Darbietungen bestens in Erinnerung sein dürfte, wird in allernächster Zeit mit seinen Veranstaltungen wieder aufwarten. Geplant ist (voraussichtlieh am Sonnabend, den 12. September) ein bunter Abend, außerdem dürfte in nächster Zeit eine Schauspiel- Aufführung stattfinden. Weiteres wird durch An/eigen im Gemeindcbiatt bekanntgegeben. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter D e k a.) Ob man will oder nicht, irgendwie muß man sich fast in jedem Bericht mit dem heben Publikum befassen, das man überall antreffen kann, nur nicht in der gewünschten Zahl auf den Sportplätzen. Es waren ja am letzten Sonntag schon etliche Dutzend Zuschauer mehr rund um die Aschenbalm versammelt, aber beim Skat oder Bridge werden sich bestimmt mehr zusammengefunden haben. Mau muH in Anbetracht dessen wirklich den Wagemut der Vereine bewundern, noch (Iroßveranstattungcn aufzuziehen, eine u Dankbaren werden sie stets auf ihrer Seite haben, und das ist die Jugend, für die sie letzten Endes ja auch das grolle Opfei bringen. Bei der Jugend- und Junioren-Meisterschaft des Deutschen Makknhikreises am letzten Sonntag schnitten die hiesigen Bar Kochbaner recht günstig ab, ein volles Dutzend Mal gingen sie als Sieger hervor, nur die Berliner konnten sie, allerdings durch ihre noch gröllere Teilnehmer/ahl, um einige Meistertitel überflügeln. Die grollte Leistung der Leipziger war Stissons 100 m-Lauf und sein 3. Platz bei den 800 in, an der gleichen Stelle lag er mit 1720 Punkten im Dreikampf. Bubi Braun hätte es in dieser Disziplin beinahe geschallt, durch seinen 100 m-Lauf mußte er sich mit dem zweiten Platz begnügen, dafür konnte er sich mit seinem Weitsprung von 3,52 m schadlos halten, die Weite von 4,81 m von Salata, Jahrgang 23, ist nicht mm*l.-r beachtlich. Sicrad.ki kaut diese* Mai nur a«i r».tu ».. der Fünfkampf ichcU zu starK an seine» Nerven. Bei den MÄdeJa brachte es Wydra auf 4,08 m und bei dem schon „älteren Jahrgang" die Weltrekordlerin Hilde Meyer, Berlin, auf glatt 5 m, Einen herrlichen 100 m-Lauf zeigte Ruth Goldsteill in der sehr guten Zeit von 13,8 Sek., ein 15 jähriger Berliner Junge schaffte diese Strecke gar in Sek., wer macht das nach? — Orgler benötigte dafür il,b Sek., aber die echte Freude empfand man wieder an seinem 1500 m-Lauf, auf den man den ganzen Tag gewartet hatte, aber das Beste kommt meistens zuletzt, herrlich sein Laufstil, an dem sich auch sportlich wenig Interessierte begeisterten. Einige auswärtige Sportler seien noch hervorgehoben, der Berliner Jonas, der durch sein überlegtes Laufen seine 800 m und auch die 3X 1000 m- Staffel für Berlin entschied, nachdem Leipzig beim ersten Wechsel noch mit 100 in Vorsprung führte. Ebenso glänzend veranlagt ist der kleine Dresdener Weinbehl, der neben seinem Weitsprung mit 5,05 in auch den 100 m-Lauf gewann, über nllen den Vorgenannten steht aber «irr Kugelstoll von Tombowski, Berlin, mit 13,Sl) in und mit dieser hervorragenden Leistung sei die Meisterschaft au sich beschlossen, der sich der Aufmarsch und die Affsprache des Herrn Dr. Lehrfreund anschloß. Noch bei ihrem Abmarsch dankten' die Berliner Jungens und Mädels den hiesigen „B. K." durch ein kräftig.-« „Zicke, Zacke"; er hat es verdient, denn au einem solchen Tage fühlt man aus jeder Kleinigkeit die Liebe zur Sache, die Liebe zur Jugend, der er nun schon etliche Jahre seine Arbeit und seine Zeit gerne opfert. Ein recht nettes „Schattenspiel" führten dann noch die m IH IM Q I M I O V niruuaacr antaten u. Grab. Zwitbadt f. Zu wer nr. O Iii III C 1 U I C I Nordstr. 25, Frankfurter Str. 11, Ttl. Hr. 255 M beiden Handballmannschaften Leipzig und Chemnitz vor, das natürlich die alten Routiniers des hiesigen „Bar Kochba", obwohl stark geschwächt, mit 4:2 gewannen, dennoch erfreute mau sich besonders an der Arbeit des Uästetorwarts Koch. „Schild" bi achte seine Jubiläumsspielc gut unter Dach, denn drei Siege waren die Ausbeute des Tages, wobei d.er..4-V-Frfo!g der!. Fußballelf gegen „j.'S. U. 33"-Berlin besonder« stark wiegt, weil damit die beiden letzten Niederlagen durch diese Mannschaft mehr als gutgemacht sind. Wenn die Mannschaft noch öfters zusammen spielt, wird sie wieder die Schlagkraft besitzen, die ihr im vorigen Jahre innewohnte. Die Handballer kamen zu einem glatten 9:3 gegen Dresden, nachdem sie bereits mit 7:0 in Eront lagen, und die Mädels holten sich nach recht spannendem Kampf mit 3:2 gegen Malle den Mitteldeutschen „R. j. I ."-Meistertitel. Beinahe wäre es ins Auge gegangen, denn erst iii der allerletzten Minute der Verlängerung hat's geklappt; nachdem Elli Mainzer die 2:0-Eührung der Hiesigen durch, zwei herrliche Strafwürfe aufgeholt hatte. Die „Allen Herreu" führten in ihrem Spiel gegen „J. S. G." ebenso 2:0, aber die drei sicgbrüigenden Tore schössen dann die Berliner. Am besten vertrugen sieh die Knaben mit ihrem Gegner, sie trennten sich 3:3 mit den Hallensern „Bar Kochba" bietet morgen den Sportfreunden etwas ganz Besonderes, eine Box Veranstaltung unter freiein Himmel. Bei günstiger Witterung treffen morgen nachmittag 4,30 Uhr draußen auf dem „B. K."-Platz Boxer aus Berlin, Dresden, Chemnitz und Leipzig aufeinander, die sich jedoch bei gegenteiligem Wetter abends in der Turnhalle der Höh. Isr. Schule ihr „Rendezvous" geben. Hoffentlich kann es beim Ersten bleiben, denn das wäre „Sache"!! Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Schriftleitung: Oemeindcrabbiner Oustav Cohn, Leipzig C 1. Walter-Blumel-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Goldfreund Leipzig Cl, Hainstraße 16, Zimmer 304 Tel. 16722 Anzeigenleiter: Ernst Ooldfreund, Cichoriusstraßc 2a. Tel. 60771 für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen iwd für telefonisch xufgegebene Anzeigen wird keine OewShr übernommen. Druck: Jordan & Oramberg vorm. Druckerei der Wcrkgemeinschart, Leipzig, Brüdcrstr 19. D. A. II. 36. 3600. Pr. L. Nr. 5. Für den Inhalt der Inserate fibernehmen Genieindevorstand und Schriftleiti^^^vel n e Verantwortung. Vereinsnachrichten. Jüdischer Jugendring Leipzig. Anstatt des ursprunglich vorgesehenen Jugendsportfestes des Bar Kochba am 30. August, veranstaltet der Jüdische Jugendring für alle jüdischen Jugendbünde am 13. September auf dem Bar Kochba-Sportplatz ein Sportfest. Wir bitten alle Eltern und Freunde der Jugend, sich diesen Termin freizuhalten. „RING" Bund Jüdischer Jugend. Sonntag, 30. August 1936, vormittags 1 ,10 Uhr Appell auf dem Sportplatz in Thekla. Sportzeug mitbringen. Der Jüdische Kulturbund Leipzig, der zur Pflege der Theaterkunst ein enges Abkommen mit dem Jüdischen Kulturbund HamnrSffn^f w^ittr .Üh.i iIi.Ihh i tti-.TtPr-'Miit-l/ril Mm UICSil hlircr <r(>troff. Dienstag, üvU;. September, pünktlich 20,15 Ulu im Battenberg- Pheater, iauchaer Straße 32, mit der Erstaufführung des musikalischen Lustspiels „Tageszeiten der Liebe" von Nicodemi-Kahn Regie führt Di. Hans ßuxhaum. Die musikalische Leitung hat Kurt Behrens inne. Der Termin der Vorstellung ist so gewählt worden, damit die auswärtigen Messebesucher in Leipzig Gelegenheit haben, der Vorstellung des reizenden Werkes beizuwohnen. Voraussetzung ist der Besitz einer Mitgliedskarte eines Kulturbundes, bzw. „R"-Karte. Die letztere kann auch an der Abendkasse ausgestellt werden. — Vorbestellungen der Eintrittskarten zu RM. 2.30 einschl. aller Abgaben, Programm und Garderohe nimmt der Leipziger Kulturbund bereits jetzt unter folgender Adresse entgegen. Jüdischer Kulturbund, Leipzig C 1, Goethestr. 1, 3. St. An unsere Mitglieder, sowie deren Abwechsler: Die oben angezeigte Veranstaltung kann auch von den Abwechslern zum genannten Eintrittspreis besucht werden. Diese müssen jedoch im Besitz einer „R'-karte sein, welche im Kulturbundbüro oder an der Abendkasse ausgestellt werden. Jüdischer Frauenbund Ortsgruppe Leipzig. Am Mittwoch, dem 9. September, lO'/o Uhr, findet im Jugendheim, Elsterstralie 7, eine Arbeitsgemeinschaft für die Mitglieder des Frauenbundes über „Vu ibereitung auf die Festtage" unter Leitung von Frau Gerda Ochs statt. Um regen Besuch wird gebeten. Bctar. Sonniag, 30. August, pünktl. 10 Uhr Appell in der Turnhalle der Höh. Israel. Schule. Beiträge sind mitzubringen! Tel-Chaj! Der Mefaked ha Ken.