Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 21 (22.5.1936)
- Date
- 1936-05-22
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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22. Mai 1936 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Heute Sonnabend den23. Mai 1030,2030 uuf im Battenberg-Variete Tauchaer straße34 Großer CoioUirhnlh-Vhonri mit Tan?! Willi &ffggti QlC ff1?«*^?"- VüVi y»w •»». +wmtmmt» •imj>^i/>v> ■ <• ' ■- ■ t S »■?f »-»i« VI".! .5" U.!. j Hilde Eckstein \ \ Josef Eisenberg \ \ Verlobte \ J Lfipzig, PfaJifrr.dcrfcr Straße 4S. Enipfoitg, Sunnitia, 24.j.3(i. Ii 2 Uhr. \ 777ö wellen Sie Ihren 0 1/ 11/V ilVli J J III tll /^OHlfU» noM«? Wenden Sie sich an Ihr Reisebüro ...... Tnloitino &. firionf flßtld * »tiv^nnv «f «ff ivill ^IV^U | Filiale Leipzig, Hainstraße 16, Telefon 16722 ' Ihre Verlobung geben bekannt Regina Nachbar Halm Dudowltz Leipzig 17. Mai lv36 Magdeburg Die Barmizwah meines Sohnes David findet s. G. w. am 30. Mai 1936, in dei Synagoge Keiisiraoe. statt. Frau Eibnschütz, Pfaffendorfer Straße 54. Ilse Davidsohn Hans Ollendorf Rprlin-f,hflrlnttpnhiiror 0 \/ A . i u * « Rprlin-VCWnu^r^dorf P H V 1 Spezialgeschäft für alle Mode-Neuheiten: Li tiHA M Spitzen, Bänder, C'firtel, Kleider-Garnituren Uvl 1 II 1 v ■ 1 ■ rt 1 t*.FlICIIVUIS F V C T 1 O D I E I III «T lllllwl 3UUI 1 Tannenbergaliee 37 Mainzer Str. 16 1 Fmnf»ttor- Qnnntacr den 94 Mai TannonhprnralUo 37 10 bis 2 Uhr 1*1 0 o» ' O . I *" — v HeterSStraHe 5 Blumen, Knöpfe, Agraffen, Kurzwaren Blumen? — Nur von Lange Taudiaer Str. 16 - Telefon 23789 - Lieferung; Ins Haus Alle Fenster und Balkonbepflanzungen Fachmännisch und preiswert wir uns mit herzlichem „Glück auf!" voriäufig von Rosenstock und, Jessner. — Unsere Arbeit aber geht lückenlos weiter. Fritz Wisten übernimmt vom 1. Juni an die Oberspielleitung des Schauspiels; er bleibt gleichzeitig dem Ensemble als Schauspieler erhalten. Hans Wilhelm Steinberg, bis 1933 Generalmusikdirektor der Stadt Frankfurt Main, den Berlinern kein Unbekannter als Gast am Pult der Staatsoper, übernimmt in der kommenden Spielzeit die Leitung der im Kulturbund aufzuführenden Opern, sowie die Direktion der repräsentativen Orchesterkonzerte. Nach Absolvierung einer Konzertserie an der Spitze des Hubermann-Orchesters iii Palästina, iriii Steinberg dem engsten Stab der künstlerischen Vorstände des Kulturbundes hei. Im August wird es sich den Mitgliedern in einem Sonderkdnzert erstmalig Vörstetten. — Berthold Sander, der Chordirektor des Kulturbundes, steht im Einverständnis mit der Intendanz J ...!«. M-a.-i-.i Qf.tWV..... f* ■! iiiaJ(a.l.!M -t- C\~____1 11 _ Hl III Ulli I IUI II OlCIllUCIg dUHl « ttlLI Ulli dl» v/pi. i nt\a|)<-n iu<_ im«, i Zill Verfügung. Zwei Jahre Selbsthilfegruppe jüd. Körperbehinderter in Deutschland (SHGJK). Am 19. und 21. April 1936 beging die SHGJK ihren ersten ordentlichen Oruppentag In Merlin, der durch einen grolle»; bunten Abend eingeleitet wurde. In der Arheitspitftmg wurde Herr Hans J. Heymann-Berlin zum Vorsitzenden der Gruppe wiedergewählt. Am Abend des 21. April fand im Plenarsaal des Jüd. Wohlfahrtsamtes zu Berlin eine öffentliche Abschlußsitzling statt, an der führende Männer des jüd. Wohlfahrtswesens teilnahmen. In seinem Referat sprach Herr I ypold-Fmden. als Vertreter dps Bezirk» ISoidwest-Deutsohiand ui»«.« „Sinn und Zweck Je. SHGJK". Nicht Mitleid, das sich in einzelnen gütigen Gaben dokumentiert, könne die Not der jüdischen Körperbehinderten mildern, sondern nur, neben dem eigenen starken Willen, der aller jüdischen Stellen, durch herzliches Verstehen für eine grundlegend ändernde I ehensgestaltimg der jüdischen Behinderten einzutreten. Herr H e v m a n n berichtete über die zwei Jahre des Bestehens und Wirkens. Die SHGJK arbeite in engster Gemeinschaft mit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, wie allen anderen örtlichen Institutionen. Besonders wichtig sei die Aufgabe, den Behinderten Arbeit zu beschaffen, damit sie in wirtschaftlicher und seelischer Hinsicht Befriedigung erfahren. Nur der geeignete Arbeitsplatz sei erforderlich, um auch die Arbeit eines Krüppels vollwertig zu gestalten. Es fehle eine sogen, jüdische Kriippelfürsorge. Es gebe in Deutschland nach der Zählung von 1925 26 ca. 1500 jüdische Behinderte, die in ihrer Schicksalsgcmcin- Bchan vereinigt werden; denn sie alle haben das gleiche Ziel: Die bessere Lebensgestaltung. Eine Auswanderung kommt nur in Ausnahmefällen in Betracht, stellen sich ihr ja schon im allgemeinen nicht geringe Schwierigkeiten entgegen. Es gelte also zusammenzustehen, um durch gemeinsamen Willen eine bessere Lebensgestaltung zu erreichen. Unsere Gemeinde. Mrs. Dugdale über die Selbstbeherrschung der Juden in Palästina. In einer Zuschrift an die Times fordert Mrs. Dugdale, die Nichte Lord Halfours, die Regierung auf, ihre Anerkennung für die Selbstbeherrschung der Juden angesichts der Provokationen der Araber zum Ausdruck zu bringen. Mrs. Dugdale führt Beispiele für die Selbstbeherrschung an, die sie in Palästina während der ersten zwei Wochen der Unruhen beobachten konnte. Sie habe gesehen, wie Juden ihr Bestes taten, um freuudnachbarliehe Beziehungen mit gutgesinnten Arabern zu fördern. Wenn die Regierung in Palästina und England es verabsäumen sollte, zu zeigen, daß sie diese jüdische Selbstbeherrschung und den Gehorsam gegenüber den Gesetzen zu würdigen weiß, dann könnte dies dazu führen, daß auch die Juden die Geduld verlieren und wie die Araber das Recht in die eigene Hand nehmen. Dr. Joachim Prinz. In Leipzig. Zu -einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete siv.ii dci Vortrag von Dr. J. Prinz am 13. ds. Mts. in Leipzig über die europäische Juden frage und die Vorgänge in Palästina. Mit der ihm eigenen überzeugenden Kraft schilderte er den Weg des jüdischen Volkes in die europäische Kultur, den es zwangsläufig hat gehen müssen, weil es der weg Europas war in der liberalen Aera der letzten einhundertzwanzig Jahre, ein Weg, von dem wir ehrlich geglaubt haben, daß es auch unser Weg sei, ein Weg, auf dem uns die Besten unseres Volkes, Männer wie Mose» Mendelssohn und Zunz vorangegangen sind, ein Weg, von dem wir jetzt erkennen müssen, dal! es ein Irrweg gewesen ist. Es ist die große Tragödie des europäischen Judentums, das nicht von innen her an die Tore des Ghettos geklopft, sondern dem man diese Tore von außen her weit geöffnet h?.t,;ctr! ..••.!! dem rrüntnieTfeldP seiner Hufiitttttsjeti t.a »leiten und einen neuen Weg suchen zu müssen, da Ins Freie führt. Es ist ein langer, schwerer und gefahrvoller Weg, dieser Weg nach Erez Israel, ein Experiment vielleicht, aber ein grandioses Uild das letzte und einzige Expcrir ent, das uns bleibt. Für diesen Gang aus dem •srhii'l.'c-iI in »Iii» fi#»cnfifrlif« m'U m *li#> l<>« »f„„ |fr*iftf .........---- -------------- ö'" , »««V*« 1X4 zu mobilisieren, um den Aufbau de schleunigen. Der Sinn der Opfer an Out und Blut, die wir in letzten Tagen haben bringen müssen, kann nur der sein, unsere Arbeit zu verdoppeln und die jüdische Position im Lande der Väter so zu stärken, daß Ereignisse, wie wir sie jetzt erlebt haben, sich nicht wiederholen. In atemloser Spannung und sichtlich erschüttert folgte die gesamte, von mehr als 1200 Menschen besuchte und unter Leitung von Dr. Ludwig Lehrfreund stehende Versammlung diesen, in bekannter meisterhafter Rhetorik vorgetragenen Darlegungen und die Spannung löste sich in spontanem, nicht endeiiwollendcm Beifall, als der Redner die soeben erfolgte Entscheidung der Maudatsregicrung bekannt gab, vor den arabischen Drohungen nicht zurückzuweichen und den neuen Einwanderungsschedule zu bewilligen. Ein Fahnencinrnarscu und Chore der jüdischen Jugend umrahmten die wuchtige Kundgebimg, die mit dem Gesang der Hatikwah und der I X Tl J. •Jüdischer Kulturbund (Nur f. Mitglieder) Tttontaa. 25. Jtlal niinbiurh?Qis Vhr im Jiuit»rbund!iheaier (Battenbergtheatet) Tauchaer Straße 32 — Garderobeschluß 20 Uhr Chem jo Winawa und seine äO &änger