Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 20 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 15. Mai 1936 Uhr Engtisch Kurs C - Schule. — 20 Uhr Französisch Kurs C - Sozialamt. — Donnerstag: 20.30 Uhr Englisch Kurs B . Schule. - 19,30 Uhr Kurzschrift für Anfänger - Schult-. — 21 Uhr Kurzschrift für Fortgeschrittene - Schule. Französischer Sprachlehrgang. Anmeldungen für die französischen Lehrgänge werden noch entgegengenommen. I dieselben sind an das Israelitische Gemeindeamt (Lehrhaus). Walter- BiümeUStr. 1Ü, i, zu richten. Unsere Gemeinde. Die Auswanderungsberatungsstelle des Hilfsvereins der Juden in Deutschland. Goethestraße 1 III. giht bekannt, daß die Beratungsstunden jetzt wieder regelmäßig Dienstag bis Donnerstag 10—1 und 4-5 Uhr abgehalten werden. Rabbiner Dr. Ochs in der Synagoge Bes Jehuda. Am Rrhabbos Tasrfa-M'?a«.roh niert Herr Pahh Dr. Ochs in der Synagoge Bes Jaakauw einen Mussar-Vortrag. Vor. Beginn der Droscho bestieg Herr Rabb. Melamed, der Rav der Bes jaakauw- Synagoge und Verfasser des tiefgründigen halachischen Werkes „Diwrei Binoh", die Kanzel, um den Neuangekommenen ZU begrüßen. In geistvoller Weise deutete er das prophetische Wort au«, das einst Chagai ausgesprochen hatte: „Größer wird die Herrlichkeit des zweiten, al» die Herrlichkeit des ersten Tempels sein", indem er die Gründung einer Schule und die Einführung des Rabbiners in Parallele zur Errichtung des Heiligtums setzte. Das, was die rührige und von Idealen geführte Hand des Vorgängers geschaffen, wird mit Q. H. der Nachfolger weiter ausbauen und gestalten. Herr Rabb. Dr. Ochs dankte für die warinen Worte der Begrüßung und führte dann anknüpfend an die Worte des Wochenabschnittes zum eigentlichen Thema übergehend aus, daß wir die Schutthaufen irdische! Wallungen beseitigen müssen, um die wahren Schiit/e unseres Hrr/en«. nimlirii <jii> bessere!! Strehungcn unserer Seele freizulegen. Vor allem müssen wir Hand und Herz offenhalten für die Not unserer Brüder in nah und fern. Es war eine eindrucksvolle Feier, die sich in dem von religiösem Idyll durchwehten Raum vollzogen hatte. Elternabend des J. P. D. Der J. P. D.-Makkabi Hazair veranstaltete am 2. Mai einen Elternabend, dessen ausgezeichneter Besuch einen Beweis gab für das große Interesse der Elternschaft an den Absichten des Bundes und für deren bis tief in das Familienleben hineinreichenden Einfluß. Arno Leder berger schilderte in einem sehr lebendigen Vortrag, wie der Jugcndhund durch seine Ausrichtung an zionistischen Ideen dem heranwachsenden Menschen eine innerlich gefestigte Haltung verleihen und durch die Freiwilligkeit der Unterordnung unter die Bundesdisziplin oft auch dort pädagogische Wirkungen entfalten kann, wo Schule oder Elternhaus versagen. Mit großem Verständnis für die Nöte der Kinder; ,ihei auch die dei Schill«.' und des Elternhauses beleuchtete er die zahlreichen Konflikte, die sich aus den verschiedenen Anschauungen der alten und dei jungen Generation und der feindseligen Haltung der Umwelt ergeben und zeigte die Möglichkeiten der Abhilfe und des Ausgleichs durch die bündische Gemeinschaft. Er verschwieg auch nicht die großen Schwierigkeiten, die durch die Abwanderung der besten und reifsten Führerpersönlichkeiten' entstehen, wie auch dadurch, daß ein großer Teil der Führer und Führerinnen selbst noch sehr jung, erzienungs- und bildungsbedürftig und durch berufliche Arbeit oder Hachscharah uberlastet ist. Um so anerkennenswerter sind die Erfolge der Bundesarbeit der brennende Eifer, mit dem die Kinder auf alle Absichten eingehen, die Liebe, mit der sie au ihren Führern und ihrer Gruppe hängen und die heilsame Wirkung der äußeren Disziplin auf ihre innere Haltung. Diese Erfolge beweisen besser als manche theoretischen Überlegungen die Unentbehrlichkeit der Bünde, ihren Charakter als einen der wesentlichen Erziehungsfak- {■•»•m........*•*» Cfttttif rtn/t t-L - *.~ p. 1»4 *-** hnffm r4ftH .!»»»- ..II... iivlJtil vHtltitt tliltl I lit ntn.iü- - I IM /II IMHlitl. \.i.i(f \.t'_ I Anp.ü 5n die Elternschaft um Mitarbeit auf fruchtbaren Boden fällt und daß durch weitere Ausspracheabende auch mit der Lehrerschaft unserer Schule die gegenseitigen Beziehungen gefördert und vertieft werden. Es bedarf der größten Anspannung und der besten Kräfte aller am Erziehungswerk beteiligten Menschen, um unserer Jugend all das zu geben, was sie befähigt, das Schicksal unserer Zeit mit Haltung, W inde und innerer Größe zu tragen und ihre schweren Erlebnisse /u einer jüdisch und menschlich gleich wertvollen Aufgabe zu erhöhen. Dr. K. Bevorstehende Veranstaltungen 23. Mai: Battenberg: (iesellschaftsabend mit Willy Rosen. 25. Mai: Jüd. Kulturbund: Chemja Wiuawcr und seine 30 Sänger. -!. Juni: Jüd. Kulturbund: Bunter Abend: Max Ehrlich und sein En semble. 11. Juni: Jüd. Kulturbund: Vortragsabend Jenny Schaffer und Otto Bernstein. 14. Juni: „Der Ring" Bund jüd. Jugend: Buiulessportfest auf dem Schild-Sportplatz. Thekla. AmtÜffoo Relranntma^rtnnn&n - -'!! lllwl Uvnui III Ml i Clvs ■ lunvjCfii, Friedhofsgärtnerei des netten Friedhofs. Die von der Gemeinde in eigener Verwaltung betriebene Gärtnerei unseres neuen Friedhofs übernimmt sämtliche Aufträge auf Benfhnzung. Instandsetzung und Pflege von Grabstellen. Es wird weiter darauf hingewiesen, daß die Friedhofsbesucher die Möglichkeit haben, ihren Bedarf an Topfpflanzen, Schnittblumen. Vasen und Schalen in der r-riedhotsgärtnerei zu handelsüblichen Preisen zu decken. Fachmännische Beratungen und Berechnungen erfolgen kostenlos. Die Rechnungen für das Grabpflegejahr 1936 sind jetzt an die Empfänger herausgegangen. Falls infolge Urnzuges odet anderer Umstände die Rechnungen nicht in den Besitz, der Verpflichteten gelangt sind, wird, um Verzögerungen in der Grabpflege zu vermeiden, gebeten, sich mit der Gärtnerei des neuen Friedhofs (Fernsprechnummer 53S89) in Verbindung zu setzen. Besonders wird darauf hingewiesen, daß Grabpiiege und Be- Pflanzung erst dann vorgenommen werden können, wenn die Kosten bezahlt sind. Leipzig, den 20. April 1936. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Geineindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 15. Mai, Abendgebet 1») Uhr. Sonnabend, Ib. Mai. Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdiensi 15,15 Uhr mit Predigt, Nachmittagsgebet 20,15 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 20,48 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Geineindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 22. Mai, Abendgebet IQ Uhr mit Predigt. Sonnabend, 23. Mai, Morgengebet 9 Uhr. Nachmittagsgebet 20,30 Uhr, anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 21,01 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. E/.-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, den 15. Mai, Abendgebet 10 Uhr. Sahhat, den 16. Mai, Morgengebet 8,30 Uhr, Mincha 18 Uhr. nach dem Gebet Schulchan arurh-Vnrtracr Pahh lir Qchs, Ausgang 20,48 Uhr. W ochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet IQ Uhr. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, den 22. Mai, Abendgebet Hl Uhr. Sahbat, den 23. Mai, Morgengebet 8,30 Uhr, Mincha IS Uhr, nach dem Gebet Schulchart aruch Vortrag Rabb. Dr. Ochs, Ausgang 21,01 Uhr. W ochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 19 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 1. Freitag, den 15. Mai, Abendgebet 10,30 Uhr. Sabbat, den 16. Mai, Morgengebet 8,30 Uhr; Minchagebet 17 Uhr; Abendgebet 20,48 Uhr. Wochentags: Morgeng. 7 Uhr, Abendg. 19,30 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Straße 4. Freitag, den 22. Mai, Abendgebet 19,30 Uhr. Sabbat, den 23. Mai, Morgengebet 8,30 Uhr, Minchagebet 17 Uhr, Abendgebet 21,01 Uhr. Wochentags: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 19,30 Uhr. Tainiud-Tliura-Syiiaguge, Keiistr. 4. Freitag, den 15. Mai, abends 19 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 17 Uhr, Ausgang 20,48 Uhr. - W ochentags früh 7 Uhr, abends 20 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstraße 4. Freitag, 22. Mai, abends 19 Uhr. Sonnabend früh 8,30 Uhr, Mincha 17 Uhr, Ausgang 20,01 Uhr. Wochentags; Fiüli 7 Ulu, abends 20 Uhr. Perso'nenstandsnachrichten B a r m i z w a : Sonnabend, 23. Mai 1936 Jakob Landsberg, Sohn des Herrn Abraham Landsberg und Frau Golda geb. Berger, Goldhahngäßchen 12, in der Geineindesynagoge. Trauungen: Sonntag, 24. Mai 1036, mittags 12' ., Uhr. Fräulein Jetty Klara Freiberg, Berliner Straße 24, mit Herrn Kurt t rank, Nordplatz 7, in -4-,. CvULnimi- VI - ..J ..t ~, |,,: E~7 1. iit i \\ ......f "lg, * -' " * 11M •*11 1 111i i rstiH Todesfälle: 6. Mai 1036 Alfred Deutsch, Barfußgäßchen 15 III. 9. Mai 1936 Sehya Aron Unger. Eberhardstraße 3 III. Aus dem Gemeindeamt Nachricht des Sozialamtes. Für die neu einzurichtende Haushaltschule des Sozialamtes werden Nähmaschinen und Plätteisen benötigt Für Spenden, eventl. auch leihweise Überlassung dieser Gegenstände wären wir dankbar. , Vom jüdischen Lehrgut Groß-Breesen. Das jüdische Lehrgut Qroß-Breesen braucht für den Aufbau seines Betriebes noch einige Volontäre als Handwerkerpraktikanten, vor allem Installateure, Maler. Schuster, Schneider, Schlosser und Sattler. Interessenten im Alter bis zu 24 Jahren wollen sich an die Geschäftsstelle der Jüdischer. Auswandererschule, Berlin W 15, Kurfürstendamm 200, wenden. Konzerte Konzert auf zwei Flügeln. Dieses Konzert der beiden Pianistinnen, Halina-Schu Isinger — Anna Suwalski-Burstein stand auf künstlerischer Höhe. In den Sonaten von Mozart und Brahms, sowie in der Suite von Rachmaninuw kamen ihre saubere Technik und ihr gutes- Zusammenspiel zu bester Geltung. Mozarts D-dur-Sonate hätte mehr Leichtigkeit und Grazie vertragen können, doch kann man hoffen, daß die beiden Künstlerinnen