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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-05-02 · 18 (2.5.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
18 (2.5.1936)
Date
1936-05-02
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 kui -«svis ■ ■ n I * 1 — k-u-.ucbi.-vu __~ oiaianc — am LTinFiuiFing, cw« ouriuDgasse Ruf 23815 Täglich die gute Unterhaltungsmusik in den Palast-Gaststätten! Nachmittags die beliebten Kaffee-Kränzdien — Mittwoch und Donnerstag Sonderabend rUvi »Olli«, u'-: voil »eilen der Verband»- und Vereinsführei zu alierst angesetzt werden. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein und nicht in der Hauptsache darauf ankommen, daß beispielsweise eine Mannschaft des einen Verbandes den Gegner des anderen Verbandes schlägt, um damit bewiesen zu haben, die Mensehen des siegreichen Verbandes sind tüchtiger als die des unterlegenen, ("deich tüchtig in diesem Sinne sind alle, die es in scharfem Training zu einem <re ftSCti iv.jinit'1! (CUtacill naue» tVYi im »n:u Können gegen jeden (iegner in fairer und sportlich einwandfreier Weise durchzusetzen. Sport, der englischen Auffassung gemäß, zu betreiben, sei das 7. i c I. In gemeinsamer, fairer Zusammenarbeit eine stets verbesserte körperliche Durchbildung und Schaffung einer widerstandfähigen jungen jüdischen Generation zu erreichen, sei der Weg, den wir dem jüdischen Sport in Deutschland im Jahre 1936 wünschen." P. Konzert und Theater Kulturbund-Theater. Das Schauspiel-Ensemble des Judischen Kulturbundes Hamburg brachte mit viel Humor Franz Mohtars „Spiel im Schloli". Diese witzige Anekdote, deren inhalt zwar nicht gerade auf guter Moral- '«Ot-mid die in den dier—acTCrr^ntrhTTrcre Moinennr~ aufwies, wurde außerordentlich flott gespielt. Max Ehrlieh als (iast fügte sich dem ausgezeichneten Ensemble nicht gut ein, sein spezielles Gebiet liegt in anderer Richtung, er konnte das in dieser Rolle des Almady nicht vollkommen entwickeln. Eritz Melchior als Operettendichter Korth und väterlicher Freund des jungen Musikers, führte die Handlung der drei Akte mit Vornehmheit Und innerer Oberzeugung durch. Kurt Appel als sein Gegenspieler Manskv verkörperte nicht nur in Worten, sondern in allen seinen Bewegungen den unbelehrbaren Pessimisten. Carl Heinz Jaffe war ausgezeichnet als junger schwärmerischer Liebhaber Adam, er verlebendigte Goethes Worte: ..... himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, glücklich allein ist die Seele, die liebt!" Vortrefflich gab Julius Köhler den Lakai, mit guter Maske unterstrieh er den Typ eines klug beobachtenden, kritischen Bedienten. Lieselotte Cohn (kosen) als Primadonna Annie fand in den verzwickten Situationen, denen sie drei Akte hindurch ausgesetzt war, entschieden echte Töne. Den vielbeschäftigten, ewig umhersausenden, seine Meinung stets an der verkehrten Steile äußernden Sekretär gah Kurt Schindler mit wahrhaft beängstigender Natürlichkeit. Die glänzende Regie unter Dr. Buxbaum hielt sich im flotten Tempo, die Bühnenbilder waren von Anny Gowa mit wenig Strichen sehr geschmackvoll ausgeführt, tt. Zum Konzert an zwei Flügeln: Schulsinger—Suwalskl am 7. Alai. In dieser Veranstaltung kommen Werke für zwei Klaviere zu Gehör: Die Sonate D-dur von Wolfgang Amadeus Mozart (Köche. 1 118) gehört zu den Gelegenheitswerken des Meisters und entstauc im Jahre 1781; ihre drei kurzen Sätze sind sprühend und wirkungsvoll. Im ersten Satz „Allegro eon spirito" kommen zwei Themen zur Durchführung, ein kraftvolles und ein zartes. Mozart lälit diese beiden Themen abwechselnd von beiden Instrumenten durchführen und schließt mit einem beschwingten „Coda" ab. Außerordentlich zart sind die Motive des „Andante", dagegen wird der letzte Salz „Allegro" von frischen, graziösen Tanzmotiven beherrscht. Die * .. 1! C .. ■' / T 1 fl 1 * L i »uiüHMdmittic ü;ti (on&uucfi ui au in?-, .m» stmicm DCKannten Kjavivr' quintett op. 34 für zwei Klaviere selbst bearbeitet. Natürlich ist bei solchen Bearbeitungen die Larbeupracht der Streichinstrumente nicht zu ersetzen, dadurch gehen viele Schönheiten verloren. In diesem grob angelegten Werk ist jeder Satz in seiner melodischen Linienführung und den kontrapunktischen Durcharbeitungen von höchster Meisterschaft. Die Suite Nr. 2 op. 17 von Serge Rachmaninoff ist ein Originalwerk für zwei Klaviere und besitzt vier Sätze, die aussehlieblich slawisches Gepräge haben. Das gesamte Werk ist sehr temperamentvoll und initreibend, die einzelnen Sätze sind charakterisiert in einem schneidigen Marsch einem derben Walzer — eine/ melancholischen Romanze -- und einer sprühenden Tarantelle. tt. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter D e k a.) Das hätte am'letzten Sonntag beinahe schiefgehen können, dum erst in der zweiten Verlängerung des Handballspieles gelang „Bar Kochba" der entscheidende und Biegbringende Wurf gegen „ltus"- München, und wenn die Gäste als Siegel vom l eide gegangen wären, hätte man darob auch nicht hadern und murren können, da sie in der Kombination den Hiesigen sogar überlegen waren, aber vor dem Tore fast hilflos den Ball hin und her spielten, als ob einer dem andern die Verantwortung für einen Wurf überlassen wollte. Anfänglich hatte man das Gefühl, als ob Leipzig seinen (iegner zu tj*tj»ll* KhUm . i n.aI«I.«. -ii, ., _:1.4-:» :.. t_:±x tllllli Ultimi, uiiu Ii n hihi natu CS uui iviunv, llvuttg in i im /. u kommen. Auiierdem beging man den Fehler, die eigene Lauterreihe zu stark muverieidigen zu lassen, wodurch zwischen ihr und dem Stuini oft eine grobe Lücke klaffte und die Stürmer sich von weit lunten den Ball holen mußten. Nun zum Spielgeschehen! „Bar Koch ha" liegt bald mit 2:0 in Führung, bei München wagt niemand zu schieben, trotzdem kommt es bis zur Pause auf 2:1 heran. Nach Wiederbeginn heißt es aber bald 2:2 und nun gibt es ein selten aufregendes und spannendes Spiel, ..Bar Korhha" wirft v i.or, „iruv gleicht, postwendend aus. Die Hiesigen gehen abermals in Führung und noch vor Schiuli kommen die Ciäste auf 4:4, also ist eine Verlängerung von 2 mal 10 Minuten notwendig. Die Hiesigen erzielen wiederum das Führungstor, das aber sofort aufgeholt wird, zur Abwechslung werfen nun die Bayern einen Vorsprang heraus, den „Rolle" in allerletzter Sekunde egalisiert. Eine zweite Verlängerung müssen die Spieler somit über sieh ergehen lassen, die aber zum Glück für die 22 bzw. 23 Akteure nur von kurzer Dauer ist, denn wiederum ist es Tschopik, dem der grobe Wurf gelingt, der einen der schönsten und hinreißendsten Kämpfe beendete, ilie man seit langem auf Leipzigs jüdischen Sportplätzen saii. Es war gut für den Schiedsrichter, dab sich beide Mann- SChaften einer äußerst anstandigen Spielweise befleißigten, denn seine Leistung war nicht die beste, er wollte grobzügig amtieren, übersah aber " aatHVffiaucnes, was unbedingt hatte gerügt werden müssen. Es war ein hart erkämpfter Sieg der Hiesigen, bei denen vor allem Tschopik und der Tormann Abraham die andern überragten. Das darauffolgende 1 ubballspicl des „Bar Kochba" gegen „Itus"- Nümberg fiel zur vorangegangenen Begegnung gewaltig ab, hierbei gingen die Oiste mit einem Tor Vorsprung (2:1) als Sieger hervor. Ihre Leistung entsprach, bis auf wenige Ausnahmen, nicht der gehegten Erwartung, bei den Hiesigen machte sich das Fehlen alter bewährter Kräfte sehr bemerkbar. Nach dem Probegalopp in Jena, der mit 6:1 glatt ausging, bestreitet „Schilds" I. Handballelf morgen das wichtigste Spiel der letzten Zeit, das Entscheidungsspiel um die Mitteldeutsche Meisterschaft gegen „Schild"-Di esilen, nachdem beide Vereine die Tabelle punktgleich anführen. Vor diesem Treffen, das auf 16 Uhr angesetzt ist, gibt's selbstverständlich einige Fußballspiele, und wer würde sich das alles bei diesem Frühlingswetter entgehen lassen, zumal die Handballer, ob der Bedeutung ihres Treffens, starke „Rückendeckung" unbedingt nötig haben. Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religjonsgemeinde zu Leipzig Schrittleitung: Oemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig C 1, Walter-Blümel-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Goldfreund Leipzig Cl, Hainstraße 16, Zimmer 304 Tel. 16722 Anzeigenieiter: Ernst Uoldtreund, CichoriusstraBe 2a. Tel. 60771 für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen und für telefonisch aufgegebene Anzeigen wird keine OewShr übernommen. Druck: Jordan & Gramberg vorm. Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig, Bniderstr. 19 D. A. I. 36. 3660. Pr. L. Nr. 5. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten. Agudas Jisrocl Jugendgruppe, Färherstr b I. Hierdurch geben rir besannt, da!'. Sr. FStrw. Herr Gcs«ciiid<!-«tbl>;.te! Dr. Ochs einen QemorO-Schhir-Ke8UWaU8 für Jugendliche zu folgenden Zeiten in unserem Heim abhält: Sonntag früh O—10 Uhr, Montag und Mittwoch 20,45—21,45 Uhr. Am Schabbos Kaudesch findet um 17 Uhr (nach I 'Ullas Mmchoh) der Chofez Chajim-Schiur des Sr. Ehrw. Herr Rabb. Kogosnitzki statt. Am Dienstag um 20,30 Uhr (auch für Mädchen) Arbeitsgemeinschaft über Menauras Hamoaur. Leiter: Herr Studienrat Dr. Sohn. Ciäste sind zu unseren Schiurim und Veranstaltungen herziehst willkommen. Verein polnischer Kaufleute und Gewerbetreibender e. V. Leipzig. Wir veranstalten zusammen mit allen hiesigen polnischen Vereinen am Sonntag, den 3. Mai 1936, im Goldenen Adler, Lindenau, Anger* straße, eine Konstitutionsfeier, verbunden mit künstlerischen Vorträgen und geselligem Beisammensein. Einlab 5 Uhr, Be ginn pünktlich 0 Uhr. Eintritt frei! Wir bitten unsere Mitglieder sich recht rege zu beteiligen. jüd. nai. jugend „Herzlia". Am Sonntag, den 3. Mai, 11 Uhr, ist Pflichtappell. Unentschuldigtes Fehlen wird bestraft. Staatszionistischc Organisation: Für Montag, den 4. Mai, 2GY-3«.1 Uhr, ist Mitgliederversammlung festgesetzt. Beide Veranstaltungen finden im Heim, Gerberstraße 38, Ho? rechts, statt. Stammtisch für Briefmarkensammler. Der Versuch,'ein zwangloses Zusammensein der Briefmarkensammler zu veranstalten, fand allseitige Zustimmung der Beteiligten. Nächste Zusammenkunft Sonntag, dvn 10. Mai, vvuu. iö Uhr, Paiastcate. jener ^ammler ist wiiikommen.

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