Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 18 (2.5.1936)
- Date
- 1936-05-02
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4876568-5968812-5972024--5915-4882096- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2. Mai 1Q36 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 fortgeführt, daß schon zusammenhängende Stücke geboten werden können. Zu hegrüßen sind die übeisetzungsaufgaben, die das in den Lektionen erarbeitete Wissen zur praktischen Erprobung führen und vor allem den Spraclislii des gesprochenen Hebräisch nahebringen. Ein endgültiges Urteil wird erst geäußert werden können, wenn der ganze Lehrgang abgeschlossen vorliegt. Dr, S, LfchtenstMdter, Zionismus und andere ZukunfUm&gGchkeitea. Herausforderung zu einer Diskussion. Leipzig [1930] (Verlag Gustav Engel). Die vorliegende Schrift zeigt die Vorzüge wie auch die Nachteile früher erschienener Schriften des gleichen Verfassers, die z. T. auch in diesen Blättern besprochen worden sind. Sk alle strömen aus einem Herzen mit starkem, jüdischem Willen, mit dem Verlangen, ein innerlich rrnfr'qtifrrr's ans rrhtrm H'iHisrhrm Ocistfl PPformtPK iiidi sches Leben verwirklicht zu sehen. Aber daiuil aiieiu sind nicht die Voraussetzungen erfüllt, um in die Erörterung der tiefsten jüdischen Probleme eingreifen zu können. Das bestätigt sich such wieder an dieser „Herausforderung zu einer Diskussion" über die Prägen des Zionismus. Lichtenstädtcr darf sich nicht wundern, wenn seine Voraussage sich bestätigen würde, daß die von ihm beabsichtigte Diskussion seiner Argumente ausbleibt. Z. B. glaubt er, den Zionismus damit erledigen zu können, daß er ihn in Gegensatz zu dem Charakter Palästinas als „heiliges Land" stellt. Es gibt wohl keinen luden, der nicht von ehrfurchtsvoller Anerkennung der Heiligkeit des Landes durch seine Erinnerungen, seine Geschichte, seine Denkmäler erfüllt ist. Daß dies jedoch dazu führen müßte, Palästina ausschließlich von diesem Gesichtspunkt aus zu betrachten, ihm seinen Charakter als heiliges Land bedingungslos vorzubehalten, den Aufbau jüdischer Siedlung mit all seinen Auswirkungen des Alltags abzulehnen, weil er geeignet sei, diesen Charakter zu stören mit anderen Worten, zu fordern, daß Palästina wie eine Art „Heiligkeitsschutzpark" behandelt werden müsse: leichter kann die Ablehnung seines Standpunktes nicht gemacht werden. Auch die positiven Vorschläge, mit denen der Verfasser glaubt, die jüdische Zukunft auf anderem Wege sichern zu können, sind wenig geeignet, unter ernsthaften jüdischen Politikern Grundlage von Erörterungen zu geben. Nicht nur die Zionisten, sondern auch alle, die mit jüdischer Arbeit in heutiger Zeit befaßt sind, werden über diese Verkennung jüdischer Notwendigkeiten zur Tagesordnung übergehen müssen. —n. Ein neues Buch Uber die „Prophetie" in den Schriften der Polnischen Akademie der Wissenschaften: Dr. Abraham Heschel, dessen erfolgreiche Maitronides-Biographie dem Autor die Anerkennung der wissenschaftlichen Welt eingetragen hat, hat ein Buch unter dem Titel „Die Prophetie" geschrieben, das soeben in den Schriften der Pohlischen Akademie der Wissenschaften erschienen und durch den Erich Reib Verlag, Berlin W 15, zu beziehen ist. Die völlig neuartige Auffassung der großen prophetischen Persönlichkeiten, die in dem Werk gegeben wird, bedeutet eine entscheidende Umorientierung über diese zentrale Erscheinung der jüdischen Geistesgeschichte. Heschel läßt in das Verhältnis der Propheten zu Gott hineinsehen, wie es noch selten in solcher Eindringlichkeit geschehen ist. Die Darstellung ist streng wissenschaftlich, aber lebendig und warmherzig, klar und aus einer inneren Verbundenheit, mit Umsicht und geistiger Ordnungsgabe geschrieben. Einaesandt. «-» - .' ii m uii.m ixiiiii'k uhi'rmmnji tii* Schr!tt!e,!!,-!f!f Kür :!:."' r.r.-Krr.-:.-* i;j '■■ '■ ■ Verantwortimg.) Erstes Gebot: fair play! Aus dem unter vorstehender Oberschrift im ^portblatt der C. V.-Zeitung tum v. januar 1936 veröffentlichten Aufsatz dürften Leipziger Sportkreise die nachstellender. Ausführungen interessieren. Sie gehen von der Feststellung aus, daß in England, dem Mutterlande des Sports, fair play das Ungeschriebene tiesetz ist, das dem Engländer seine vorbildliche Haltung in Sport- Bingen diktiert: „Er kämpft hart, temperamentvoll, wie jeder andere, ohne allerdings zu vergessen, daß es sich um sportliche Dinge handelt. Der Engländer versteht, eine Niederlage aufrichtig und lächelnd hinzunehmen, weil er ais Sportsmann von echtem Schrot und Korn jede gute Leistung anerkennt und sich ehrlich über sie freut, auch wenn es die des ihn besiegenden Gegners ist." Im Anschluß daran weiden folgende Ausführungen, die den jüdischen Sport angehen, gemacht : „Der jüdische Sport in Deutschland ist jung. In der Hand seiner I tthrer liegt es, den Weg, der beschritten werden soll, zu bestimmen. ÜBE :ra r * LL W iN/ /o«j««* 1 m - _X » -—* « h -_ ^T/A/J T jpQ*.\on/-1 RÄ Bfafl UAINITR16 ____TU,1.fr"3A=| Wie es allerdings seheint hat man sich im Augenblick noch nicht ganz zu jener englischen Auffassung durchgerungen. Viel zu oft muß man in feerichten über Handball- und Eußballtreffen von Disziplinlosigkeiten auf dem Spielfeld lesen unnd zur Kenntnis nehmen, daß einer wegen unfairen Spiels herausgestellt, anderwärts sogar das ganze Spiel abgebrochen werden mußte. Und entspringen die leidigen Streitigkeiten außerhalb der Sportplätze nicht auch dieser bekäiUpfenswertcn unsportlichen Auffassung' Warum das alles? Wozu dieser falsch ausgelegte Ehrgeiz im jüdischen Sport, dem bei den geringen wettkampfmäßigen BetätigunrrsmnglirhUciter. sowieso schon Beschrankungen genug auferlegt sind"? Gewiß, ein bestimmter Ehrgeiz und Wille zum Sieg ist in jedem Sportbetrieb nicht nur erwünscht, vielmehr geradezu unerläßlich. Wohlgemerkt: Ehrgeiz aus sportlichen Motiven, aber nicht deshalb, um sportliche Siege zu Prestigefragen ausnutzen zu können, wie es leider im jüdischen Sport manchmal uijin.ii m >vm scheint. Darui erblicken wir nenen acr Schiedsrichterfrage, die später gesondert behandelt werden soll — den wesentlichsten Faktor des unfaire» Spiels, das jeder anständige Sportler in tiefstem Herzen bedauert. Riemen-Sandalen, braune Rind- 4 — - box-Riemen, mit Gummisohlen, Größe 1 <*| 36-46 . . Paar I.UU für Kinder, mit schwarzen leder-Rlemen 4 fMl und Gelenkstürze. Größe 25—35 Ponr!«• Schnürschuh«, brauner Stoff, mit Lederspitz- Kappe und roter Gummi- 4 QC Gr. 23- 30 4 All sohl-, Gr. 31-42 . Paar ■■*»» Paar