Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 18 (2.5.1936)
- Date
- 1936-05-02
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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2. Mai 1936 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Sonnabend, den 2. Mai, 20 Uhr | Gr. GeSellSuiattS - IM III. TtlllZ U. KÜnSUer-VQiUäi)tfR RflftOnhOPfi SffiriDfO Gastspiel: Hedi I Liase-Berün. Anni Pommeranz-Leipzig DUllKilUclS'VUnKlr j EiniriUspr.. m. i.5ö d.i.- üie z. 8. 2. gel. Eintrittsk. haben Gültigkeit! Zu dieser Veraustaltung werden R - Ausweise nicht benötigt! K a r i e n v c r k a u f nur an Mitglieder der jüd. Gemeinschaft. Donnerstag, den 7. Sai er., abend« 8 Uhr, <»rotrian-!Steinweg-Saal,Dlttrichrinjrl8 K~ ä\ 11 rm j* i» t »1 ■■ #* *> In irol VI Hulln« S<>hn!*inger / Anna r4u» aiski-Burstein ■m v an *7 M 9i Wm MM. M mt M. 111^171 ■■ «Ferke von Hneh / / Mozart / / Brahma / / Bachmanlnoff Karten zu RM. 1.—; 1.50 u. 2.— bei Kaufmann, Kaufhaus Brühl, Zellners Rest., Manelis, Palast-Gaststätten, 0. Willner sowie a. d. Abendkasse Für die mir anläßlich meiner Barmizwali ausgesprochenen Glückwünsche und erwiesenen Aufmerksamkeiten spreche ich hiermit zugleich im Namen meiner Eltern meinen herzlichsten Dank aus. ____ . _____• .. •.....- - - Siegfried Zellner Ihre Jlütcvetsidieruna durdi Cindsbera! sofortige verbindliche Deckung Generaiaarentur TVOlj SüiUiberg C1 GottschedstraSc 30 Telefon 27210 ■ ™ Ellen Ormann inst? Zuker Leipzig Verlobte Leipzig-Buenos Aires 1 Empfang 10. 5., 12—2, Windscheidtstraße 2. 9 r'ulllederhalter in «routr Anrwahl Bepsrainreii a. Systeme -^■aaamW^BafiHaaamX ^^äBBKBStSBi^^^^^^^^^^ Fülllederhaus lakobaohn, Nenmarkf 8 I. via a via Hodaa gesetzt werde, so gelte auch für die Arbeit in der Diaspora der Satz: La seance est continuee. Nach dem Dank« des Redners an alle am Zustandekommen des Werkes Beteiligten, insbesondere an die Reichsvertretung, die Künstlerhilt? der Berliner Jüdischen Gemeinde, die Kulturbünde und die Leitung des Jüdischen Museums, ergriff der Präsident des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde, Dr. Kurt Singer, das Wort. Er wies zunächst auf die Problematik jüdischen Künstlertums bei den Juden in Deutschland hin. Diese Ausstellung sei eigentlich erst ein Anfang. Gegenüber der Fürsorge für die schauspielerisch und musikalisch tätigen jüdischen Künstler, seien die im wörtlichen Sinn „bildenden" Künste bisher zu kurz gekommen. Diese Ausstellung lege Zeugnis von einer unvermuteten Vielfältigkeit jüdischen Könnens ab. Keineswegs herrsche das Porträt vor; es überwiege das Abbild der Umgebung: Städteansichten, Landschaften. Eigentlich jüdische Sujets seien wenig vertreten: ein erfreuliches Zeichen, so meinte der Redner, dafür, daß nicht um der Konjunktur willen gemalt werde. Fast ausnahmslos seien die Namen der vertretenen Künstler dem Berliner Publikum unbekannt; auch fände sich nicht unter ihnen ein überragendes Genie. Abel das Gesamtbild zeuge von einer erstaunlichen allgemeinen Höhe des künstlerischen Könnens. Zuversichtlich sei er über die Zukunft des künstlerischen Wirkens unter den Juden in Deutschland, durch farbenfreudige, lichte Motive hätten die Künstler unser trieben gesehen. Die Ausstellung zeigt etwa 150 Werke von 75 Künstlern. (JTA.) Tagesschule für Berufsvorlehrc der Kcichsvertretung der Juden in Deutschland. Die neu errichtete Schule möchte diejenigen Jungen erfassen, die nach .8- oder 9jährigem Schulbesuch ihre theoretische Bildung abrunden und gleichzeitig in die handwerkliche und Gartenarbeit eingeführt werden wollen. Daher ergeben sieh drei grundsätzliche Forderungen: I. Die der Tagesschule anvertrauten Jungen werden noch weiterlernen. Vor allem sollen sie ihre Sprachkenntnisse ergänzen, um in Palästina oder in anderen Ländern weiterzukommen. 2. Ist es nötig, daß gerade die jüdischen jungen Menschen in allmählicher, aber durchaus handwerkgert-ehter Art zur manuellen Arbfit zurückgeführt werden. >. Wollen wir, daß die junge Generation, wo auch immer sie hinkommt, ein lebendiges Judentum in sich tragt und gewillt ist, es zu erhalten und zu pflegen. Unter diesen drei Gesichtspunkten soll unsere Schule eine Bildungsstätte, eine wirkliche Werkstätte und dabei eine Stätte jüdischen Geistes sein. Dadurch, daß die Schüler den ganzen Tag ohne Unterbrechung in der Schule sind, ist die Vorbedingung für eine stetige Arbeit und die Schaffung einer wirklich erzieherischen Atmosphäre gegeben. Die eine Hälfte des Tages gehört der Formung von Leib und (ieist durch Sport, Hebräisch und Englisch in regelmäßiger Wiederkehr; dazu kommen, über die Woche verteilt, Kulturkunde, Judentumskunde, Naturwissenschaften, Rechnen, Zeichnen und Musik. Die andere Tageshälftc ist von der Arbeit am Schraubstock, an der Hobelbank utler im Garten ausgefüllt. Fin ganz nahegelegener großer Sportplatz g'bt Luft, Licht und vor allem viel Spielraum zur Übung der Kräfte und zu gesunder Abhärtung. Arztliche Überwachung sorgt dafür, daß in allem ein richtiges Malt eingehalten wird. Wir hoffen, daß die freie Zusammenarbeit an die Stelle eines rein schulmäßigen Betriebes treten kann; denn unseren Schülern wird bewußt sein, daß sie hier wichtiges Rüstzeug für ihr künftiges Leben bekommen: für den schweren Existenzkampf des Juden, für die Teilnahme am Aufbau Palästinas, für das Sichdurchsetzen in der weiten Welt. Wir wollen in enger Verbindung mit allen Instanzen bleiben, die für das Schicksal unserer lugend nach dem Verlassen elvi Schule wichtig sind (Berufsberatung, Jüdische Jugendhilfe, Auswanderungsschule, Werkdorf Wieringen usw.). Das Wohnheim stellt unter pädagogischer Leitung und soii die Grundsätze der Tagesschule sinngemäß auf das Zusammenleben der Jungen übertragen. Die Kosten für die theoretische und manuelle Ausbildung einschließlich der Verpflegung (I rühstücksmilch, Mittag, Vesper) betragen RM. 50, monatlich, für das Wohnheim wird ein weiterer Zuschlag von RM. 20,— erhoben. Bei Bedürftigkeit kann Antrag auf Ermäßigung gestellt werden. Der Anmeldung ist beizufügen: ein Lichtbild, ein ausführlicher Lebenslaut (besondere Interessen, Berufswunsch, etwaige Bundeszugehörigkeit, jüdische Kenntnisse) und eine Abschrift des letzten Zeugnisses. Alle Anfragen sind zu richten an die Reichsvertretung der Juden in Deutschland (Schulabteilung), Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158, III. Eine jüdische private Musikschule in Berlin. Eine Absicht, seit Jahren gehegt, ist endlich, beschleunigt durch den Übergang des ehemaligen Sternschen Konservatoriums in den Besitz der Stadt Berlin, zur Ausführung gelangt: Am 15 April 1936 wurde in Berlin (Charlottenburg 4, Sybelstraße 9) eine jüdische private Musikschule eröffnet, als deren Leiterin Susanne L a u d s b e r g - H o 11 a n d e r bestellt wurde, die Tochter Gustav Holländers, der jahrelang der Direktor des Sternsehen Konservatoriums gewesen ist. Es werden alle Fächer der Musik gelehrt, alle Instrumente, (iesang, Theorie, Komposition, Ensemble-Spiel, Kammermusik, eine Opern-, Operetten- und Orchesterschule ist in Aussicht genommen, Musikgeschichte, Chorsingen, offene Singstunde, kurz alles, was zu den Lehrfächern einer neuzeitlichen Musikschule gehört. I )er .Musikschule ist auch ein B e t h - I I a C h a s a n i m angegliedert, eine Schule für Vorbeter im Hauotamt, die hier neben einer gründlichen vielseitigen musikalischen Ausbildung auch die spezielle des Glasau im kantoralen Stil, Chasanuth, Hebräisch, Sprachunterricht usw. finden werden. Es lehren, neben den Fachlehrern der Musikschule, die Herren Oberkantor! eo Ahlheck lakoh Dymont. Das Bedürfnis nach einer judischen Musikschule ist sehr groß, ein Bcth-I lachasauim gibt es in der ganzen Welt nicht; nun darf also hoffen, daß dieses jüdische Unternehmen, dem ein ausgewählter Stab von Lehrern i\\x Verfügimg steht, bald den Platz einnehmen wird, der ihm im kulturellen Aufbau der Juden in Deutschland zukommt. (Dr. Oskar (iiittinann, Charlottenburg, Mommsenstr. 66.) Unsere Gemeinde. Das Leipziger Collegium musicum in Dresden. Auf Einladung des Dresdener Kulturbundes konzertiert am 10. Mai das Collegium musicum mit der Pianistin Tanja Ury-Zunser in der Dresdener Synagoge. Die Handelsbank Jwria, Ritterstr. 23,29, teilt uns mit, daß der Bäderverkehr (Reisevcrkchrsahkoinmen) mit der Tschechoslowakei in der Weise geregelt sei, daß in ähnlicher Weise wie im Vorjahr bei einem 511 o igen von den tschechischen auszahlenden Bauken zu erhebendem Abzug auf Grund eines Abkommens zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei Akkreditive für Erholungsreisen bis zu RM. 500.— pro Monat nunmehr eröffnet werden können. Der nächste Hauspflcgckurs (Leitung: Dr. Soloweetschik, Funkenburgstr. 7) findet am Mittwoch, den 13. Mai, 19'/? Uhr pünktlich. im Gemeindeamt, Waiter-Biumei-Mraße 10 Erdg. statt. Um vollzähliges Erscheinen der Teilnehmer wird gebeten. Der Kursus ist unentgeltlich. Gäste herzlich willkommen!