Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 18 (2.5.1936)
- Date
- 1936-05-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I~ / r \o fC 12. Jahrgang - Nr. 18 Auflage 3600 Stück i s •*^Sy< C ü***^ ZJ ISCHE RELIGIONSGEMEINDE ZU 113L ZI ft AMTLICHES NACHRICHTENBLATT I U DER GEMEINDEVERWALTUNG Ä«frw/ der Zionistischen Organisation und der Jewish flgency an das jüdisdie Volk. Die Executive der Zionistischen Weltorg-anisatinn nntt der jewisk Ag&Bty hat «// das jüdische Volk einen Aufruf erlassen. In ihm heißt es: „in diesen schweren Tagen finden wir einen großen Trust in dem Bewußtsein, daß die Juden in der ganzen Welt sich um das jüdische Aufbauwerk von F.rez Israel sorgen, um das Werk, das nicht nur gebaut worden ist vom Jischuw allein, sondern vom ganzen jüdischen Volk. Diese Sorge geht nicht nur um das Leben und das Wohlergehen von 400000Juden, die jetzt in Erez Israel leben. Sie geht um die Verwirklichung der großen historischen Hoffnung unseres Volkes, die im Wiederaufbau von Erez Israel liegt. Es ist nicht das erste Mal, daß unsere friedlichen und schöpferischen Anstrengungen durch Angriffe aufgehetzter Massen gestört werden. Die Gefahr ist noch nicht vorüber, aber der Jischuw steht fest, und er fühlt sich nicht hilflos allein. Im Gegenteil: er ist überzeugt, daß keine feindseligen Kräfte imstande sein werden, die festen Fundamente zu er.st hü Hern, die in unserem allen Vaterland zu legen gelungen ist. Wenn es notwendig ist, sind wir bereit, wie ein Mann unsere Positionen, unser Leben und unsere Ehre zu verteidigen. Mögen die Opfer, die wir bringen müssen, noch so groJJ sein — unser Werk kann nicht aufgehalten werden. Wir betrauern die unschuldigen Opfer von Jaffa. Aber nichts kann uns in unserem Entschluß wankend machen, wieder einmal in unserem Lande eine freie, sichere, Heimat für das versprengte und bedrängte jüdische Volk zu schaffen. Nur die kleine Zahl unserer Menschen im Land läßt in den Reihen der ärgsten Elemente unter unseren Feinden den verderblichen Gedanken aufkommen] daß sie imstande sind, unseren Fortschritt durch Unruhen und Gewalttaten aufzuhalten. Wir wenden uns an alle Juden der Diaspora. Sie sollen die größtmöglichen Anstrengungen machen, um unser Werk ökonomisch, politisch und moralisch zu unterstützen. Wir wollen keine Fonds für eine Nothilfe. Wir wollen nur, daß unsere Bemühungen zur Schaffung eines Nationalheims in Erez Israel für die Juden in den Ländern, deren einzige Hoffnung Zion ist, verbreitert und gesteigert werden. Alle Kräfte müssen in großzügigster Weise für den Kcren Hajessod und Keren Kojemet zur Vergrößerung der jüdischen Einwanderung, für Bodenkauf und Kolonisation in Erez Israel mobilisiert weiden. Alle Teile des Judentums müssen unter der Fahne der zionistischen Organisation und der Jewish Agency gesammelt werden. Sie müssen fest und einheitlich sein zur Verteidigung des politischen Rechts, das das jüdische Volk sich in seinem historischen Heimatland er~ worben hat. Hierzu rufen wir das ganze Judentum)? r-i-iü riunu *-^at^f~T\lf*Y\tf2. hall IG NUUC uvvJOiitUiilC der Juden in Ere? Israel Zu Felix A. Theilhabers Buch: Im Kampf um Gott, Volk und Land. Verlag „Kcdcm". Berlin 1936. Von Dr. S. Samuel. Das Lebhafte Interesse an unserer Geschichte, dem wir die bekannten großen Darstellungen verdanken, hat in jüngster Zeit eine neue Richtung genommen. Stärkere Bejahung des Volkstums, Anmeldung historischer Ansprüche, Bestrebungen zu ihrer Verwirklichung sind Momente, die eine neuartige Bearbeitung der Vergangenheit rechtfertigen. Den Werken von Elias Auerbach, Oskar Gold he rg, Jos. Kastein reiht sieh das obengenannte des ausgezeichneten Arztes und Soziologen F. A. I heil ha bei an. Es behandelt in dem bisher erschienenen 1. Bande die Zeit von UDO vor bis 30(1 nach der ßbL Zeitrechnung; also (auf 1°-» S.) eine Spanne von mehr als I1 _. Jahrtausenden. Auch Theilhaber hat die Tendenz, durch Aufhellung der Ursprünge und Früh/eit Ficht ülrcr das Heute und Morgen ZU verbreiten; es geht ihm darum, die Verwurzelung des jüdischen Volkes mit Erez Israel, die Besiedlung in ihren auf- und niedersteigenden Kurven, die Zwangsdcjjui iaiionen, die verlustreichen Kriege und Autstande, endlich die allmähliche, gänzliche Verdrängung vom Hoden darzustellen und als Folgerung die legitimen, unverjährbaren - i ~ ~* * * zustellen. lspruchc des Volke» au sein ehemaliges Land lest Hätte Theilhaber mit diesem Ziele sich begnügt, so hatten wir wohl nur eine P r o f a :: g e s c h i c h t e erhalten; der Verfasser wurde aber mehr Kaum für diejenigen Partien gewonnen haben, in denen er als Fachmann bereits vielfach sich bewährt hat. Wii weiden auch in seiner „Geschichte" manche wertvollen Hinweise auf biologische, bevölkerungsstatistische und wirtschaftliche Momente dankbar anzuerkennen haben. Vorab aber dürfen wir die Bedenken nicht verschweigen, die sich gegen die r e l i g i o n s g e s c h i c h t I i e Ii e u Ansichten erheben, wo immei der Verfasser auf sie eingeht. Und dies geschieht bemerkenswert häufig. Er geht von der richtigen Einsicht aus, daß die Stellung Israels in der Oeschichtc nun einmal von seinem Glauben abhängt, und neue Ansprüche einer nationalen Wiederherstellung mit materiellen Gründen allein vor keinem Areopag der Welt ZU erheben wären. Fheilhaber spricht sogai zuerst von unserem „Kampf um Gott". Er hat aber die Schwierigkeit unterschätzt, die für diesen Kampf eingesetzten Kräfte zu bewerten, den wechselvollen, zuletzt sieghaften Verlauf wahrscheinlich zu