Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 14/15 (3.4.1936)
- Date
- 1936-04-03
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 3. April 1936 Die Sagen der Juden. Mythen, Legenden, Auslegungen, gesammelt von Micha Josef bin Gorion. Neue Ausgabe. Berlin [iQ35] /Q^U„_|.-„ V'...!....\ VviC.iV/WIV«..»- » VllUg/. In den Sagen gewinnt das Dichten des. Volkes Gestalt. Wie es seine Grollen sieht, was es an ihnen bewundert und nachahmenswert findet, dafür schafft es sich in ihnen seinen Ausdruck. Dadurch wird du?- S2£cn£Ut einer (*)ucuc ersten Qfäücs mi m\. L3<tF!f7tciIttnj2 eines Volkstums. Die Sagen der Juden ki eisen um die Großen der Bibel: die Erzväter, die Lehrer und Künder, die Konige und l ürsten, wie um die grollen Schicksalswendlingen des jüdischen Volkes. Sie sind nicht so sehr als Grolle geschätzt worden um ihre kriegerischen Heldentaten, als vielmehr in ihrer Beziehung zur Gotteslehre Verehrt wurden ■-•'<• Wahrzeichen für!'r-hiuiiiäKcii odet als Warnzeichen vor dein Abfall; als Vorbilder für Büßfertigkeit oder zur Abschreckung vor der L'nvcrbcsscrlichkcit. Dabei ist ihnen — wie natürlich — nichts fremd, was in der Wirklichkeit begegnet Oft lebt in ihnen die naive Selbstverständlichkeit, mit der nur _eheii das Volk die Tatsachen des Menschenlebens sieht und unbekümmert ausspricht Das ist der große Reiz, der von den Sagen der Juden ausgeht; in ihnen wirken festes Stehen auf der Erde und ehrfurchtsvoller Blick nach oben zusammen. Eine unendliche Fülle solcher Sagen ist im jüdischen Schrifttum in verschiedenen alten Sammlungen bewahrt worden. Dasselbe Thema wird, ganz. Volks tümlich, variiert. Oft sind es nur Nuancen; aber der Kenner hört aus ihnen die Besonderheit einer abweichenden Auffassung heraus. Es war ein großes Verdienst, das sich Micha Josef bin Goriou erwarh er die h'üüe dieses Stoffes systematisch sichtete, alle Varianten nebeneinanderstellte und so Gelegenheit zum Vergleich auch denen gab, die nicht die Quellen selbst verwenden können, durch die gefällige Form der deutschen Darstellung zum Nachdenken geleitet werden können. Die vorliegende Neuaiiägabewendet »ich au einen «imiai Kreis: ihr kommt es mehr darauf au, die Kraft des Dichtens unter den Juden wirken zu lassen, und an den Sagen die Denkungsart deutlich zu machen, mit der Juden in aller Zeit Stellung zu ihren Großen fanden, Darum gibt sie nur immer e i n Beispiel für jedes Thema, schafft aber dadurch jeweils eine zusammenhängende Reihe, in der die Anmut dieser Sagen zu voller Wirkung gelangt. So darf die Ausgabe aufs wärmste begrüßt werden, zumal sie auch äußerlich keinen Wunsch offen läßt. O. C. Konzerte Syuagugenkun/.crl des Collegium musicum. In ihrem zweiten Konzert brachte die Vereinigung jüdischer Musikliebhaber unter der erfahrenen Leitung von Barnet Licht wiederum klassische Werke von Bach, Händel. Locatelli und Pergolesi zu (iehör. Das Orchester konnte den günstigen Eindruck des früheren Konzerts noch veistarken und zeigte sich diesmal klanglich und im Zusüniiiicuspici noch ausgeglichener. Durch die klangschöne Wiedergabe hinterließ die Trauer-Sinfonie von Locatelli, die zum Gedächtnis der im Weltkriege gefallenen Juden steheiid geapieii und angehört wurde, starke Eindrücke. Die Aufführung des Orchestertrios von Pergolesi und besonders des berühmten (i-moll-coucerto-grosso von Händel waren ebenfalls erfreuliche Leistungen. Verstäiidlicherweise gelangen die langsamen Sätze am besten, während einige polyphone Steilen etwas mehr rhythmisch-thematische Klarheit und dynamische Abstufungen vertragen hätten. Fräulein Anne Hoffmann und die Konzertmeisteriii Frl. Zutiser waren dem Orchester musikalisch sichere Stützen. Besondere künstliche Bedeutung erhielt das Konzert durch die Mitwirkung von Frau Tanja Zunser-Ury, die die chromatische Fantasie und das Klavierkonzert von Bach auf Orund ihrer überlegenen Musikalität und Technik zu meisterhafter Gestaltung brachte. Leider rHortr der siemlich sc.........hc R......h des Konzerts, daß der hiesigen jUJiociu:: Musikpftcgc Uücil tiuiUci nicht das nötige lntere*$e »'"•- gegengebracht wird. bb. Jüdischer Sport. Die Scliachabteilung des Bar Kochba hatte zum ersten Male die neugegründete Gruppe des Bar Kochba-Dresden zu Gast. Obwohl den Gästen nur eine zweite Mannschaft gegenübergestellt wurde, erwies sich erneut die besondere Durehschnittshöhe der hiesigen Abteilung. Mit 8:2 wurden die Gäste geschlagen. Für Leipzig gewannen Qoldfaden, Wühl, Dr. Wachs, Baum, Dr. Blumberg, Jaffe, Seligmann und Fischer, während für Dresden Frl. Helft und Birnbaum erfolgreich waren. Wie schon in den vergangenen Jahren veranstaltete auch diesmal wieder die Schachabteilung des Bar Kochba in den Wintermonaten ein Furnier um die Jüdische Schachmeisterschaft von Leipzig. In drei Gruppen maßen die Freunde des königlichen Spiels ihre Kräfte und sammelten neue Erfahrungen. In jedem Jahre tauchen in der Spitzengruppe andere Namen auf und versuchen, den bewährten Meistern den Rang abzulaufen. Aber wie stets bisher, blieben auch jetzt wieder Fajarowicz und Muudsztuk voran und machten den Endkampf unter sich aus. Die Angriffslust und Phantasie Mundsztuks schien lange dem abgeklärten, feinsinnigen Spiel des bisherigen Meisters überlegen. Aber in der entscheidenden Partie der beiden gcgcneiutuidei »ieuie Fajarowicz und errang erneut den Meistertitel (81 ._> Punkte), Muudsztuk kam auf S Punkte, Dritter wurde wie immer Katz mit 5> .,, es folgen Steinhaus (5), Dr. Wachs, Verständig (41 Dresner, Wühl (4), Baum und Schöllfeld. In der 2. Gruppe war Goldfaden überlegen. Er wurde Erster mit 71 . Punkten vor (Justav Eisenberg und Jaffe mit 5. Dann folgen: Dr. Blumberg, Seligmann mit 41/2, Stisson mit L. Friedmann, Siiberstein, Giascr, Schußheim. in uruppe j kam Auiienberg mit 71/» zu einem knappen Siege vor Fischer und Zielke (je 7), weiterhin Hoff mann (5*'..), Bienenstock (5), Sieradzki, M. Friedmann (4), Blum, Jakubowitsch und Knoblauch. ' •» , ...... Zu gleiche! Zeil eiwaiboi auch 2ü;.jugcudiiüic neue schachjiche Kenntnisse. Hier zeigte sich so recht deutlich, daß Übung den Meister macht. Diejenigen, die schon in den letzten Jahren* die Turniere mitgespielt hatten, waren die Besten. So gewann in Gruppe 1 D. Stisson mit 6l/> Punkten vor Hoffmann mit 6 und ct.:.,.......,1.... /i\ * 1^ j«- ki-..i:..~- .....i-i. v pr. oTeinmaroer (crsici mi »*«.mh«m* «; u *: c m.tii/ * Leasinann. Urcysui, Kjtttugi und Hirsch, in der eifrig kämpfenden Feine MaMpachneiderel I Kriilil « I — Rnf li33?l l* Denkt on die JOd. Bonduerker! Der Verein selbstQndjüd. Hondverker bittet bei VerxcbuiiK von Aufträgen seine ^^\^/^Zs^ nachfolgenden Mitglieder zu berücksichtigen Geschäftsstelle: Max Singer,Uhrmacher.Plauensche Slr.2,TeI.27327 Kuctiblnder J. Federmann, Qemeindestr. 23 benützt Tel. 6073? Vogel & Rausch, Insehtr. 9 Tel. 24269 Budtdrudier Oeorg Kästner Nachf. Inh. M. Schmoll, Roscherstr. 23 Tel. 58474 Albert Teicher, Brandenburger Str. 16 b, Industriepalast Tel. 16209 M. Zeidler, Ritterstr. 9-13, Tel. 10354 Bäcker und Konditor S. Lotrowsky, Berliner Str. 13, Tel. 25287 S. Scheinowitz, Nordstr. Ecke Keilstr. und Oerberstr. 40 Tel. 23161 R. Schmeidler, Nordstr. 25 u. RailstHdlrr SttiflWCg 45 Tel. 25568 Dentisten K. Hausmann, Blüclierstr. 39 Tel. 16257 EicRii-u-insiauaieure Mich. Baschis, Waldstr. 11, Tel. 16536 Aifred Muscatblatt, Kanstädter Steinweg 12 Tel. 11696 Friseure M. Klein, Keilstr. 9, Ecke Nordstraße benutzt Tel. 231 61 Fleischer S. Lob, Ranstädter Steinweg7, Tel. 21195 J. Schußheim, Plauensche Str. 3—5, Tel. 13804 Wilhelm Zellner, Nordstr. 13 Tel. 22487 Neon-Leuchtreklame Alfred Muscatblatt, Ranstädter Steinweg 12 Tel. 11696 Optik M. Siegelbaum, Hainstr. 21, benutzt Tel. 16126 M. Singer, Plauensche Str. 2, Tel. 273 27 Photograph (Photohdlg.) A. Mittelmann, Pcterssteinweg 15 Tel. 29823 Polsterer u. Dekorateure J. Tänzer, Richard Wagnerstraße 14 Tel. 283 35 Rundfunk A. Ooldschmidt, Dufourstr. 15 Alfred Muscatblatt, Ranstädter Steinweg 12 Tel. 11696 I Goldschmied ■ I Gravierungen M. Sinjjer. Plani-tisrhe St. Tel. 27327 Kartonnagen Vogel 8t Rausch, Inselstr. 9 Tel. 24269 Klempner u. Dachdecker R. Eisenberg, Bitterfeld , Kaiserstraße 12 Tel. 2182 A. Herzberg, Waldstr. 10 Tel. 104 65 Oebrüder Zollmann, Moltkestraße 62 Tel. 32286 Kürschner R. Danzig, Brühl 26 Tel. 25833 I. Dresner. Salzgäßchen 3 Tel. 193 77 K. Falek, Brühl 10-12 Tel. 23337 S. Fränkel, Petersstr. 4 Tel. 273 82 S. läckel, Uferstr. II 5. Knoblauch, Brühl 17 Tel. 165 66 Maler, Dekorationsmaler und Tapezierer S. Schliom, Emilienstr. 4. Tel. 26649 Maler, Firmenschilder- Reklamemaler La Älidll, KailMI. 12 u. Mechaniker für Schreib¬ und Rechenmaschinen J. Jakubowitsch, Eberhardstraße 10 Tel. 291 25 Schneider für Herren M. Fritz, Ooldhahngasse 4, Tel. 10753 Leon Gian, Kreuzstraße 49 A.Hacker, Frankfurter Str. 19 benutzt Tel. 17266 L. Herschkowitz, Am Hall. Tor 10, 26189 M. Hoffmann, Oustav-Adolf-Str. 27, 21577 S. Nachbar, Brühl 2, Tel. 11337 M Rubel, Uferstraße 1t Tel. 10104 I. Silbermann, Walt.-Blüniel-Str. 12, 11648 A. Tadeliss, Lan^estr. 38, benutzt 10544 R. Wajnrych (Weinrich), Tauchaer Straße 15, Tel. 23418 A. Zilversmit, Arndtstr. 42 Tel. 38590 GAnAMnn fflftm Y%r*w«nm 0. Zimmermann, Eberhardsir.7 25799 Schneiderinnen Hertha Oerstie-Brandes, Fimkenburgstr. 9 ElsaHilsenrath, Eberhardstr.il (f. Kinder) Schuhmacher 1, Barr, Berliner Str. 11, benutzt 19655 A. Dressler, Wittenberger Straße 75 Tel. 561 03 S. Eisen, Hainstr. 81, Oroße Fleischergasse 9 A. Neumann, Humboldtstr. 18 S. Nudelmann, Schützenstraße 21 Elng. Hahnekamm A.Sussmann, Lessingstraße 29, Ecke Frankfurter Str. benutzt 28105 Tischler M. Plat, Naundörfchen 7 Uhrmacher J. Krauß, Lortzingstr. 19 Tel. 15703 M. Siegelbaum, Hainstr. 21 benutzt Tel. 16126 M. Singer, Plauensche Str. 2, Tel. 27327 Vervielfältigungen (Sitirr"''i""rti..»ph<ii(i>nl Ä. Orünbaum, Brühl 23 ' Tel. 180 39 I. Kruszynski, Körnerstr. 26 Tel. 31996 Zentralheizungen R. Eisenberg, Bitterfeld, Kaiserstraße 12 Tel. 2182