Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-04-03 · 14/15 (3.4.1936) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
14/15 (3.4.1936)
Date
1936-04-03
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4876568-5968812-5972020--5884-4882068
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

, 1 f 3. April 1036__GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN R EL1GIQNSGEM EiNPE ZU LEiPZiQ_|ehe 7 Sonntag, 5. Aprii, 1 ä4 Uhr nachm. Fräulein Herta Margot Kaffe, Querstrali-e 2o, mit Herrn Willy Cohen, Berlin, in der Leipzig- Loge, Arndtstraße 1 i o d e s i a i i e: 27. März 1Q36 Nuchym Malamed, Saizgälkhcn Olli. Bevorstehende Veranstaltungen 4. April: Gesellschaftsabend Bar Kochba. 16. April: Jüdischer Kulturbund: Konzert: Paula Lindherp\ Erna tvtctn, i anja üry, Aivriair. Zunger. 13. April: Konzert Schulsinger-Suwalsky. 23. April: Jüdischer Kulturbund: Gastspiel des Hamburger Kulturbundtheaters „Spiel im Schloß". 25 April: Sonderabend. Neue Bücher. Die Pessach-Haggadah. Herausgegeben und erklärt von E. 1). Goldschmidt. (Bücherei des Schocken-Verlags 54| Berlin 1936. Mit ganz besonderer Freude zeigen wir das Erscheinen dieser neuen Ausgabe der Pessach-Haggadah an, die uns noch eben iechtzeitig zum Feste dargeboten wird. Von einem ausgezeichneten Sachkenner ist das Festbüchlein so gestaltet, worden, daß es in gleicher Weise denjenigen, die sich erst an die Abhaltung der Seder- Abemlv »...antasten wollen, wie denen, die schon größere Kenntnis von Form und Inhalt dieser1 häuslichen Feiern besitzen, reiche Aufschlüsse gibt. Umfassendes Studium der Quellen, nicht minder lebendige Beziehung zur jüdischen Wirklichkeit ermöglichen es dem Verfasser, für die Hunderte von Fragen, die an die Haggadah geknüpft werden, wertvolle Hinweise zu geben: Ihr Inhalt, ihre Fnrstehung und Entwicklung, die Einrichtung des Sedertisches und der äußere Verlauf des Seder-Abends kommen zm Darstellung; die Erzählung und die Erörterungen werden in einer Form gegeben, die ebenso dem damit nicht Vertrauten eingängig ist, wie sie auch den Unterrichteten fesselt und anregt. Bei der Übersetzung, die in die Erklärung hineingearbeitet ist, stand für die Hallel-Psalmen, den Tischsegen und den Hymnus „Der Atem alles Lebenden", die Verdeutschung von Martin Buber zur Verfügung. Zwar isi, der Art dieser Bearbeitung entsprechend, von einer Beigabe von Bildern abgesehen worden; die Ausstattung ist aber so erfreulich, daß es auch, äußerlich betrachtet, eine Freude bereitet, diese Pessach-Haggadah zu lesen, zu studieren und am beste zu benutzen. cn. Rabbiner Dr. Manfred Swarsensky, Das jüdische Jahr. Jüdische Religion — (Testern nnH Heilte!S.irr!rr!!!!r!rr füdlscncs WlsäCii" & - ----- ..... .Q , j -------- Herausgegeben von Dr. Erich üottfeld) Berlin 1935 (Verlag Ernst Köstenbaum). Tausenden von Juden ist in den letzten Jahren zum schmerzlichen B'rwiißtttoin gekommen, ivas ihnen mit ü».i!-iuisi>ai>e jüdischer Lebensform verlorengegangen ist. Die Erkenntnis hat um so mehr innerlich durchwühlt, als deutlich wurde, mit welcher inneren Sicherheit Juden den Wandel der Lage tragen, wenn ihre Tage im jüdischen Brauchtum und in jüdischer Gesinnung ihren seelischen Mittelpunkt . haben. Aus solcher Nachdenklichkeit erwachte und wuchs das Sehnte, die Leere auszufüllen. Nach manchen anderen Büchern, die den Weg dazu ebnen wollen, erscheint nun dieser in seiner Anlage und seinem inneren Gehalt wertvolle Führer des, weit über seineu Berliner Wirkungskreis hinaus, gescliät/tui und anerkannten Rabbiner Dr. Swarsensky. Die alte jüdische Hoffnung, daß •l«e Lettre, da« Wissen um sie. zur Tat führe „begleitet auch diese schnti, die aua den {irfofdernisscn dtrse» Zeti im raus die Suchenden unter den jüdischen Menschen dieser l äge geschrieben ist, damit un.ii jüüwcher Ari unsere Tragik sich in Kratt umsetze, aus Verzweiflung Vertrauen wachse, damit aus liier Ziellosigkeit sich ein neuer heiliger jüdischer Wille erhebe durch eines, das nottut: Selbsterkenntnis!" Hier schreibt ein Mann, der in den Seelen ringender Juden gelesen hat, der weiß, welchen Zwiespalt sie zu überwinden liaben, um wieder jüdische Lebensinhalte zu gewinnen; es ist schwer, Religionsauffassungen, die ein Erbteil des vorigen Jahrhunderts sind, aus dem Wege zu räumen; es ist nicht leicht, jüdisches Brauchtum aufzunehmen, das formal und gedanklich fremd geworden oder geblieben ist. Dieses Buch, getragen von einer überzeugenden Religiosität, einem Reichtum an Gedanken, einer fein« sinnigen Einfühlung, gewährt eine nie versagende Klärung der ) ragen. Sie deutet den Sinn jüdisch-religiöser Grundhaltung und ihrer Ausdrucksformen im Alltag und an den. Festen, in Haus und Synagoge. Gerade für diese Tage des nahenden Pessachfcstcs, in denen der Wunsch nach Wiedergewinnung lebendiger Beziehung zu allem Jüdischen besonders stark hervorbricht, wird das Buch von Swarsensky schöne Wirkung ausüben können und darum dankbar aufgenommen werden. - Für die hoffentlich bald nötige Neuauflage muß allerdings der Wunsch ausgesprochen werden, daß bei der Drucklegung große Sorgfalt auf die Beseitigung mancher sinnentstellender Druckfehler verwendet wird. C. Stefan Zwpig; Arturo Toscanir.i, ein Bildnis. Herbert Reichner Verl. (Zürich, Wien, Leipzig). Im Verlage Herbert Reiclmer ist ein Geleitwort Stefan Zweigs '»l Sonderdruck erschienen, das der große jüdische Dichter zu einem Buche Paui Stefans ubtr Arturo Toscanini verfaßt hat. Sicherlich ist es schwer, mitunter auch undankbar, das Wirken eines zeitgenössischen Künstlers darzustellen. Zweig hat diese Aufgabe jedoch -ewundeiäs weil geiöbi. Er schildert uns Toscanini nicht so sehr | I als den genialen Dirigenten, wie er uns in öffentlichen Konzerten gleichsam als Triumpnator erscheint, nein, er zeigt ihn bei seiner Probenarbeit als den ringenden Künstler,, als den selbstlosen Diener am Werke. Hier erst offenbare Toscanini seine wahre Größe, wenn er unermüdlich bemüht sei, das Orchester unter seinen Willen zu zwingen, mit dem er wiederum selbst nur der Idee des Kunstwerkes dient. In fast überschwänglichen Worten stellt uns Zweig diesen Dirigenten als den typisch „dionysischen" Musiker vor Augen, der in sich den ungeheuren Drang fühlt, die Meisterschöpfungen der Tonkunst in absoluter Vollkommenheit nachzuschaffen. Unwillkürlich drängt sich dem Leser der Vergleich mit Gustav Mahler auf, der das Gleiche gewollt und auch verwirklicht hat. Zweig stellt aber Toscanini einen anderen großen Dirigenten unserer Tage gegenüber, Bruno Walter, seinen „apollinischen Bruder in der Musik". Er sagt selbst: „Er (Walterl fühlt sich getragen vor. der 3clbstgvav.li.tifenen Woge, er lächelt, ohne es zu spüren, er träumt, er schwebt in den Armen der Musik. Solche Gnade des Sichvergessenkönnens ist Toscanini nicht gegeben. Eine wilde Sehnsucht verzehrt ihn nach immer höheren Formen der Vollkommenheit." Das Geleitwort Stefan Zweigs ist jedem, nicht nur dem Musikfreunde, wärmstens zu empfehlen. In glühender, begeisterter Sprache geschrieben, wird es viele fesseln und ihnen einen hohen Genuß bereiten. Werner Lampe ******************;fc**ifc************^ * f * * * * * * J NEUE BÜCHER ZU PESSACH £ » » * * I TT * * | noß bv mjn tfd * * * £ TVTtT P k v « . T u u » rc n< * £ U i Hi »r. KV..» ii^l.»\T .-»»#■•» £. * * * Herausgegeben and erklärt yon £. D. Goldschmidt * * 4fr * Mit Übersetzungen der G» f.. »t von Martin Bubcr <* * * * Bücherei Band 54 In Pappe M 1.15 * * * * _ * *.......................... * * 4fr * Moritz Zobel * * * DAS JAHR DES JUDEN £ * * * 4fr £. in Hrauch und Liturgie 4fr 4fr * Bücherei Band 55/56 Leinen M 2.50 * * * 4fr 4fr * — 4fr 4fr * 4fr * Martin Buber und Franz Rosensweig £ 4fr * t DIE SCHRIFT £ * * W rtvr» "X" * uND * K 4fr £ 1HKE VERDEUTSCHUNG 2 * * * Oktav 352 Seiten Leinen M 6.- * * * * — * * * * * £ Karl Wolfskehl £ 4fr 4fr t DIE STIMME SPRICHT £ * * X- 4fr * Erweitertes Werk / Gedichte * * * * Großoktav LXXX Seiten Leinen M 6.— *? * * * 4fr i — 4fr 4fr * 4fr ifr £ SCHOCKEN VERLAG BERLIN SW 10 £ 4fr 4fr 4fr * 4fr * 4fr * ^^-^r-r^^^^^^^^^^^^^^-^^^^^^^^^V-r- ^|M|C )(c s^c )(c s(c

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.