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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-04-03 · 14/15 (3.4.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
14/15 (3.4.1936)
Date
1936-04-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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n ( 12. Jahrgang - Nr. 14/15 Auflage 3700 Stack 1 \1 lc 3. April 1936 DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACHRICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG Hallelpsalmen — Pessachhymnen! Zugleich eine Einführung in Martin Bubers „Preisungen". Von Dr. S. Samuel. So erhebend es für uns sein mag, die biblischen i'salinen von allen Einsichtigen zum Köstlichsten im religiösen (iesamtbesit/. der Menschheit gerechnet zu wissen, so beglückend soll ihr Sonderbesitz unser erstes Anrecht an sie zu gewissen Zeiten uns bleiben. Zu diesen gehört vor allen Pessach. Denn Hallelpsalmen sind Pessachhymnen; kein Fest wird so erhöht und verschönt durch sie, wie die Zeit unserer Befreiung; von keiner Gemeinde können sie mit gleicher Kraft und Inbrunst erlebt werden, wie von einer solchen, die Pessach feiert. Mit Hedacht haben die Alten sie auch für die Seder- Hagada bestimmt, von vier Bechern ihnen zwei gewidmet Es trifft sich gut, dali kurz vor unserem Feste Martin Buber als 14.Teil meiner rhertr.irnng Hör Schrift (im Schocken Verlag Berlin) den Band „Piciaüiigcu" vcrüücntüchi, mit ihnen unser Haiici. betrachten wir angesichts des Festes dieses Hallel zunächst als einen einheitlichen, in 0 Liedern sich abrundenden Lobgesang (Ps. 113 HS); sodann in Kürze Bubers „Preisungen" als Ganzes. Treffend hat Emil Bernhard Cohn, Rabbiner und Dichter zugleich, einmal gesagt: der Jude betet (icschichtc. Mit der ersten Anrede erteilt uns der Sähger den Ehrennamen, den wir durch die Befreiung aus Ägypten und jede folgende erwarben: Gottes Knechte, nicht mehr Knechte eines Tyrannen auf dem Throne, wie Pharao. Dieser Gott ist der Herr aller Geschicke und (leschiehti ihr.; \v/ar!d!>! t'i-.. j daß auä Niedng- * Vfsla?£€!vh?it J^crr^cnrejcfetqjn. i l lirii iv ii t'i i »Ml u r _n 11 'Ii r ii.mit«» rlpc VTrrtKeft " / iKirnilK iiwtitfn.T j ™ ■ - -\ " W *m ~ ' w \- V — *" k * - ' MeTTsciieii zur historischen Heimat, wie einst zu den Zeiten der i este; wer meinte nicht, wU Jci babylonische Prophet (jesaja -tu v. 21), die beglückte I rage des Landes zu hören: „Wer hat mir diese geboren? Ich war verwaist und vereinsamt, verwiesen und verstoßen; und diese wer hat sie grollgezogen?" Nicht die alte Völkerwelt allein kam durch Israels Auszug aus Ägypten in Bewegung.. Der Dichter weih es, auch Meere, Berge, Hügel, Flüsse, ja Erdinneres spürten die Erschütterung. Ein gewaltiges Ereignis bereitete sich vor. Israel zog dem Berge Sinai entgegen, nahm das göttliche Zehnwort an, trat in den Qottesbund ein. So hatte Gott einen ersten „Waltebereich" gefunden, Israel seinen Erlöser als den heiligen (iott erfahren (Ps. 114). Konnte ein in Götzen- und Bilderdienst verstricktes Volk, wie Ägypten, jemals erwarten', ein Volk weit höheren, religiösen Ranges in Hörigkeit zu erhalten? Weil es als Herrenvolk von der Überlegenheit seiner (iötter durchdrungen war, mußte der Eine üott sich an ihm besonders verherrlichen, bis dessen Obmacht offenbar ward. Eine feine Ironie durchzieht den 115. Psalm; und vielleicht «md mit den „Tu tun, die üott nicht loben", dieselben Ägypter gemeint, deren Volksglaube mehr oder weniger in Totenriten sich erschöpfte. — Man liebt es heute, den Tiefsinn gewisser Götterhymnen aus Ägypten als Beweis hoher Vergeistigung jener Einführung des Herrn Rabbiner Dr. Ochs. Anläßlich des Gottesdienstes am ersten Pessachtage, am Dienstag, den 7. April 1936, wird die feierliche Amtseinführung des Herrn Gemeinderabbiner Dr. Ochs in der Synagoge Otto-Schill-Str. erfolgen. Im Anschluß daran findet um 10,30 Uhr Predigt statt. Leipzig, den 23. März 1936. fw v f\rctit-ir der israelitischen Religionsgemeinde zu Lei mi/v iJ<-'& Religion bis hinauf /um Monotheismus ZU preisen. Die Wahrheit ist, dali Ägypten trotz dem bemerkenswerten Versuche Amenophis' IV'., die Sonnenscheibe (Athon) zur alleinigen Gottheit zu erheben, die Schlingen des Toteinismus niemals zu zerreißen vermocht hat; und selbst den späten Hellenismus der Ptolemaeer- und Kaiserzeil eher in ihren Wahnwitz und Aberglauben herabgezogen, als sich von ihm hat erleuchten lassen. So bedeutend es auf andern Gebieten war, seine Religion blieb auf niederer Stufe für lahrtausende;;!r.r"m *.. K^X JL/rpiIu UC.r ri-C..••i-ii»»^ -im».! •Mv!!?".'" . v«ithijd»»vu!!Sf: ein •jtiRtis'er ^rrr Ihm. ~urCck i&i'atl.-vii weitet. Eine Kette von Leiden steht dem Dichter von Ps. 116 vor der Seele; den letzten Lebensmut und Lebeusftniken hatten sie beinahe zum Verlöschen gebracht, als die Hilfe von oben kam. Nun sollen die Schmerzen im Liede weiterleben, verklart und geadelt; und ihre Frucht soll Dank und Jubel sein; in: Angesichte der ganzen Gemeinde. — Daran teilzunehmen, lädt der Dichter '«ue ' urid Nationen ein. Denn Huld und Irene Gottes erweisen sich r.krrt an Israel allein; alle Welt wird sie erfahren (Ps. 117). Haben die Zeiten einmal Assur und Ägypten zum lebendigen Gotte geführt, der geruhsam ihre Huldigung erwartet, dann will Israel gern nur das dritte Volk im Bunde sein: so weissagte der große Jesaja, König Hiskias Zeitgenosse: Kap. 19, Vers 24. Nach einem Worte unserer Weisen sollte Halle! nur in größerer Gemeinschaft gesungen werden. Besonders im letzten Liede (Ps. 118) treten kunstvolle Antiphonen auf: volle wechseln mit halben Chören, diese mit Einzelstimmen; der Auftakt wird zum Kein reim und beherrschenden Motiv: „Danket Ihm, denn er ist gütig, Denn in Weltzeit währt seine Huld!" (Buber). Kein Zweifel, dali nicht eine Einzelseele, sondern die Gemeinde hier von ihren Nöten und Rettungen singt; all ihr Erleben in das Licht göttlicher Fuhrung stellt. Einen Abrili unserer wechselvollen üc- IMe nächste AiiMfi-abe des **emeiiideb!:itlcs M n w * » I« * » « VL, I ÜVIlt^lllt am ■%m' m. « ____m ■ iffrli*

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