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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-02-14 · 7 (14.2.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
7 (14.2.1936)
Date
1936-02-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Auflage 3700 Stack r9 f. ig 1 «- 14. Februar 1936 HH DER ISRAELITISCH EN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACHRICHTENBLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG XXV. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. In Anwesenheit von 300 Delegierten und einer außerordentlich großen Zahl von Gästen wurde in Berlin am 2.-4. Februar der XXV. Delegiertentag der Z. V. f. D. in dem mit blau-weißen Farben und zionistischen Emblemen reich geschmückten Baclisaal abgehalten. Es entsprach der besonderen Bedeutung dieses Delegierteutages, der nach einpr Pause von drei Jahren zum erstenmal in einer Zeit zusammentritt, die dem Zionismus in Deutschland die Lösung von Aufgaben ungeahnten Ausmaßes und unabsehbarer Tragweite für die Gestaltung jüdischen üesamtschicksals aufgibt, daß die Veranstalter darauf verzichteten, eine Kundgebung rein repräsentativen Charakters an den Beginn ihrer Beratungen zu setzen. Der festliche äußere Rahmen hinderte nicht, daß die erwartungsvolle Spannung der großen Zuhörerschaft unmittelbar den 'Problemen und sachlichen Aufgaben galt, die der geschäftsführende Ausschuß in der vor dem Dclcgicrtcntag veröffentlichten programmatischen Proklamation angezeigt hatte. In die Erörterung dieser Probleme führten die Eröffnungsansprache des geschäftsführender! Vorsitzenden der Z. V. f. D., Dr. Franz Meyer, und das groß angelegte Referat des Vorsitzenden, Dr. Siegfried Moses, mitten hinein. Auch Kurt Bluiücnfeld, der truhere Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, der gemeinsam mit Dr. Georg Landauer die zentralen Instanzen der zionistischen Bewegung auf dieser Tagung vertritt und ihr die Grüße der in Palästina unmittelbar am Aufbau teilnehmenden Zionisten aus Deutschland überbrachte, stellte die Verantwortung, die der Zionismus in Deutschland gerade heute der Qesamtbewegung irepenüher zu tragen hat. in den Vordergrund seiner Ausführungen. suche, eine konstruktive Lösung der dringenden Gegenwartsaufgaben i—----- --------1____, ji« t>.....r.i«.i,.m ,)„.. c, ULI U^lf.UIUIIl 1.11, lll.->Ut.1UUUV.IV Uli LJVIIlllllllll£ VII Uli v»t ,., . i i » . i ... lucri ^vic^uiiuii, die Frage der Zusammenarbeit mit den außerhalb der Zionistischen Organisation stehenden Faktoren, die Probleme des Neuaufbaus jüdischen Kulturlebens in Deutschlands und der Ausrichtung der jüdischen Gemeindearheit nach den durch die Ergebnisse der Entwicklung bedingten Zielen, Ihrer Ideenmäßigen und sachlichen Beeinflussung unter zionistischer Führung, wurden ii: den Ansprachen ihrer Bedeutung gemäß hervorgehoben und gaben der anschließenden Generaldebatte das Gepräge. Während früher die gesamt': Arbeit auf den Schultern eines verhältnismäßig kleinen Kreises ruhte, die große Masse dagegen sich ziemlich passiv verhielt, ist heute das Bestreben darauf gerichtet, die Masse zu politischer Gestaltung ihres Schicksals ZU erziehen. An dieser Arbeit wird — dies ein Gedanke, den Kurt Blumenfeid in seiner lebhaft begrüßten Rede aussprach — der Zionismus in Deutschland besonderen Anteil haben. Spit jeher, so etwa führte er aus, habe der deutsche Zionismus eine besondere Auffassung innerhalb der Weltorganisation vertreten. Der Zionismus in Deutschland habe ein eigenes Gesicht. Es gelte, diese Eigenart zu wahren, die vielleicht gerade heute berufen sei, von entscheidender Bedeutung für die zionistische Richtung der Gesamthewegung zu werden. Auch an Hör ArKpif in ^2^äct,n2, cei der Anteil der aus Deutschland ^ekern menen Zionistcn und der von ihnen vertretenen Anschauung von besonderem Gewicht. Die Hitachdut Olej Germania, deren Grüße er dem Delegiertentag überbringe, werde bei ihren Bemühungen zur Einordnung der Alija von denselben Erziehungsidealen geleitet, die das Merkmal des Zionismus in Deutschland sind. Das Wertvollste, was in« Land komme, seien die Menschen, die Kraft des Volkes. Im Interesse der Menschen, die noch ins Land kommen sollen, müsse der Zionismus in Deutschland weiterhin Erzieher, Mahner und Lehrer sein. Er müsse die Menschen dazu führen, zu wissen, daß wir begonnen haben, zu pflügen und zu säen, aber daß wir noch nicht geerntet haben. Sie sollen erkennen, daß es ihre Aufgabe ist, diese Ernte einzubringen noch in unseren Tagen. Der Erfüllung dieses Anteils der zionistischen Bewegung in Deutschland an der Verwirklichung des Palästina-Aufbaus diente in den Jahren, die zwischen dem im September 1*JJ2 abgehaltenen Delegiertentag und dieser Tagung liegen, die Leistung und Bewährung der Z. V. f. D. Ein umfangreicher, gedruckter Rechenschaftsbericht (auf den wir in unseren Blättern nochmals zurückkommen weiden) spiegelt die ungewöhnliche Arbeitsfülle wider, die, zumal als Vorarbeit für die Bewältigung der jüdischen Gegenwartsaufgaben, in Deutsehland geleistet wurde. Darüber sprach in großangelegtem Referat Dr. Siegfried Moses und präzisierte eingehend die Stellung der Z. V. f. D. zu den Plänen jüdischer Auswanderung in andere Länder als Palästina, die kulturellen Forderungen des Zionismus, er ln'tnnte dir Nntwi'nrtinrkcit oro-nnisatoriseher Geschlossenheit und nis./!- iviii-4.iOinoiioK.ilvn \nuii- Piili Iii 1 vi *J V iiUU Vi'vi i v viuo . vi liuiiiii.. in viv pen in Deutschland. Bedeutungsvoll war die grundsätzliche Äußerung zur Auswart* derungsfrage. I )r. Moses erklärte, es habe sieh nach der ersten unmittelbaren Wirkung der Ereignisse des Jahres 1033 in weiten Kreisen des nichtzionistischen Judentums bald das Bedürfnis gezeigt, die Anerkennung der zionistischen Leistung mit einer ideologischen Abgrenzung von den Zionistcn /" verbinden. Im Herbst 1933 habe man eine Arbeitsteilung in der Art vorgeschlagen, daß die Zionistcn die Auswanderung aus Deutsehland zu organisieren hätten, während das Arbeitsfeld in Deutsehland den nichtziouistischeii Gruppen überlassen werden sollte. Jet/t wolle man die Auswanderungsfrage in der Weise 7ü ideologischer Abgrenzung benutzen, daß man die Auswanderung nach Ländern außerhalb Palästinas grundsätzlich den zionistischen Bemühungen gegenüberstellt. Die Haltung der Zionistcn gegenüber dem Gesamtproblem der Auswanderung werde durch diese Dinge von ihrer sachlichen Linie nicht abgedrängt. Wir halten es, sagte Dr. Moses, angesichts der jüdischen Situation in Deutschland für geboten, daß neben der Auswanderung nach Palästina auch die Aus- Sonntag, den 23. Jebr. Tfundsammlungl- Xaustrauen kauft reidüidi ein! p

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