Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 5 (31.1.1936)
- Date
- 1936-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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31. Januar 1936 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 entwickelt sich vereinzelt im Erwachsenen. Kriminelle Falle entstehen durch Erziehungslosigkeit. Gefährlich für das Kind ist die Obergangsperiode vom Cheder, in dem es 8 10 Stunden täglich untergebracht war, zur Schule, die es mehr auf sich selbst stellt. Die Liebe zu allem Lebendigen ist als Erziehungsfaktor für das Kind nicht zu unterschätzen. Das Kind hat seine eigenen Begriffe von Ehre und ist leicht verletzlich, in ejBCT..Skbatc..M<ML~Beikoyifa nimmt ein "Kindrüm die" Tnm~wl3erfahrene Kränkung zu überwinden, die Taufe an. Frischmann zeichnet in seinen Skizzen Kinder, die Kränkungen durch Trotz und Energie zu überwinden suchen. Schalom Asch schildert in „Mottke, der Dieb" ein Kind aus asozialem Milieu, das zum Verbrecher wird, weil seine schöpferische Anlage sich auf andere Weise nicht auswirken kann. Scholem Alechem, der jüdische Mark Twain, ein großer Kir.derfreur.d, beschreibt wie Mendel« Mocher Sfurim den Typ des strebsamen, alles überwindenden und schaffenden Kindes. Solche positiv eingestellte Menschen finden wir heute in den Chaluzim und den Arbeitern in Palästina, die durch Überwinden von Schwierigkeiten und Aufbauen neuer Werte Konflikte lösen. Die Erziehung des Kindes hat nicht erst mit der Geburt einzusetzen, ihr muß eine Selbsterziehung der jüdischen Mütter vorausgehen, die nur dann ihren Kindern eine normale Entwicklung selbst in anormalen Zeiten gewährleisten können, wenn sie in sich selbst zuvor die Harmonie schaffen, die auch verwirrendster Problematik standhält. Elly Ludwig-Berlin. Jüdisches Lehrhaus Leipzig Stundenplan für die Woche vom 2. bis 8. Februar 1936. Sonntag: 9 Uhr früh Woskin- 1 - (Heim). — 20,30 Uhr Oppenheimer -11- (Schulturnhalle). — Montag: 20 Uhr Sabatzkv -8- (Heim). - 18 Uhr Wartenberg - 18 - (Schule). — 19,30 Ulir Neumsnrt!0 - Anfänger A (Schule). — 2i Uhr Neumann - 19 - Fortgeschrittene A (Schule). —20 Uhr Bieberkraut - 20a - (Schule). — 20 Uhr Platzer - 22a - (Schule). — Dienstag: 20,30 Uhr Jacobsohn - 13 - (Schule). — 20 Uhr Leopold - 15 - (Schule). — 20,30 Uhr Neumann - 19 - Fortgeschrittene B (Schule). — 19,30 Uhr Woskin - Talmud - (Pfaffendorfer Straße 4). — Mittwoch: 20 Uhr Nothmann - 12 - (Schule). — 20 Uhr Schere?chewsky - 10 - (Sozialamt). — 18 Uhr Wartenberg - 17 - (Schule). — 20,15 Uhr Neumann - 19 - Fortgeschrittene C (Schule). — 20 Uhr Bieberkraut - 20b - (Schule). Donnerstag: 20,30 Uhr Luft - 16 - (Schule). — 20,30 Uhr Neumann - 19 - Anfänger B (Schule). — 20 Uhr Dipl.-Kfm. Kohn - 21 - (Schule). — 20 Uhr Platzer - 22a - (Schule). — Sonnabend: 20,15 Uhr Rabinowitz - 6 - (Heim). — 20 Uhr Markowicz-9 - (Sozialamt). Hörergeid der ausgefallenen Lehrgänge. Die Hörer, die für die nicht stattfindenden Lelirgäuge (Dr. Lipschütz, Dr. Loebenstein und Platzer [Fortgeschrittene]), als Arbeitslose lediglich 10 Pfg. bezahlt haben, werden gebeten, dieses Hörergeld gegen Rückgabe der Hörerkarte an der Gemeindekassc abzuholen, da wegen der Geringfügigkeit dieses Betrages die Postschecküherweisung nicht möglich ist. Unsere Gemeinde. Jüdischer Kulturbund. Da uns im Battenberg-Theater mehr Plätze zur Verfügung stehen als im Zoologischen Garten, sind wir in der Lage, noch 84 vollzahlende neue Mitglieder aufzunehmen. Für P-Karten müssen wir das bisherige System der Voranmeldung beibehalten. , Nachricht des Sozialamtes. Da unser kürzlicher Aufruf, uns für die auswandernden Familien gebrauchte Koffer zur Verfügung zu stellen, einen erfreulichen Erfolg gehabt hat, andererseits der kleine Vorrat durch die dauernd zunehmende Auswanderung schnell erschöpft war. richten wir an alle Gemeindcmitprlieder nochmals die Firmen werden in das Verzeichnis der zu Pessach unter Aufsicht stehenden Geschäfte, das am 21. Februar 1936 in unserem Gemeindeblatt bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die bis zum 30. Januar 1936 einen entsprechenden Antrag gestellt haben und denen unser Rabbinat die Aufsicht erteilt. leipzig, den 4. Dezember 1935. Der Vorstand der israelitischen Kei'^'orKgerneinde Jüdische Kleiderstelle. Die Kleiderstelle benötigt dringend für hilfsbedürftige Gemeindemitglieder getragene, aber noch gebrauchsfähige Anzüge. Die Kleidungsstücke werden gern auf Anruf unter Nr. 21382 abgeholt. Leipzig, den 27. Januar 1936. Wohlfahrtsamt der israelitischen Religiousgemeinde zu Leipzig. Gottesdienste Gemeindesynatfotfe. Sa hha.fgottesdier.st. Freitsr. 31. laüüdi. Abendgebet mit Predigt 17,15 Uhr. Sonnabend, 1. Februar, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 15,15 Uhr mit Predigt; Nachmittagsgebet 17,15 Uhr; anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 17,46. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst. Freitag, 7. Februar Abendgebet 17,15 Uhr. Sonnabend, 8. Februar, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgellet 17,25 Uhr; anschließend Lehrvortrag, Abendgebet 17,57 Uhr. Gottesdienst an Werktagen in der Ez-Chaim-Synagoge. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, 31. Januar, Abendgebet 17 Uhr. Sabbat, den 1. Februar, Morgengebet 8,30 Uhr, Mincha 16,30 Uhr, Ausgang 17,46 Uhr. Wochentag: Morgens 7 Uhr, abends 17 UIü. Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Str. Freitag, den 7. Februar, Abendgebet 17,15 Uhr. Sabbat, den 8. Februar, Morgengebet 8,30 Uhr; Mincha 16,30 Uhr; Ausgang 17,57 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr, Abendgebet 17,15 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, 31. Januar, abends 17 Uhr. Sonnabend früh 8,45 Uhr; Mincha 17 Uhr; Ausgang 17,46 Uhr. Sonntag früh 7,30 Uh«-. Wochentags: Früh 7,15 Uhr, abends 17 Uhr. Talmud-Thora-Synagoge, Keilstr. 4. Freitag, den 7. Februar, abends 17,15 Uhr. Sonnabend früh 8,45 Uhr, Mincha 17 Uhr; Ausgang 17,57 Uhr. Sonntag früh 7,30 Uhr. Wochentags: Früh 7,15 Uhr, abends 17,15 Uhr. Synagoge „Ohe! Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, den 31. Januar, Abendgebet 17 Uhr, anschließend Lehrvortrag von Rab. Rogosnitzki. Sabbat, den 1. Februar, Morgengebet 8,30 Uhr. Minchagebet iö,3u Uhr, Abendgebet 17,47 Uhr. Synagoge „Ohel Jakob", Pfaffendorfer Str. 4. Freitag, den 7. Februar, Abendgebet 17,15, anschl. Lehrvortrag von Rab. Rogosnitzki. Sabbat, den 8. Februar, Morgengebet 8,30 Uhr; Minchagebet 17 Uhr; Abendgebet 17,57 Uhr. Personenstandsnachrichten B a r m i z w a: Sonnabend, 1. Februar 1936, Jeschaja Mejr (Max) Frankel, Sohn des Herrn Ch. N. Fränkel und seiner Ehefrau Sonja geb. Schapira, Bosestr. 6, in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straßc. Sonnabend, 8. Februar 1936, Joachim Kalter, Sohn des Herrn Oscar Kalter und seiner Ehefrau Ciaire geb. Hilsenrath, Pfaffendorfer Straße 5211, in der Synagoge Ohel Jakob. Sonnabend, 8. Februar 1930 Siegfried Manfred Haßmann, Sohn des •HP QlttP, '.'"<" - W ,nt,n-.i V o.ti»- . ♦ *« i i> * i I I IIUIIIIU tu alelicn. Nachricht des Sozialamtes. Uas Sozialamt bittet wiederholt und dringend alle Gemeindemitglieder, die von Auswanderern privat um Einzelspeiulen angegangen werden, diese Personen an das Sozialamt zu verweisen. Obwohl wir uns über jedes Zeichen jüdischer Hilfsbereitschaft in der heutigen schweren Zeit freuen, glauben wir, daß durch derartige Eiuzelaktionen das Gegenteil von dem erreicht wird, was erreicht werden soll. Man stellt Anforderungen an einzelne Menschen (es sind immer wieder dieselben) und veranlaßt sie dann, wenn es wirklich einmal darauf ankommt, größere zentrale Spenden zu erlangen, auf ihre sonstige Inanspruchnahme durch kleinere Gaben zu verweisen. Dadurch wird die Tätigkeit der Gemeinden und ihrer sozialen Einrichtungen entwertet. Auf mehrfache Anfrage geben wir hierdurch bekannt, daß die für Palästinarcisende durch die „Palästina-1 reuhandstelle zur Beratung deutscher Juden G. in. b. H." ausgegebenen Reisekreditbriefe in Leipzig durch die hiesige Filiale des Palestine fcV Orient Lloyd, Hainstraße 16, erhältlich sind. Amtliche Bekanntmachungen Aufsicht zu Pessach. Kolonialwarengeschäfte, die zu Pessach 1935 nicht unter Aufsicht des Gemeinderabbinats gestanden haben, aber zu Pessach 1936 Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum 30. Januar 1936 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Spätere Meldungen werden keinesfalls mehr berücksichtigt. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsicht erteilt wird, wird dem Antragsteller bekanntgegeben. Nur diejenigen Herrn Alfons HaRm^nn '.'tld Fr^'.l H?tt? £'-b Autwsiraße lf, in uer Cemeindesynaifügc. 4>~b».«* Trauungen: Sonntag, 9. Februar 1936, 3 Uhr nachm., Fräulein Else Blumenstock, König-Johann-Straße 20, mit Herrn Heinrich Freier, Münzgasse 3, in der Talmud-Thora-Synagoge, Keilstraße 4. Sonntag, 9. Februar 1936, 3 Uhr nachm., Fräulein Gretchen Goldeuthal, Funkenburgstraße 5, mit Herrn Israel Oko, Leipzig, in der Wohnung Funkenburgstraße 5 bei Goldeuthal. Sonntag, 9. Februar 1936, 1/25 Uhr nachm., Fräulein Clara Kirschbaum, Krcuzstraßc 22, mit Herrn Leon Bußmann, Ranstädter Steinweg 37, in der Wohnung von Herrn Rabbiner Cohn. Todesfälle: 20. Januar 1936 Bernhard Falk, Dresden. 23. Januar 1936 Feibisch Schmerzicr, Langestraße 41. 25. Januar 1936 Sussie Leib Lokal-Wagner, Tauchaer Str. 20. 25. Januar 1936 Abraham Namm, Gr. Fleischergasse 10. 25. Januar 1936 Simon Boldes, Nordstraße 11. 26. Januar 1926 Malka Lehmann, Elsbethstraße 25. Aus dem Gemeindeamt Briefwechsel zwischen Kindern der Diaspora und Erez Israel. Die Pressestelle der Reichsvertretung teilt mit: Vom Lehrerrat für den KKL in Erez Israel wurde eine Zentralstelle zur Pflege eines Briefwechsels von Kindern in der Diaspora mit Erez Israel geschaffen. Diese Stelle wird einen regelmäßigen Dienst einrichten zur Beantwortung von Fragen über Erez Israel, mit denen sich die Kinder an ihn wenden werden. Die Anfragen können — in der entsprechen-