Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 3 (17.1.1936)
- Date
- 1936-01-17
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG an dem Prozeß der Wiedergewinnung jüdischen Geistesgutes tätigen Ante:! zu nehmen; daß ferner alle materiellen Mittel aufgebracht werden, die eine zweckentsprechende Durchführung der Berufsausbildung, der Berufsum^chichtung und der Wanderung gewährleisten; daß schließlich alle Anstrengungen unternommen werden, die nötig sind, um die Struktur der in Deutschland lebenden Judenheit so zu gestalten, daß sie im Rah.neu der gesetzlichen Bestimmungen wirtschaftliche, soziale und kulturelle Existenzmöglichkeit findet. E^er Zionismus fordert die Führung in den zentralen jüdischen Körperschaften. III. In diesem Prozeß der Umformung war der Zionismus von Anfang an die stärkste Kraft. Es ist notwendig, daß alle wesent liehen Instanzen, vorzuglich die Reichsvertretung und die Gemeinden von zionistischem Geist durchdrungen werden. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland ist von Hpr Überzeugung erfüllt, daß sie die gesamtjüdischen Notwendigkeiten unserer Tage am klarsten erkennt und die Kraft besitzt, die sich aus ihnen ergebenden Aufgaben zu bewältigen. Weniger als je kann sie sich heute auf die Betreuung einzelner Sachgebiete der jüdischen Arbeit in Deutschland beschränken; es ist unerläßlich, daß sie in allen zentralen und örtlichen Körperschaften, die den Gesamtplan dieser Arbeit bestimmen, die Führiuig hat. Für Geschlossenheit und Disziplin der Organisation. IV. Das Instrument der zionistischen Bewegung in ihrem Kampfe um die Nationalisierung der Judenheit in Deutschland ist ausschließlich die Z. V. f. D. In ihr sind alle in Deutschland lebenden Zionisten vereinigt. Ihre Geschlossenheit muß mit aller Entschiedenheit behauptet, die Disziplin ihren leitenden Organen gegenüber unter allen 17. Januar 1936 | V Die einschneidende Verengung der Einwanderungsmöglichkeiteu, die j der soeben herausgegebenen Zertifikats-Schedule für das laufende I Halbjahr bedeutet, trifft die Judenheit in Deutschland mit besonderer | Härte Viele Tausende ausgebildeter Chaiuzim, die für die'Mitarbeit \ am Aufbau des Landes bereit stehen, können ihre Alija nicht an- < treten. Die Ankündigung der Einsetzung eines Gesetzgebenden Rates erfüllt die Z.V.f.D. mit Befürchtungen um die weitere Entfaltung I der Nationalen Heimstätte in Palästina. Balfour-Deklaration und Völkerbundsmandat cip.d nicht einer jeweils in Palästina befindlichen Anzahl von Juden gegeben worden, sondern dem jüdischen Volke in aller Welt, dessen Recht auf Einwanderung, Ansiedlung und Begründung eines nationalen Gemeinwesens in Erez Israel sie feierlich anerkannt und festgestellt haben. Mit dem gesamten Volke appe! üert durch den Mund der Z.V. f.D. die Judenheit in Deutschland, für die in ihrer jetzigen Lage diese Rechte von besonderer Bedeutung I sind, an die britische Regierung, die Tore für Hjp Alija weit geöffnet! zu halten, den politischen Ausgleich mit dem arabischen Bevölkerungsteil nicht durch verfrühte parlamentarische Expciimente zu erschweren und das Mandat seinem Geiste nach zu erfüllen. Gewisse Erscheinungen der Schwäche im jüdischen Wirtschaftskörper Palästinas rechtfertigen die Warnungen, die die Zionistische Vereinigung für Deutschland bei ihrer Darstellung des Aufbauwerkes in Presse und Versammlungen seit langem ausgesprochen hat. Deutlicher als je offenbart sich die Notwendigkeit des nationalen Kapitals für die Schaffung eines gesunden Wirtschaftsatifbaues und die Eröffnung neuer Möglichkeiten für Finwanderung, Buuenkauf und Ansiedlung. Die Z. V. f. D. ruft die Judenheit in Deutschland, Einzelne wie auch Verbände aller Art dazu auf, die nationalen Fonds Keren Hajessod und Keren Kajemeth Lejisrael zu stärken, dadurch an der Erschließung neuer Arbeitsgebiete in Erez Israel mitzuwirken und nicht zuletzt auch die Leistungskraft der von der Exekutive der UetztWied erHelf en Umständen gewahrt bleiben. Der XXV. Delegierteutag soll und wird jeden Versuch, sich dieser Disziplin für Teilgebiete der zionistischen Arbeit zu entziehen, für unzulässig erklären, und die Forderung nach Einheit und Geschlossenheit der Bewegung gegenüber den kleinen örtlichen Gruppen, die sie bisher uichi anerkannt haben, zu kraftvollem Aufdruck bringen. Die Zehntausende der in der Z. V. f. D. und den ihr zugehörigen Organisationen und Bünden vereinigten Zionisten sind gewillt, die Organisation weiterhin durch Vertiefung der zionistischen FtrifhtHSg und Vergrößerung der aktiven Mitarbeiterschaft innerlich zu konsolidieren und gleichzeitig durch unermüdliche Werbung das Gedankengut des Zionismus in immer breitere Kreise zu tragen. Noch hält manche wertvolle Menschen nur ein irriges Traditionsgefühl für einstige Anschauungen den zionistischen Reihen fern; auch diese zu offenem Bekenntnis zu führen wirH r?« „e-t-.ifuKitm i sc» acr fc'röjjftgancja. der Z.V. f.D. „vi«. Appell an die britische Regierung. V. Angesicht« der jüngsten politischen Entwicklung in Palästina spricht die Zionistische Vereinigung für Palästina ihre ernsten Besorgnisse über die Folgen der Maßnahmen der Mandatarmacht aus. Jüdische Zeitschau. Anschluß von Mecklenburg an den Preußischen Landesverband j««!!;cher Gemeinden. U\ Rostock fand am 12. Januar 1930 die Landesversammlung der Israelitischen Landesgemeinde Mecklenburg statt, die als wichtigsten Punkt über den Anschluß an den Preußenverband zu beschließen hatte. Nach einem ausführlichen Referat des zu der Tagung erschienenen Vizepräsidenten des Preußischen Landesverbandes, Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, und ergänzenden Ausführungen des Sachbearbeiters des Verbandes, Max Birnbaum, zu einigen Spezialfragen wurde der vorgelegte Vertrag über den Anschluß der mecklenburgischen Landesgemeinde und ihrer Ortsgemeinden an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden einstimmig genehmigt. Die Versammlung wählte zum Vertreter Mecklenburgs im Großen Rat des Preußenverbandes den Vorsitzenden des mecklenburgischen Oberrats, Direktor Max Samuel-Rostock. Im Anschluß daian wurde eine Reihe laufender Angelegenheiten der mecklenburgischen Landesgemeinde erledigt. Am Nachmittag hielt Rechtsanwalt Jewish Agency getragenen Aktion zur Ansiedlung von Juden aus Deutschland zu steigern. Nationale Kolonisation und private Initiative, Chaiuzim und Olim des Mittelstandes müssen in gemeinsamer Anstrengung zur Herstellung eines der nationalen Zielsetzung des Aufbauwerkes entsprechenden Verhältnisses von städtischer und ländlicher Siedlung beitragen. Gruß an die in Palästina lebenden Zionisten an« Deutschland. VI. In dem Augenblick, in dem der XXV. Delegiertentag einberufen wird, entbietet die Z.V.f.D. einen besonderen Gruß den Zionisten aus Deutschland, die jetzt in Palästina leben, insbesondere ihrem Gesamtverbande Hitachdut Olej Germania, sowie der Gesamtheit der Olim. Die fortschreitende Einordnung der Alija aus Deutschland in den Jischuw Erez Israel;?; üu ein Beweis tnr die lebendige Kraft des Gedankens jcdlscJi'htitiüß&ler Solidarität. Der XXV. Delegiertentag wird den Willen der Z. V. f. D. dokumentieren, die täglich wachsende Schar der in Deutschland lebenden Juden, die die Kraft und den Willen zum Aufbau des neuen jüdischen Leber« haben, der umfassenden Einheit des jüdischen Volkes einzufügen, die sich in der Zionistischen Organisation darstellt. Dr. Klee in der Synagoge in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus ganz Mecklenburg, sowie aus Lübeck, Stettin und Stralsund einen Vor trag über „Gegenwart unü Zukunft unserer jüdischen Gemeinden". Der Vorsitzende der Israelitischen Landesversammlung, Direktor Siegmann, dankte dem Redner im Namen aller für seine fesselnden, eindrucksvollen Ausführungen, von deren starker und nachhaltiger Wirkung auf die nunmehr mit der preußischen Judenheit so eng verbundenen mecklenburgischen Gemeinden er überzeugt sei. Bevorstehende Veranstaltungen 25. Januar. Verein Poln. Kaufleute u. Gewerbetreibender e.V. Leipzig: Gesellschaftsabend im großen Saal des CT. 2b. Januar: Bund Deutsch-Jüdischer Jugend: Ausstellung von handwerkl. Arbeiten, Zeichnungen, Photographien usw. im Jugendheim, Elsterstraße 7. 8. Februar; Gesellschaftsabend.