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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-01-17 · 3 (17.1.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
3 (17.1.1936)
Date
1936-01-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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2. Jahrgang - Nr. 3 Auflage 3700 Stack ■ _ r rv \> 17. Januar 1936 DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACHRJGHTENBLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG Wer Dank der Jütlisclieii Winterhilfe In diesen lagen gehen unsere Dankbriefe an die Spender für unser Hilfswerk hinaus. Die Einrichtung der Jüdischen Winterhilfe war eine grolle und mühsame Aufgabe, die wir nur dank der selbstlosen Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helfer übernehmen konnten. Wir können ihre Namen nicht einzeln aufführen; sie mögen ihren Lohn in dem Bewußtsein finden, jüdische Nächstenliebe durch die Tat bekundet zu haben. Auch jedem Spender, der nach seinen Kräften da/u beigetragen hat, die Betreuung unserer Armen zu ermöglichen, sind wir zutiefst verbunden. Wir schätzen die kleinste Gabe ebensosehr wie die größte, wenn sie dem entspricht, was der Einzelne leisten kann. Es stimmt uns hoffnungsvoll und zuversichtlich für die Zukunft unserer Gemeinschaft, daß sich fast niemand von dem Hilfswerk ausgeschlossen hat; herzerquickend ist es, wie rege sich auch die Schuljugend beteiligt hat. Wir glauben auch, daß die meisten Spender ihr Opfer in der Höhe dargebracht haben, wie wir es fordern und erwarten durften. Sollte aber noch das eine oder andere Geineindetnitglicd durch unsere Sammlung nicht erfaßt sein, so bitten wir dringend, daß es sich meldet und seine Beiträge entrichtet. Es ist selbstverständlich, daß alle eingegangenen Spenden restlos unseren Bedürftigen zugutekommen und nicht für andere Zwecke verwendet werden. Auch wäre es ein Irrtum, zu glauben, daß die bisherigen Spenden übei den Bedarf hinausgehen. Das Gegenteil ist der l all. Die Zahl derjenigen, die Hilfe brauchen, ist bei weitem größer als die Zahl derjenigen, die noch helfen können, und es ist erschreckend, daß die Zahl der I lilfsbedürftigeu noch täglich wächst. Wir sind deshalb auf jeden Pfennig angewiesen und bitten dringend, in der Opferfreudigkeit nicht nachzulassen und uns auch weiterhin die Beiträge pünktlich und regelmäßig zu überweisen. Die schlimmsten Wintermonate haben erst angefangen und es harren unser erst noch die größten Anforderungen. Wenn wie bisher unsere Glaubensgenossen ihre Pflicht tun, so brauchen unsere Armen nicht zu hungern und nicht zu frieren und können den Winter überstehen. Das wird jeden Juden in seelischer Not aufrichten. Leipzig, den 15. Januar 1936. Jüdische Winterhilfe. Carl Goldschmidt Walter Melzner Zum XXV. Delegiertentag der Monisten ueutschiands. Vom 2. bis 4. Februar 1936 findet in Berlin der XXV. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland statt. Der gegenwärtige Geschäftsführende Ausschuß der Zionistischen Vereinigung für Deutschland veröffentlicht anläßlich dieser Tagung die T!Drh=rchcn;i<.' Programm-Erklärung, die tt auf ..!» Dsie giertentag *u verireteu geuenkt. Aufgaben des Zionismus angesichts der Veränderungen des jüdischen Lebens in Deutschland. I. Der XXV. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland tritt in einer Zeit zusammen, die durch grundstürzende Veränderungen des jüdischen Lebens ihr Gepräge erhält. Die Aufgabe des Zionismus erwuchs in den letzten drei Jahren in Deutschland ZU voller Höhe. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland betrachtet in dieser Stunde alz dar. Zie! ihrer Tätigkeit, dem schon bisher ihre Arbeit gegolten hat: die Judenheit in Deutschland zu einem geschlossenen und bewußten Teil des jüdischen Volkes umzuformen; sie zu freudiger Bejahung des jüdisch-nationalen Gedankens zu erziehen, in ihr das Gefühl der Verantwortung für das Schicksal des jüdischen Volkes zu wecken, nach langer Entfremdung ihr den Weg ztl jüdischer Kultur zu weisen, sie aus dem Zustande der Zersplitterung herauszuführen und als geschlossene Volksgruppe, die ihre eigenen Angelegenheiten selbständig regelt, für den Aufbau ihr es eigenen Lebens in der Galut und der Nationalen Heimstätte in Palästina mit ganzer Kran einzusetzen; die nach Beruf, Alter und Vermögen auswaiiderungsfähigen und für Palästina geeigneten Teile der Judenheit in geordneter Form Schritt für Schritt nach Erez Israel zu überführen, durch entsprechende berufliche und geistige Vorbereitung diese Auswanderung im wahren Sinne des Wortes zu einer Alija zu gestalten, die von |phf»nmfrpr VcrantWortti für Vtf'liV! ..! tirs Natiofwlh^rm* beseelt ist und d^rlürfh den Pro5!CTl rier fut't" schreitenden Auflösung in der Gola in eine Macht der nationalen Erneuerung des Judentums im Lande seiner Väter umzuwandeln. Methoden und Mitte! der nationalen Erziehung. II. Zur Erreichung dieser Ziele erachtet sie für notwendig, daß die zentralen und örtlichen Instanzen der Judenheit in Deutschland in reibungslosem Einvernehmen dafür Sorge tragen, daß alle Mittel moralischer und geistiger Beeinflussung in den Dienst der nationalen ErnciitiungsucMicbungcii gesteiit werden; daß insbesondere die gesamte Jugend in jüdischen Schulen durch Lehrer erzogen wird, die ihr den Reichtum jüdischen Lebens in Geschichte und Gegenwart zugänglich machen und sie durch gründliche Pflege der hebräischen Sprache wie auch durch Anleitung zur Handarbeit auf ihr zukünftiges Leben in Palästina vorbereiten, und daß sämtliche der Erwachsenenbildung dienenden Einrichtungen, die Kulturbünde, Lehrhäuser und ähnliche Institutionen durch die Gestaltung ihres Programms, den Willen wecken und fördern, an die Kultur des jüdischen Volkes den Anschluß zu finden und Sonntnä, den Z6, Januar Pfuntemluns! spendet reichlich!

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