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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1936-01-03 · 1 (3.1.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
12 (1936)
Issue
1 (3.1.1936)
Date
1936-01-03
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG :—! — ■ - — -= 3, Januar 1936 zu erfassen und in ihren künstlerischen Angelegenheiten sachkundig zu beraten. Seine Tätigkeit soll darin bestellen, durch die Veranstaltung von Ausstellungen verschiedener Art und sonstige fördernde Malinahmen die Beziehungen zwischen den jüdischen bildenden Künstlern und dein jüdischen Publikum in Berlin und im Reich möglichst eng zu gestalten, sowie darüber hinaus die Intere«äc*,n der;n Deutschtand lebenden.jüdischen Künstler in jüdischen Bereich wahrzunehmen. Das Sekretariat bietet nunmehr allen in Frage kommenden Künstlern, die sich auch bisher noch nicht beim Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland angemeldet haben, Gelegenheit, ihre Anmeldung bis zum 15. I a n u a r 193b zu vollziehen,' An Ausstellungen und anderen künstlerischen Veranstaltungen können von jetzt ab nur solche Künstler teilnehmen, die diese Anmeldung erstattet haben. Von allen geplanten Veranstaltungen jüdischer bildenden Künstler muH das neugegründete Sekretariat rechtzeitig in Kenntnis gesetzt werden, da es die Genehmigung zu vermitteln hat. Warnung. Ein Josef Fleischmann. Frankfurt Main, sammelt Anzeigen für einen jüdischen Kalender, der als Branchen - Verzeichnis in verschiedenen Städten herauskommen soll. F. kassiert die Gebühren und verschwindet dann unbekannt wohin. Da es auch möglich ist, daß er seinen Namen wechselt, wird hier seine Personalbeschreibung gegeben: Kleine Figur, schwarzes welliges Haar, gescheitelt, süddeutsche Mundart, gewandtes Auftreten. Es wird hierdurch vor diesem Betrüger gewarnt und gebeten, ihn der Polizei zu übergeben unter Benachrichtigung an die Reichsvertretung der Juden in Deutschland Berlin-C.h.irlnttenhurg 2 Neue Bücher Gestern und Heute. Band 1: Die schönsten Legenden aus dem Talmud. Berlin [10J5| (Brandussche Verlagsbuchhandlung). Band 2: Manuel Schnitzer. Rabbi Lach. Ein Kulturdokument in Anekdoten. Berlin [1935] (Brandussche Verlagsbuchhandlung). •Band 3: Herzl-tliiefe. Herausgegeben und eingeleitet von Manfred Georg. Berlin [1935| (Brandussche Verlagsbuchhandlung). Band 1: Micha Michalowitz. Der gedeckte Tisch. Variationen über ein jüdisches Thema ohne Ende. Berlin [1935] (Brandussche Verlagsbuchhandlung). Band 5: Der Freitagabend. Gebet und Sinn gedeutet von Joachim Prinz. Berlin [1935j (Brandussche Verlagsbuchhandlung.) Die neue Bücherreihe, die die Brandussche Verlagsbuchhandlung vorlegt — das soll vorweggenommen werden —, gewinnt schon durch die äußerst geschmackvolle Aufmachung. Mit anziehendem und sorgfältigem Druck auf gutem Papier in schmuckem Einband, jeweils ei"e Bildbeigahe in gutem Reproduktionsverfahren, so erwecken die Bündchen schon beim ersten Anblick Freude. Sie verdichtet sich, wenn der Leser sich dem Inhalt hingibt „Die schönsten Legenden aus dem Talmud" (Band 1) sind in anmutiger Form von Manuel Schnitzer nachgedichtet. Ob die Auswahl gerade „die schönsten" getroffen hat, ist eine Frage, die nicht eindeutig beantwortet werden kann. Aber es sind durchweg schöne Legenden, die in gleicher Weise die Gattung talmudische Legende wie die in ihnen bekundete sittliche Anschauung kennzeichnen. — Auch die von dem gleicher'. Verfasser unter dem Titel „Rabbi Lach" gesammelte:: Anekdoten (Band 2) sind gut erzählt. Der Kenner wird allerdings die Empfindung nicht unterdrücken, daß bei ein/einen dieser pointierten Kurzgeschichten das feingeschliffene Deutsch manches verblassen läßt, was die Formulierung im Ursprungsdialekt wirksam macht. Immer aber hört man. aus ihnen allen jenen jüdischen Witz, der sooft anerkannt wurde, jenen mehr oder nicht sehpn such weniger ferner, bpott, der biswdlcs zur oüiuäiucäpou^iuiig des innerlich sicheren Menschen wird. — Weit mehr als der kurze Titel ahnen IiiKt, bietet da« 3. Bändchen von Manfred Georg „Hcrzl Briefe". Nicht nur „eingeleitet", sondern zu einem Ganzen verbunden, gewähren diese Briefe einen in großen Zügen gezeichneten Aufriß von Herzls Leben und seiner Entwicklung zum Erwecker der grollen Bewegung, der die Judenheit verdankt, was heute in Erez Israel an jüdischem Leben erstanden ist und täglich weitergebaut wird. An eine die Persönlichkeit Herzls würdigende Einleitung schließen sich diese Briefe, bruinnend mit der frühen Zeit, in der der junge Burschenschafter seine studentische Organisation verläßt, als Protest gegen einen Commers, der sich „zu einer antisemitischen Demonstration gestaltete", bis zu dem Augenblick, in dem sein „Judenstaat" in ihm gereift ist, der Ausgangspunkt für das großartige Wachsen seiner wcituussclmucndcn GcdäüKcu. In voiuefiiiiliei Weise werden die einzelnen Briefe durch kurze Überleitungen miteinander verbunden und dadurch die Geschlossenheit des Bildes hergestellt. - Eine in ihrer Eigenart reizvolle Plauderei ist „Der gedeckte Tisch" von Micha Michalowitz. Es läßt sich, das will das Büchlein dartun, eine Besonderheit im Essen und Trinken des Juden erkennen: es ist ihm nie identisch mit biorier Nahrungsaufnahme; immer ist damit etwas verbunden, was Gemütstöne »nkiingen lädt. Diesen üedanken „variiert" der Verfasser in mannigfachen Bildern, die dem gedeckten Tisch am Sabbath, an den Festtagen, zumal an den Ssederabenden, am Purim durch die zum geheiligten Brauch gewordenen Speisen und ihre Anordnung ein Gepräge verleihen, wie es anderwärts nie gefunden wird; unvergeßliche Eindrücke von innigem Werte läßt es zurück: nie hörte Heine auf, dem Schalet am Schabbath in seiner Erinnerung einen liebevoll umhegten Platz zu bewahren — Einen neuartigen Weg zur verständnisvollen Teilnahme am (iottesdienst will Joachim Prinz mit seinem Büchlein „Der Freitagabend" Föhren. Abweichend von lange geübtein Brauch stellt er neben den Text der Gebete nicht die Übersetzung, sondern eine Einführung in 'en Sinn der Gebete, um so „die Brücke vom hebräischen Gebet zum Beter über diese Deutung" zu schlagen. Mit Recht wird betont, daß eine Übersetzung nie die Farbe der hebräischen Gcbctstöckc zu treften vermag, daß sie nur eben gerade zur Vermittlung ihres Sinnes dienen konnte; sie wird immer unnötiger, da die Kenntnis des Hebräischen im ständigen Wachsen ist. Auch die Gebete der häuslichen Feier, Kiddusch und „Benschen" und eine deutende Beschreibung dieser Feier selbst sind angefügt. Dieser „Freitagabend" wird ein gern benutzter Begleiter ins Uotteshaus und, besonders dem Unkundigen, ein Führer im Familienkreise sein. Sport (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Au den beiden Weihnaehtsfeiertagen gab es sogar für den fanatischsten aller Sportler genügend zu sehen und zu erleben Beim obligatorischen Füll- und Handballspiel bis zum Tischtennis und Schach konnte er seiner Begeisterung Rechnung tragen; aber leider waren es wiederum nur sehr wenige, die sich als die wahren Sportler zeigten. Das Publikum bzw. das fehlende sollte sich einmal die zwei Gasivcrciiic zum Vorbild nehmen; um Qü Minuten spielen zu können, legten die Leute in zwei Tagen bis fast 1000 km im Autobus zurück und unsere ..Auch-Sportler" opfern noch nicht einmal eine halbe Stunde Straßcnbahnfahrtü . . . Die Kämpfe selbst boten z.T. recht guten Sport, wenn man den für die Akteure ungewohnten .-,.!,,,..,.|..f0„ PrwL.n in W..*ro.-l,f »UM l">.\. Rar If nrhha" SwnilvCUwUCteftltali ÜUUCU ... UCUaull £waoviiwii ,,uui ■xwi.iMtd und „Itus"-Muuchen durchgeführten Spiele würden unter Zugrundelegung der Punkteberechnung den Beteiligten einen völligen Gleichstand erbringen. Am 1. Tag ging man mit zwei Unentschieden auseinander, wobei das Handballspiel 4:4 und der Fußballkampf 0:0 endete, in dem letzteren war es Woywoda vor allem, dem Leipzig lii.'SiS riCSiiiTäT ViTita il rCCil ITHIt'tr \t!Ch ittl TOHTnii'.'H TjLSI bei "1 ...... — o i Rüctutpiei wai ei uei m-n Hiesigen deu j:i-Sieg sicherte, wah rend im Handball München mit einem Treffer Unterschied, mit 7.ö, gewinnen konnte, immerhin sind diese trgebnisse für die „Bai Kochbauer" höchst ehrenvoll, da sie in allen Treffen mit Palästina Wer will hin, Rat und Hilfe. Anfrage unter Nr. 3 Anzeig.-Verwalt., Hainstraße 16 5 Ummer-Wohnung Xindenburgstr. 81 b 78 Mark sofort zu vermieten. Zu erfragen beim Hausmann Etzold. I Zimmer Wohnung; mit Küche, Bad, ICL. bis Rm 60. - monatliche Miete per sofort oder später zu mieten gesucht. Offerten unter 5, Anzeigen Verwaltung HainstraSe 16. Alleinstehender Herr «. möb'. Zi mögl. Centr. Preisang. erb. a. 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