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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-12-29 · 52 (29.12.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
52 (29.12.1933)
Date
1933-12-29
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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29. Dezember 1933 OEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Offenbach-Abend im Städt. Kaufhaus am 6. Januar 1934, 20 Uhr Karten zu RM. 2 50, 2.-, 1.50, I.- und -.50 bei M.\X' Kaufmann,Brühl4, D.Rosen Nachf., Peterssteinwe»; 10 u. ander Abendkasse ]Udlsdier Ausschuß für Kunsfpflege. unter Mitwirkung von Dr. Anneliese Landau...........Berlin Max Kultner...............Berlin Anny Pomeranz.............Leipzig Max Kuttner und Anny Pomeranz singen Lieder, Arien und Duette aus Offenbachschen Operetten Dr. Anneliese Landau spricht über: „Offenbach und die Operette" nächtliche Ausschmückung ihrer Oeschäftshäuser, ihrer Schaufenster und Waren, z. B. mit Lametta, Tannengrün usw. zu untersagen. Zugleich sehen sich diese Unternehmungen in der Benutzung der üblichen, ihren Wettbewerben zugänglichen Werbemittel beschränkt und zudem der Tatsache gegenüber, dalt die Bevölkerung durch Warnungen, Flugblätter, Postenstehen, Verkehrskontrolle!! oder andere Belästigungen von einem Einkauf bei ihnen abgeschreckt sind. Ich bitte dringend, Bestrebungen und Maßnahmen dieser Art ohne Verzug wirksam entgegenzutreten und insbesondere die ungestörte Verwendung weihnachtlichen Schmuckes, eine ungehinderte Werbung in dem Rahmen und in den Formen, wie sie für den Weihnachtsverkauf hergebracht sind, ebenso sicherzustellen wie den freien Verkauf von Weihuaehts- und Christbaumschmuck sowie von Weihnachtsgeschenken. Wo eine Abschreckung der Kundschaft, u. a. durch Belästigungen irgendwelcher Art versucht wird, sind darauf zielende Maßnahmen schon aus dem Grunde als unzulässig zu bekämpfen, weil sie erfahrungsgemäß die Kaufwilligkeit und Kauflust allgemein herabdrücken. Es ist auch dahin zu wirken, daß der Erfolg der einheitlichen Weihnachtswerbung, die vom Werberat der deutschen Wirtschaft ausgeht, nicht durch örtliche Sonderveranstaltungen beeinträchtigt wird. öffentlich-rechtliche Körperschaften wie Kommunalbehörden, Handelskammern und andere Stellen, die einer Staatsaufsicht oder einer staatlichen Einflußnahme unterliegen, bitte ich ausdrücklich anzuweisen, sich von Maßnahmen fernzuhalten, die hiernach der Wirtschaftspolitik der Reichsregierung nicht entsprechen. Unsere Gemeinde. Onenbach-Abend im Kaufhaus am 6. Januar. Mit seinem Offcnbach-Abend bringt der jüdische Ausschuß für Kunstpflege eine ganz neue Form der künstlerischen Veranstaltung: Ein volles Konzert zweier Solisten mit 11 Gesangsnummcrn, mit Arien, Couplets und Duetten, wird umrankt, geführt und in seinem Genuß gesteigert durch einen in sich geschlossenen Vortrag. Vielleicht wäre das ein Experiment, wenn es nicht schon erprobt wäre. Dr. Anneliese Landau und Max Kuttm r sind mit dieser Veranstaltung von Erfolg zu Erfolg geschritten. Start vieler geben wir eine der Stimmen aus der jüdischen Presse wieder, die der erste Abend hervorrief: Ein ausverkaufter Saal, ein geistig interessiertes, gesammeltes Publikum, das einen überaus genußreichen Abend verleben durfte . . . Der Vortrag von Frl. Dr. Landau war vollendet in seinem Stil und vollendet in seiner Wiedergabe. Er entzückte die Zuhörer nicht nur durch die Feinheit und Eleganz seiner Wortführung sondern auch durch den lebendigen, fesselnden und neuartigen Inhalt. Erl. Dr. L. hätte einen vollen Erfolg buchen dürfen, auch wenn sie nicht 2 so charmante und könnerische Künstler mitgebracht hätte; Frau W- F. und Herrn Kuttner, die den Vortrag durch Lieder und Duette des zauberischen und hinreißenden Komponisten illustrierten. Und Alfred Bruck, der geschätzte Musikkritiker der Scherlpresse, schrieb damals an den Kulturbund: Ich glaube im Namen vieler zu sprechen, wenn ich bitte, diesen Vortrag wiederholen zu lassen. Frl. L. hat den Stoff mit feinstem Verständnis im liebenswürdigen Plaudeiton behandelt und ihn durch ganz ungewöhnlich gute, musikalische Interpretationen wofür Herrn May Kuttner und Frau W. F. Dank gebührt zu einem musikgeschichtlichen Erlebnis gemacht. In solchem Zeichen wird der Kulturbund siegen. Vor 600, vor 900, vor 1000 Hörem mußte der Abend in Berlin wiederholt werden und dieser Siegeszug setzte sieh dann in der Provinz fort. Worauf beruht dieser Erfolg? Gewiß ebenso auf persönlichen wie auf sachlichen Momenten! Anneliese Landau ist in ihrer Jugendlichkeit und Lebendigkeit eine entzückende, ja eine hinreißende Sprecherin. Wer sie im vorigen Jahr hier in der Leip/ig-Loge über „Moderne jüdische Musiker" sprechen hörte, wird dies durch die Feststellung ergänzen, daß sie in dieser charmanten Forin einen Inhalt von ungewöhnlicher Tiefe und geistiger Feinheit vermittelt. Ihren Partner Max Kuttner braucht man nicht erst vorzustellen. Er ist sicher einer der geschmackvollsten und strahlendsten Operettentenöre, die es in Deutschland gibt und seinen Ruhm haben Tausende von Hörern, Kritikern, Schallplatten und Ruudfunkkoii/erte gesichert. Daß es keinen besseren Interpreten der bei Offenbach so wichtigen Tenorbuffoparteien gibt, ist klar. In Leipzig wird dieses Paar ergän/t werden durch eine junge Künstlerin von groller Begabung, Anny Pomeranz, deren Bekanntschaft für das Publikum ihrer Heimatstadt eine Freude sein wird. Aber ebenso reizvoll ist, was sachlich geboten wird: Der Weg des Kölner Kantorensohus zum genialen Satiriker der Pariser Gesellschaft, die geschliffene Feinheit seines Witzes, die Tiefe seines Humors, der Genuß musikalischer Delikatessen aus bekannten und unbekannten Werken des Meisters der Operette, das alles verheißt einen Abend voll von befreiender Heiterkeit und künstlerischem Genießen. Wer ihn versäumt, schlägt ein köstliches tieschenk aus! r J t •»<•■• r feMp£zMI Srlafordnar mit Ko*.mdw1i.Oi(ftod<. fl 7f| I cm. 10 5t 6 4»> S. U.IU *!siS.?u*T." CRb" n 9<1 nohM.IOSHkJSOi.SMi li.CC 5<lmtllWlnr Qw>n> ro.b w>rt,.rt. b., fl (IC 10 StOd. 4*, Stadt..... U.US Umlag« - Kolandar . für \9U. Metallur.l.rloo. f flfl .tobil und proMKh.....I.UU Ir.otlblor.« 1934 0.50 quem KV di. TotoSe Markbuch Koland.r 1934 Kr Um tr~.gr,.. Q Stenogramm Block ioo M 0.10 li.f.r .rh.inh.f t mhateMSrik*..............0.10 50fJB Schr.ibpopi.r Quart, holilre.. in ver fl AR >f*ii.d.n.n Liniatur.n..... 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