Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 47 (24.11.1933)
- Date
- 1933-11-24
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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November 1933 üEMLIN DE BLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSÜEMEINDE ZU LEIPZIO Seile 3 <£%»Mm,,i,</;tyr>f//jr/m// nttf O //Arn ^fff//.V/y! f G^tr/ZtiS*. Q?f/t/i/-H QJttmmt/iiitmuirr 0,7%J/{//rn»y Jiim//ir/,tf <2%mm&eitAfy/k - Qjötri'/ttny /'ri (^A^y*nYa/r>H(riytH iöglichkeiten seien in den (uristischen Wirtschaftsstellen des C.V. in triin wie im Reich Tausende von Menschen aus den verschiedensten erufsschichten beraten worden. Mit Energie habe man gegen die Entmutig der jüdischen Angestellten angekämpft und vielen ihre Arbeits- : itze erhalten und anderen wenigstens Oehätter für einen bestimmten eitraum erkämpft. Auch gegen die Ausschließungen aus dem Handerk sei energisch Stellung genommen worden. Die deutschen Juden iUten die Würde auch für die Zukunft bewahren. Für die Resserliierten gäbe es kein gnädiges Herablassen, sondern nur ein Miti beiten am Aufbau. An den Vortrag schloß sich eine auf hoher Warte tehende Diskussion au, an der sich die Herren Zitter, Blankenlein, Hirschfeld und Rabbiner Dr. Ooldmann beteiligten. Kinderbekleidung durch den Hilfsvcrcin israelitischer Qewerbeeibender. Das grolle Hilfswerk, durch das der Hilfsverein seit Jähren hinderte von Kindern bei Beginn der kalten Jahreszeit mit warmer leidung ausstattet, soll auch in diesem Jahre durchgeführt werden. ie uns mitgeteilt wird, sind die Vorarbeiten in vollem Qange. Ein i Minderes Comitc ist au der Arbeit, die Mittel für die erforderlichen legenstände bei den alten Freunden und Gönnern zusammenzutragen, utsprechend der grollen Not müssen besondere Anstrengungen geeilt werden, um den Allforderungen gerecht zu werden. Da schon i/t der Ankauf der Kleidungsstücke im Qange ist, sei auch au dieser lle auf das segensreiche Werk empfehlend hingewiesen: die Beidung wird zwar durch einen Verein durchgeführt, ist aber doch ne Angelegenheit, au tiereu Zustandekommen alle Kreise der Qeinde mitwirken müssen. Die jüdische Wohlfahrtsarbeit in Leipzig. Mitte November fand eine issprache aller in der Wohlfahrtsarheit unserer (iemeinde tätigen llen über einige aktuelle Fragen statt, die in diesen Aufgabenkreis allen. Qemeinderabbiner Dr. Ooldmann hatte als stellvertretender /erneut des Fürsorgeamtes außer den in der Fürsorge und im Sozial- I tätigen Beamten die Mitglieder des Fürsorgeausschusses, die Oeillsführer des Sozialamtes, die Damen der Mittwochsitzung (Eainiieufürsorge), des Frauenvereins geladen und leitete die zahlreich belle Versammlung. Der Fürsorger Folmann umriß in einem kurzen feratc die Arbeiten des Fürsorgeamtes und wies auf die Notwendigil hin, den Kreis der Mitarbeiter, den ungeheuer gewachsenen Anulerungen entsprechend, zu erweitern. Der stellvertretende Dezernent i das Sozialamt, Qemeinderabbiner Cohn, gab eine gedrängte Oberlit über die seitens des Sozialamts geleistete und geplante vielverv eigte Arbeit dieser jüngsten, ans der Not der Zeit heraus entständen, außerordentlich segensreichen Einrichtung der Gemeinde. Eine aus i Versammlung heraus erhobene Forderung, die Berichte über die ' itigkeil der beulen Aintci im Qemeindeblatl der gesamten (iemeinde inglich zu machen, fand allgemeine Zustimmung; ihr soll tunlichst ■ I entsprochen werden. Die sehr rege Aussprache beschäftigte sich il mehreren grundsätzlichen Einzelfragen. Im Vordergründe stand die rörterung über Maßnahmen für Winterhilfe. Nachdem seitens der aßgebenden Stellen eine Erklärung vorliegt, dall auch in Leipzig, wie in anderen Städten, „alle in Deutschland dauernd aufllittUcfien i Minen gleich welcher Religion Anwartschaft auf Unterstützung aus in Winterhilfswerk" haben, entschied sich die Versammlung dahin, i einer eigenen Sammelaktion abzusehen. Als ein dringendes Berlins wurde die Kleid erst eile bezeichnet, die den Erwerbslosen ermöglicht, für geringe Beträge, gerade für den Winter die notwendigen Kleidungsstücke zu erwerben. Es soll ernstlich dahin gestrebt werden, geeignete Räume ausfindig zu machen, für die, falls es notwendig sein sollte, seitens der Gemeinde Zuschüsse bereitgestellt werden sollen. Ferner wurde die frage der Speisung behandelt. Dem Vorschlage, danach zu streben, daß die beiden bestehenden Küchen nach gleichen Grundsätzen geleitet werden, wurde zugestimmt. Aus der Aussprache verdient noch die an alle Mitarbeiter gerichtete Mahnung hervorgehoben zu werden, dall sie auf die jüdischen Arbeitgeber allen Einfluß geltend machen, dall sie bei der Bemessung von Löhnen und Gehältern für jüdische Arbeitnehmer auch zu Opfern bf.....;* seien: sie sollten dies als eine Ehrenpflicht erachten, um in dies Not auch auf diesem Wege den Bedrängten zu helfen. Amtliche Bekanntmachung Winterhilfswerk. Nach Auskunft der Landesführung Sachsen des Winterhilfswerkes haben alle in Deutschland dauernd aufhältliehen Personen gleich welcher Religion Anwartschalt auf Unterstützung aus dem Winterhilfswerk. Leipzig, den 2;). November 1933. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Gärtnerei des neuen Friedhofes. Es wird darauf hingewiesen, dall Blumen- und Grahschmuck zu handelsüblichen Freisen stets zu haben sind. Bei gröllerein Grahschmuck empfiehlt es sieh, rechtzeitig durch Fernsprecher 53SS9 Bestellungen zu erteilen. Die Gräber werden jetzt gegen Frost eingedeckt. Falls hierfür noch nicht die Gebühren entrichtet sind, bitten wir, diese umgehend au die Kasse des neuen israelitischen Friedhofs — Postscheckkonto Leipzig Nr. 4932 — zu zahlen. Soweit Aufträge zum Eindecken gegen Frost noch nicht erteilt sind, bitten wir, diese schnellstens bei gleichzeitiger Zahlung der Gebühren, deren Höhe sich nach der verlangten Ausführung richtet und über die die Lriedhofsverwaltuug Auskunft gibt, aufzugeben. Leipzig, den 6. November 1933. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Gottesdienste: Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst Freitag, Abendgebet 16.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Sonnabend, 23. November, Morgengebet 9 Uhr, Nachmittagsgebet 16.25 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 1(>.5S Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen S Uhr, werktags 7.30 Uhr, Abendgottesdienst 10.13 Uhr. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, I. Dvzzemher, Abendgebet 1().I3 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmauu). Sonnabend,!'. Dezember, Morgengebet 9 Uhr, Jugcndgottesdicnst 15.13 Kammermusik-Abend ausgeführt vom ----------- Mendelssohn-Trio: 'm GrOtriari-Steinweg-Saal Dittridiring 18 Hella Chitrlk........(Klavier) Dienstag, am 28. November 1933 ^zertmeister Leo Schwarz cv-oiine) „ ,3?' Afrem Kinkulkin .... (Vtolmcello) 20 Uhr ___ Programm: Beethoven: Trio Op. 1 Nr. 1 Es-dur. - Brahms: Trio Op. 8 H-dur. Mendelssohn: Trio Op. 49 D-moM, JQjJ AUSSChuß für KUtlStpfl ege. Karten zu 3.-, S.-, 1.- RM. bal M.W.Kaufmann, Im Kaufhaus Brühl, Zlgarrenhaus D. Rosen Nachf. Pelersstelnweg 10 und an dar Abendkasse Wegen der zu erwartenden starken Nachfrage ist eine Wiederholung des Konzerts für Mittwoch, den 29. November im gleichen Saale vorgesehen. -—i Voranzeige:..... ...... Donnerstag, den 14. Dezember: Rezitationsabend Edith Herrnstadt - (Dettingen