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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-11-17 · 46 (17.11.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
46 (17.11.1933)
Date
1933-11-17
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 17. November 193 Unsere Gemeinde. Handarbeiten als Chanukkah-Geschenke. Durch die Ungunst der Verhältnisse ist es leider nicht möglich, den Verkauf und die Ausstellung von Handarbeiten jüdischer Frauen Leipzigs in der bisherigen Weise auszugestalten. Wir bitten aber herzlich alle Oemeindemitglieder, ihren diesjährigen Bedari an Chanukkahgeschenken, gehandarbeiteter Wäsche, gestrickten Jumpern, I l.nntschulu n usw. bei uns einzudecken uml alle Bestellungen bei Frau Fanny Rosenthal, Auenstr. IQ III, Tel. 2 >IS>, aufzugeben. Schwesternbund der Lepizig-Loge. ßcrufsumschichtung. Ls ist die Einrichtung eines Lehrganges zur Ausbildung als Schlosser für 20 Teilnehmer im Alter von IS 25 Jahren in Aussicht genommen. Die Lehrgebühr für die Ausbildung beträgl monatlich R.M 30. . In besonders dringlichen Fallen kaiin auf schriftlichem Antrat; iler Sat/ ermäßigt oder ganz erlassen werden. Die Ausbildung soll bei täglicher Arbeitszeit von S Stunden in einer für diesen /weck eingerichteten Schlosserwerkstatt erfolgen und ein Jahr dauern. Gemeinsame Unterkunft und Verpflegung ist zunächst nicht vorgesehen. Bewerbungen sind bis 23. November 1033 beim Sozialamt der israelitischen Religionsgemeinde schriftlich unter genauen Angaben der vorherigen Tätigkeit einzureichen. L ehrgang für Anstreicher. Weiter wird beabsichtigt, einen Lehrgang zur Ausbildung als Anstreicher einzurichten. Für die Ausbildung braucht keine Gebühr entrichtet /u werden. Bewerbungen sind bis 23. November 1933 beim Sozialamt der israelitischen Religionsgemeinde schriftlich unter genauen Angaben der vorherigen Tätigkeit einzureichen. Förderung der jüdischen Touristik nach Palästina durch die Volksbank Iwria. Das Vorstandsmitglied der Volksbank Iwria, Dr. Fleiß, der soeben von einer mehrwöchigen Palästinareise zurückgekehrt ist, bat mit einer palästinensischen Reisegesellschaft ein Abkommen getroffen, durch das eine Forderung der jud. Touristik und eine Vcrhilligung der Rundfahrten im Lande ermöglicht wird. Durch Zusammenwirken der Iwriabanken sollen die Interessenten in den ein/einen Städten so zusammengefaßt werden, daß gemeinsame Gesellschaftsfahrten, die allein eine verbilligte «eise nach dem Lande und durch das Land ermöglichen, in kurzen Zeitabständen stattfinden können. Neben der bisher Üblichen Rundfahrt durch das Land, die £ 11. kostete, soll ein /weiter, verbilligter Typ für etwa C 10. geschaffen werden für Personen, die mit einer einfacheren Art der Unterbringung einverstanden Mild. (I.inlachcrc Motels, i Personen in einem /immer.) Die Gesamtkosten der Reise lassen sieh dadurch auf etwa RM. 500. ermäßigen. Eine Ferienreise nach Palästina soll so einem immer wachsenden Personenkreis ermöglicht werden. Die Einrichtung eines Reisesparkontos bei der Volksbank Iwria soll die finanzielle Vorbereitung der Reise erleichtern. Um den Umfang der Beteiligung übersehen /Ii können, werden Interessenten gebeten, sich mit der Volkshauk Iwria in Verbindung zu setzen. Sprechstunde in dieser Angelegenheit /wischen 12 l Uhr. In diesem Zusammenhang sei auf die Sparkonten hingewiesen, die die Volksbank Iwria neben dem üblichen Bankkonten fuhrt. Diese Einrichtung ein Sparkonto auf den Namen seiner Frau und seiner Kinder erfreut sich einer besonderen Beliebtheit; die Zahl der Einlagen wachst taglich. Die Mitglieder der Gemeinde Leipzig und der Nachbargemeinden werden eingeladen, von dieser Hinrichtung weitgehend Gebrauch ZU machen. Aus dem Gemeindeamt. Gottesdienste: Gvmcindcsynagoge. Sabbatgottesdienst: Freitag, 17. November, Abendgebet 1630 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Qoldmann); Sonnabend, 18. November, Morgengebet o Uhr, Nachmittagwebet 10.J5 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann); Abendgebet IT.Oi Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen S Uhr, werktags 7.)0 Uhr, Abendgottesdienst 16.30 Uhr. Gemeindesynagoge. Sabbatgottesdienst Freitag, Abendgebet 16.15 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Sonnabend, 25. November, Morgengebet ') Uhr, Nachinittagsgchti 10.25 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 10.5$ Uhr. Morgengottesdienst an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 8 Uhr, werktags 7.io Uhr, Abendgottesdiensl 10.15 Uhr. Ez-Chaiui-Synagoge (Otto-Schill-Str.) und Talmud Thora-Synagogc (Kcilstr.): I reitag, den 17. November: Abendgebet 1630 Uhr. Sabbat: Morgengebet S. iO Uhr; Mincha 16 Uhr; Ausgang 17.05 Uhr. Wochentag: Morgengebet 7 Uhr; Abendgebet 10.30 Uhr. Personenstandsnachrichten. G eburten: 25. Oktober 10 J} Leib Ketzlactl lind Oha Rachel geb. S/apira-Jukiskv, SchÜtzenstr. Ii. eine Tochter „Edith". B a r in i / w l: An Sonnabend, 25. November 1933, Gunther Hofstein, Sohn des Herrn Wilhelm Holstein und Frau Lli-e geb. Ollendorf, Qrasshrtraße 22, in der Gemeindesynagoge. T r 1 u u n g e Ii: Am Sonntag, 19. November bin, I Uhr nachm., Fräulein Eugenie Krim, Karlstraße 12, mit Herrn Fritz Pfirsichbaum, Waltcr-Blumcl- Str. 7. in der Wohnung KarKtr. 12. Am Sonntag, 1'». November 1933, 1 _.5 Uhr nachm., Fräulein Hanni Verständig, Humboldtstr. fi. mit Herrn Leo Hol/er, Walter-Blünicl- Straßc 23, im Restaurant Mandls, Nikolaistraße. Tod esfälle: 20. Oktober 1933 Auguste Blancke, Bad Elster. 30. Oktober I0TS Israel Klein, Kr .iradstr.il. II. Oktober 1933 Joel Ainmann, Rosentalgasse 9. 3. November 1933 Ricka Fuükeistein, Nordstr. 15. 5. November 1933 <>usta\ Biedermann, Löbauer Str. 1 a. Vereinsnachrichten. Jüdischer Jugendbund „Franz Rosen/.weig", Leipzig. Heute, den 17. XL, F r e i t a g-A ben d f e ie r unter Leitung von Bundesfreund Ja koh Schartenberg. Sonntag, den 10. XL, früh unter Leitung von Bundesfreund Karl Urbach eine Halhtags-Wandcrung. Ferner vei anstalten wir nur für unsere Mitglieder, /um ersten Male Sonntag, de: 10. XL, pünktlichst 161 _. Uhr, in Abständen von je I I Tagen an Sonn tagen Tee-Hciin-Nachinittage, die unter der Devise; „Mehr jüdische Wissen!" stehen. Judische Dichter der Gegenwart mit einem Aus schnitt aus ihrem Lehen und Werk werden uiisern Freunden vertrau gemacht. Dienstag, den 21. XL, französischer und hebräischer Sprach kurs. Mittwoch, den 22. XL, Heimabend. Donnerstag, den 23.XI englischer Sprachkurs und Stenographie-Unterricht. Liu neuer hebrä iseher Sprachkurs für Anfänger stellt bevor. Interessenten wollen sicli umgehend an unseren Heimabenden melden. Agudas Jisroel Jugendgruppe, Färbcrstr. 6. Schiurimplan:Sonn tag. 17.30 Uhr, Montag bis Mittwoch 20 Uhr, Donnerstag 1930 Uhi Qemoroh Kiduschüi. Montag 21 Uhr und Donnerstag 20.30 Ulu Loschaun Hakaudesch. Schabbos Kaudesch; 830 Uhr Tefillas Scha charis; 12.45 Uhr Mincho gedaulo; 1530 Uhr Mincho; anschl, „Chofc. Chajim", Leiter Sr. Lbrw. Herr Rabbiner Rogosnitzky; anschl. S'udo schlischis. MauzoS Schabbos: geselliges Beisammensein. Zionistische Vereinigung Leipzig. Montag, den 20. ds. Mts., abend- S' . Uhr, findet in der Alten I landelsbörse am Naschmarkt eine Vei Sammlung statt mit dem Thema: „Palästina als Einwände rungsland!" Ls sprechen Herr Hans Baum und Herr Dr. Heinrich Fleill, die eben gerade von ihrer Reise aus Palästina zurückgekommen sind. I lerr Baum gibt die allgemeinen Eindrücke von Palästina wiedei wahrend Herr Dr. Fleiß Uber die Möglichkeiten der Einwanderung und Ansiedlung für die deutschen luden spricht. J. S.-V. Bar-Kochba. Am Sonntag, den 10. Nov., veranstalten wil auf unserem Platz in Eutritzsch ein grölleres Fulthallturnicr. Um lo Uhr Leipzig A.-H. Berlin A.-Il. U lli Chemnitz-Verein ehem. Selm ler, Berlin. Ii Uhr HandbaHmannschaft Leipzig Berlin. H Uhr Haupt spiel: Bar Kochba Leip/ig Hakoah Berlin. Iis dürfte /u staunenden Kämpfen kommen und bitten wir, unsere Veranstaltungen durch regen Besuch zu unterstützen. Beachten Sie unsere Plakate an. den bekannten Aushangstelleti. Jüdische Schachmeisterschaft. Das MeMcergebnis für das Haupt furnier war außerordentlich gut. 12 Spieler werden diese Woche dit Kampfe beginnen. Spiellokal ist vorläufig das Restaurant Manclis Nikolaistr. 36, Turnierabend ist jeden Donnerstag 20.15 Uhr. Qäst< sind erwünscht, werden aber um peinlichste Ruhe gebeten. Das Schülerturnier bat bisher wenig Interesse gefunden. Die Meldefrist wird deshalb bis /um 23. November verlängert. Reugeld 0.50 Mk. Kcrcn Kajcmcth Lejisracl Leipzig, Keilstr. I. Tel. 10211; Posi scheckkonto 53341. Die Zahl der Leipziger Büchscninhaher null! sich in den nictt sten Wochen vervielfachen. Am Sonntag, den 10. II., zweiter Haupt tag der Büchsenleerung. Gleichzeitig beginnt eine grolle Aktion zur Aufstellung neuer Buchsen. Die blaue Büchse des Jüdischen National fondl gehört heute ins Haus jedes deutschen Juden. Lallt durch unsere Helfer die Nationalfaiids-Büchse in eurem Hause aufstellen und dcnki bei allen Gelegenheiten daran, daß eure zahlreichen kleinen Büchsen spenden einen wichtigen Faktor des Palästina-Aufbaues darstellen Um vor Nachteilen zu schützen, machen wir ferner darauf au! merksam, daß zur Büchsenleerung nur derjenige berechtigt ist, der einen besonders dafür ausgestellten und vom 5. 30. 11. befristeten Ausweis mit Stempel und Unterschrift eines der Unterzeichneten besitzt Der Quittungsblock allein genügt nicht. Alle anderen Ausweise sind ungültig, /.um Kassieren sonstiger Spenden für den KK1. ist ebenfalls tun der berechtigt, der eine Ordnungsgemäß abgestempelte und mit unsere: Unterschrift versehene Quittung besitzt. Im Zweifelsfalle wolle man bitte den Betrag direkt auf das Postscheckkonto des KKL überweisen. Verband der Staatszionistcn. Die kürzlich mit polizeilicher Oenefl migung ins Leben gerufene Ortsgruppe der Staatszionistischen Orgain satten für Deutschland setzt sich die Sammlung aller durch die Selbstauflösung der revisionistischen Gruppen in Deutschland orgain Mtorisch heimatlos gewordenen Zioiiisten und die Werbung bisln i außenstehender jüdischer Menschen für die Herzl'sche Idee des Juden- Staates als Ziel. Der Staats/ionismi's ist zutiefst durchdrungen von der Oberzeugung, daß der Frfolg der in Palästina geleisteten Arbeit letzten Fildes davon abhängig ist, dall es gelingt, der jüdischen Heinistätte in Palästina einen politischen Status zu sichern, der sie von den wechselnden politischen Konstellationen in der Welt unabhängig macht. I t setzt seine Hoffnungen nicht so sehr auf die aktive Förderung des Aufbauwerkes durch außerjüdischc Kräfte, als auf den ungebrochenen Lebenswillen der zu nationalem Bewußtsein erwachten jüdischen Jn gend. Fr fordert von der Mandatarmacht und allen au der Lösung der Judenfrage interessierten Völkern nur, daß sie jüdischen Menschen, i'ie den Weg nach Palästina suchen, keine Hindernisse in den Weg legen. Das bedeutet Freiheit der Einwanderung im Rahmen der Ökonomischen Bedürfnisse des Landes, Schaffung einer jüdischen Bevölkern ngsmclirhcit zu beiden Seiten des Jordan, Schiit/ des jüdischen Aufbauwerkes durch Juden und weitgehende jüdische Selbstverwaltung. Was dem Aufbau im Sinne dieses Programms nützlich ist, mit allen Kräften zu fördern, was ihm schädlich ist zu bekämpfen, ist die Verpflichtung, die jeder Jude durch den Beitritt zu dieser Organisation auf sieh nimmt, tiberzeugt von der Sinnwidrigkeit und Schädlichkeit des Klassenkampfes erstrebt der Staats/ionismus die Überwindung der Klassengegensätze durch den Geist jüdischer Brüderlichkeit als Ansffuß der Erkenntnis der Schicksalsverbundenheit aller Glieder derselben Wirtschaft. Aus dieser Erkenntnis heraus lehnt er innerjüdisclir Auseinandersetzungen mit anderen als geistigen Waffen ab. Die Ortsgruppe Leipzig bt ginnt demnächst ihre Winterarbeit mit regelmäßigen Ausspracheabenden über jüdische Gegenwartsfragen und mit einem Kursus zur Einführung in die staatszionistische Ideenwelt. Anmeldungen von Interessenten erbeten an den Kursusleiter R. A. Dr. Ooldwasser.

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