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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-11-10 · 45 (10.11.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
45 (10.11.1933)
Date
1933-11-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Seite 3 Zellners Restaurant und Wiener Cafe bietet ihnen Nicolaistraße 39-45 6iü6 ßrStklflSSl^S UlCnCf RttChß Vorzügliche Gedecke - TIgl. wechselnde Stammu. Spezialgerichte Iq Koffee nach Karlsbader Art eine 29 Pfennig hochfeines Gebäck aas ei$ener Konditorei OnSenehme, behO$llChe RäUITie Club 11. Spielzimmer, geeignet zur Abhaltung für Damen-Kränzchen Bestellungen außer dem Hause werden mit peinlicher Sorgfalt erledigt. H Telefon 24217 Wilhelm und Ludwig Zellner. nukkah erscheinen. Der Verlag will nicht nur Werke von Autoren veröffentlichen, die sich in der Literatur bereits Rang und Namen gesichert haben, sondern auch noch unbekannte jüdische Talente fördern. Autoren, die sich mit ihren Arbeiten au der geplanten Serien- Veröffentlichung beteiligen wollen, werden vom Verlag aufgefordert, sich mit ihm in Verbindung ZU setzen. Unsere Gemeinde. Die Kleiderstelle des Schwesternbundes, die au bedürftige Ciemeindemitglicder Kleidungsstücke aller Art unentgeltlich oder zu ganz mäßigen Preisen abgibt, sucht einen Raum, da sich der bisher benutzte ils ungeeignet erwiesen hat. Wer kann einen solchen unentgeltlich <nler gegen mäßige Miete überlassen? Nachricht an Frau Recha Carleback, Lort/ingstr. 13, erbeten. Für unsere Kinder. Innerhalb unserer (iemeüulc gibt es noch einen vielleicht nicht geringen Kreis jüdischer Kinder, die den Anschluß .in eine der bestehenden jugendlichen Oruppen nicht wünschen oder nicht gefunden haben. Bei der Schwere der Zeit erscheint es notwendig, auch diesen einen gemeinschaftlichen Interessenkreis zu Schafen. Bekanntlich ist das Kind am leichtesten durch Musik zu erfassen, da sich darin sein naives Empfinden ohne Zwang ausleben kann. I Im min unseren Kindern einige frohe Stunden zu verschaffen, werden Veranstaltungen geplant, in denen die Kinder selbst die Ausführenden Mnd. Es ergeht daher an die Litern die Bitte, stimmbegabte und auch --onst musikalisch veranlagte Kinder, die irgendein Instrument spielen, hu Montag, den I i. November 1933, IS Uhr in der Ocmcindcsynagoge (Qottschedstraße) bei Herrn Chörleiter Licht an/umelden. Jüdisches Jugendheim, Elsterstr. 7. Es ist die Pflicht aller jüdischen V erbände und Organisationen, zur Erhaltung des jüdischen Jugendheims dadurch beizutragen, dall sie ihre Veranstaltungen im Saal und in den Zimmern des jüdischen Jugendheims abhalten. Auf die besonders niedrige Mictgebühr von UM. 7. für den Saal und RM. 2.— für -in Zimmer pro Abend, sowie auf die zentrale Lage des Jugendheims und die Bewirtschaftung ZU äußerst geringen Preisen sei besonders hingewiesen. Fernspr. '2i'H\b. Tagung des Landesverbandes Mitteldeutschland des Rcichsbund indischer Frontsoldaten. Der Landesverband Mitteldeutschland hatte am Sonntag, den 29. Oktober 1933, eine Landesvcrbaiids-Versammlung, die von fast allen Ortsgruppen des Bezirks, durch mehrere Kameraden i insgesamt etwa 120 Teilnehmer) beschickt war und die in ihrem Verlauf sich zu einer grollen Kundgebung für den R. j. F., seine im Inleri-sse der gesamten Judenheil geleistete Arbeit und seiner Ziele getaltete. Der Landesverbandsführer Kam. Dr. Alfred Jacoby-Leipzig gedachte traditionsgemäß zuerst der Gefallenen., deren Ehre mul Andenken wir gerade in den letzten Tagen wieder verteidigen mußten. Die Versammlung hatte sich zur Andacht und Ehrung von den Platzen erhoben. Kam. Dr. Jacoby behandelte nun In einem fast dreistündigen glänzenden Referat alle das Judentum allgemein und den R.j.F. berührenden Fragen und Aufgaben, sowie die Maßnahmen, die zur Einstellung bzw. Milderung der gegen die Juden in Deutschland getroffenen Bestimmungen ergriffen worden sind. Ausgehend von dem Boykott des Auslandes, der, wie an Hand einer Unterlagensauimlung nachgewiesen werden kann, auch die Juden in Deutschland trifft, kam der Referent auf die Auswanderung zu sprechen und betonte, daß der grollte Teil der in Deutschland lebenden Juden nicht nur hierbleiben muH, sondern infolge seiner kulturellen und inneren Verbundenheit in Deutschland bleiben will und man sich daher positiv zu den Dingen einstellen müsse. — Auch der R.j.F. ist und wird mit dem bisher erreichten nicht zufrieden sein, es war aber die Qrenze des Möglichen und hat Tausenden unserer Glaubensgenossen die Erhaltung ihrer Existenz gesichert. Es muH aber immer wieder betont und darauf hingewiesen werden, dall wir nicht nur die Interessen der Frontkämpfer und Kameraden im Auge haben, sondern durch sie für die Oesamtheit der deutschen Juden die Rechte wiedererkämpfen wollen. Die Sonderregelung für Frontkämpfer ist absolut nicht im Sinne des R.j.F.; wir bedauern nicht weniger als jeder Glaubensgenosse, dall keine andere Lösung möglich war, und kämpfen weiter für die Erlangung und Wiederherstellung der vollen Gleichberechtigung. — Es ist schon ein groller Erfolg, dall der R.j.F. existiert, arbeiten und damit Zuversicht .Rückhalt und Stärkung geben kann. Dr. Jacoby gab einen Überblick über die Maßnahmen, Verhandlungen und Eingaben der Bundesleitung und die Tätigkeit des Landesverbandes Mitteldeutschland im besonderen. Messeabend, Ordnungsdienst zu den hohen Feiertagen, Kriegsopferversorgung, in Obereinkommen mit der nationalsozialistischen Organisation, die Erlasse der Regierung gegen den Boykott, für die ungehinderte Tätigkeit der zugelassenen Anwälte usw. sind nicht zuletzt auf Eingaben und Einwirkung des R.j.F. mit Zurückzuführen. Der Redner streifte ferner die Sport-, Schul- und Jugendfragen, sowie ilie i inerjüdischen Fragen. — Zur Wahl gibt der Bund entsprechend der stets durchgeführten politischen Neutralität keine Parole aus, die allgemeine Stellung des Bundes ergibt sieh aus der letzten Nummer der Bundeszeitschrift. Erforderlich sei es, dall die Ortsgruppen mehr als bisher enge Fühlung mit dem Landesverband halten und diesem ihre Eingaben usw. übersenden, da in vielen Fällen die Beantwortung bereits von hier aus erfolgen und die Bundesleitung dadurch entlastet werden kann. Zum Schluß seiner interessanten Ausführungen mahnte Kam. Dr. Jacoby keinen Pessimismus aufkommen zu lassen. Stolz und Würde zu wahren und den Dingen mit Ernst, aber mit Zuversicht entgegenzutreten. Der spontane Beifall zeigte die Begeisterung," mit

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