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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-10-13 · 41 (13.10.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
41 (13.10.1933)
Date
1933-10-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Auflage 4500 Stück (Beraeiuö efalatt DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU I f"|D7|^L AMTLICHES NACHRICHTENBLATT LI* I ■ Assi V7 DER GEMEINDEVERWALTUNOB - :brif Heilung: Qcmeindcrabbiner Oustav Cohn Leipzig. Malier BlümcIStr. 10. — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers geslattet. Nummer 41. ■ Jahrgang 9 13. Oktober 1933 Anzeigenannahme: t. Ootdlreund, Leipzig 0 5, Ciclioriusstraße 2a, Fernsprecher Nr. 6077I. Druck: Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig C I. Unsere Gemeinde betrauert das Ableben des Herrn Moritz Pfefferblüth. Der Kntschlafene hat von L930 an der Körperschaft unserer Gemeindeverordneten angehört und in verschiedenen Ausschüssen, insbesondere im FttrBOrgeausschafi mit der ihm eigenen Herzensgüte eine eifrige Tätigkeit entfaltet. Die Gemeindevertretung dankt ihm über «las Grab hinaus für seine wertvolle Mitarbeit, die sich hauptsächlich auf die Förderung unserer wohltätigen Einrichtungen erstreckte. Wir werden sein Andenken stets in hohen Ehren halten. Leipzig, den 9. Oktober L933. Der Vorstand und die Verordneten der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Ehrung unserer Toten Gedanken über jüdische Grabmäler. Im Ocgensttl EU früheren Jahrzehnten, in welchen vielfach unnützer Aufwand und Geschmacklosigkeiten, ja gegenseitiges Wetteifern in unschönen Formen au der Tagesordnung waren, ist in der Neuzeit und insbesondere durch einen „Ausschult für Friedhof und Denkmal", dem n. a. mallgebeudc Friedhofsgestalter und Künstler angehören, versucht worden, unter die frühere Zeit einen Strich ZU Ziehen. Diese Bestrebungen wirken sich auch für den jüdischen Friedhof aus. I )ie Stätte des Friedens und der Kulte soll nicht mehr eine Stätte des Prunkes und der Geschmacklosigkeiten sein, sondern eine wahre Stätte der Erbauung und des Trostes! Es soll damit in würdiger Weise >n die alte jüdische Überlieferung; angeknüpft werden, die die Ehrung dlrer Toten weniger im Ausmalt der (irabsteine und der Wahl wertvollen Materials zu erzielen suchte. In dem Buche unseres Gemeinderabbiner Cohn „Der jüdische Friedhof", das zum ersten Male die Entwicklung des jüdischen Friedhofes geschichtlich und kulturgeschichtlich darstellt, wird gerade dafür Beweis erbracht, dall die letzte Ruhestätte unserer Toten in früheren Jahrhunderten in ihrem Gesamtbilde, wie in den ein/einen Qrabmilcrn wegen der Schlichtheil und der Einheitlichkeit die Stimmung schönen Friedens hervorrief. Man wählte (irabmäler aus einfachem Qestcifl in bescheidenen Mafien; aber legte grollen Wert darauf, der Vorderseite eine echt künstlerische Gestaltung /u geben. Man verwendet die ornamental außerordentlich wirksamen hebräischen Schrift/eichen und verstand es, lurch die Anordnung der Inschrift, durch Kaunivcrteilung vermittelst altjüdischer Symbol zeichen in Rand- oder Kopfleisten IL dergl. jedem "Stoiii besonderes (iepräge ZU verleihen, dadurch die Ein/elpersönlichkeit entsprechend zu kennzeichnen, und doch die einzelnen (irabmäler in eine aesthetische Verbindung mit der Umgebung und dem Friedhofsganzen zu bringen. Das genannte Buch bringt als Beispiele einige Bilder, die diese Wirkung alter jüdischer Friedhöfe und die künstlerische Vollendung alter (irabmäler erkennen lassen. An diese alte Überlieferung sollte wieder angeknüpft werden; es sollte weniger der (irabinalsfahrikant als der Künstler für die Gestaltung des (irabtnals herangezogen werden. Anerkannte jüdische Bildhauer, auch in unserer Stadt, entwerfen moderne Grabdenkmäler, die Uten jüdischen (ieist mit den Erfordernissen heutigen Qeschmacks verbinden und, wer ihnen die Ausführung eines solchen Denkmals überträgt, wird nicht nur seine Toten in jeder Hinsicht ehren, nicht nur gemifi alter Überlieferung zu schlichter und bescheidener Form zurückkehren, sondern darüber hinaus auch eine soziale Leistung vollbringen, sicher auch ein Stück Ehrung seines Toten. In Obereinstimmung mit solchen Wünschen bemühen sich, selbstverständlich im Kabinen der Möglichkeiten, die Verwaltungen der Friedhöfe, in bezug auf die gärtnerische Ausgestattung und die Qestaituug des Grabes, durch eine gewisse Planmäßigkeit, dem Friedhof eine würdige Form zu geben. An solcher planmäßigen Formgebung des Friedhofes sollen sich nun auch in weitgehendstem Maße diejenigen beteiligen, die einen teueren Entschlafenen dort ruhen haben' Durch einzelne Bestimmungen unserer vor einigen Jahren geschaffenen Friedhofs- und Deukmalsordiiung, die vielleicht von manchem unserer Mitbürger als zu weitgehend und entrechtend angesehen wurde, wird versucht, hinsichtlich der Höhen, des Materials und der Bearbeitung der aufzustellenden Qrabmalc, also durch eine gewisse Gleichmäßigkeit, ebenfalls auf die Gestaltung des Gesamtbildes einzuwirken. Eine Betrachtung der Auswirkungen der genannten Bestimmungen soll uns nun den Weg weisen, wie wir in Zukunft die Gräber unserer Entschlafenen würdig und zweckmäßig zu schmücken haben! Zunächst die flöhe der Steine: Die Verschiedenheit der- Höhen lälit eine gewisse Unruhe im Gesamtbild entstehen, die unbedingt aufhören würde, wenn keine zu großen Unterschiede vorhanden wären. Eine weitere Zerreißung eines schönen Gesamtbildes wird durch die Verschiedenartigkeif der Gesteine, ihrer Farbtönung, der Formgebung und der Flachenbearbeitung hei vorgerufen. Mit diesen Gedanken, die uns wegweisend in der weiteren (iegtaltung unserer Friedhöfe sein sollen, wollen wir uns naher befassen. Zweifellos hat man bisher, in der Mehrzahl, Grabmalen aus nordischen Graniten, also ausländischen Gesteinen, die hochpoliert zur Verwendung kamen, den Vorzug gegeben, während unsere schonen deutschen (iesteinsarten und die aus ihnen hergestellten Denkmäler wenig otler keine Beachtung fanden. Abgesehen von unserer Pflicht zur Nation, mit unserem (ielde nur deutsche Arbeit zu unterstützen, ist es notwendig, unsere eigenen Verhältnisse bei dem Kauf eines Orabmab neben den künstlerischen und ethischen Gedanken mit zu berücksichtigen. So ist das deutsche Material, wie Muschelkalk, Travertin, Granit, Porphyr, Sandstein U. a. in. für bedeutend weniger Qeld zu haben und ist in der Haltbarkeit genau so unübertroffen, wie die nordischen Granite. Die dunklen und hochpolierten Granite heben sieh

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