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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1933-10-05 · 40 (5.10.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
9 (1933)
Issue
40 (5.10.1933)
Date
1933-10-05
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Oktober 1933. Reidtsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe leipzig Montag, den 9. Oktober 1933, abends 20 '« Uhr Gemeinde -Versammlung Im Großen Saal des „Kaufmännischen Vereinshauses" Leipzig Cl .*. SchulstraBe S Vortrag unseres Kameraden Rechtsanwalt Dr. Leopold Landenberger, Nürnberg, Vorsitzender des Landesverband Bayern des R. J. F. und Mitglied der Reichsvertretung der deutschen Juden: „Der Kampf des Reidisbund jüdisriier Frontsoldaten". Aussprache. Unsere Kameraden, deren Angehörige und die Mitglieder der jüdischen Qemeinde Leipzigs sind herzlichst eingeladen. Siegmund Strauß ist es zu verdanken, daß alles so gut klappte. Unter Aufwendung von viel Zeit und Mühe und auch unter persönlichen Opfern hat er den Speisesaal des Heimes in einen weihevoll-würdigen Betraum umgewandelt Mit viel Takt hat er es dann auch verstanden, die widerstrebenden Wünsche der ein/einen Beter bezüglich des Ritus in Einklang zu bringen und so einen harmonischen Verlauf der Gottesdienste erreicht. Es sei ihm an dieser Stelle nochmals gedankt. Da auch bereits die Vorbereitungen zum Bau einer Sukkoh getroffen wurden, ist zu hoffen, daß auch die Sukkothfeiertage in würdiger Weise von allen begangen werden können. Volksbank Iwria, Leipzig. Die neugegründete Genossenschaftsbank Iwria, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht wird ihre Tätigkeit am lb. Oktober I. J. beginnen. Als zweites Vorstandsmitglied wurde Herr Werner Lieberg, bisher Dresdner Bank Leipzig, bestellt. Für die Dauer der Einrichtung wird außerdem Herr Bankvorstand Fritz Qerber, von der Iwria Breslau, vorübergehend tätig sein. Die Geschäftsräume der Bank befinden sich im österreichischen Meßhaus, Hainstraße 101, links. Dank des regen Interesses in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung wächst die Zahl der Genossen in erfreulichem Maße. Die Pflege jüdischer Hausmusik, eine Zeitlang durch Grammophon und Rundfunk in ihrem Bestehen bedroht, war in den letzten Jahren in erfreulicher Weise wieder aufgeblüht. Besonders beachtenswert in dieser Richtung waren die Bestrebungen der Trio-, Quartcttitnd sonstigen kaiunicmiusikaiischcn Vereinigungen, zu denen sich gute Instrumentaldilettanten zusammengefunden hatten. Viele dieser Vereinigungen, in denen Augehörige alier Bekenntnisse gemeinsam musizierten, mußten sich in der letzten Zeit auflösen, und wir stehen vor der Tatsache, daß eine große Anzahl jüdischer Dilettanten — oiler, weil das Wort einen geringschätzigen Beigeschmack hat, Amateure - vorhanden ist, die auf der Geige, Bratsche, dem Violoncello j üsw. Gutes, ja Ausgezeichnetes leisten, aber nicht wissen, wo und wie sie sich betätigen können. Es ist daher aus diesen Kreisen die Vnregung gekommen, alle diese Kräfte hier in Leipzig zusammen- -ufassen und auf diese Weise ein Orchester zu bilden, das sich zunächst aus Amateuren zusammensetzt, das aber unter Leitung eines erfahrenen Fachmannes in durchaus ernster systematischer Arbeit sich las Ziel steckt. Leistungen zu erreichen, die auch das Konzcrtpodium nicht zu scheuen brauchen. Man könnte für spätere Zeit daran denken, dieses Orchester durch Hinzuziehung guter Berufsmusiker zu ergänzen und /.u vervollkommnen. Daß dieses Ziel zu erreichen ist, haben schon Versuche früherer Zeit bewiesen. So sei beispielsweise an das Berliner Ärzte-Orchester unter Leitung von Dr. Kurt Singer, dem jetzigen Vorsitzenden des Kulturbundes der Deutschen Juden in Berlin erinnert Es ergeht daher an Herren und Damen, die grundsätzlich bereit wären, sieh an der Bildung eines solchen Orchesters zu beteiligen, die Aufforderung, ihre Bereitwilligkeit baldigst schriftlich kundzu- I geben. Es genügt eine kurze Mitteilung, die den genauen Namen und die Adresse des Betreffenden sowie die Angabe des von ihm gespielten Instrumentes enthält. Diese Mitteilung ist zu richten an: Gemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig Cl, Walter-Blümel-Str. 10. Sollte eine hinreichende Anzahl von Meldungen einlaufen, so würde in einer der nächsten Nummern dieses Blattes Näheres über eine erste Zusammenkunft der Interessenten bekanntgegeben werden. Wir hoffen dringend auf die Bereitschaft aller, die für die Sache in Frage kommen. Streifen-Baude für das ha':bare Nachmittagskleid, weichfallendc, relnwoll. Ware in den neuen Herbstfärben......Mir. Wollsamt der feine vornehme Stoff iür das elegante Kleid in den aktuellen Farbtönen ca. 130 cm breit .... Mir. 3.BO Hngoretta Keine Wolle, das mod. Stichelhaargewcbe in erstklassiger Qualität, schone wciclifallende Ware in vielen Farben .....ca. 130 cm brt. tleg. 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Er schilderte sodann die Maßnahmen des Centraivereins auf den verschiedensten wirtschaftlichen Gebieten und hob hervor, daß sich der Verein gegen Ungesetzlichkeiten örtlicher Stellen aufs Entschiedenste gewehrt und dabei zum Teil auch Erfolge errungen hat. So sei es als ungesetzlich erklärt worden, wenn seitens eines sächsischen städtischen Betriebsrates erklärt worden sei, daß jeder städtische Beamte, Arbeiter oder Angestellte entlassen wird, der in geschäftliche Beziehung zu Juden trete. In bezug auf die Ausschaltung der Marktfahrer hatten die wiederholten Vorstellungen den Erfolg gezeitigt, daß sowohl das Reichswirtschaftsininisterium als auch das sächsische Wirtschaftsministerium gegen eine Reihe Ausschließungen durch die Ortspolizeiverwaltungen Stellung genommen haben. Sodann wurde zu den Forderungen örtlicher Stellen, die Eingriffe in das Wirtschaftsleben darstellten, seitens des Referenten Stellung genommen. Die segensreiche Arbeit des Leipziger Sozialamtes und der übrigen Wirtschaftshilfsstellen im Bezirk seien durch den C. V. aufs stärkste gefördert worden. Es gelte auch weiterhin, unabläßlich dafür zu sorgen, daß ungesetzliche Übergriffe unterbleiben und weitere Ausschaltungen der Juden im Wirtschaftsleben nicht vorkommen. — An den Vortrag schloß sich eine sehr eingehende Aussprache an, au der sich Herr Direktor Jakob, Handlungsgehilfe Blankenstein, Rabbiner Dr. Goldmann und Buchdrucker Rosenthal beteiligten. Zum Schluß nahm der Referent noch einmal das Wort, um die Ergebnisse der Diskussion zusammenzufassen. Hilfsverein israelitischer Gewerbetreibender e. V. Zu Ehren seines scheidenden stellvertretenden Vorsitzenden und Ehrenmitglieds Moritz Sc Iii sc ha, der aus Leipzig fortzieht, veranstaltete der Hilfsverein israelitischer Gewerbetreibender e.V. einen Abschiedsabend in Form eines Teeabends, der durch Oberkantor Lampel mit dem Gesang des Liedes „Herr, den ich tief im Herzen trage, sei mit mir" eröffnet wurde. Sodann hielt der Vorsitzende des Osterreichischen Vatcrlandsheimes, in dessen Räumen die Veranstaltung stattfand, Kaufmann H ö - nigsberg eine Begrüßungsansprache, in der er der Leistungen Schischas für die Leipziger Judenheit gedachte. Der Vorsitzende des Hilfsvereins, Gemeinderabbiner Dr. Goldmaiin, gab ein eingehendes Bild von dem stark sozialen Werke des Scheidenden im Rahmen des Vereins, der durch die starke Wohlfahrtsarbeit Schischas in der Leipziger Gemeinde ungeheuer Segensreiches geleistet habe. So hätte der Verein in seinen Glanzzeiten einen Wohlfahrtsetat gehabt, der halb so groß gewesen sei wie der der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig, ein Vorgang, der von keinem Verein in ganz Deutschland erreicht sei. Der Hilfsverein könne das Werk Schischas nicht besser ehren als dadurch, daß er ihn zu seinem Ehrenvorsitzenden ernenne und ihm als Ehrengabe eine Uhr überreiche. Der Verein wünsche Moritz Schischa und seiner Gattin, die ihn aufs stärkste in seiner sozialen Vereinstätigkeit unterstützt hat, für die Zukunft alles Gute. Weitere Abschiedsreden wurden seitens der Herren Engländer, Fränkel und Jackson gehalten. Tiefgerührt dankte der Scheidende zugleich auch im Namen seiner Frau für die Ehrung und versprach weiterhin im Sinne des Vereins zu wirken. In gemütlicher Weise blieben die Teilnehmer der Feier bis in die späten Nachtstunden zusammen. Jlanell Indanthren, für Schlafanzüge u. Sporthemden grolle Ausmusterung .....Mtr. 58 Pfg Oberhemdenstoff indanthren, moJ. 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