Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 38 (21.9.1933)
- Date
- 1933-09-21
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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21. September 1933 Versöhnungstag Qenicindesynagoge, Go11schedstr. 28. In Abänderung der auf den Eintrittskarten angegebenen Gebetzeiten iicginnt der Gottesdienst am Vorabend des Versöhnungstages um 18.10 Uhr (nicht 17' , Uhr). Am Tage beginnt die Predigt vor dem Neiiahgebet 16 , Uhr (nicht 16> Uhr); das Neilahgebet selbst beginnt um 17 Uiir (nicht 16 , Uhr), Ausgang 18.33 Uhr (nicht 18.12 Uhr). Gemeindesynagoge. Freitag, 29. September: Morgengebet 7 Uhr, Nachmittagsgebet 14 Uhr. Freitag, 29. September, Abendgottesdienst 18.10 Uhr, Predigt (Rabbiner Colin). Sonnabend, 30, September, Morgengottesdienst 9 Uhr, Predigt (Rabbiner i)r. Cioldmann) II3, Uhr, anschließend Seelenfeier, Neilah-Predigt (Rabbiner Dr. Uoldniann) l6*/< Uhr, Schiuli 18.33 Uhr. Morgengottesdienst werktags 7 Uhr, an Sonn- und bürgerlichen Feiertagen 7.30 Uhr, Abendgottesdienst IS1.4 Uhr. Konzertsaal des Stüdt. Kaufhauses (Eingang nur Kupfergasse 1 3). Freitag, 29. September, Abendgottesdienst 18.10 Uhr, Predigt (Rabbiner Dr. (ioldinann). Sonnabend, 30. September, Morgengottesdienst 9 Uhr. Predigt (Rabbiner Cohn) II' , Uhr, anschließend Seelenfeier; Neilah-Predigt (Rabbiner Cohn) 16« , Uhr, Schluß 18.33 Uhr. Es wird darauf hingewiesen, daß die Predigten pünktlich beginnen und daß während der Predigten die Zugänge zu den Plätzen gesperrt sind. Ez-Chaim-Synagoge (Orto-Schill-Str.): Schabbos Schuwo. Freitag, den 22. September, Abendgebet IS.15 Uhr; Sabbat: Morgengebet 8.30 Uhr; Mincha 16 Uhr; Ausgang 1S.48 Uhr. Asse res J e in e T esc hu wo: Sonntag, den 24. bis einschließlich den 28. September: Slichaus 6.30 Uhr; Abendgebet 18 Uhr. Erew Jaum Kippur: Freitag, Slichaus 0.45 Uhr; iV.incha 15 Uhr. Jaum Kippur: Freitag, den 29. September: Kol Nidre 18.10 Uhr; Predigt 18.20 Uhr. — Sabbat: Morgengebet 7 Uhr; Seelenfeier 10 Uhr; Predigt vor Neilah 10.30 Uhr; Ausgang 18.33 Uhr. Gründung einer jüdischen Sicdlungsgesellschaft in Frankreich. Von einer Anzahl organisationsbefähigter und sachverständiger Minner ist in Paris die Gründung einer jüdischen Sicdlungsgesellschaft erfolgt. Der Vorsitz des geschäftsführenden Komitees ist einein früheren Mitglied der Reichsvertretung übertragen worden. Dies ist ausdrücklich deshalb geschehen, weil dadurch den interessierten Glaubensgenossen in Deutschland die Gewähr gegeben ist, daß ihre Angelegenheiten in absolut einwandfreier Weise erledigt werden und insbesondere der Grundsatz der Gemeinnützigkeit des Unternehmens allem andern vorangestellt wird. Der Sicdlungsgesellschaft ist eine Reihe sehr geeigneter Objekte auf dem besten und ertragsreichsten Hoden Frankreichs angeboten worden, so daß die Möglichkeit besteht, in ganz kurzer Zeit dort schon viele Hunderte indische Familien ansiedeln zu können. Um die sachgemäße Siedlung vorzubereiten, ist die Errichtung eines oder mehrerer Lehrgüter unter Leitung von Persönlichkeiten, welche in der jüdischen Siedlung in Deutschland praktisch mitgearbeitet haben, geplant. Die Aufgabe der Organisation ist die Umschichtung von jüdischen Akademikern und Kaufleuten, die infolge der veränderten Verhältnisse in ihrer bisherigen Kerufslaufliahn nicht mehr vorwärtskommen können. Siedhmgsstellen, die einen auskömmlichen Lebensunterhalt sichern, werden schon für etwa 12- I5IKHI RM. gekauft werden können. Ls dürfte auch älteren Personen, bei denen eine Umschichtung nicht mehr möglich ist, durch die in Lehrgütern ausgebildeten jüngeren Kräfte ermöglicht werden, Sich ein Siedlungsgut zu beschaffen, das von anderen bearbeitet wird, die hierdurch wiederum ihren Lebensunterhalt gewinnen. Im ferneren Zug der Bestrebungen der Sicdlungsgesellschaft ist auch an die Errichtung von Altersneimen und Erholungsstätten durch Ausbau angejüdische Gutsbesitzer werden gebeten, junge Leute zur Ausbildung in der Landwirtschaft gegen Vergütung aufzunehmen und sich diesbezgl. in Verbindung zu setzen mit der Jüd. Landarbeit G.m.b.H.. Herlin \V15. Kurfiir^tendamin 200, Telephon: Bismarck II 501X1. Personenstandsnachrichten. Ba rm i z w a: Sonnabend, 23. September, Hans Heinz Perls, Sohn des verew. Herrn Willi Perls und Frau Charlotte geb. (luthmann, Steinstr. 55, in der Gemeindesynagoge. Neue Bücher. Schmarya Levin: Jugend in Aufruhr. Berlin 1933 (Rowohlt Verlag). Schmarya Levins autobiographisches Buch „Kindheit im Exil" fand bei seinem Erscheinen einen ungewöhnlichen Beifall und ließ mit Spannung die Fortsetzung erwarten. Diese ist soeben unter dein Titel „Jugend in Aufruhr" im Verlag Rowohlt erschienen. Schon ein flüchtiger Blick zeigt, daß dieser zweite Hand nicht nur die Erwartungen bestätigen wird, die im Hinblick auf den ersten Band begründet erschienen; daß vielmehr die gegebene Darstellung besonders uns Juden in Deutschland fast noch mehr fesseln wird als das frühere Stück. I Int er anderem berichtet Schmarya Levin über seine Berliner Studienzeit, entwirft ein Bild der russisch - jüdischen Emigration, gibt einen Querschnitt durch das Deutschland der 90er Jahre. In dem geistvollen Führer der Erncuerungsbcwegung wirkt gleichzeitig die uralte jüdische Tradition und der Wunsch nach der Neugestaltung des jüdischen Volkes mit einer leidenschaftlichen Hegeisterung, die auf jeder Seite dn Buches spürbar ist. Wir kommen auf die wichtige Erscheinung noch zurück. Leooold Hichler. Heimweh nach Wien. Roman. Wien und Leipzig 1933 (R. LöwitVerlag). Anschaulich, in manchen Teilen packend, läßt dieser Roman ein *chlcihtes, jüdisches Familienbild am Leser vorüberziehen, mit seiner Innigkeit und Innerlichkeit, mit all der herzlichen Verbundenheit der Oatlen, der fcitern mit den Kindern und der Geschwister untereinander, die selbst dann besteht, wenn einmal die Meinungen in einer Frage auseinandergehen. Ohne vieles Spekulieren welr) der Verfasser, durch •seinen früheren Roman „Moses Mantner und sein Leben" rühmlich bekannt, die zermürbende Wirkung des Heimwehs nahezubringen, an dem ein in seiner Wiener üeburtsstadt seelisch unlösbar verwurzelter durch das Schicksal in eine andere Stadt geworfener und dort festgehaltener Mensch zugrundegeht. Damit wird das Buch zu einem beredten Zeugnis für die jüdische Heimatliebe, die von uns so stark wie von anderen empfunden und uns doch immer wieder abgesprochen wird. O. C. Praktischer Wegweiser durch die deutschen Auswanderungsbcstimmun gen und die ausländischen Einwanderungsvorschriften. Berlin (II Baumert-Verlag). Preis 50 Pfennig. Die Auswanderungsfrage wird zurzeit in vielen jüdischen Familien lebhaft diskutiert, so daß die Broschüre sehr aktuell ist. Die übersichtliche Anordnung des Inhaltes, die präzisen Auskünfte über alle Fragen, die den an Auswanderung Denkenden bewegen, wie: Welche Papiere man braucht und wo man sie erhält, wieviel Kapital mau mitnehmen darf, wo die Konsulate sind und wann sie ihre Sprechstunden haben, vor allein aber auch eine sehr praktische Tabelle, in der eine Übersicht über die Einwanderungsbestimmungen der europäischen Länder gegeben wird, usw. usw. werden dem kleinen Büchlein schnell viele Freunde sichern. Dr. Fritz Koppe und Bernhard Blau: Das gesamte Devisenrecht. Leseblattsammlung für die Praxis bearbeitet und erläutert. Ergänzungsband 1. Berlin 1933 (Industrieverlag Spaeth Linde). Die neuen devisenrechtlichen Gesetze und Verordnungen sind nicht nur für Handel und Industrie, sondern auch für jede Privatperson von einschneidender Bedeutung. Die im Volksverratgesetz vom 12. Juni 1933 eingeführte Amnestie für Devisen- und Kapitalflucht bietet die letzte Möglichkeit, Straffreiheit für vorenthaltene Devisen und VermögenstücKC im Ausland zu erlangen. Die in dem Volksverratgesetz bestimmte Anzeigepflicht von Devisen und Auslandvermögen, die auch ohne vorliegende Verstöße besteht, erfordert eine genaue Kenntnis der schwierigen Bestimmungen. Die vorsätzliche oder fahrlässige Verletzung der Anzeigepflicht ist mit den schwersten Strafen bedroht. Der vorliegende Nachtrag 1 zur Blattsammlung „Das gesamte Devisenrecht" enthält eine systematische Darstellung und Erläuterungen des Volksverratsgesetz.es (Amnestie für Devisen- und Kapitalflucht) vom 12. Juni 1933 nebst Durchführungsverordnung vom 28. Juni 1933, der 4. Durchführungsverordnung zur Devisenordnung (gegen Industrieflucht), des Gesetzes über Zahlungsverbindlichkeiten gegenüber dem Ausland (Transfermoratorium) vom 9. Juni 1933, der 2. Verordnung zur Devisenbewirtschaftung (Änderung der Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung) vom 9. Juni 1933 nebst dem Deutschen Kreditabkommen von 1933, den internationalen Claeringverträgen, den Erlassen und der Rechtsprechung sowie einem Anhang „Devisenrecht und Steuerrecht" und einer Tabelle zum ausländischen Devisenrecht. Auch das Augustheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums bringt eine Reihe gediegener Aufsätze, die nicht nur für Fachgelehrte verständlich sind. Max Grunwald, der bekannte Forscher auf dem Gebiet der Volkskunde, führt seinen Bericht über neuere Arbeiten auf sagenkundlichcm Gebiete zum Abschluß. B. Weinryb stellt die Gesc'-.ichte des jüdischen Buchdrucks in Polen dar und beleuchtet sehr lehrreich das Zusammenwirken der kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen für die Entwicklung dieses Erwerbszweigs. Es ist äußerst erfreulich zu sehen, wie diese älteste der bestehenden jüdischen Zeitschriften trotz aller materiellen Schwierigkeiten fortfährt, der Wissenschaft zu dienen. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird unu den jährlichen Mindestbeitrag von Mk. 10. an die Gesellschaft (Postscheckkonto Berlin Nr. 7030) sendet. Vereinsnachrichten. Keren Kajemcth Lejisrael (Jüdischer Nationalfonds) e.V. Leipzig, Keilstr. 4. Tel 10211. Postscheckkonto 53341. Die große Rosch-tlaschaiiah-Aktion des KKL ist im Gange! Sie muß für eine große Zahl arbeitsfreudiger junger Juden Platz in Palästina schaffen. Jeder einzelne von euch muß zu diesem großen Werke durch freiwillige persönliche Opfer beitragen, (ierade jetzt hat der KKL die Chance, große Bodenflächen in Erez. günstig zu erwerben. Gebt ihm die Möglichkeit, diesen entscheidenden Moment für das jüdische Volk richtig auszunutzen! Denkt daran, daß die jüdische Jugend, der ihr durch eure Opfer und Spenden den Weg nach Erez freimacht, den palästinensischen Boden vielleicht für euch selbst und für eure Kinder vorbereitet. Empfangt unsere Helfer, die sich uneigennützig in den Dienst des KKL stellen, persönlich und laßt sie nicht abweisen. Keiner darf sich heute seiner Verpflichtung gegenüber dem jüdischen Volke entziehen. Verein Ahawas Thora (Talmud Thora) e. V. S. G. w. am Schabbos- Schuwoh, den 23. Sept., pünktlich 10.30 Uhr, wird Herr Rabbiner Feldmann in der Synagoge „Ahawas-Thora", l'ärberstr. 4, eine Uroschoh halten. In diesem Jahre ist es bekanntlich nicht möglich, mit Geflügel Kaporaus zu schlagen. Es empfiehlt sich daher, diesmal mit Geld Kaporaus zu schlagen und die Beträge an die Taimud-Thora abzuführen. (Postscheckkonto 518 36.) — Wegen der schwierigen finanziellen Lage ist es uns in diesem Jahre nicht möglich gewesen, unseren allgemein beliebten Kalender unentgeltlich zu liefern. Um vielen Wünschen nachzukommen, haben wir uns entschlossen, doch noch eine Neuauflage zu veranstalten; wir sind jedoch leider gezwungen, den Kalender nur gegen Erstattung der Selbstkosten abzugeben. Interessenten bitten wir, den Kalender Anfang Oktober in der Bäckerei Schmeidler abzuholen. Zionistische Vereinigung Leipzig. Voranzeige! Der bereits angekündigte Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Joachim Prinz mit dem Thema „Was wird aus unseren Kindern?" findet nunmehr Dienstag, den 3. Oktober, abends 8'/* Uhr, im Städtischen Kaufhaus, Eingang Kupfergasse statt. Schon heute wird von dieser Versammlung Kenntnis gegeben, damit «ich die jüdische Einwohnerschaft von Leipzig den